Mary Beard Frauen und Macht

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Inhaltsangabe zu „Frauen und Macht“ von Mary Beard

Das entscheidende Buch zur großen aktuellen Debatte Feminismus, Gleichberechtigung und #MeToo: Ein leidenschaftlicher Aufruf an Frauen, sich jetzt die Macht zu nehmen. Das Buch, das weltweit Furore macht! Spiegel-Bestseller und Nr. 1-Bestseller in Großbritannien.

Mary Beard ist eine der führenden Intellektuellen weltweit. Die Historikerin hat zahlreiche Bestseller geschrieben. Immer wieder mischt sie sich leidenschaftlich, streitbar und humorvoll in aktuelle Debatten ein. Frauenfeindlichkeit und Sexismus sind Themen, die sie seit langem begleiten – auch persönlich – und die sie nicht müde wird anzuprangern.

'Ein kraftvolles Manifest.' New York Times

'Ein moderner feministischer Klassiker.' The Observer

'Mary Beard zeigt, wie Frauenfeindlichkeit funktioniert und warum sie sich so hartnäckig hält.' The Guardian

'Ein unwiderstehlicher Aufruf an Frauen, sich zu Wort zu melden, Macht zu nutzen und neu zu definieren.' People Magazine

Ein Manifest für Frauen, präzise und historisch beleuchtet.

— ulrikerabe

Ein wichtiges Buch und ein Aufruf, nicht den Mund zu halten.

— Sikal

Durch die Lektüre erklärt sich historisch so einiges.

— sar89

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    Frauen und Macht

    Jetztkochtsie

    31. March 2018 um 15:52

    Nun, bis vor wenigen Woche lebte ich aufgrund meiner Erfahrungen, meines Lebens und der Erziehung meiner Eltern und der Reaktionen meiner Umwelt in der trügerischen Sicherheit, dass mein Geschlecht eigentlich nie eine Rolle spielt und dass ich sein kann, was ich will, werden kann was ich will und machen kann was ich will. Kein Ziel zu hoch, kein Weg zu weit. Ich habe in meinem bisher 36jährigem Leben nie erlebt, dass mein Geschlecht mich begrenzt, dass ich (abgesehen vom "im Stehen pinkeln") etwas nicht tun könnte, was ein Mann tun kann. Ich bin als kleines Mädchen BMX gefahren, hatte ein eigenes GoKart, meine beiden älteren Brüder haben mich mitgeschleift zum Fußball und Boxen. Ich bin geritten, wie der Wind und zwar nicht nur die Mädchenreiterei mit Schleifchen in Ponyhaare flechten, sondern richtig geritten, mit Rennen über Stoppelfelder, runterfallen aufstehen, weiter reiten. Als junge Frau habe ich natürlich all die unschönen Erfahrungen gemacht, die zum Frau werden auch in unserer heutigen Gesellschaft noch dazu gehören, von unpassenden Bemerkungen älterer Männer bis zu tatsächlicher sexueller Gewalt war da alles dabei, das habe ich aber tatsächlich immer auf mich persönlich bezogen und bin überraschend gut damit klar gekommen, nie habe ich dies als generelles Problem aller Frauen und tatsächliches Problem der Gesellschaft angesehen. Es war meine Geschichte, nicht die aller Frauen. Ich hatte einfach Pech, falsche Männer, falsche Momente, falscher Ort. Zumindest war das bisher meine Erklärung dafür.  Dann ergriff ich einen Beruf, der damals in den 90ern tatsächlich immer noch recht männlich dominiert war und in den nur langsam Frauen strömten. Jetzt sind wir zumindest in den Großstädten gut auf 50/50 aufgeteilt und ich war recht stolz darauf, dass ich meinen Weg gegangen bin, obwohl ich kleiner und leichter als 99% meiner Kollegen bin und das obwohl Kraft, Gewalt und Körperlichkeit in meinem Beruf durchaus eine Rolle spielt. Nie bin ich an Grenzen gestoßen, die mir durch mein Geschlecht gesetzt worden wären. Im Gegenteil, Frauenförderung und Frauenquote spielen bei uns eine große Rolle und ich fand es tatsächlich nie sonderlich gut, aus diesen Gründen gefördert zu werden, da es mir nicht nötig erschien. Ich wollte anerkannt sein, ich wollte auf meinem Posten sitzen, weil ich ihn ausfüllen kann und nicht weil ich Brüste habe und man gerade wen braucht, der mit den Dingern austestattet ist und nett lächelt. Daher war bis vor wenigen Monaten Feminismus für mich wirklich kein Thema, das mich in irgendeiner Form angesprochen oder beschäftigt hätte. Nun ist es aber so, dass ich mich mit den Zielen, die ich bisher sehr gut erreicht habe, nicht zufrieden geben möchte, ich möchte etwas weiter gehen, etwas mehr bewegen, etwas mehr erreichen und plötzlich tauchen da Sprüche und Gespräche auf, die ich bisher nicht wahrgenommen habe, die ich nicht führen mußte. Aufeinmal ist mein Geschlecht doch ein Thema und es scheint wichtig zu sein, wie ich meine Familie organisieren möchte, wenn ich weiter voran gehe, oder ob ich mental den Belastungen gewachsen bin. Kollegen fragen, warum ich mir den Streß antun möchte, ich könnte doch auch Teilzeit arbeiten und vom Gehalt meines Mannes gut leben. Auch meine gewünschte Kinderlosigkeit spielt plötzlich wieder eine Rolle, hatte ich doch gehofft, dass sich die Gespräche, über die Gebärfunktion der Frau und meiner tickenden inneren Uhr bei Erreichen eines gewissen Alters erledigt haben würden. Aber Fehlanzeige... da sind sie wieder. Diese Erfahrungen in den letzten Wochen haben mich anfangs nur leicht irritiert, irgendwann dann massiv geärgert und mittlerweile gehen sie mir wirklich auf den Wecker. Ich begreife sie nicht, weil ich dies bis vor Kurzem eben nie in der Form wahr genommen habe. Es scheint also so zu sein, dass Frauen mittlerweile durchaus auch in Männerberufen arbeiten dürfen, dass sie Führungsaufgaben übernehmen dürfen, dass es aber offenbar immer noch nicht gänzlich normal ist, wenn sie wirkliche Positionen mit einer gewissen Macht anstreben. Selbst Männer, die ich für sehr aufgeklärt, aufgeschlossen und tatsächlich sogar feministischer als mich halte, haben mir ihre Bedenken dargelegt, nicht im Zweifel an meinen Fähigkeiten, sondern im Zweifel, ob ich mich diesem Druck wirklich aussetzen sollte, der auf mir als Frau in einer solchen Position anders lasten würde. Ein gutes Beispiel fand da vor Kurzem statt, Dr. Lesmeister, leitet seit kurzem den Bereich Polizei im Innenministerium in NRW. Sie war vor ihrem Jurastudium Polizeibeamtin und hat eine durchaus eindrucksvolle Vita, ich gestehe, ich hätte sie auch als Innenministerin durchaus gut gefunden. Nun hat sie einige nicht ganz unumstrittene Entscheidungen getroffen und in der öffentlichen Diskussion der sozialen Medien fand man dazu leider wenig Sachliches. Anstatt auf der Sachebene zu diskutieren wurde ihr die Fähigkeit und Eignung, sowie das Fachwissen für ihren Job abgesprochen, dabei spricht und entscheidet sie über Dinge, die sie eben aus ihrem eigenen Leben und ihrem Erfahrungsschatz sehr gut kennt, es reichte jedoch, folgte man so manchem Kommentar im Internet, einfach nur blond, weiblich, jung und gutaussehend zu sein, um jegliche Fachkenntnis abgesprochen zu bekommen. Ehrlich, ich fand diese Diskussionen ermüdend und furchtbar rückständig. Wie sich da mancher Mann aufspielte, war schlicht lächerlich. Diese Diskussionen, meine eigenen Erfahrungen und eben meine nun etwas wacheren Augen auf die Geschehnisse mit Frauen in Machtpositionen um mich herum, haben in mir aber den Wunsch ausgelöst, diese Mechanismen und Überlegungen zu verstehen und zu begreifen und mein Stapel ungelesener Bücher wuchs um feministische Literatur deutlich an. Das erste Buch, dieser Art, das ich nun gelesen habe war "Frauen & Macht" von Mary Beard. (Amazon-Affiliate-Link) Das Buch gibt zwei Ihrer Vorträge wieder, den Sie ( Historikerin und Professorin in Cambridge ) 2014 bzw. 2017 gehalten hat. Sie nimmt dabei Bezug auf damals aktuelle politische Ereignisse, zieht Beispiele heran und belegt an historischen Details, wie das Frauenbild der Antike unser heutiges Dasein immer noch beeinflußt. Auf den ersten Seiten war ich ein wenig gelangweilt und wollte eher nicht lesen, wie sie Beispiele aus Homers Odyssee hervorkramt und mit heutigen Frauen vergleicht, das erschien mir zu theoretisch, zu konstruiert. Dennoch habe ich mich auf ihre Wort eingelassen und mußte nach wenigen Seiten feststellen, die Frau hat leider Recht. Sie bringt Beispiel, die aufzeigen, dass wir Frauen natürlich viel erreicht haben in der Gesellschaft, dass wir Stimmen haben, die gehört werden, dass es aber leider immer noch so ist, dass Männer in Anzügen und mit kahlen Schädeln die Entscheidungen treffen, ist uns allen gerade erst wieder in Erinnerung gerufen worden, als Herr Seehofer sein ausschließlich männliches Team des Innenministeriums der BRD vorstellte. Beard ist dabei witzig, ein wenig fordernd und argumentiert aus meiner Sicht sehr klug und überlegt. Eine wunderbare Karikatur, die sie in ihrem Buch erwähnt, aus den 90ern ist unterschrieben mit den Worten: "Das ist ein hervorragender Vorschlag, Miss Triggs. Vielleicht möchte einer der Herren hier in vorbringen?" Leicht belustigt hatte ich diese Karikatur am Abend gelesen und mich zufrieden in die Kissen gekuschelt, fest davon überzeugt, dass eine solche Besprechung heute nicht mehr möglich sei und ich auch noch nie erlebt habe. Am nächsten Morgen saß ich in einer Besprechung und eine meiner Kolleginnen machte eine sehr kluge und überlegte Anmerkung, allerdings leider sehr leise, so dass sie in die allgemeine Diskussion nicht aufgenommen wurde. Keine zwei Minuten später wiederholte der neben ihr sitzende Kollege ihre Worte, sogar mit dem Hinweis "XY hat gerade gesagt..." und nicht wirklich lauter und es war verblüffend zu sehen, dass er sofort wahrgenommen wurde. Nun mag mir dies nur so aufgefallen sein, weil ich eben am Vorabend Mary Beard gelesen hatte, ich begann jedoch mich zu fragen, wie viele dieser Situationen in meinem bisherigen Leben mir schon entgangen waren, weil ich sie nicht beachtet oder anders gedeutet hatte. Ab diesem Moment begann ich "Frauen & Macht" unter einem noch anderen Gesichtspunkt zu lesen, nämlich meiner eigenen Erinnerung. Der Text des Buches ist wirklich nicht lang, kurzweilig, interessant und inhaltsreich. Beard beschränkt sich aufs Wesentliche, stellt Vergleiche an, zieht Beispiele in ihre aktuellen Überlegungen mit ein und macht das Problem von "Frauen & Macht" verständlich. Sie plädiert für eine neue Wahrnehmung von Frauen in der Gesellschaft, die Abkehr von antiken Verhaltensweisen und eine weltoffenere Sicht, alles Dinge, die auch mich erfreuen würden. Auch ihr Einwand, dass so manche Frau nur mit Macht ausgestattet wird, um ihr Scheitern zu beobachten und dieses dann erneut zu instrumentalisieren, fand ich äußerst spannend und bei genauer Überlegung finde ich auch darfür Beispiele in meinem Umfeld. Beard zeigt auf, dass es selbst in der heutigen Zeit immer noch nötig ist, sich als mächtige Frau der Männerwelt anzupassen, sie bringt hier Clinton und Merkel als Beispiel, wie sie in sehr männlicher Geste sich mit Hosenanzügen bekleidet begrüßen und Beard hat auch hier Recht, könnte auch nur eine von uns sich vorstellen, wie die Szene wirken würde, stünden dort nicht Merkel und Clinton, sondern zwei sehr weiblich gekleidete Frauen, die ihre Reize nicht in Hosenanzügen verstecken, sondern betonen? Natürlich wäre klar, was die Presse schreiben würde, die Sachebene wäre sofort verlassen und die Optik ein Thema. Ach ich könnte noch so viel dazu schreiben, mir so viele Gedanken dazu machen, wie sehr mich diese Rollenbilder und Vorgaben unserer Gesellschaft traurig und müde stimmen, aber ich will zum Ende kommen und dieses Büchlein einfach jedem (durchaus auch Männern oder gerade diesen) ans Herz legen, die glauben, es sei doch alles fein, wir hätten Wahlrecht und Frauenquoten und alles ist auf einem guten Weg.... ist es nicht. Wir haben einen langen zu Weg zu gehen und auf unseren Highheels kann der ganz schön beschwerlich werden.  Ich persönlich bin übrigens zu meinem Auswahlgespräch sehr bewußt im Rock erschienen.... ohne Mary Beards Buch wäre ich vermutlich wie alle anderen meiner Mitbewerberinnen im blaugrauschwarzen Hosenanzug aufgelaufen. Ob es was nutzt oder geschadet hat? Noch weiß ich das nicht... wir werden es sehen. Mein Interesse am Feminismus ist auf jeden Fall erstmal geweckt und ihr werdet hier in Zukunft weitere Rezensionen dieser Art lesen. Gerne dürft ihr mir auch Bücher dieser Art empfehlen, ich fühle mich gerade wie ein Schwamm, der aufsaugt, was ihm vorgesetzt wird und filtert, was für ihn wichtig und relevant ist. Beards Buch war es und hübsch ist es noch dazu, um mal eine gänzlich weibliche Beurteilung loszuwerden.

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  • LovelyBooks Challenge 2018 - Sachbücher und Ratgeber

    Meinungsfreiheit!

    Sikal

    LovelyBooks Challenge 2018 „Sachbücher & Ratgeber“ Du interessierst dich für historische Zeitreisen? Du entdeckst immer wieder spannende, naturwissenschaftliche Publikationen?  Du stöberst gerne wahre Schätze zu politischen oder skurrilen Themen auf?  Oder bevorzugst du Bücher über Tiere, genussvolles Erleben, Kreativität? Dann lass uns doch an deinen Entdeckungen teilhaben! Wir freuen uns auf deine Vorstellungen und Tipps, tauschen uns gerne mit dir aus. Stelle dich der Herausforderung und mach einfach mit! Und so bist du dabei: Du meldest dich hier im Thread an und erstellst einen Sammelbeitrag. Dieser kann von dir jederzeit verändert bzw. aktualisiert werden. Die Challenge dauert von 1.1.2018 bis 31.12.2018. Du kannst jederzeit einsteigen. Schreibe zu jedem Buch eine Rezension und ordne diese dem jeweiligen Bereich zu. Verlinke bitte deine Rezension in deinem Sammelbeitrag, nur so kann am Ende des Jahres ermittelt werden, ob du die Challenge geschafft hast. Ziel der Challenge: 12 Bücher in 12 Monaten aus mindestens 3 unterschiedlichen Bereichen zu lesen und zu rezensieren. Es ist egal, ob du Sachbücher oder Ratgeber liest. Diese können in diversen Formaten (Hörbuch, E-book, Print) vorgestellt werden. Wichtig ist, dass das jeweilige Buch vom Verlag bzw. Lovelybooks als Sachbuch/Ratgeber/Biographie geführt wird. Primär sollte natürlich der Gedanke zählen, sich auszutauschen oder neue Bücher kennenzulernen. Doch was wäre eine Challenge ohne Gewinn! Und das kannst du gewinnen: Natürlich ein Buchpaket von LovelyBooks – dieses wird unter allen Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmern verlost, die das Ziel der Challenge geschafft haben. In eigener Sache: Ich wünsche mir eine Challenge, in der wir respektvoll miteinander umgehen, in der wir die Meinung der anderen akzeptieren (wenn wir sie auch nicht immer teilen werden) und in der wir auch bei hitzigen Diskussionen immer wieder zu einem Konsens finden – „Meinungsfreiheit“ soll hier selbstverständlich sein. Ich freue mich, wenn du dabei bist. Ambermoon ban-aislingeach beerenbuecher Bellis-Perennis Buchraettin c_awards_ya_sin Ceciliasophie DieBerta Durga 108 ech fasersprosse Federfee Filzblume gst Igelmanu66 Knigaljub leucoryx mabuerele Merijan Nata1234 Nele75 OliverBaier peedee seschat Sikal StefanieFreigericht Talathiel Wedma wandablue    

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    • 31. December 2018 um 23:59
  • Ein beeindruckendes Manifest

    Frauen und Macht

    Sikal

    25. March 2018 um 08:24

      Die Autorin Mary Beard lehrt an der Cambridge University Alte Geschichte. Sie ist eine begnadete Historikerin. Ihrem Buch „Frauen & Macht“ liegen zwei Vorträge zugrunde, in denen sie darauf plädiert, dass Frauen ernst genommen werden, dass ihnen die Zentren der Macht nicht verschlossen bleiben.   Bereits sehr mehreren Jahrtausenden wird Frauen untersagt, den Mund in der Öffentlichkeit aufzumachen. Zu Zeiten Odysseus verbietet Telemach seiner Mutter zu sprechen und schickt sie stattdessen wieder an den Webstuhl. Die wirklich wichtigen Gespräche sind ausschließlich Männersache. Diese Einstellung zieht sich durch die Jahre und wir erfahren dies quer durch die Jahrhunderte in sämtlicher Literatur. In der klassischen Welt wird der öffentlichen Rede von Frauen „stets mit Abscheu begegnet“ – mit zwei Ausnahmen: Einerseits dürfen Frauen als Opfer oder Märtyrerinnen das Wort erheben, um ihren Tod anzukündigen. Andererseits dürfen Frauen gelegentlich reden, um ihr Heim, ihre Kinder, ihren Ehemann oder die Interessen anderer Frauen zu schützen (spricht nur für die Frauen und keinesfalls vertritt eine Frau die Meinung eines Mannes).   Exemplarisch zieht die Autorin einige Beispiele hervor, die uns manchmal den Kopf schütteln lassen oder auch zu Aha-Erlebnissen führen. Frauen mussten sich immer schon anpassen, verändern, um sich Gehör zu verschaffen, zu so mancher List greifen. Ihre Rolle als Frau ist in den Positionen der Macht nicht gewünscht – man muss nur durch die Runde schauen, welchen Frauen solche Positionen zugestanden werden und wie sie sich dann verhalten. Z.B. nahm Margareth Thatcher Stimmunterricht, um eine tiefere Stimme zu bekommen oder kleiden sich Politikerinnen wie Hillary Clinton oder Angela Merkel häufig in einer „Uniform“ (Hosenanzug), um Stärke und männliche Entschlossenheit zu demonstrieren.   „… Dabei wird die Macht zudem sehr eng ausgelegt, als etwas, das nur wenige – meist Männer – besitzen und handhaben können. (Genau das ist es, was durch das Bild eines Perseus oder eines Donald Trump, der sein Schwert schwingt, verdeutlicht wird.) Unter diesen Bedingungen sind Frauen als Geschlecht – nicht als Individuen – quo Definition von der Macht ausgeschlossen.“   Natürlich ist im Laufe der Jahre bereits viel geschehen, doch von einer Gleichberechtigung kann noch lange nicht gesprochen werden. Ohne Quotenregelung hätten wir noch weniger Frauen in Führungspositionen. Frauen verdienen immer noch weniger für die gleiche Leistung als Männer. Nur weil wir bereits das Wahlrecht haben, dürfen wir Frauen nicht aufhören für unsere Rechte zu kämpfen.   Mary Beards leidenschaftliches Plädoyer soll nicht verhallen sondern einen Anstoß geben - nicht Schweigen sondern das Wort erheben - lautet die Devise.

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