Martine Leavitt

 3.9 Sterne bei 30 Bewertungen

Alle Bücher von Martine Leavitt

Martine LeavittKeturah, Gefährtin des Todes
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Keturah, Gefährtin des Todes
Keturah, Gefährtin des Todes
 (26)
Erschienen am 01.07.2011
Martine LeavittMy Book of Life by Angel
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My Book of Life by Angel
My Book of Life by Angel
 (23)
Erschienen am 19.03.2014
Martine LeavittMein Leben als Superheld
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Mein Leben als Superheld
Mein Leben als Superheld
 (1)
Erschienen am 23.04.2008
Martine LeavittKeturah and Lord Death
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Keturah and Lord Death
Keturah and Lord Death
 (0)
Erschienen am 01.10.2012
Martine LeavittBlue Mountain
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Blue Mountain
Blue Mountain
 (0)
Erschienen am 28.10.2014
Martine LeavittCalvin
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Calvin
Calvin
 (0)
Erschienen am 17.11.2015

Neue Rezensionen zu Martine Leavitt

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Cirillas avatar

Rezension zu "Keturah, Gefährtin des Todes" von Martine Leavitt

Einer meiner Lieblinge im Bücherregal
Cirillavor 3 Jahren

Jedes Jahr, wenn es langsam Herbst wird und der Regen wieder öfter gegen die Fensterscheibe prasselt, koche ich mir eine große Kanne Tee, kuschle mich auf mein Sofa und lese die Geschichte von Keturah & Lord Death.

Ist quasi schon ein Ritual geworden.

Empfohlen wurde mir das Buch vor einigen Jahren von einer ausgesprochen netten Buchhändlerin, der ich bis heute sehr dankbar für diesen Tipp bin. Ist ja doch eher ein "Underdog".

Keturah ist eine dieser Hauptfiguren, die man irgendwie sofort mag. Sie hat ein gutes Herz, möchte allen helfen und immer das Richtige tun, vergisst jedoch sich selbst dabei nicht.

Genau das ist auch der Grund, warum sie noch nicht sterben kann/möchte: Sie muss vorher noch ihre wahre Liebe finden, denn das hat sie sich immer gewünscht.

Und so beginnt das Märchen in einer kalten Nacht im Wald, als der Tod kommt, um Keturah zu holen. Sie erzählt ihm eine Geschichte, jedoch ohne Ende, und sichert sich so einen Tag Gnadenfrist. Gevatter Tod hat allerdings, von ihrem Mut und ihrer Schönheit beeindruckt, beschlossen sie zur Frau zu nehmen. Keturah lehnt ab und schwört, dass sie es schafft ihren Seelenverwandten zu finden (und nebenbei das Dorf vor der drohenden Pest zu retten).

Es folgt ein ereignisreicher Tag im Dorf. Wir lernen Keturahs liebevolle Großmutter, ihre (wirklich tollen) Freundinnen Beatrice und Greta, den Lord und seinen Sohn, sowie andere Dorfbewohner kennen und Keturah macht sich sogar ein wenig Zauberei zu nutze, um den einen wahren Mann zu erkennen.

Natürlich ist die Zeit zu kurz und schon steht sie wieder vor Gevatter Tod, der sie mitnehmen will.

Doch auch diesmal verrät sie das Ende des Märchens nicht und er schenkt ihr noch einen weiteren Tag...

Die Geschichte um Keturah ist einfach schön geschrieben und alle Figuren sind so liebevoll gezeichnet, dass es einem das Herz wärmt. Ich konnte das Dorf mit den kleinen Häusern und Gärten vor meinem geistigen Auge sehen und die Pasteten, die Keturah backt, habe ich beinahe schon riechen können.

Das Ende ist sehr passend und es bleiben wirklich keine Fragen offen. Man erfährt, was aus jeder wichtigen Figur wurde und bleibt dann mit einem Lächeln und einem kleinen Kloß im Hals zurück.

 

 

 

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Tialdas avatar

Rezension zu "My Book of Life by Angel" von Martine Leavitt

Fesselt und geht unter die Haut
Tialdavor 4 Jahren

Rezension:

Auf den ersten Blick hat mich von Martine Leavitts “My Book of Life by Angel” natürlich das Cover angesprochen. Trotz Hardcover wirkt es auf den ersten Blick wie ein sehr persönliches, mit Klebestreifen zusammengehaltenes Tagebuch aus – und genau so liest es sich auch.

Ich wusste nicht, dass die Geschichte in freier Versform geschrieben ist, und fühlte mich so nach dem Aufschlagen der ersten Seite etwas irritiert, vor allem weil ich mit Gedichten nichts anfangen kann. Doch als ich dann anfing zu lesen, zog mich Angels aus der Egoperspektive erzählte Geschichte sofort tief in ihren Bann.

Man wird direkt mitten ins Angels Leben katapultiert und erfährt gleich auf den ersten Seiten, dass ihre beste Freundin Serena verschwunden ist, und dass Angel von einem Mann namens Call, mit dem sie auch eine Beziehung führt, auf den Babystrich geschickt wird. Nach und nach offenbart sich, dass sich Angel und Serena auch von dort kannten, was vermutlich mit der Verschwundenen passiert ist und wie Angel eigentlich da landete, wo sie jetzt ist.

Durch die Versform wird aus dem Schreibstil natürlich etwas ganz besonderes. Es ist, als würde man direkt in Angels Kopf sitzen, denn die Verse lesen sich so, als würden alle Gedankenfetzen und Erinnerungen der 16-Jährigen an einem vorbeirauschen – ‘Kopfkino’ in seiner ursprünglichsten Form.

Am meisten berührte mich Angels Glaube an Engel, der ihr dabei hilft, ihre Freier zu ertragen, und ihr Kontakt zu der augenscheinlich knallharten Prostituierten Widow, die ihren richtigen Namen vergessen hat. Außerdem ist das Ende eines, mit dem ich so nicht gerechnet hatte – ein Lichtstrahl am Ende des Tunnels.

Fazit:

Ein Tagebuch in Versform, das vom Leben auf dem Babystrich erzählt – fesselt und geht unter die Haut.

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splitterherzs avatar

Rezension zu "My Book of Life by Angel" von Martine Leavitt

Grausam, anders, schonungslos.
splitterherzvor 4 Jahren

"Auf einem Zahnarztstuhl,
wenn du so auf dem Kopf stehst
und dich an nichts anderem festklammern kannst,
möchtest du daran glauben,
dass es noch nicht alles ist,
was du bekommen wirst -
wenn so viele Leute versuchen,
den Engel aus dir rauszurprügeln,
dann gibst du ums Verrecken nicht auf."
["My Book of Life by Angel" // Martine Leavitt // S. 145]

Erster Satz:
Als Serena auf einmal weg war,
suchte ich überall, wo sie sich sonst herumtrieb
und sie war nirgendwo,
nirgendwo, wie so viele von den anderen Mädchen.

Inhalt:
Als Angel auf Call trifft verändert sich ihr ganzes Leben. Bevor sie es wirklich merkt, macht Call sie drogenabhängig und schickt sie auf den Babystrich, um für ihn anschaffen zu gehen - schließlich weiß er, wo ihr kleiner Bruder Jeremy ist und wenn sie nicht gehorcht, könnte ihm etwas zustoßen. Als Call schließlich auch die kleine Melli aufgabelt, hält Angel es nicht mehr aus. Sie muss etwas tun, damit Melli nicht dasselbe Schicksal durchleiden muss, wie sie selbst. Mit einem riskanten Plan versucht Angel sich und Melli aus Calls Fängen zu befreien...

Meine Meinung:
Dieses Buch ist eines der grausamsten, die ich je gelesen habe. Wenn nicht vielleicht sogar DAS Grausamste. Und das liegt nicht daran, dass das Buch schlecht ist, sondern vielmehr daran, dass die Thematik zu den grausamsten Dingen auf dieser Welt zählt, so grausam, dass ich während des Lesens oft den Gedanken hatte, nicht in so einer Welt leben zu wollen - ja, so grausam, dass sich in mir alles zusammengezogen hat. Worum es geht? Um Drogen, Prostitution, den Babystrich. Bevor ihr jetzt wegklickt, weil allein das schon grausam klingt, kann ich sagen, dass dieses Buch sehr besonders ist und zwar nicht nur, weil es ein Tabuthema anspricht, sondern auch, weil es ganz eigenwillig und tiefgründig ist. Weil es seine eigene Sprache hat und die Dinge gleichzeitig verschweigt und beim Namen nennt. Dieses Buch erzählt eine traurige, grausame und unglaubliche Geschichte, eine Geschichte, die den Leser am Menschen zweifeln lässt, aber gleichzeitig erzählt sie diese Geschichte so, dass vieles lediglich im Leserkopf stattfindet, denn die Umschreibungen sind teils verschwommen, teils mit einem einzigen Wort schon zu viel. Ein Widerspruch? Vielleicht. Auf jeden Fall hat mich dieses Buch wachgerüttelt und zum Nachdenken gebracht...

...weil es in all seiner Grausamkeit irgendwie auch etwas schönes hatte. Nichts, das man direkt sehen konnte - ganz im Gegenteil. Wer in dieser Geschichte etwas schönes finden möchte, muss aufmerksam lesen, sich in Protagonistin Angels Gedankenwelt einfühlen (was im Grunde unmöglich ist, wenn man nicht dasselbe erlebt hat, wie sie) und ihre Worte über sich herabrieseln lassen. Auch wenn sich die ersten zwanzig Seiten merkwürdig lesen, denn das Buch ist in einer Art Gedichtform geschrieben, und der Stil schon ziemlich gewöhnungsbedürftig ist, sollte man versuchen, sich darauf einzulassen. Es steckt sehr viel Tiefe in den Worten, die mich zeitweise sehr berühren konnten und mich noch immer nicht ganz losgelassen hat. So primitiv und platt die Worte auf den ersten Blick vielleicht wirken könnten, so wenig sind sie es, denn es steckt so viel Hoffnung, Licht und Dunkel, Trauer und Gewalt in ihnen, dass ich teilweise mit jedem einzelnen von ihnen kämpfen musste, um das Buch heil zu überstehen.

"Wenn du ein Gedicht schreibst,
darfst du als kleines Mädchen Gott sein,
in dir drin ist ein winziges Universum,
ein Puppenstuben-Universum,
mit Planeten in Erbsengröße und Sonnen, groß wie Murmeln -
all das in dir drin..."
[S. 146]

Man kann nicht viel über dieses Buch sagen. Ich finde sogar, man sollte alles selbst herausfinden, sich selbst hineinfühlen, ohne es vorher in irgendeiner Rezension gelesen zu haben. Es hat keinen geschickt angelegten Plot, es erzählt einfach aus einem Milieu, aus dem Leben, wie es auch laufen kann und das reicht aus - mehr braucht es nicht, um mitzufühlen. Protagonistin Angel ist sicherlich keine einfache Protagonistin - wie könnte sie auch, ist doch das ganze Buch nicht einfach -, aber sie ist gerade dadurch schon symapthisch, da man mit ihr mitfühlt. Man baut etwas zu ihr auf, ohne wirklich zu wissen, was das ist und man möchte am liebsten all das Grausame, was ihr geschieht, vonihr abwenden. Man wird auf Figuren treffen, die man verabscheungswürdig halten wird, man wird Figuren treffen, die mehr sind, als das, was sie tun und auf Figuren, die man am liebsten umbringen würde. Der Umgang mit der ganzen Thematik ist ohnehin sehr hart und schonungslos, wenn auch auf einer ganz besonderen Ebene, die versucht Licht in eine grausame Welt zu bringen.

Das mag jetzt alles sehr verworren und schwierig klingen, vielleicht nicht nach einem Buch, das man unbedingt lesen möchte, aber ich kann nur sagen, dass man es versuchen sollte. "My Book of Life by Angel" ist definitiv keine leichte Kost - ganz im Gegenteil sogar. Dieses Buch ist schrecklich, es wird euch den Atem nehmen, Hass spüren lassen und einen so großen Unglauben, dass man das Buch am liebsten an die Wand klatschen würde. Aber es fordert auch den Kopf, indem es nicht alles ausspricht, aber doch gerade so viel, dass man sich das Schlimme vorstellen kann und gleichzeitig regt es zum Nachdenken an. Außerdem basiert die Geschichte auf der Realität, wenn auch die Figuren fiktiv sind und gerade die letzten Seiten mit der Anmerkung des Autoren hat mich doch ziemlich sprachlos und aufgewühlt zurückgelassen. "My Book of Life by Angel" ist ein Buch, dass mich wohl nie wieder loslassen wird und das anders ist, aber gerade deswegen so viel geben kann.

Fazit:
Wenn es ein Buch auf dieser Welt gibt, dass mich an der Menschheit hat zweifeln lassen, dann ist es dieses hier. "My Book of Life by Angel" ist schonungslos, hart, grausam, aber gleichzeitig auch sprachgewaltig, anders und besonders. Es ist kein Unterhaltungsroman - ganz im Gegenteil. Es ist sicherlich kein Genuss dieses Buch zu lesen, denn die wenigen Dinge, die wirklich ausgesprochen werden, sind schlimm genug, wenn man bedenkt, dass die Phantasie noch einiges dazudenken wird, was noch tausend Mal schlimmer ist. Die Geschichte ist in einer Art Versform geschrieben und erzählt aus der Perspektive der sechzehnjährigen Angel das Leben, wie es auch laufen kann. Ein Leben mit Drogenmissbrauch, Babystrich, Gewalt und vielleicht sogar ohne Engel. "My Book of Life by Angel" hat mich aufgewühlt und ruhelos zurückgelassen und obwohl es kein Buch ist, dass man lesen möchte, so ist es doch auf jeden Fall eines, das man lesen sollte.

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