Martina Schuegraf Pornografisierung von Gesellschaft

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Inhaltsangabe zu „Pornografisierung von Gesellschaft“ von Martina Schuegraf

Mit dem Begriff »Pornografisierung« spüren die Herausgeberinnen und AutorInnen pornografischen Darstellungsmitteln nach, die verstärkt Eingang in den Alltag der digitalen Medien und der Populärkultur finden. Dabei zeigt sich eine Verschiebung im Umgang mit Freizügigkeit sowie eine Entwicklung hin zur zunehmend mediatisierten Selbstdarstellung und Körperperformance, welche Aufmerksamkeit erzeugen will. Der Begriff der »Pornografisierung« ist nicht mit »Pornografie« im engeren Sinne gleichzusetzen. Im erweiterten Sinne spiegelt er vielmehr die gesellschaftlich zu beobachtende Tendenz der (Selbst-)Vermarktung und Inszenierung des Körpers mittels Medien wider. Empirische und theoretische Zugänge werden in diesem Buch in einzelnen Medien wie Fernsehen, Film, Internet, Literatur, Werbung, Fotografie etc. systematisch und mit Blick auf ihre Problemlagen und Orientierungspotenziale beleuchtet.

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  • Rezension zu "Pornografisierung von Gesellschaft" von Martina Schuegraf

    Pornografisierung von Gesellschaft

    michael_lehmann-pape

    19. June 2012 um 14:52

    Zur Verschiebung des Umganges mit Freizügigkeit Über den Bereich der „direkten“ Pornographie heraus lassen sich gesellschaftliche Diskurse über „Sexualisierung“ oder „Erotisierung“ in breitem Maßstab feststellen, mithin eine „Sexualisierung“ weiter Teile des kulturellen, vor allem medialen Lebens. Sei es in der Populärkultur, Musikclips, Liedtexten, Zeitschriften, in der Werbung ganz allgemein bis hin vor allem zur „Amteurisierung“ des pornographischen Angebotes gerade im Internet. Aber auch der erkennbar leichte Zugang zu pornographischen Inhalten für Jugendliche und Heranwachsende wäre noch zu nennen, mithin ein breites Feld, dem sich die Herausgeber des Buches zuwenden. „Alles Porno“, könnte man fast überspitzt sagen. Eine Beobachtung, die den Ausgangspunkt für das vorliegende Buch bildet, eine Untersuchung aus verschiedensten Richtungen und großer Breite, die der Frage nachgeht, wieweit sich tatsächlich in der Öffentlichkeit Grenzen der pornographischen Darstellung im Lauf der letzten Jahre und Jahrzehnte deutlich erkennbar verschoben haben. Und zu welchem Zweck intime körperliche Vorgänge im gesellschaftlichen, kulturellen und persönlichem Kontext „als Gestaltungsmittel in Dienst genommen“ werden. In 33 Beiträgen verschiedener Autoren wird hier im Buch für eine weitere und vertiefende Diskussion ein durchaus beachtenswerter Anfang gesetzt. Eine Diskussion des Themas auch, die im buch aufzeigt, wie sehr sich doch bereits deutlich in den letzten fast 50 Jahren Grenzen verschoben haben. Alleine schon das Beispiel eines doch eher harmlosen Gedichtes aus der Zeit Mitte der 50er Jahre, welches dem Autor Allen Ginsberg damals eine Gerichtsverhandlung bescherte. Zeilen, die heute nicht einmal mehr für ein müdes Lächeln sorgen würden, so (eben relativ) harmlos kommen sie für heutige Ohren daher. Daher ist es folgerichtig, dass in einigen Beiträgen des Buches auch Prozesse der Individualisierung und der Materialisierung der Körperlichkeit (als Darstellung der Entwicklung der letzten Jahrzehnte) mit beachtet werden. In einer Gesellschaft, in dem der Körper vor allem im bereich der Freizeit immer mehr in den Mittelpunkt gerückt wird und die zur Schaustellung des eigenen Körpers (bei Frauen und Männern) umfassende Breite annimmt. „Im Zuge des Neoliberalismus sind wir nicht mehr nur unseres eigenes Glückes, sondern auch unsres eigenen Körpers Schmied.“ Und was da eifrig geschmiedet wurde, will auch offen gezeigt werden und seine „Potenz“ zeigen und unter Beweis stellen, die eigene Körperlichkeit in immer ekstatischeren Momenten erfahrbar machen. Im Verlauf der Lektüre wird deutlich, dass es durchaus Hinweise dafür gibt, dass dem Pornographischen durchaus vor allem dort Potential zugesprochen wird, wo es einerseits sichtbar artikuliert wird, dennoch aber eher „hintergründig“ mitläuft und der „veräußerlichten Innerlichkeit“ des Menschen somit einen begleitenden Raum verschafft. Dem widerspricht nicht die offen zur Schau gestellte Körperlichkeit (vor allem der Pop- und Musikkultur). Diese bietet Orientierung für den „Hintergrundrahmen“ des dann alltäglichen Lebens, in dem der Körper in seiner sexuellen Bedeutung zwar diskret, aber eben grundlegend „in Szene gesetzt wird“. Im Aufbau nähert sich das Buch dem Thema zunächst von verschiedenen diskursiven Richtungen her. Medienwissenschaft, Philosophie, soziologische Überlegungen bilden den Auftakt, geht dann konkreter über in eine Untersuchung der Pornografisierung der Populärkultur (Inszenierungen zwischen Provokation und Anderswelt), zeigt die immense Verbreitung der Pornographie durch die Digitalisierung ebenso auf, wie jene „anderen“ Standpunkte und Entwicklungen in der „Queer-Kultur“. Ein besonderer Blick richtet sich breit auf „Pornografisches in der Jugend“ mit dem Blick auf die pädagogische Praxis. Abschließend zeigen verschiedene Beiträge sehr konkret „Pornografisches in der Produktion“ auf. Alles in allem liegen in den 33 Beiträgen des Buches ein breiter Zugang und eine weite Sicht auf das gestellte Thema vor. Fundiert wird aufgezeigt, wie sehr die „Veräußerlichung des Innerlichen“ den Körper auch in seiner sexuellen Intimität „öffentlich “ gestaltet und wie sehr dementsprechend pornografische Elemente das Alltagsleben und die kulturelle Entwicklung ganz offen mit gestalten. Das Buch eignet sich in seiner verständlichen Darstellung hervorragend zum Einstieg in das Thema und bietet eine Reihe von Anknüpfungspunkten vor allem, aber nicht nur für einen medienwissenschaftlichen weiteren Diskurs.

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