Martina Winkelhofer

 4.5 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Das Leben adeliger Frauen, Eine feine Gesellschaft und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Martina Winkelhofer

Martina Winkelhofer, Dr. phil. für Geschichte und Kunstgeschichte (Universität Wien), ist Expertin für die Geschichte der Habsburgermonarchie und die Familiengeschichte europäischer Herrscherhäuser. Sie hat Standardwerke zum franzisko-josephinischen Kaiserhof und zur Alltagsgeschichte des Adels verfasst. Für Österreichs auflagenstärkste Tageszeitung „Kronen Zeitung“ verfasst sie seit 2012 wöchentlich eine zweiseitige Geschichtskolumne, seit 2015 konzipiert und gestaltet sie auch Spezialmagazine zu verschiedensten historischen Themen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Martina Winkelhofer

Cover des Buches Das Leben adeliger Frauen (ISBN:9783852188928)

Das Leben adeliger Frauen

 (7)
Erschienen am 08.04.2019
Cover des Buches Eine feine Gesellschaft (ISBN:9783492308816)

Eine feine Gesellschaft

 (6)
Erschienen am 01.08.2016
Cover des Buches Adel verpflichtet (ISBN:9783902998293)

Adel verpflichtet

 (1)
Erschienen am 15.07.2014
Cover des Buches So erlebten wir den Ersten Weltkrieg (ISBN:9783850028592)

So erlebten wir den Ersten Weltkrieg

 (0)
Erschienen am 25.10.2013
Cover des Buches Viribus Unitis (ISBN:9783902998422)

Viribus Unitis

 (0)
Erschienen am 15.07.2014
Cover des Buches Sisis Welt (ISBN:9783492313582)

Sisis Welt

 (0)
Erscheint am 03.10.2022
Cover des Buches Der Alltag des Kaisers (ISBN:9783852188447)

Der Alltag des Kaisers

 (0)
Erschienen am 25.07.2019
Cover des Buches The Everyday Life of the Emperor (ISBN:9783852189277)

The Everyday Life of the Emperor

 (0)
Erschienen am 18.07.2019

Neue Rezensionen zu Martina Winkelhofer

Neu

Rezension zu "Adel verpflichtet" von Martina Winkelhofer

Die Welt des Adels im 19. Jahrhundert - von Pflichten, Last und Lust
Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Monaten

Worum es geht

Martina Winkelhofer beschreibt in ihrem Buch die Situation der Aristokratie in der Donaumonarchie des 19. Jahrhunderts, und richtet dabei ihren Blick vor allem auf die weiblichen Mitglieder dieses Standes.
Wie willkommen waren Mädchen in einer Familie, in der nur Männer erbberechtigt waren? Wie sah die Erziehung der kleinen Komtessen aus? Welche Heiratsmöglichkeiten taten sich auf? Welche Alternativen hatten adelige Töchter, die keinen Ehemann fanden? Welche Stellung nahm eine jung verheiratete Frau in der neuen Familie ein? Wie sahen ihr Eheleben und ihr Alltag als Mutter, aber auch als Vorsteherin eines großen Haushalts aus?
Gesellschaftliche Verpflichtungen und Wohltätigkeitsveranstaltungen gehörten ebenso zu ihrem Leben wie die obligatorische Sommerfrische, deren Organisation einen genauso großen logistischen Aufwand erforderte wie die alljährlichen Jagdsejours.
Aber auch die alte Aristokratin behielt ihren Platz in der Familie. Schließlich hatte sie sich mit dem Alter eine Position erobert, die auch zu Kritik berechtigte, war sie doch die Bewahrerin alter Werte und Traditionen. Da sich die in die Jahre gekommenen adeligen Damen aus der Gesellschaft nicht zurückzogen, war Vereinsamung ein so gut wie unbekanntes Phänomen. Ihre Situation konnte sich erst als Witwe ändern, da ihre Stellung immer an die ihres Mannes gebunden war.
Die Autorin befasst sich aber auch mit physischen und psychischen Erkrankungen der adeligen Damen, und den medizinischen Möglichkeiten der damaligen Zeit bei letalen Krankheiten. 
Einen kurzen Einblick erhält der Leser auch in die wirtschaftlichen Betriebe und Vermögensverhältnisse des Adels, sowie die Situation nachgeborener Söhne und ihren Schwierigkeiten, sich einen angemessenen Platz in der Gesellschaft, der sie angehörten, zu erkämpfen.

Wie es mir gefallen hat
Der Ausspruch "Adel verpflichtet" ist sicher den meisten Lesern geläufig. In ihrem informativen, gut strukturierten und leicht lesbaren Buches hinterfragt die Autorin kritisch, wozu der Adel denn nun eigentlich verpflichtet war. Dabei befasst sie sich vor allem mit der Situation der Aristokratinnen im 19. Jahrhundert, und zeigt sehr deutlich, dass tatsächlich jeder Stand auch seine Last hatte.
Contenance zu wahren, gehörte zu den ersten Pflichten Adeliger beiderlei Geschlechts. Trotz ihres behüteten und umsorgten Lebens wurden adelige Kinder keinesfalls verwöhnt. Ein quengeliges oder arrogantes Kind duldete man nicht, da dieses Verhalten den verzärtelten Bürgerskindern oder den Kindern der Neureichen zugeschrieben wurde. "Adel" assoziierte man nämlich durchaus nicht mit Vermögen, sondern vielmehr mit dem Bewusstsein, einer exquisiten Gesellschaftsschicht anzugehören, die sich durch dieselbe Erziehung, Ausdrucksweise und Konversation auszeichnete. Selbst der mittelloseste Aristokrat lernte dieses spezielle Verhalten, das man sich später nicht mehr aneignen konnte, von Kindheit an, und war aufgrund dieses sozialen Grundkapitals ein gleichberechtigtes, akzeptiertes Mitglied seines Standes.
Ein besonderes Kapitel ist der Heiratsmarkt, auf dem junge Adelige eine "gute Partie" machen sollten; eine Alternative bot sich ihnen nämlich nicht. Wie sich die Ehe gestaltete, war letztes Endes ohne Bedeutung, da sie als unauflösbar galt. Als einzige Kompensation unglücklicher Ehefrauen diente das Tagebuch, und so verwundert es nicht, dass Depressionen damals ein recht häufiges Krankheitsbild dieser Kreise waren, ohne als solche erkannt oder gar behandelt zu werden.
Die einzige Sicherheit verheirateter Aristokratinnen bestand darin, dass keine Geliebte jemals den Platz der Ehefrau einnehmen konnte. 
Etwas mehr Freiheiten genossen die männlichen Mitglieder der Aristokratie, konnten sie sich als Junggeselle doch auf die sog. "Kavalierstour" begeben, um die Welt kennenzulernen. 
Ein weiterer Nachteil für Adelige bestand darin, dass sie keiner Erwerbsarbeit nachgehen durften, um Vermögen zu erwerben. Dieses hatte man bereits, und so lebte man ausschließlich von den Erträgen des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes. Das Familienvermögen verwaltete allein der Familienchef, auf dessen Wohlwollen alle anderen Mitglieder angewiesen waren. 
Wer sich das Leben der Aristokraten bisher als ungeheuer luxuriös vorgestellt hatte, die, frei von Verpflichtungen, tun und lassen konnten, was sie wollten, der wird mit dieser Lektüre eines Besseren belehrt.
In ihrem bemerkenswerten Buch hat die Autorin nicht nur viele interessante Themenbereiche angesprochen, sondern diese auch sehr gut verständlich und ausführlich erklärt, ohne sich in Einzelheiten zu verlieren. Ich habe nicht nur neue Erkenntnisse gewonnen, sondern auch ein anderes Bild von den ganz eigenen Lasten, Pflichten und Freuden eines Standes , der selbst im Untergang noch Contenance zu wahren wusste.

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Rezension zu "Eine feine Gesellschaft" von Martina Winkelhofer

Es waren halt alles auch nur Menschen
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren

"Was einst ein Skandal war, damit werden heute Träume verkauft" - Zitat aus  ´Eine feine Gesellschaft - Martina Winkelhofer´

Der Blick hinter die Kulissen der High Society der Kaiserhäuser. Aufgeteilt in 8. Kapitel, die sich jeweils einem Lebensabschnitt zuwenden (außer 7 und 8.)
Die europäischen Kaiserhäuser zu Beginn des 20. Jahunderts werden beleuchtet und den Beginn der Klatschblätter.

Wenn man die einzelnen Schicksale beleuchtet, lässt sich einiges auf die späteren Handlungen schließen.

Das Buch entzaubert die Vorstellung eines Märchens. Es waren halt auch alles nur normale Menschen.

Der Stil ist einfach. Ich finde, dass es sich nicht, wie ein Sachbuch liest. Es ist eher ein unterhaltsames Sachbuch.

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E

Rezension zu "Eine feine Gesellschaft" von Martina Winkelhofer

Interessante Einblicke in die Welt des europäischen Adels
Esse74vor 3 Jahren

Man kann sich denken, daß selbst bei gekrönten Häuptern nicht immer alles Eitel Sonnenschein war. Winkelhofer hat sich in einer wirklich überzeugenden Art und Weise daran gemacht eine Vielzahl von Irrungen, Wirrungen, Affären und Skandalen des europäischen Adels aufzudecken. Vieles war mir bereits bekannt- wie das schlechte Verhältnis zwischen Wilhelm II. und seiner Mutter, deren strenge Erziehung, die Foltermethoden des Hofarztes aufgrund des lahmen Armes des Jungen sowie das eher doch egoistische Verhalten Kaiserin Elisabeths, Sisis, zu ihrem Sohn, dem Kronprinzen Rudolf und generell gegenüber ihren Kindern, die Affären der Königin Marie von Rumänien, die der Kronprinzessin von Sachsen, Lily Langtry, die Kokotte Edwards- dennoch tauchen auch viele historische Begebenheiten auf, die mir noch nicht bekannt waren. Ein ganzes Kapitel befasst sich mit Zar Nikolaus II. und seiner Familie, Rasputins Einfluß und der Krankheit des Thronfolgers Alexei (Hämophilie). Es ist ansprechend geschrieben und fesselnd, manches bringt einen zum Staunen in dem Buch, zum Kopfschütteln oder belustigt sogar.
Nur ein Fehler ist Winkelhofer unterlaufen- auf S. 273- das Bild des Zaren Nikolaus II. im Rollstuhl zeigt ihn nicht in Jekaterinburg als gebrochenen Mann im Exil- es wird oft falsch eingeordnet. Anfang 1918 rasierte sich der Zar den Bart ab. Das Bild zeigt ihn 1904 in Peterhof, als er an Typhus litt und den Rollstuhl seiner Gattin Alexandra benutzen musste. Sie brauchte ihn während ihrer Schwangerschaften zuerst aufgrund eines Rückenleidens.
Es sei Winkelhofer aber verziehen, denn dieses Bild wird oft falsch beschrieben.
Wenn man bedenkt, daß auch mein Urgroßvater den Kaiser und seine Familie noch als Vorzeigefamilie Preußens ansah, wie die meisten Deutschen, dann hätte die Wahrheit sicher sehr an der Fassade gerüttelt. Die Kaiserin Auguste Victoria war im europäischen Adel unbeliebt- man hielt sie für zu gewöhnlich, kleidete sie sich doch eher schlicht, legte keinen großen Wert auf Pomp und sprach am liebsten über ihre karitativen Werke, unpolitisch wie sie war- eine perfekte Ehefrau- aber man nannte sie die "Kirchenjuste", auch im Volk, weil sie sehr viele Kirchen bauen ließ, neben Waisenhäusern etc. Das hätte man vielleicht noch erwähnen können.

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