Mary Dickens

 4.5 Sterne bei 6 Bewertungen

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Unser Vater Charles Dickens

Unser Vater Charles Dickens

 (6)
Erschienen am 10.10.2011

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JoBerlins avatar

Rezension zu "Unser Vater Charles Dickens" von Mary Dickens

"Gebt immer euer Bestes", pflegte er zu sagen
JoBerlinvor 4 Jahren

„Unser Vater Charles Dickens“ ist ein äußerst lebendiges Erinnerungsbuch der Kinder Mary, Charlie, Henry und Katie. Die zugrunde liegenden Briefe, Berichte, Notizen, Bilder wurden kenntnisreich editiert und übersetzt von Alexander Pechmann. Und er hat viel zusammengetragen:

Dickens‘ unglückliche Kindheit, seine Jahre als Kanzleischreiber und Journalist, die Wohnstätten, die Familie, das Theater, die literarische Arbeit (sehr schön: die Zeichnung „Der leere Stuhl“, der nach dem Tode Dickens verlassen im Arbeitszimmer steht, den Meister jede Minute zurückerwartend), Streifzüge durch Londons Unterwelt (Detective Stories) mit Polizeibeamten. Das alles liest sich leicht und ist spannend erzählt. Natürlich wird auch das dramatisch-traumatische Zugunglück und die Liaison mit Ellen Ternun (siehe auch „The invisible woman“, Kinofilm 2014) ausführlich geschildert. 


Alexander Pechmann hat jedenfalls sein Bestes gegeben und mit diesem wunderbaren Buch einen unverzichtbaren Begleiter für alle Dickens Leser geschaffen.

Kommentare: 2
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Gospelsingers avatar

Rezension zu "Unser Vater Charles Dickens" von Mary Dickens

Rezension zu "Unser Vater Charles Dickens" von Mary Dickens
Gospelsingervor 7 Jahren

Charles Dickens war kinderlieb. Nicht nur seinen eigenen Kindern gegenüber, denen er schöne Kindheitserinnerungen beschert hat, sondern auch gegenüber seinen literarischen Figuren, deren Portraits sogar neben denen der Familienmitglieder an der Wand hingen, ganz so, als wären sie lebendig gewesen.
Auf der anderen Seite war er ein penibler Workaholic und sicherlich nicht immer einfach im Zusammenleben. Er stellte extrem hohe Ansprüche an seine Kinder, die überwiegend daran gescheitert sind.
Seine Tochter Mary allerdings, deren Texte den Hauptteil dieses Buches ausmachen, beschreibt überwiegend die schönen Erlebnisse mit ihrem Vater. Verklärt, wie Kindheitserinnerungen eben sind, und voller Bemühungen, das positive Bild der Öffentlichkeit über Charles Dickens nicht zu zerstören, konzentriert sie sich auf die guten Eigenschaften von Charles Dickens.
Nur am Rande wird die Trennung von der Mutter erwähnt, die gerade für Mädchen nicht einfach gewesen sein kann. Besonders, da der Vater sich eine Geliebte im Alter der Tochter Kate nahm.
Aber trotz dieser einseitigen Betrachtungsweise liest sich dieses Buch sehr gut und bringt einem den Menschen Dickens näher.
Es ist ein wunderbares Buch, das die soziale Kompetenz und die Warmherzigkeit von Charles Dickens zeigt. Seine Fehler treten dabei in den Hintergrund. Nobody is perfect.

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Mr. Rails avatar

Rezension zu "Unser Vater Charles Dickens" von Mary Dickens

Rezension zu "Unser Vater Charles Dickens" von Mary Dickens
Mr. Railvor 7 Jahren

„Unser Vater Charles Dickens“ beinhaltet die erstmals übersetzten Lebenserinnerungen der Kinder an ihren berühmten Vater und zeigen ihn von einer unbekannten Seite. Der große Erzähler wird als intensiver Familienmensch geschildert, der sich am Wohlsten fühlt, wenn er von seiner Kinderschar umgeben ist und in seinem trauten Heim an seinen Werken arbeiten kann. Dabei begleiten ihn seine erfunden Figuren auf eine ganz besondere Art und Weise durch sein ereignisreiches Leben.

Wie begründet sich die Magie des “Vaters” von Oliver Twist? Was für ein Mensch war Charles Dickens?

Die Beziehung zu seinen Figuren, die immer real für ihn schienen, ist eine ganz Besondere. Sie gehörten zur Familie und in seinem Haus zierten Portraits von David Copperfield, Pip, Oliver Twist, Nell und Bob Cratchit die Wände seines Wohnzimmers.

Einerseits zeigt dies die große Zuneigung zu seinen literarischen Geschöpfen und andererseits bedeutet diese Verehrung wohl auch die lebenslange Mahnung, im eigenen Leben anders zu sein als ein Ebenezer Scrooge oder mehr Fürsorge zu gewähren, als sie ein Oliver Twist jemals erhalten hat. Ein gutes Heim und eine gute Erziehung waren seine Herzensangelegenheit. Wohl auch, weil ihm dies als Kind selbst nicht vergönnt war.

Dickens schien an seinen Charakteren zu wachsen und signifikant anders trat er in seinem realen Leben auf. Als würden seine gesellschaftskritischen Romane lediglich einen Zerrspiegel seiner selbst präsentieren, um sich immer daran zu erinnern, wie wichtig es ist, menschlich und nahbar zu sein. Eine Wärme, die ein David Copperfield niemals spürte…

Dickens lebte diesen Gegensatz täglich vor… und hatte wohl immer auch ein schlechtes Gewissen gegenüber seinen Romanfiguren.

So war das Leben der großen Schriftstellers geprägt vom Wunsch nach materieller Sicherheit und einem warmen Nest für seine Großfamilie. Liebevoll zog er seine neun Kinder gemeinsam mit seiner Frau auf und vermittelte ihnen stets das Gefühl, in jedem Moment des Lebens wichtig zu sein.

Gad`s Hill schwebte wie eine Vision über seiner Vorstellung einer gesicherten Zukunft, nachdem sein Vater ihm dieses Haus zeigte und sagte:

“Wenn du hart arbeitest, fleißig bist und zu einem guten Menschen heranwächst, wirst du vielleicht eines Tages in einem solchen Haus wohnen!”

Besser hätte man dem jungen Charles kein Lebensziel ins Hirn pflanzen können. Wie ein Mantra trug er dieses Ziel so lange vor sich her, bis e es schließlich realisieren konnte.

Ein Heim für seine Kinder – ein gesichertes Zuhause und einen Ort rauschender Feste für Nachbarn und Freunde. Gad`s Hill ist so sehr ein Symbol für Charles Dickens, wie seine Romane im Gegensatz zu seinem Leben stehen.

Über viele Talente verfügte jener Charles Dickens – nicht nur Schreiben war seine Berufung, auch das Schauspiel beherrschte er wie kein Zweiter. Er ließ sich akribisch in die großen und kleinen Rollen fallen, organisierte Laienaufführungen, schrieb Dialoge und inszenierte auf einem Niveau, das der Beschreibung „Laie“ spottete.

Nichts überließ er dem Zufall und mochten seine Manuskripte noch so sehr nach Vollendung schreien, wenn er eine Bühne ahnte, dann begab er sich auf diese Bretter und interpretierte sich selbst im Theater des Lebens.

Inszenierte er sich auch sonst?

Ist die Fassade des treusorgenden Familienmenschen wirklich so rein und tief, wie es seine Kinder mit verklärtem Blick zurück schildern? Ich denke, dass man dies verneinen kann. In allen Schilderungen des gemeinsamen Lebens kommt die Ehefrau von Charles Dickens kaum vor – sie nimmt keinen Raum ein und verschwimmt zur Randfigur.

Diese Rolle wurde ihr auch von Charles nach und nach zugedacht. Mürbe und ausgezehrt von vielen Geburten in kurzen Zeitabständen und nervlich angeschlagen musste sie mit ansehen, wie sich Charles in eine junge Schauspielerin verliebte und ein Doppelleben zu inszenieren versuchte, das keinerlei Hinweise auf seine wahren Leidenschaften geben würde.

Hier gibt das Nachwort zu “Unser Vater Charles Dickens” eindeutige Antworten. Absolut lesenswert…

Bilder zur Buchbesprechung auf dem Blog.Lovelybooks:

http://blog.lovelybooks.de/2011/12/04/mein-vater-charles-dickens-eine-klassische-annaherung/

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