Mary-Ann Kirkby

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Cover des Buches Ich bin eine Hutterin (ISBN:9783775173742)

Ich bin eine Hutterin

 (1)
Erschienen am 08.03.2011

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Rezension zu "Ich bin eine Hutterin" von Mary-Ann Kirkby

Eine beeindruckende Geschichte
peedeevor 3 Monaten

Mary-Ann Kirkby erzählt von ihrer Kindheit bei den Hutterern – einer Glaubensgemeinschaft, die ähnlich den Amischen, sehr bescheiden lebt. Anders als bei den Amischen teilen sich die Hutterer jedoch alles. Als ihre Familie die Gemeinschaft verlässt, bricht für Mary-Ann die für sie bekannte Welt zusammen. Als Erwachsene arbeitet sie die Geschichte ihrer Herkunft auf.

Erster Eindruck: Ein sehr zurückhaltendes Cover mit einer Frau, die schlichte Kleidung und ein gepunktetes Kopftuch trägt. Cover und Titel gefallen mir sehr gut.

Ich interessiere mich sehr für Glaubensgemeinschaften, insbesondere für die Amischen, über die ich auch schon viel gelesen habe. Über die Hutterer wusste ich bisher sehr wenig, daher war ich sehr gespannt darauf, mehr darüber zu erfahren. Die Hutterer wurden einst von Jakob Hutter gegründet, dessen Vision eine Welt ohne Gewalt, in der alles geteilt wird, war. Hutter selbst wurde 1536 in Innsbruck auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Anhänger seiner Kirche mussten fast vierhundert Jahre in Europa von einem Land zum anderen fliehen. Heute gibt es ca. 45‘000 Hutterer, die in vierhundert Kolonien in den USA und in Kanada leben. Im Vergleich zu den wohl breiter bekannten Amischen eine kleine Gemeinschaft (von den Amischen gibt es ca. 300‘000 in den USA).
Wer die Geschichte über die Kolonie Fairholme liest, fühlt sich gleich Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte, in die Vergangenheit zurückversetzt. Nur schon die bescheidene Kleidung, die übrigens keine Taschen haben dürfen, und das für Frauen charakteristische Kopftuch mit den Punkten… Bei den drei unterschiedlichen Gruppierungen (Dariusleut, Schmiedeleut, Lehrerleut) gibt es hierzu auch eigene Kleidervorschriften. Bei den Lehrerleut, die die konservativsten Gruppen sind, muss zum Beispiel der Reissverschluss an Männerhosen auf der Seite sein (für den Fall, dass ein nachlässiger Mann vergessen würde, ihn hochzuziehen).

Hier noch ein paar interessante Fakten:
- Die Hutterer sprechen einen alten deutschen/kärntnerischen Dialekt; Hochdeutsch ist die offizielle Sprache für Gebete, Lieder und Predigten.
- Zeitungen, Radios und Fernsehen sind streng verboten.
- Ein verheirateter Mann muss sich sofort einen Bart wachsen lassen.
- Das Gebären und Aufziehen von Kindern ist die wichtigste Rolle für eine Frau.
- Wenn eine Frau in der Kolonie lebt, geht sie mit 45 Jahren in den Ruhestand, d.h. andere Frauen übernehmen ihre Arbeit für die Gemeinschaft.

Die Geschichte von Mary-Ann geht zurück zu ihren Eltern, wie sie aufgewachsen sind und sich dann kennengelernt haben. Als sie zehn Jahre alt ist, verlässt die Familie die Gemeinschaft. Nun kommen die Kinder in die Schule mit „englischen“ (also nicht hutterischen) Kindern. Die leben „in der Moderne“ und Mary-Ann und ihre Geschwister kennen sehr viele für diese Kinder „normalen“ Dinge und Abläufe nicht. Das muss eine sehr schwierige Zeit für alle gewesen sein.

Mir hat der Einblick in die Glaubensgemeinschaft der Hutterer und insbesondere in Mary-Anns Familie sehr gut gefallen. Die Bescheidenheit und der Fleiss der Hutterer beeindrucken mich sehr. Von mir gibt es wohlverdiente 5 Sterne.

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