Mary Beard

 4,3 Sterne bei 64 Bewertungen

Lebenslauf von Mary Beard

Mary Beard, geboren 1955 in Much Wenlock/Shropshire, lehrt an der Cambridge University Alte Geschichte. Sie ist Herausgeberin des Bereichs Altertumswissenschaften für das Times Literary Supplement sowie Autorin und Moderatorin der berühmten BBC-Serie Meet the Romans. Für ihre große Geschichte Pompejis erhielt sie den Wolfson History Prize. Sie ist Fellow of the British Academy und gilt in der angelsächsischen Welt als bekannteste lebende Althistorikerin, zugleich ist sie eine der streitbarsten. Zuletzt erschienen von ihr die Bestseller SPQR. Die tausendjährige Geschichte Roms und Frauen und Macht.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Frauen und Macht (ISBN: 9783596523283)

Frauen und Macht

 (40)
Neu erschienen am 28.09.2022 als Gebundenes Buch bei FISCHER Taschenbuch.

Alle Bücher von Mary Beard

Cover des Buches Frauen und Macht (ISBN: 9783596523283)

Frauen und Macht

 (40)
Erschienen am 28.09.2022
Cover des Buches SPQR - Die tausendjährige Geschichte Roms (ISBN: 9783100022301)

SPQR - Die tausendjährige Geschichte Roms

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Erschienen am 13.10.2016
Cover des Buches Pompeji (ISBN: 9783596299690)

Pompeji

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Erschienen am 26.10.2017
Cover des Buches Kleopatras Nase (ISBN: 9783103972177)

Kleopatras Nase

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Erschienen am 22.06.2017
Cover des Buches Zwölf Cäsaren (ISBN: 9783549100431)

Zwölf Cäsaren

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Erschienen am 31.03.2022
Cover des Buches Das Kolosseum (ISBN: 9783150186114)

Das Kolosseum

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Erschienen am 01.06.2010
Cover des Buches Das Lachen im alten Rom (ISBN: 9783805349796)

Das Lachen im alten Rom

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Erschienen am 18.04.2016
Cover des Buches Einleitung in die lateinische Philologie (ISBN: 9783663120773)

Einleitung in die lateinische Philologie

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Erschienen am 14.11.2013

Neue Rezensionen zu Mary Beard

Cover des Buches Zwölf Cäsaren (ISBN: 9783549100431)
seschats avatar

Rezension zu "Zwölf Cäsaren" von Mary Beard

Die römischen Kaiser kommen niemals aus der Mode
seschatvor 7 Monaten

Ich habe schon einige Bücher der renommierten britischen Althistorikerin Mary Beard gelesen, weil diese die Antike stets sehr lebendig abbilden und keine bloße Faktenhuberei darstellen.

In ihrem neuesten Werk widmet sie sich den bis heute prominentesten römischen Kaisern, wobei sie mit Caesar, der noch nicht als Kaiser bezeichnet wurde, beginnt und mit Domitian endet. Und ihr Wissen ist immens. 

Die Viten der einzelnen Cäsaren von Tiberius, Nero & Co reißt sie nur kurz an und zeigt hingegen ausführlich, wie die Kaiser übers Mittelalter bis in die Moderne rezipiert und imitiert wurden. Antike Statuten und Münzbilder dienten als Vorlagen von späteren Adels- und Herrscherbildern. Das Spannende an dieser Materie ist dabei, dass von den antiken Münzen und Herrscherporträts meist nicht eindeutig geklärt ist, welchen Cäsaren sie abbilden und ob die jeweilige Abbildung überhaupt realistisch oder doch eher tendenziös ist. Gern wurden in römischer Zeit Statuen auch mehrfach verwendet und nur das Porträt ausgetauscht.

Obschon ich selbst ein Altertumsstudium absolviert habe, vermochten mich die modernen Interpretationen der antiken Kaiserporträts zu überraschen. Diese wurde an der Universität leider nicht betrachtet. Auch von antiken Backformen, welche zum Geburtstag des jeweiligen römischen Kaisers vom Volk genutzt wurden, hatte ich bis dato noch nichts gehört. Von Schmuckstücken über Kreuze bis hin zu Standbildern lernt der interessierte Leser hier spannende Kulturgüter kennen, die in irgendeiner Weise die römischen Herrscher wiedergeben. 

Die Professorin Beard beweist mit diesem Buch ihre fundierte Kenntnis der Geschichte und Archäologie. Ich habe es mit Freude gelesen, weil es eine Fülle an Wissen auf witzige Art und Weise transportiert. Dementsprechend empfand ich jede einzelne Buchseite dieses Wälzers als Gewinn. 





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Cover des Buches Frauen und Macht (ISBN: 9783103973990)
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Rezension zu "Frauen und Macht" von Mary Beard

Leider kein passendes Manifest für mich
GAIAvor 9 Monaten

Das Buch „Frauen & Macht“ von Mary Beard wird an verschiedensten Stellen als „Manifest“ bezeichnet, im Klappentext als „ein leidenschaftlicher Aufruf an Frauen, sich jetzt die Macht zu nehmen.“ Leider kann ich heute, einen Tag nach dem internationalen Frauentag, dem Buch diese Zuschreibungen nicht attestieren.

Das Problem, warum die Stimmen von Frauen durch die Menschheitsgeschichte, von der Antike bis hinein in die Gegenwart, so schwer zu finden sind, ist Thema dieser Veröffentlichung. Wie vielen Leser:innen bekannt sein sollte, gibt es – so auch laut Beard – „in der westlichen Geschichte eine radikale – reale, kulturelle und imaginäre – Separierung der Frauen von der Macht.“ So weit, so schlimm. Beard rekapituliert nun in ihrem schmalen Büchlein, welches nur 90 Seiten inhaltlich relevanten Text beinhaltet und mit vielen Abbildungen bestückt ist, recht kurz angebunden, wie Frauen in ihrer Redefreiheit und Machtausübung bisher eingeschränkt wurden. Leider nennt sie zwar viele Beispiele, geht diesbezüglich jedoch seltenst in die Tiefe, sodass die Ausmaße der historisch untermauerten Paradigmen nicht wirklich zur Geltung kommen. Auch liest sich der Text (eventuelle auch aufgrund einer holprigen Übersetzung?) nicht flüssig. Hier scheint mir auch das Layout der Seiten eine Rolle zu spielen. Durch das kleine Format des Buches, die Schriftgröße usw. schaffen es im Schnitt nur acht Wörter auf eine Zeile. Schachtelsätze lassen sich so nur stockend lesen. Auch werden die dargelegten Gedanken auf fast jeder zweiten Seite von Abbildungen unterbrochen, die nicht in den Text eingefügt sind, sondern – unabhängig von deren Maße – immer eine ganze Seite blockieren. Mitunter passen infolgedessen die Abbildungen inklusive ausführlichen Abbildungsbeschreibungen entweder noch nicht oder nicht mehr zum Gelesenen. Das alles fördert den Lesefluss nicht gerade, sodass der nötige Schwung für ein mitreißendes Manifest verlorengeht und die Aussage hinter dem Text verpufft.

Im Nachwort der Autorin erfährt man dann erst, dass es sich bei diesem Buch um zwei verschriftlichte Vorträge der Autorin handelt, welche das erste und zweite (und damit schon letzte) Kapitel des Buches ergeben haben. Sie habe „der Versuchung widerstanden, drastische Veränderungen vorzunehmen, neue Themen einzuführen oder einige der Ideen, die hier nur angedeutet werden, ausführlicher darzulegen.“ Meines Erachtens hätten genau diese Ergänzungen dem Text durchaus sehr gut getan. Auch machen somit die vielen Abbildungen im Kontext von Vorträgen sehr viel mehr Sinn, da sie sicherlich während der Präsentation im Hintergrund in das Gesagte eingewoben worden sind.

Insgesamt kann ich mich den Worten des Lobes, die ich vor dieser Lektüre in anderen, inspirierenden Büchern („FRAUEN LITERATUR“ von Nicole Seifert und „Handbuch für Zeitreisende“ von Kathrin Passig und Aleks Scholz) über „Frauen & Macht“ gelesen habe und die mich dazu animierten mir die Primärliteratur zuzulegen, nicht anschließen.

Laut Wikipedia ist ein Manifest „eine öffentliche Erklärung von Zielen und Absichten, oftmals politischer Natur.“ Es seien „Sprechakte, die das Ziel hätten, die Welt zu verändern.“ Dieses Ziel hat die Autorin vielleicht auch bei Veröffentlichung im Sinn gehabt, meine Person hat sie damit aber nicht „leidenschaftlich aufrufen“ können. Sicherlich handelt es sich hier um ein geschichtswissenschaftlich solides, lesenswertes Werk für Interessierte. Hinter dem Ofen hervorlocken konnte es jedoch leider nicht so richtig.

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Cover des Buches Frauen und Macht (ISBN: 9783103973990)
lillywunders avatar

Rezension zu "Frauen und Macht" von Mary Beard

Ein Blick in die Antike, der die Wahrnehmung der Gegenwart schärft
lillywundervor einem Jahr

Dass Frauen zum Schweigen gebracht und von den Zentren der Macht ferngehalten werden ist nicht nur von vorgestern, sondern hat tausende Jahre Tradition. In Form von zwei kurzen, aber pointierten Essays zeigt die Historikerin Mary Beard wie die heutige Debattenkultur und die Strukturen der Macht mit Blick auf die antiken Griechen und Römer erhellt werden können. 

Denn schon in Homers Odyssee verbietet der junge Telemachos seiner Mutter Penelope den Mund - Frauen haben mit der öffentlichen Rede nichts am Hut, geschweige denn mit Macht und sie solle sich gefälligst um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern. Mit dieser Einstellung war Telemachos ein Kind seiner Zeit und Mary Beard findet viele weitere Beispiele in der klassischen Literatur. Die Redekunst war nicht nur eine den Männern vorbehaltene Tätigkeit, sondern ein entscheidendes Merkmal von Männlichkeit, Frauen hingegen hatten keinen Anteil an der öffentlichen Rede. Die einzigen Ausnahmen, und das ist interessant, waren Frauen, die als Opfer von Gewalttaten bzw. als Märtyrerin sprechen oder aber Frauen, die für sich und ihre Kinder einstehen - und klar kann man an dieser Stelle mal einen Gedanken daran verschwenden, ob Frauen heutzutage eigentlich eher Familienministerin oder Finanzministerin werden. In der klassischen Welt wurde unsere heutige Rhetorik begründet und die Basis dafür gelegt, was als gut und überzeugend wahrzunehmen ist und was nicht. Und da wundert es kaum, wenn es die tiefen, dunklen Männerstimmen sind, die noch immer als Beleg für Autorität wahrgenommen werden und Frauenstimmen lange Zeit im besten Fall lieblich in die Kindererziehung hineinwirkten, ansonsten aber eher "kreischten" und "zeterten". 

Und auch die frühen Erzählungen von Frauen "an der Macht" wurden eher als Gruselgeschichten erzählt - von den furchterregenden Amazonen bis hin zu Medusa, die auch heute noch als abschreckendes Beispiel in Wahlkämpfen verwendet wird. In den griechischen Mythen müssen mächtige Frauen von Männern um ihre Macht gebracht werden, um die Menschheit vor dem Chaos zu bewahren, das sie anrichten würden. So wurden mit den klassischen Erzählungen die tatsächliche Ausschließung von Frauen aus dem öffentlichen Leben legitimiert und Mary Beard spannt von da aus einen weiten Bogen bis ins 21. Jahrhundert und die kulturelle Einbettung der Exklusion von Frauen. 

Nun stellt sich allerdings die Frage, wie man Traditionen entgegenwirken kann, welche die Menschheit schon seit Jahrtausenden begleiten. Was ist zu tun, damit Frauen heute gehört und ernst genommen werden und einen Unterschied machen können? Mary Beard erachtet es jedenfalls nicht als Lösung, wenn Frauen sich möglichst wie Männer kleiden, eine tiefere Stimme trainieren und alles tun, um möglichst männlich (und damit mächtig) zu wirken. Es kann also nicht darum gehen, Frauen in zutiefst männlich kodierte Machtstrukturen bestmöglich einpassen zu wollen, sondern vielmehr dieser Strukturen zu ändern und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie diese kulturell begründet und konstruiert sind und hierzu will das Buch einen Beitrag leisten.

Insgesamt ein sehr markanter Puzzlestein im Themenfeld gender und Gleichberechtigung, der zwar eher auf Erklärung aus ist als auf Lösung, dafür allerdings durch jahrtausende alte Texte neue Denkanstöße in die Debatte einbringt und die Wahrnehmung von Penelope-Momenten in Meetings, Medien und Politik schärft.

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