Martina Wied

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Lebenslauf von Martina Wied

Martina Wied (1882–1957) Geb. am 10.12.1882 in Wien, gest. am 25.1.1957 ebenda. Martina Weisl, geborene Schnabl, war eine Wiener Lyrikerin, Essayistin, Literaturkritikerin, Erzählerin und Dramenautorin. Bereits als Schülerin veröffentlichte sie ihre Gedichte unter dem Pseudonym Wied in Zeitschriften wie "Simplicissimus" oder "Jugend". 1910 heiratete sie den Chemiker Sigmund Weisl. Ab 1912 war sie Mitarbeiterin der Innsbrucker Kulturzeitschrift "Der Brenner", 1924 bekam sie den Förderungspreis der Stadt Wien. 1936 erschien ihr erster Roman "Rauch über St. Florian". Von 1939 bis 1947 lebte sie im Exil in Großbritannien, wo sie vier Romane schrieb, die allerdings erst nach ihrer Rückkehr nach Wien veröffentlicht wurden. 1952 erhielt sie als erste Frau den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Martina Wied

Cover des Buches Das Asyl zum obdachlosen Geist (ISBN: 9783903184527)

Das Asyl zum obdachlosen Geist

 (1)
Erschienen am 26.02.2020
Cover des Buches Das Krähennest (ISBN: 9783990650509)

Das Krähennest

 (0)
Erschienen am 22.02.2021

Neue Rezensionen zu Martina Wied

Cover des Buches Das Asyl zum obdachlosen Geist (ISBN: 9783903184527)Born_to_reads avatar

Rezension zu "Das Asyl zum obdachlosen Geist" von Martina Wied

Die Flucht vor sich selbst
Born_to_readvor einem Jahr

John Kellingrath stimmt in einem mit seiner Familie überein und zwar, dass er in die Irrenanstalt gehört. Nicht weil er wirklich glaubt geistesgestört zu sein, sondern weil er im normalen Leben nicht zurechtkommt. Er sehnt sich nach einem, wie er es nennt, rechten Leben, will seinen verehrten Kirkegaard ins deutsche Übersetzen. Kurz er wünscht sich einen Elfenbeinturm, ein Zimmer, seine Bücher und reichlich Tabak. Seine Familie widert ihn an, seine Ehefrau erst recht und sich selber ist er gram, dass die nach geistigen Leben strebende Seite seiner, regelmäßig von der sinnlichen verraten wird. So liebt er einerseits seine frühere Geliebte Priska Waißnicht, die Baronin, genannt, fühlt sich aber auch von ihr gestört. Ebenso geht es ihn mit dem Anstaltsleiter, der auch der Erzähler dieser Geschichte ist. Dieser fühlt sich John Kellingrath freundschaftlich verbunden – was auch erwidert wird -, hat er sich doch aus ähnlichen Gründen für ein Leben abseits der Gesellschaft entschieden.

Das Asyl zum obdachlosen Geist erschien bereits 1934 unter dem Titel Kellingrath, als Fortsetzungsroman. Die Handlung spielt 1890, eine Zeit der Umbrüche und einige der sozialen und politischen Ereignisse hat die Autorin mit der Handlung verflochten. Wie sie ohnehin den sozialen Umständen dieser Zeit Rechnung tut.

Die ersten Seiten lasen sich für mich ein wenig sperrig, es dauerte ein etwas, bis ich mich an den Schreibstil der Autorin gewöhnt hatte. Dann jedoch war ich gefangen und habe mit Begeisterung John Kellingraths Ringen mit sich und dem Leben verfolgt, nicht minder spannend ist übrigens die Entwicklung, die der Anstaltsleiter, der Erzähler, macht. Es ist kein fröhliches Buch und die Obdachlosigkeit aller Protagonst!nnen greift wahrlich ans Herz.

Erhellend auch das Nachwort von Evelyne Polt-Heinzel, in dem sie nicht nur über das vorliegende Buch schreibt, sondern auch über die Autorin und ihr Leben berichtet.

Die Autorin: Martina Wied (1882-1957)
Geb. am 10.12.1882 in Wien, gest. am 25.1.1957 ebenda. Martina Weisl, geborene Schnabl, war eine Wiener Lyrikerin, Essayistin, Literaturkritikerin, Erzählerin und Dramenautorin. Bereits als Schülerin veröffentlichte sie ihre Gedichte unter dem Pseudonym Wied in Zeitschriften wie „Simplicissimus“ oder „Jugend“. 1910 heiratete sie den Chemiker Sigmund Weisl. Ab 1912 war sie Mitarbeiterin der Innsbrucker Kulturzeitschrift „Der Brenner“, 1924 bekam sie den Förderungspreis der Stadt Wien. 1936 erschien ihr erster Roman „Rauch über St. Florian“. Von 1939 bis 1947 lebte sie im Exil in Großbritannien, wo sie vier Romane schrieb, die allerdings erst nach ihrer Rückkehr nach Wien veröffentlicht wurden. 1952 erhielt sie als erste Frau den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur.

Fazit: Ein wundervolles Buch!

erschienen im Milena Verlag

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