Martine Letterie

 5 Sterne bei 2 Bewertungen

Lebenslauf von Martine Letterie

Martine Letterie, geboren 1958 in Amsterdam, hat Niederlandistik studiert und als Lehrerin und Dozentin gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie hat sowohl Bücher für Kinder und Jugendliche, als auch für Erwachsene geschrieben, viele davon über den zweiten Weltkrieg und in enger Zusammenarbeit mit dem Erinnerungszentrum Westerbork in den Niederlanden.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Martine Letterie

Cover des Buches Kinder mit Stern (ISBN: 9783551557629)

Kinder mit Stern

 (2)
Erschienen am 28.02.2019

Neue Rezensionen zu Martine Letterie

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Rezension zu "Kinder mit Stern" von Martine Letterie

Kindgerechte Vermittlung eines wichtigen Themas
Buchbahnhofvor 2 Jahren

Dieses Buch wurde von der Autorin Martine Letterie in Zusammenarbeit mit dem Erinnerungszentrum Westerbork in den Niederlanden geschrieben. Im Nachwort berichtet die Autorin, dass im Lager Westerbrok auch sehr kleine Kinder lebten und genau deren Geschichte erzählt sie hier. Alles, was man in diesem Buch liest beruht auf wahren Geschichten und  genau das macht das Buch noch berührender.

Sehr gefallen hat mir, dass Martine Letterie hier ein Werk für jüngere Kinder geschaffen hat. Sie beschört die Welt und das Leben der Kinder zu Beginn und während des zweiten Weltkrieges herauf, ohne in die brutalen Details zu gehen. Wir begleiten Bennie, Klaartje, Rosa, Jules und Leo auf ihrem Weg aus dem alltäglichen Leben in ihrem jeweiligen Zuhause in das Lager Westerbork und auch von dort wieder zurück in den Frieden. Das Buch ist in diese drei Teile aufgeteilt, “So fing es an”, “Im Lager” und “Frieden”.

Wir erfahren, wie die jüdischen Mitmenschen nach und nach vom alltäglichen Leben ausgeschlossen werden, als Jules nicht mehr mit seinem Freund auf den Spielplatz darf oder Bennie nicht mehr mit den anderen Kindern zusammen unterrichtet wird, weil er Jude ist. Dies alles vermittelt die Autorin sehr kindgerecht. Als Erwachsener ist man zunächst verwundert, dass Rosa sich freut, dass sie an ihrem 6. Geburtstag endlich den gelben Stern tragen darf. Man fragt sich unwillkürlich, wie man soch darüber freuen kann. Aber natürlich freut sie sich darüber. Sie erfasst die Gesamtsituation natürlich noch gar nicht und geht mit kindlicher Naivität an die Sache heran. Sie gehört jetzt zu den Großen. Das geht schon ganz schön an die Nieren.

Die eher kindlichen Zeichnungen nachempfundenen Illustrationen unterstreichen, dass es sich hier um ein Buch für Jüngere handelt. Man hat fast den Eindruck, als könnten diese Zeichnungen wirklich von Bennie, Jules oder einem der anderen Kinder stammen, die ihr Leben in Bildern festhalten.

Ich denke, dass die Autorin hier ein Buch geschaffen hat, dass sich gut zum vorlesen eignet, da Eltern so mit ihren Kindern über diese Zeit ins Gespräch kommen können. Gerade jetzt und heute wird es leider täglich wichtiger, dass man die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts nicht aus den Augen verliert, dass wir unseren Kindern klar machen, wo es hinführen kann (und wird), wenn wir blindlings irgendwelchen Anführern hinterher laufen. Keinem Menschen und schon gar keinem Kind darf jemals wieder das passieren, was in diesem ergreifenden Buch geschildert wird.

Von mir gibt es 5 Sterne und eine unbedingte (Vor-)Leseempfehlung.

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Rezension zu "Kinder mit Stern" von Martine Letterie

Authentische Geschichten jüdischer Kinder
buechermaus88vor 2 Jahren

Die Autorin Martine Letterie hat dieses Buch in Zusammenarbeit mit dem Erinnerungszentrum Westerbork geschrieben. Westerbork war im 2. Weltkrieg ein Durchgangslager, also ein Lager, von wo aus die jüdischen Bürger in andere Vernichtungs- und Konzentrationslager gebracht worden sind. Das Buch basiert auf verschiedenen Interviews, die das Erinnerungszentrum mit jüdischen Kindern geführt hatte, die in diesem Lager gefangen waren. Martine Letterie schrieb diese Geschichten auf, um ein Buch gegen das Vergessen zu schreiben und um die Erinnerung an die 18.000 jüdischen Kinder und hundert Sinti-Kinder aufrecht zu erhalten, die von hier deportiert wurden und nie mehr zurück kamen. Zudem hofft sie hiermit, dass die Kinder, die dieses Buch vorgelesen bekommen, vernünftige Erwachsene werden und andere Menschen nicht ausschließen.

Das Cover:

Auf dem Cover sieht man mehrere Baracken sowie fünf Personen und eine Sonne. Diese Personen lächeln sogar und wüsste man nicht worum es hier geht, könnte man auch mit dem Titel „Kinder mit Stern“ auf eine schöne Geschichte hoffen. Auch im Buch selbst gibt es einige Bilder, die die Geschichte begleiten und verdeutlichen. Julie Völk hat es hiermit geschafft, das Buch noch etwas lebendiger zu machen und für Kinder anschaulicher.

Der Inhalt:

Martine Letterie erzählt hier 5 Geschichten aus Sicht jüdischer Kinder und wie sie den 2. Weltkrieg erlebt haben. Dabei beginnt sie beim Ausschluss der jüdischen Bevölkerungen von alltäglichen Dingen, wie dem Verbot mit der Bahn zu fahren oder auch Spielplätze zu besuchen und endet schließlich im Lager Westerbork, wo es um das nackte Überleben geht.

Meine Meinung:

Das Buch hat mich traurig gemacht. Es hat mich gefangen genommen. Und ich empfand beim Lesen so viel. Von Trauer über Wut und Mitleid bis hin zur Freude, denn Kinder können auch in aussichtslosen Situationen Dinge entdecken, die Freude bereiten.

Dadurch, dass die Autorin die Geschichten aus Sicht der Kinder geschrieben hat, entdeckt sie eine völlig neue Perspektive. Sie versteht es hervorragend die Unschuld der Kinder und ihr Unverständnis der Situation gegenüber zu vermitteln. Man erlebt als Leser die Welt aus Kinderaugen und das macht es umso trauriger, weil man selbst versteht, was dort vor sich geht, aber die Kinder können es nicht begreifen. Wieso darf man als Jude nicht mehr auf den Spielplatz, aber meine (deutschen) Freunde dürfen es? Wieso haben so viele Menschen Angst? Wieso werden Mama und Papa abgeholt und ich muss mich im dunklen Schrank verstecken? Viele Fragen werden nicht beantwortet, weil die Erwachsenen die Kinder schützen möchten vor der Grausamkeit der Welt. Bald wird aber klar, dass das nicht funktioniert. In diesem Buch erfährt man von Menschen, die unglaublich viel Angst haben, um sich, ihr Leben und das ihrer Kinder. Man erlebt Verrat von Menschen, die vorgaben Freunde zu sein, aber man erlebt auch mutige Menschen, die alles dafür gegeben hätten (selbst ihr eigenes Leben), um das Leben anderer zu schützen. Und an diesen Menschen sollte man sich ein Beispiel nehmen.

Mit 126 Seiten ist das ein Buch, was „mal eben schnell gelesen“ werden kann, aber es ist keinesfalls so schnell verdaut. Ich musste noch Tage danach daran denken und habe mich gefragt, wie Menschen so etwas jemals tun konnten. Jemand, der dieses Buch seinen Kindern vorlesen möchte, sollte etwas Zeit mitbringen, um seinen Kindern erklären zu können, worum es geht und was der tiefere Sinn dahinter ist. Zudem sollte man daran denken, dass es sich hier keinesfalls um eine rein fiktive Geschichte handelt, sondern dass die Autorin dieses Werk nach den Erinnerungen von jüdischen Kindern erstellt hatte.

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