Mary Berg

 4.5 Sterne bei 45 Bewertungen

Lebenslauf von Mary Berg

Mary Berg, geborene Miriam Wattenberg, kam 1924 in Lodz zur Welt. Aufgrund des deutschen Überfalls auf Polen floh die Familie 1939 nach Warschau und wurde 1940 ins Warschauer Ghetto interniert. Mary Berg überlebte das Warschauer Ghetto und verfasste ein Holocaust-Tagebuch. Ihr erster Eintrag datiert vom 10. Oktober 1939, ihrem 15. Geburtstag, der letzte vom 15. März 1944. Er dokumentiert die erfolgreiche Flucht und die Ankunft der Familie in New York. Über Mary Bergs Leben in den USA ist wenig bekannt. Sie starb im April 2013.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Mary Berg

Cover des Buches Wann wird diese Hölle enden? (ISBN:9783280057131)

Wann wird diese Hölle enden?

 (45)
Erschienen am 20.09.2019

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Rezension zu "Wann wird diese Hölle enden?" von Mary Berg

Bewegend
anooovor einem Tag

Wenn es um Tagebücher aus der NS-Zeit geht, ist das Tagebuch der Anne Frank vielen ein Begriff. Doch auch das Tagebuch der Mary Berg sollte in dem selben Atemzug genannt werden. Mary Berg erzählt über ihre Zeit im Warschauer Ghetto. Sie selbst ist Jüdin und erlebt am eigenen Leib die unmenschlichen Bedingungen im Warschauer Ghetto. Jedoch darf man beim Lesen nicht außer Acht lassen, dass Mary und ihre Familie zur Oberschicht gehören. Sie genießt einige Privilegien und viele andere haben es noch schwerer. Nichtsdestotrotz sind ihre Beschreibungen grausam und ich musste während dem Lesen viele Pausen einlegen, um das Gelesene zu verarbeiten. 

Das Tagebuch wurde in eine moderne deutsche Sprache übersetzt und lässt sich dadurch gut lesen. Der Schreibstil ist authentisch und die Worte und beschriebenen Gefühle sehr eindringlich. Man sollte sich im Klaren sein, dass es sich um ein Tagebuch und keinen Roman handelt. Dadurch hat die Erzählung auch zeitliche Lücken und keinen typischen Romanverlauf. 

Insgesamt ein sehr bedrückendes, erschütterndes und zugleich wichtiges Zeitzeugendokument, welches in Schulen zur Pflichtlektüre gehören sollte. #gegendasvergessen

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Rezension zu "Wann wird diese Hölle enden?" von Mary Berg

Bewegend und erschütternd!
Nora3112vor 9 Tagen

„Wann wird diese Hölle enden“

von Mary Berg


Klappentext/Inhaltsangabe:


„15.Juni 1943; Ich habe hier schon lange nichts mehr eingetragen. Was soll es auch bringen? Wer interessiert sich schon für mein Tagebuch? Mehrmals habe ich daran gedacht, es zu verbrennen, aber eine innere Stimme hat es mir verboten. Dieselbe innere Stimme drängt mich nun, all die entsetzlichen Dinge aufzuschreiben, die ich in den letzten Tagen gehört habe.“


Mary Bergs Tagebuch beginnt 1939 an ihrem fünfzehnten Geburtstag. Ihre Heimat Polen gerät zu jener Zeit immer mehr unter die Tyrannei der deutschen Armee. Mary überlebt vier Jahre Nazi-Terror, bevor sie entkommen kann. In zwölf kleinen Notizbüchern hält sie das Leben im Warschauer Ghetto fest. Es wird der erste veröffentlichte Augenzeugenbericht.


Eigene Meinung:


Schon zu Beginn wusste ich genau, dass mir Mary Bergs Tagebuchaufzeichnungen sehr an die Nieren gehen werden. Aus diesem Grund musste ich es in mehreren Etappen lesen und es zwischendurch durch ein lustiges und lebensbejahendes Buch austauschen.

Noch aus dem Schulunterricht und Filmen wie „Schindlers Liste“ ist uns wohl allen bekannt, was für Grausamkeiten in den Ghettos und Konzentrationslagern in der Zeit des Nazi-Regimes vonstattengingen. Dies in Form eines Tagebuches, aus der Feder eines Zeitzeugen zu lesen empfand ich aber noch einmal als etwas ganz anderes. 


Als Tochter einer jüdischen Mutter mit amerikanischem Pass, hatte Mary noch ein vergleichsweise gutes Leben im Ghetto. Umso schonungsloser sind ihre Beschreibungen zum Leben und dem Elend um sie herum…von verhungernden Kindern, täglichen Pferdekarren voller Leichen, vergewaltigten Frauen und etlichen anderen Gräueltaten.

Gleichzeitig erfährt man aber auch, dass mit viel Kreativität und unter andauerndem Einsatz des eigenen Lebens, versucht wurde, so etwas wie ein normales Leben im Ghetto aufrecht zu erhalten. So gab es trotz vieler Verbote und Gebote im Ghetto kleine Cafés, Theateraufführungen, geheime Schulklassen und Hochzeiten, Untergrundbewegungen, eine jüdische Polizei und gut organisierte Hausgemeinschaften. Ebenso hielt ein ausgeklügeltes Schmuggelsystem die Bewohner des Ghettos mit Nahrung und anderen wichtigen Dingen am Leben. 

Außerdem macht uns Mary Berg des Öfteren klar, dass man ohne Geld und „Vitamin B“ ein sehr beschwerliches oder gar sehr kurzes Leben im Warschauer Ghetto haben konnte.


Nun, wie soll man ein Tagebuch aus solch einer Zeit oder gar solch einem Thema bewerten? Unmöglich für mich und es steht mir auch nicht zu so etwas als spannend oder unterhaltsam zu bezeichnen. Es hat mich definitiv betroffen und auch traurig zurückgelassen und es ist für mich mit jedem Wort immer noch unbegreiflich zu welch Grausamkeiten der Mensch eigentlich im Stande ist.

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Rezension zu "Wann wird diese Hölle enden?" von Mary Berg

Erscheckend, bedrückend und ein wichitges Dokument
katikatharinenhofvor 11 Tagen

All meine Worte reichen nicht aus, um diesem Buch, den Empfindungen und den grausamen Enthüllungen gerecht zu werden, die ich durch Mary Bergs Tagebuch hier schonungslos offenbart bekomme.

Marys Kindheit wird abrupt beendet, als sie, gerade einmal 15 Jahre alt, mit ihrer Familie in das Warschauer Ghetto ziehen muss. Von da an wird ihre Welt in den Grundfesten erschüttert und ihre Aufzeichnungen lassen das dunkelste Kapitel der jüngeren Vergangenheit wieder aufleben.

Misshandlungen, Erniedrigungen, Nahrungsmittelknappheit, Seuchen - all das bestimmt von nun an das Leben im Ghetto und sie kann sich  glücklich schätzen - ich weiß nicht, ob man bei diesem Schicksal von Glück sprechen kann , dass ihre Eltern durch Einfluss und Geld, sog. Vitamin B, noch halbwegs menschlich behandelt werden  und annehmbar untergebracht sind.

Bei all dem Schrecken und der Grausamkeit ist Mary aber auch eine junge Frau, die Träume und Sehnsüchte hat - der Zwiespalt wird in ihren Aufzeichnungen deutlich-  und sie verliert nie die Hoffnung, dass dank der amerikanischen Abstammung ihrer Mutter, doch noch alles gut werden kann.

Es gibt so viele Szenen, die mir nahe gehen und ich somit mehr als einmal das Buch aus der Hand legen muss- die Beschreibungen der Menschenjagd im Ghetto, die hungernden, bettelnden Kinder auf den Straßen des Ghettos, die Schrecken der willkürlichen Hinrichtungen auf offener Straße...dieses Buch gibt den ungeschönten Einblick in das Leben der Verfolgten, der Gedemütigten preis.

Vieles, was mir bis dato noch unbekannt gewesen ist, erschafft neue, beliebende Eindrücke und ich bin froh, dass ich eine unbeschwerte Kindheit in einer Welt voller Frieden erleben durfte.

Diese Buch ist für eine Pflichtlektüre gegen das Vergessen, da der politische Wind sich gedreht hat und die aktuellen Ereignisse ihre Schatten voraus werfen....


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