Mary Elizabeth Braddon Das Geheimnis der Lady Audley

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Inhaltsangabe zu „Das Geheimnis der Lady Audley“ von Mary Elizabeth Braddon

Ein Londoner Anwalt versucht, den Mord an seinem Freund aufzuklären, doch die wunderschöne Lady Audley will dieses mit allen Mitteln verhindern. Ihm wird schnell klar, dass Lady Audley ein dunkles Geheimnis hütet. Um den Mörder seines Freundes finden zu können, muss er es lüften. Ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt zwischen dem jungen Mann und der mysteriösen Frau. Hochgelobt von den damaligen Kritikern erlebte „Lady Audley's Secret“ bereits im Jahr seines Erscheinens, 1862, einen bis dahin unerreichten Erfolg. Braddons Buch wurde übersetzt, verfilmt und auf die Theaterbühnen der Welt gebracht.

Bei diesem Buch habe ich so ein Ende nicht erwartet und war daher vom Ende positiv überrascht

— Kerstin_Lohde

Ein unterhaltsamer viktorianischer Krimi, der sich sehr gut lesen lässt

— Fleur91

Unterhaltsam zu lesen, aber leider zu vorhersehbar

— Samtpfote

Wieder eine weitere viktorianische Krimiperle, die sich zu Recht mit Collins messen lässt; mit Mysterytouch! Lesenswert!

— Cridilla

Einfach toll!

— tragalibros

Ein sehr spannendes und schönes Buch! Und die Autorin finde ich einfach klasse!

— Seelensplitter

Viktorianischer roman wie man ihn sich vorstellt und wie er sein soll. Wer das Genre liebt kommt an Lady Audley nicht vorbei!

— hirselara

Ich war positiv Überrascht!

— MrsFoxx

Auch heute fesselnd und überraschend: Der erste viktorianische Bestsellerkrimi von einer starken, umstrittenen Autorin!

— Bücherwurm

..versetzt zurück in das viktorianische england, besticht durch den tiefgang seiner charaktere und bedarf keines bluts und keiner ballerei..

— vienna

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    Das Geheimnis der Lady Audley

    Giselle74

    29. September 2017 um 17:33

    "Das Geheimnis der Lady Audley" ist ein Krimi aus dem Jahre 1862. Die Autorin Mary Elizabeth Braddon war zu ihrer Zeit eine Bestsellerautorin, das Buch ein Riesenerfolg. Zu recht, wie ich finde! Der Roman ist ein klassischer "Whodunnit" in viktorianischem Setting: ein junger Mann sucht den Mörder seines Freundes. Diese Suche, das allmähliche Lüften des Schleiers ist auf eine so sprachlich gelungene und spannende Weise geschrieben, daß die Lesefreude auch nach 150 Jahren ungetrübt ist. Und für Freunde der Austen-Romane spielen Herrenhäuser, geeignete Partien und eine zarte Romanze auch eine Rolle...

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  • Das Ende ist so ganz anders als erwartet aber passt trotzdem gut zur Geschichte

    Das Geheimnis der Lady Audley

    Kerstin_Lohde

    22. August 2017 um 10:25

    Dieses Buch kannte ich nur vom Cover, aber die Geschichte klang intressant so dass ich mich aufs Lesen gefreut habe. Als ich mit dem Lesen begonnen hatte, tat ich mich am Anfang etwas schwer mit dem Buch. Aber je länger und je mehr ich gelesen habe, desto intressanter wurde es. Je weiter ich mit dem Lesen kam, desto spannender und actionreicher wurde es. Ich hatte schon eine Ahnung was es mit Lady Audley auf sich hatte. Aber ich fand es intressant, wie es gelöst wurde. Allerdings wurde ich auf den letzten paar Seiten angenehm und vor allem positiv überrascht, da ich mit diesem Ausgang nicht gerechnet hatte.

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  • Viktorianische Spurensuche mit Gänsehautfaktor

    Das Geheimnis der Lady Audley

    Gegen_den_Strom_lesen

    06. April 2017 um 14:29

    Dieser viktorianische Krimi ist der beste Beweis, dass Spannung auch ohne blutige Leichen und deren detaillierte Beschreibung erzeugt werden kann. Es geht um den Anwalt Robert Audley, dessen Freund auf mysteriöse Weise verschwindet. Anhand des Indizienbeweises will er dem dunklen Geheimnis auf die Spur kommen. Die hübsche junge Ehefrau seines Onkels, Lady Audley, spielt dabei eine ganz bedeutende Rolle. Wie der zum Detektiv gewordene Protagonist Puzzlestück für Puzzlestück zusammenträgt, ist überaus spannend. Die elegante, etwas altertümliche, aber auch humorvolle Sprache lässt Leser ins Britische 19. Jahrhundert eintauchen. Diese Geschichte hat alles, was einen fesselnden Kriminalroman ausmacht. Man erlebt Rache, Gier, Falschheit, aber auch echte Freundschaft und Familienzusammenhalt. Es ist wirklich schwierig das Buch wieder aus den Händen zu legen. Die einzig Negative an diesem Buch ist eindeutig das Cover! Ich persönlich find es furchtbar kitschig und passt so überhaupt nicht zum Inhalt. Viktorianische Spurensuche mit Gänsehautfaktor aus dem Jahre 1862, mit einer Prise Romantik.

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  • Der quälende Wunsch nach Reichtum

    Das Geheimnis der Lady Audley

    Fleur91

    01. January 2017 um 16:11

    Sir Michael Audley heiratet die junge und hübsche Lucy, sehr zum argwohn seiner Tochter. Sein Neffe Robert reist mit seinem Freund Georg Talboys zu seinem Onkel, um die neue Lady Audley kennenzulernen. Doch bald verschwindet sein Freund und Robert hegt schon bald den Verdacht, dass Lady Audley nicht so unschludig ist, wie sie tut. Ich bin ein großer Fan des viktorianischen Englands und freue mich immer wieder, wenn ein Roman mich in diese Zeit bringt. Der Schreibstil ist sehr angenehm und die Geschichte kommt ohne großartige Längen aus. An die vornehme Sprechweise gewöhnt man sich auch sehr schnell. Der Kriminalfall war sehr unterhaltsam und interessant, mit der einen oder anderen Wendung, die der aufmerksame Leser allerdings bestimmt erraten kann. Mir ist das allerdings nicht gelungen ;).. Lady Audley ist von anfang an ein unsympathischer Charakter und von anfang an ist auch klar, dass sie Geheimnisse hat. Trotzdem lässt das Buch einem genug Raum für eigene Gedanken. Wer unblutige Kriminalgeschichten mag und noch dazu sich in Gedanken auch gerne im viktorianischen England aufhält, der hat mit dem Buch bestimmt seine Freude.

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  • Das Geheimnis der Lady Audley

    Das Geheimnis der Lady Audley

    Samtpfote

    22. April 2016 um 22:40

    Inhalt: Robert Audley ist ein absolut gemütlicher Mensch. Er lebt sein Leben von Tag zu Tag und verhindert dabei jegliche Tätigkeit, die ihn erschöpfen könnte. Auch grosse Aufregungen oder komplizierte Gefühlsregungen kann er nicht nachvollziehen. Trotzdem ist dieser scheinbar so faule Mensch Anwalt und dies hat er einigen einflussreichen Freunden zu verdanken, mit denen er an unzähligen Anwaltsessen teilgenommen hat und durch die er in der erhabenen Kreis der Anwälte aufgenommen wurde. Als aber sein Freund George Talboys auf dem Anwesen von Roberts Onkel spurlos verschwindet, wird selbst Robert Audley stutzig. Er verstrickt sich mehr und mehr in Nachforschungen und nimmt dabei unter anderem die sonderbaren Geschichten von der Frau seines Onkels, Lady Audley, ins Visier. Doch die bildschöne und intelligente Dame gibt sich bedeckt und so muss Robert sehr weit in der Vergangenheit seiner "Tante" stöbern und dabei auch noch ganz vielen anderen Spuren nachgehen, um sich selber ein Bild zu verschaffen. Der Schwiegervater seines Freundes Talboys ist ihm dabei keine grosse Hilfe. Und als sich auch noch Roberts Cousine Lady Alicia Audley so seltsam zu benehmen beginnt, versteht Robert die Welt definitiv nicht mehr. Meine Meinung: Im Genre "Viktorianischer Krimi" kenne ich mich überhaupt nicht aus, habe mich aber aufgrund meiner Leidenschaft für Kriminalromane für dieses Buch bei Blogg dein Buch beworben und habe es dann ja auch tatsächlich gewonnen. Ich kann aber nun vom Aufbau her nicht mit anderen Romanen dieser Art vergleichen. Ganz klar gestört hat mich die Tatsache, dass ich nach fünfzig Seiten schon genau wusste, wie das Buch ausgehen würde und welche Figur aus welchem Grund wie gehandelt hat und ich habe mich in keiner meiner Vermutungen getäuscht. Deshalb waren für mich die ganze Aufklärungsarbeit und die endlosen Gedankengänge von Robert Audley schon fast ein wenig mühsam, weil ich in diesem Roman einfach während keiner einzigen Sekunde Spannung gefühlt habe. Ich muss aber sagen, dass der Schreibstil von der Übersetzerin an sich sehr passend zum Thema und zur Zeit gewählt ist und dass Anja Marschall mit der Überarbeitung des Buches eine grosse Arbeit geleistet hat. Die romantische Sprache (im Sinne der Epoche der Romantik) und die sehr feinsinnig verarbeitete Gesellschaftskritik dieses Romans, sowie die brisanten Themen der Geschichte (Bigamie, Mord, Betrug) zeugen von der Autorin als durchaus in ihrer Zeit verwurzelten aber bereits sehr aufgeschlossenen und emanzipierten Frau, die sich nicht scheute, damalige Tabus anzusprechen. Auch das Verhältnis von den Herrschaften zu ihren Dienstboten und die Kluft zwischen Mann und Frau werden durch kleinste Aspielungen in Frage gestellt und überwunden und wer gerne genau und zwischen den Zeilen liest, wird in diesem Zeitdokument sicher enige zum Nachdenken anregende und absolut durchdachte Passagen finden. Die Figuren passen sehr gut in die Handlung hinein und ich finde sowohl den Anwalt Robert Audley in seiner gemütlichen aber scharfsinnigen Art, wie auch die von einer seltsamen Aura umgebenen Lady Audley und die ganzen anderen mehr oder weniger durchtriebenen und egoistischen oder einfach nur verliebten Figuren sehr stimmig beschrieben. Fazit: Dieser Roman ist an sich durchaus lesenswert, enthält mir persönlich aber zu wenig prickelnde Spannung und verrät sein Ende leiter schon in den ersten fünfzig Seiten. Zusätzliche Infos: Autorin: Mary Elizabeth Braddon Taschenbuch: 334 Seiten Verlag: Dryas Verlag Sprache: Deutsch Originalsprache: Englisch Übersetzt von: Anja Marschall ISBN 978-3-940855-47-3

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  • Rezension zu "Das Geheimnis der Lady Audley" von Mary Elizabeth Braddon

    Das Geheimnis der Lady Audley

    tragalibros

    05. August 2015 um 11:19

    Nach dem rätselhaften Verschwinden seines Freundes, stößt der junge Anwalt Robert Audley auf ein düsteres Geheimnis, dass die neue Frau seines Onkels, Lady Audley, umgibt. Doch die blonde Schönheit tut alles in ihrer Macht stehende, um zu verhindern, dass jemand ihre Vergangenheit aufdeckt und Robert gerät bald selbst in tödliche Gefahr... Wenn man diesen Kriminalroman liest, würde man im ersten Moment nicht erwarten, dass er 1862 erschienen ist. Die Autorin hat einen spannenden und wunderbar verworrenen Krimi geschrieben, der ein ebenso unerwartetes wie schönes Ende hat. Der Schreibstil hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, da er mich sehr an die Romane von Jane Austen erinnert hat. Ich liebe diese blumige Sprache der damaligen Zeit! Auch die Charaktere, wenn auch anfangs etwas oberflächlich und kühl, haben Seite für Seite an Tiefe gewonnen und schlussendlich konnte ich mich gut in die Lage und Gedankengänge der Protagonisten einfinden. Die Handlung beginnt etwas mühsam und träge, wird aber im Verlauf des Buches immer spannender und gipfelt schließlich in der vermeintlichen Aufklärung des Geheimnisses der Lady Audley. Wenn man als Leser nun davon ausgeht, dass das Buch damit beendet ist - hat man sich getäuscht! Eine weitere überraschende Wendung und ein wahres Happy End bringen den Krimi zum Abschluss. Mit "Das Geheimnis der Lady Audley" können Fans von historischen Krimis nichts falsch machen. Von mir gibt es daher ein "sehr gut" mit vier Sternen!

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  • Überraschend

    Das Geheimnis der Lady Audley

    Seelensplitter

    23. March 2015 um 22:07

    Meine Meinung zum Buch: Das Geheimnis der Lady Audley Inhalt in meinen Worten: Ich lerne einen jungen Anwalt kennen, der einem düsteren Geheimnis auf der Spur ist, und dabei kurz selbst in schlimme Gefahr gerät. doch wie der Umstand es wollte, kommt die Wahrheit immer an das Licht. Was jedoch als die Wahrheit ans Licht kommt noch alles dazu kommt, ist fast auf keine Kuhhaut zu bekommen, Spannung: Das Buch ist in sich sehr spannend, die Schreibweise lud mich ein, es zu lesen, und es nicht gelangweilt auf die Seite zu legen, auch wenn es nicht die typische Art der Spannung ist, die mich fesselte, sondern die besondere Sprache und weil das Buch in drei Bücher geteilt wurde, und ich einfach wissen musste was denn jetzt genau vor gefallen ist, was die Autorin sehr spannend hält! Besonderes: Die Autorin die das Buch geschrieben hat, hat zu einer Zeit geschrieben, wo es noch nicht gut ankam, wenn man diverse Tabus gebrochen hat, doch genau das tat sie. Und das finde ich absolut stark. Auch wie sie mit dem Thema Psychische Krankheit und wie man das unterscheiden kann umgegangen ist. Ich bin sehr froh diese Autorin durch dieses Buch kennen gelernt zu haben, obwohl sie leider ja schon lange tot ist. Charaktere im Buch: Sind für mich absolut überzeugend, spannend und lebendig wieder gegeben. Vor allem der Anwalt war für mich eine starke Person! Sprache: Ist einfach gehalten, doch merkt man an gewissen Wörtern das Buch ist nicht in der heutigen Zeit geschrieben worden. Was ich aber dadurch noch viel mehr authentisch empfunden habe. Fazit: Ihr liebt Krimis? Ihr liebt es in eine Geschichte richtig hinein gezogen zu werden? Ihr liebt es keine blutigen Szenen zu lesen? Dann müsst ihr zu diesem Buch greifen! Ich liebe es Sterne: Wie sollte es anders sein gibt es komplette 5!

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  • Lady Audley's Secret

    Das Geheimnis der Lady Audley

    MrsFoxx

    Gemeinsam mit seinem Freund George Talboys, der vor kurzem einen schweren Verlust erlitten hatte, besucht der Londoner Advokat Robert Audley seine Verwandten in Audley Court. Eines Nachmittags verschwindet George Talboys spurlos und der bisher eher arbeitsscheue junge Anwalt scheut keine Kosten und Mühen, das verschwinden, möglicherweise sogar den Mord an seinem Freund aufzudecken. Doch welche Rolle spielt die junge Ehefrau seines Onkels in dem verworrenen Spiel? Mary Elizabeth Braddon war im viktorianischen Zeitalter bereits eine Bestsellerautorin, ihr Roman "Lady Audley's Secret" erschien erstmals 1862. Und trotz seines "biblischen" Alters war ich überaus positiv überrascht, wie locker und leicht dieses Buch zu lesen ist. Der Schreibstil der Autorin wirkt zu keiner Zeit veraltet oder angestaubt.  Die Idee des Kriminalfalls fand ich super, und auch bestens umgesetzt. Es macht richtig Spaß Robert beim "ermitteln" seines Indizienfalles über die Schulter zu schauen. Alle Protagonisten wirken sehr authentisch. Wobei ich mich schon des öfteren Fragen musste, ob die Frauen zur damaligen Zeit wirklich dermaßen oft in Ohnmacht gefallen sind, wie es hier aufgeführt wird? Das hatte mich dann doch etwas genervt, und ist auch der Grund für den einen Punkt Abzug.  Ansonsten war das Buch wirklich spannend und die Handlung ist immer auf einem Niveau dahingeplätschert, das zwar nicht wahnsinnig nervenaufreibend war, aber trotzdem auch nie langweilig wurde.  Fazit: Überraschend gut für einen Kriminalroman von 1862! Hierfür gibts trotz der "nur" 4 Punkte eine Leseempfehlung von mir.

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    • 3
  • Ein spannender historischer Krimi mit einem ganz eigenen Flair.

    Das Geheimnis der Lady Audley

    onion73

    19. February 2015 um 21:46

    Heute möchte ich euch mit auf eine Reise in das viktorianische England nehmen. Es wird abenteuerlich, geheimnisvoll und auch ein wenig romantisch. Eine bunte Mischung mit einem Schuss Gesellschaftsgeschichte. Mary Elisabeth Braddon ist ein Kind dieser Zeit und schildert in diesem Kriminalroman ein anschauliches authentisches Bild der damaligen Gesellschaft, wie man es nur aus erster Hand erhalten kann. Bei dieser Gelegenheit sende ich ein großes Dankeschön an Anja Marschall, die mit ihrer Übersetzung zwar den heutigen Lesern das Verständnis des Ganzen nahe gebracht, aber dennoch das Flair und die Eigenheiten der ursprünglichen Sprache erhalten hat. Gerade durch die an manchen Stellen etwas altmodische sprachliche Gestaltung wird es uns Lesern ermöglicht, in der Zeit zurück zu gehen und ganz in die Geschichte einzutauchen. Da das Buch ursprünglich aus dem Jahre 1862 stammt, kann man keinen Krimi, wie er heute geschrieben wird erwarten. Dennoch zieht uns die Autorin durch ihren besonderen Schreibstil in ihren Bann. Es werden immer wieder Spannungen aufgebaut und Überraschungseffekte wie nebenbei eingestreut. Sicher ist das Ende recht vorhersehbar und dem damaligen Zeitalter geschuldet, passt aber recht gut und ist plausibel. Die Charaktere wirken authentisch und man kann das Rascheln der Taftkleider fast hören. Im Kopf des Lesers entsteht ein lebendiges ausdrucksvolles Bild der viktorianischen Gesellschaft. Ich bin froh, dass dieses literarische Kleinod nicht einfach verschwunden, sondern neu aufgelegt und so für zukünftige Leser auch 100 Jahre nach dem Tod der Autorin noch zugänglich gemacht wurde. Dies ist der Traum eines jeden Autors, doch nur wenigen gelingt es, diesen auch zu verwirklichen.

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  • Gewinnt die Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams aus dem Jahr 2014!

    Wurfschatten

    Daniliesing

    In diesem Jahr hat das LovelyBooks-Team wieder fleißig gelesen und dabei tolle Bücher entdeckt. Natürlich möchten wir euch auch 2014 nicht vorenthalten, welche Bücher uns am meisten begeistert, berührt und gefesselt haben. Deshalb findet ihr hier nun jeweils das Lieblingsbuch von allen Teammitgliedern aus diesem Jahr. Ein glücklicher Gewinner darf sich später über ein Buchpaket mit allen 12 Büchern freuen und damit eine wunderbare Lesezeit verbringen. Unsere Buchtipps: 1. Jules1988 empfiehlt: "Miss Blackpool" von Nick Hornby Mein Lieblingsbuch 2014 ist Nick Hornbys neuer Roman „Miss Blackpool“. Obwohl es kein typischer Hornby ist, liebe ich das Buch als Fan trotzdem. Hornbys feinsinniger Humor und seine liebevolle und einfühlsame Art, seine Figuren zu beschreiben - sowohl ihre Stärken als auch ihre Schwächen - machen diesen Roman so besonders. Man verliert sich in der Geschichte des Teams rund um Barbara, ihre Höhen und Tiefen, Freundschaft und Liebe und hat dabei das Gefühl, diese Menschen wirklich zu kennen. 2. Daniliesing empfiehlt: "Der Träumer" von Pam Muñoz Ryan und Peter Sis Für mich war "Der Träumer" eine ganz zufällige Entdeckung beim Büchershopping. Nur selten finde ich noch Bücher, die ich nicht zuvor schon irgendwo gesehen habe, doch hier wurde ich überrascht. Einmal aufgeschlagen und die ersten Sätze gelesen, hatte mich dieses wunderbare Buch aus dem Aladin Verlag sofort verzaubert. Als ich dann die großartigen Illustrationen von Peter Sis entdeckte, war es um mich geschehen: dieses Buch musste mir gehören! Schnell stellte sich heraus, dass ich mit meiner Entscheidung absolut richtig lag. Im Urlaub nahm ich das Buch zur Hand und konnte es gar nicht mehr zur Seite legen. Zwar ist das Buch als Kinderbuch ausgezeichnet, doch mit seinen 380 Seiten und einer wunderbar poetischen Sprache ist es für jeden erwachsenen Buchliebhaber ein wahrer Genuss. Pam Muñoz Ryan erzählt tiefgründig und bewegend die Geschichte des kleinen Neftali, dem der Leser beim Erwachsenwerden zuschauen darf. Der Junge hat keine leichte Kindheit - sein Vater macht es ihm mit hohen Erwartungen schwer, er ist häufig krank und lebt lieber in seiner eigenen Phantasie, statt draußen rumzutollen. Neftali ist ein Träumer! Wie der Junge sich trotz aller Schwierigkeiten durchschlägt und die Lebensgeschichte welches bekannten Dichters sich dahinter verbrigt, das solltet ihr am besten selbst herausfinden. Dieses Buch geht zu Herzen und ist mein persönliches Jahreshighlight! 3. TinaLiest empfiehlt: "Wurfschatten" von Simone Lappert Mich hat dieses Jahr besonders der Debütroman von Simone Lappert begeistern können: „Wurfschatten“ ist nicht nur äußerlich ein wunderschönes Buch, sondern es besticht auch durch die beeindruckende Schreibkunst, die die Autorin an den Tag legt. Sie schafft es, die Ängste, die die Protagonistin Ada beherrschen, beklemmend und dunkel zu beschreiben und die Geschichte doch zart wirken zu lassen, einfühlsam und authentisch. Mit dem kleinen, wenn auch vorhersehbaren Hauch Liebe, der Adas Ängste zurückzudrängen versucht, und der Prise Drama am Ende hat "Wurfschatten" mich dann endgültig abgeholt und den Roman für mich zu etwas Besonderem gemacht. Ich hoffe sehr, dass bald ein zweites Buch von Frau Lappert folgen wird und kann in der Zwischenzeit nur jedem ihr Erstlingswerk empfehlen! 4. JohannaE1988 empfiehlt: "Die hellen Tage" von Zsuzsa Bánk In "Die hellen Tage" erzählt Zsuzsa Bánk auf eine besonders schöne und ruhige Art eine Geschichte über Freundschaft, Familie und die schwierige Zeit des Erwachsenwerdens. Beim Lesen begleitet man die drei Freunde Aja, Seri und Karl von der glückvollen und teils auch tragischen Kindheit bis zum Erwachsenenalter und wünscht sich bei einem der so unbeschwerten Tage im zauberhaften Garten, die die drei so oft erlebten, dabei gewesen zu sein. Alle drei, so unterschiedlich sie auch sind, teilen das Schicksal, mehr oder weniger ohne Vater aufzuwachsen. Neben der Geschichte über eine besondere Freundschaft und der innigen Beziehung zwischen den Kindern und ihren Müttern, hat mich vor allem die unaufgeregte Erzählweise Bánks und ihre einfühlsame und warme Sprache beeindruckt und mich richtig entspannen lassen. Auch bei den Zerreißproben und Schwierigkeiten, die die drei im Laufe der Geschichte durchleben müssen, bangt und hofft man mit und fühlte ich mich oft an meine eigene Kindheit und Jugend erinnert. 5. aba empfiehlt: "Unterholz" von Jörg Maurer Ich habe sehr gute Bücher gelesen in diesem Jahr. Manche Bücher haben mich tief berührt, andere haben mich nachdenklich gemacht - aber mit Jörg Maurer habe ich auf hohem Niveau gelacht! Für mich kam dieses Buch im richtigen Moment. Es hat mich amüsiert und abgelenkt. "Unterholz" ist der fünfte Band um den oberbayrischen Kommissar Jennerwein, einer meiner literarischen Lieblingsfiguren überhaupt. Krimis gehören nicht zu meiner Lieblingslektüre, aber nachdem ich den ersten Band dieser Serie gelesen habe, konnte ich nicht anders, als ein Fan von Jörg Maurer und vom ganzen Team um Kommissar Jennerwein zu werden! 6. doceten empfiehlt: "Beginners" von Raymond Carver Raymond Carver gilt neben Hemingway als einer der ganz großen Autoren der American Short Story: mit geschliffener und schnörkelloser Sprache auf den Punkt gebracht sind seine Themen Verlust, Einsamkeit und das Scheitern der amerikanischen Mittelschicht. Seine Geschichten deprimieren, erschüttern mit jeder Zeile. Mit Beginners erscheint seine Buch "Wovon wir reden, wenn wir über Liebe sprechen" erstmalig in der Urfassung, ohne die stark kürzenden Eingriffe seines Lektors Gordon Lish. Nicht ganz so lakonisch und brachial, dadurch aber viel berührender. Ein Buch, um dunkle Wintertage noch dunkler zu machen - manchmal braucht man das ja. 7. clickclackboom empfiehlt: "Das Haus des Windes" von Louise Erdrich Auch wenn Lieblingsbücher zu bestimmen mir schwer fällt, da es immer so viele gute Bücher gibt, kann ich sagen, dass „Das Haus des Windes“ eines meiner liebsten Bücher 2014 ist. Es erzählt die Geschichte vom 13-jährigen Joe, der das unaufgeklärte Verbrechen an seiner Mutter rächen möchte und dabei erwachsen werden muss. Die Protagonisten des Romans sind Nachfahren der nordamerikanischen Indianer und so bekommt man interessante Einblicke in das Leben im Reservat, die Stammesgeschichten und die Gesellschaftsverhältnisse in den USA. Obwohl es um ein ernstes, trauriges Thema geht, ist „Das Haus des Windes“ ebenso ein lustiges Buch über das Leben als Teenager und die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens. Louise Erdrich hat Charakter geschaffen, die vielschichtig sind und die einem beim Lesen ans Herz wachsen. 8. kultfigur empfiehlt: "Die Hyperion-Gesänge Band 1-2" von Dan Simmons Dan Simmons erzählt fantastisch, die Bücher entwickeln einen Sog, den ich bisher sehr selten erlebt habe. Jeder, der gerne Science Fiction liest und philosophisch angehauchte Bücher liebt, wird die insgesamt rund 3.000 Seiten nur so verschlingen. Die beiden Bücher sind nicht nur mein persönliches Highlight 2014, sondern ganz weit oben auf der Liste meiner Herzensbücher. Ich wünschte, ich könnte noch einmal von vorne beginnen! 9. Katha_Luko empfiehlt: "Pfaueninsel" von Thomas Hettche Hettches Buch öffnet die Türen zu einer Welt voller Exotik, Groteske und Kuriositäten aber auch zu der komplexen und zerbrechlichen Architektur der menschlichen Seele. Die Hauptfigur ist Marie, die als Kleinwüchsige auf die preußische Lustinsel verfrachtet wird, um dort zum Vergnügen des Königs als Schlossfräulein ihr Dasein zu verbringen. Neben einem Mohr, einem Riesen, wilden Tieren und geheimnisvollen Pflanzen gilt sie als eine von vielen verqueren Launen der Natur. Damit steht sie im krassen Kontrast zu einer damals weit verbreiteten naturphilosophischen Auffassung, die nur das Wohlgeformte und Regelmäßige für schön und wertvoll erklärt – eine Auffassung, die mit ihren Jahren auf der Insel Maries Menschenwürde und Lebensmut beständig abträgt. Hettches „Pfaueninsel“ fängt Atmosphären ein als wäre er selbst Zeuge des merkwürdigen Lebens auf der Insel gewesen, seine Charakterzeichnungen und Schilderungen seelischer Zustände und schließlich seine authentische Zeichnung der historischen Gegebenheiten ziehen den Leser in ihren Bann: Ich war selten so berührt von einem Buch und seiner Hauptfigur! 10. peckomingo empfiehlt: "Cobra" von Deon Meyer Viel Zeit zu lesen hatte ich leider nicht in diesem Jahr, doch bei meiner Südafrika-Reise wurde natürlich ein Deon Meyer-Buch gelesen. Cobra ist nicht nur ein Thriller, sondern gleichzeitig auch eine Mischung aus Politik und psychologischen Betrachtungen. Das Tempo und die Spannung werden durchgehen hoch gehalten. Schauplätze, Eigenheiten und Sitten des Landes werden authentisch vermittelt. 11. Sophia29 empfiehlt: "Rosen, Tulpen, Nelken" von Heike Wanner Zu meinen Lieblingsbüchern 2014 gehört definitiv „Rosen, Tulpen, Nelken“ von Heike Wanner. Ich habe von der Autorin schon mehrere Bücher gelesen, aber dieses hat mir ganz besonders gut gefallen. Es geht darin um Sophie, die ihre Mutter schon in frühen Jahren verloren hat. Zufällig fällt ihr eines Tages das Poesiealbum ihrer Mutter in die Hände und als sie es durchblättert, stellt sie fest, dass sie keinen der darin enthaltenen Namen kennt. Um mehr über das Leben ihrer Mutter und somit auch mehr über sich selbst zu erfahren, macht sie sich mit ihren zwei besten Freundinnen in einem Wohnmobil auf den Weg und versucht die Personen zu finden, die im Leben ihrer Mutter eine Rolle gespielt haben … Heike Wanner ist es in diesem Buch gelungen, zwei Geschichten – die Geschichte von Sophie und die ihrer Mutter – auf spannende Weise miteinander zu verbinden und gleichzeitig zu verdeutlichen, wie unverzichtbar wirklich gute Freunde in unserem Leben sind. Seid ihr neugierig auf unsere 12 Lieblingsbücher 2014 geworden? Dann habt ihr bis einschließlich 7. Januar Zeit bei der Verlosung eines Buchpakets mit allen 12 Büchern mitzumachen. Jetzt müsst ihr uns nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei: Da wir immer gerne Bücher verschenken, würden wir von euch gern wissen, welche Bücher ihr dieses Jahr zu Weihnachten verschenkt und wieso ihr euch für genau diese entschieden habt? Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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  • Über 300 Seiten in zwei Tage aufgesaugt! Hach war das guuut !!!

    Das Geheimnis der Lady Audley

    numinala

    05. August 2014 um 15:41

    Müßiggänger Robert Audley, der zwar Anwalt ist, aber noch nie als solcher tätig wurde, lebt in London vor sich hin. Das soll sich jedoch bald ändern... Auf der einen Seite ist dort sein Onkel - Sir Michael Audley – ein Witwer in den besten Jahren, der sich in die junge, bezaubernde, betörend schöne Lucy verliebt, die im Hause seines Arztes als Erzieherin tätig ist, und sie nach kurzer Zeit heiratet. Auf der anderen Seite trifft Robert nach langer Zeit seinen guten Freund Georg Talboys wieder, der grade aus Australien zurück gekehrt ist. Er hatte vor dreieinhalb Jahre seine Frau und sein Baby bei Nacht - mit nur einer kurzen Nachricht auf dem Nachtisch - verlassen um in der weiten Welt sein Glück zu machen und als reicher Mann zu seiner Familie zurückzukehren. Als er jedoch in London ankommt, erfährt er, das seine junge, wunderschöne Frau erst vor wenigen Tagen verstorben ist. Seine Trauer darüber ist überwältigend und so kümmert sich sein Freund Robert um ihn. Während Ihrer gemeinsamen Zeit möchte Robert mit George zu seinem Onkel reisen, um seine 'neue' Tante kennenzulernen. Allerdings kommt immer etwas dazwischen: mal ist Lady Audley zu unpässlich um Besuch zu empfangen, dann muß sie ganz plötzlich verreisen zu einer im sterben liegenden Bekannten. Die beiden Männer machen sich dann aber trotz allem auf den Weg, um ein paar Tage auf dem Land zu verbringen, zu angeln und sich wenigstens das Herrenhaus anzuschauen mit seinen vielen schönen Gemälden - unter anderem auch das noch nicht ganz vollendete Portrait der neuen Hausherrin - Lady Audley.... Kurze Zeit später ist George plötzlich spurlos verschwunden und das läßt Robert nicht mehr zur Ruhe kommen ..... Fazit Über 300 Seiten in zwei Tage aufgesaugt! Hach war das guuut !!! Das Buch ist 1862 erschienen und wurde nun überarbeitet, sodaß aus der Gouvernante eine Erzieherin und aus dem Advokat ein Anwalt wurde. Ein Buch, das ich schlecht aus der Hand legen konnte. Die richtige Mischung aus Spannung und Psychologie mit einem klitzekleinen Hauch Romantik - fast in schwarz/weiß gelesen ;0) Wenn ich daran denke, das ich das Buch erst über 150 Jahre nach seinem Erscheinen in den Händen hatte, frage ich mich fast ängstlich, wieviele richtig gute Bücher man noch verpaßt hat - buuaaaaa .... Also von mir eine absolute Empfehlung. Ein Buch ohne Blut, Explosionen und Gewalt, aber mit viel Spannung, Psychologie (Wahnsinn oder Boshaftigkeit...?) !!! Laßt Euch überraschen....!!! Viele Grüße von der Numi

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  • Leserunde zu "Das Geheimnis der Lady Audley" von Mary Elizabeth Braddon

    Das Geheimnis der Lady Audley

    Dryas_Verlag

    Suche 15 Testleser/innen, die einem Geheimnis im viktorianischen England auf den Grund gehen wollen. Zum Buchinhalt: Ein Londoner Anwalt versucht, den Mord an seinem Freund aufzuklären, doch die wunderschöne Lady Audley will dies mit allen Mitteln verhindern. Ihm wird schnell klar, dass Lady Audley ein dunkles Geheimnis hütet. Um den Mörder seines Freundes finden zu können, muss er es lüften. Ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt zwischen dem jungen Mann und der mysteriösen Frau. Bei dem Buch handelt es sich um die Übersetzung eines 1862 erschienen Krimis und damaligen Bestsellers. Der Text wurde bei der Übersetzung an heutige Lesegewohnheiten angepasst. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 27. November 24 Uhr. Die Übersetzerin Anja Marschall wird an der Runde teilnehmen. Eine Leseprobe aus dem Buch findet sich unter „Blick ins Buch“ auf der Verlagswebseite: http://www.dryas.de/ lady-audley/

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    • 293
  • Das Geheimnis der Lady Audley

    Das Geheimnis der Lady Audley

    Svanvithe

    03. April 2014 um 18:43

    1862 schockierte Mary Elizabeth Braddon die englische Nation zwar mit ihrem Roman "Das Geheimnis der Lady Audley" wegen der "zufälligen" Bigamie und einem ungestümen weiblichen Ehrgeiz, hatte damit aber gleichzeitig erfolgreich einen der beliebtesten sensationellen Romane der damaligen Zeit geschrieben. Sie bot mit dem kühnen Ehrgeiz ihrer im Mittelpunkt stehenden weiblichen Hauptfigur ein anderes Frauenbild, das so gar nicht dem herkömmlichen Vorstellungen des viktorianischen Englands von einer vermeintlichen Dame der höheren Gesellschaft entsprach. Bei diesem Roman kann man gleich von Beginn an seine Fantasie spielen lassen. Schon die ausführliche Beschreibung des Herrensitzes lässt das zu. So nähert man sich gern Audley Court mi seinen spitzen Giebeln, wuchernden Efeuranken, bunten Glasscheiben und einer dicken Eichentür inmitten eines Tals voller prächtiger Bäume, üppiger Weiden und von hohen Hecken gesäumter Wiesen. Als der ältere Witwer und Herr von Audley Court, Sir Michael Audley die wesentlich jüngere Lucy Graham im Hause des örtlichen Arztes, wo sie als Gouvernante der beiden Töchter arbeitet, sieht, verliebt er sich sofort in sie und heiratet die junge Frau, zum Leidwesen seiner 18-jährigen Tochter Alicia, ohne auch nur mehr von ihrer Vergangenheit zu kennen als die Behauptung, sie sei eine Waise. Nach der Heirat in einer Position, die ihr den Luxus ermöglicht, den sie erträumt hat, behagt es ihr scheinbar nicht, dass sich der Neffe ihres Mannes, Robert Audley, bei einem überraschenden Besuch von dem gerade aus Australien heimgekehrten George Talboys begleiten lässt. Dieser hat bei seiner Rückkehr vom Tod seiner geliebten Frau Helen Kenntnis erhalten und nimmt keinerlei Notiz von Dingen, die um ihn herum geschehen bis zu dem Moment, als er ein Bildnis von Lady Audley zu Gesicht bekommt. Wenig später ist er verschwunden. Robert Audley, der bislang eher sorglos und mit phlegmatische Gemüt als Advokat durchs Leben schreitet, ist vom Verschwinden seines Freundes ohne ein Wort dermaßen überrascht, dass er sich auf die Suche begibt und Nachforschungen anstellt. Dabei dringt er immer weiter in "Das Geheimnis der Lady Audley" vor, obwohl diese nichts unversucht lässt, ihn auf falsche Fährten zu locken und dabei auch vor unlauteren Mitteln und sogar einem Mordversuch nicht zurückschreckt. Dabei kann man im Grunde Lucy Graham zunächst nichts vorwerfen. Für eine Frau ihrer Zeit gibt es nicht viele Möglichkeiten. Die eine ist eine gute situierte Ehe, eine andere die Arbeit als Gouvernante. Dass Sir Michael Audley des Weges kommt, ganz vernarrt in sie ist und sie heiratet, verschafft ihr eine gesicherte Position. Dabei möchte man ihr die Ehrlichkeit zugute halten, die sie mit dem Geständnis beim Heiratsantrag ihres zukünftigen Mann an den Tag legt, dass sie ihn nicht liebe und seit ihrer Kindheit auf ihren Vorteil bedacht gewesen sei. Zudem mag man nicht glauben, dass sie überhaupt in der Lage ist, Menschen zu schaden, ihnen Böses anzutun. Und doch verbirgt sich hinter dem schönen Gesicht ein dunkles Geheimnis. Das Geheimnis, das sich dem Leser früh zu offenbaren scheint, in Gänze zu entwirren, bereitet großes (Lese)Vergnügen. Und mit den unermüdlichen Ermittlung von Robert Audley auf der Suche nach seinem Freund beginnt die sorglose Fassade der charmanten jungen Frau zu bröckeln, und der Leser bekommt einen Blick auf ihre wahre Persönlichkeit bis zur endgültigen Entdeckung der Wahrheit. Gleichzeitig erfährt auch der sonst eher langweilige Advokat, der bisher gleichmütig in den Tag hineinlebte und der nicht einmal die Avancen seiner Cousine Alicia bemerkt, eine Entwicklung zum Mann, der über längeren Zeitraum hartnäckiges Interesse an einer Sache beweist und auf Grund seines neu erworbenen Durchsetzungsvermögens der Lady Geheimnis ergründet. Trotz der Vorhersehbarkeit der Geschichte ist diese in sich atmosphärisch stimmig, die Protagonisten weisen eine genaue und tiefgründige Charakterisierung auf, einige überraschende Momente vermögen gleichwohl, einen leichten Spannungsbogen zu halten, der bei einer Kriminalgeschichte erwartet wird. Zur angenehmen und unterhaltsamen Lektüre trägt ebenfalls die bearbeitete, den heutigen Lesegewohnheiten angepasste Übersetzung von Anja Marschall bei. Die "Entstaubung" der Sprache der damaligen Zeit, die sie bei der neuen Übertragung des Textes ins Deutsche vorgenommen hat, deren Grundton allerdings durchaus beibehalten wurde, empfinde ich als gelungen. Zu guter Letzt lädt auch das zeitgemäß, viktorianisch-nostalgische Cover ein, dieses Kleinod der Literatur wieder zu entdecken. Einmal mehr beweist der Dryas Verlag, dass ein historischer Roman mit einem ansprechenden Umschlag versehen werden kann.

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  • Ein toller viktorianischer Krimi

    Das Geheimnis der Lady Audley

    Igelmanu66

    „Der Indizienbeweis ist ein wunderbares Gefüge, das sich aus einer Vielzahl von in allen Himmelsrichtungen gesammelten Kleinigkeiten zusammensetzt und doch gewichtig genug ist, um einen Menschen an den Galgen zu bringen. Ein Stück Papier, ein Fetzen von einem zerrissenen Bekleidungsstück, der Knopf, der an einem Mantel fehlt, ein Wort, das den übervorsichtigen Lippen des Schuldigen unbedacht entschlüpft ist, das Fragment eines Briefs. Unzählige Einzelheiten von so geringer Bedeutung, dass der Verbrecher sie vergessen haben mag, doch gleichzeitig sind sie stählerne Glieder in jener wundervollen Kette, welche die Kunst des Detektivs zusammenschmiedet. Und siehe, der Galgen wird errichtet. Die feierliche Glocke läutet im trüben Grau des frühen Morgens. Die Falltür knarrt unter den Füßen des Schuldigen, und die Strafe für das Verbrechen wird bezahlt.“   Der junge Anwalt Robert Audley hat sich nach Beendigung seines Studiums eigentlich hauptsächlich den schönen Dingen des Lebens gewidmet. Da er aus wohlhabendem Hause kommt, besteht auch keine Notwendigkeit, zu arbeiten. Als jedoch sein bester Freund eines Tages spurlos verschwindet und er den Verdacht hat, dass dieser Opfer eines Verbrechens wurde, beginnt er nachzuforschen. Tatsächlich stößt er schnell auf einige merkwürdige Dinge – und diese scheinen irgendwie mit der jungen Ehefrau seines Onkels zusammenzuhängen…   Dieser Krimi hat mich wieder total begeistert! Nachdem ich mich in den alten Schreibstil eingelesen hatte (das Buch erschien erstmals im Jahr 1862), konnte ich mich nicht mehr losreißen. Zum Glück hatte ich an einem Sonntag damit begonnen, so dass ich dranbleiben konnte ;-)   Wie der zum Detektiv gewordene junge Anwalt Puzzlestück für Puzzlestück zusammenträgt, ist überaus spannend geschrieben. Dazu gibt es einige erheiternde Momente, wenn der scharfsinnige Ermittler zwar kleinste Details – den Fall betreffend – bemerkt, aber einfach nicht begreift, dass seine Cousine in ihn verliebt ist. Gut hat mir zudem gefallen, wie der anfangs leichtlebige Robert anfängt, Verantwortung zu übernehmen. Fast könnte man sagen, er wird im Laufe des Buches „erwachsen“.   Das Buch beleuchtet zudem die Standesunterschiede zwischen Adel und „Normalsterblichen“ und die Rollen von Männern und Frauen. Über vieles, was zu dieser Zeit völlig normal war, kann man heute nur noch den Kopf schütteln. Auch dies ist für mich immer wieder interessant zu lesen!   Der Fall selbst wartet bis zum Schluss mit Überraschungen auf. Und Lady Audley (mit ihrem Geheimnis) bleibt trotz diverser Verdachtsmomente eine interessante und würdige Gegnerin. Ich vermute, der Autorin war aufgrund ihrer eigenen Vita daran gelegen, ihre Romanfigur als wehrhaften Charakter darzustellen. Sie war nämlich nicht nur das, was man heute eine Bestsellerautorin nennt, sondern sie ernährte früh ihre gesamte Familie und lebte über viele Jahre in „skandalös“ wilder Ehe.

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    • 7

    Blackfairy71

    28. March 2014 um 14:31
  • Lesenswerter klassischer viktorianischer Krimi

    Das Geheimnis der Lady Audley

    claude20

    07. January 2014 um 20:51

    Der Londoner Anwalt Robert Audley will den Mord an seinen  Freund Georg Talboys aufklären. Doch seine neue Tante, die wunderschöne Lady Audley, will seine Untersuchungen mit allen Mitteln verhindern. Schnell wird Robert klar, dass die Lady ein Geheimnis hat. Um den Mörder seines Freundes Georg zu finden muss er das dunkle Geheimnis der Lady lüften. Zwischen den Anwalt und Lady Audley beginnt nun ein Katz-und-Maus-Spiel bei dem es nur einen Gewinner geben kann. Wird es Robert Audley gelingen das Geheimnis zu entschlüsseln? Dieser Roman von Mary Elisabeth Braddon war bereits 1862 ein Bestseller, wurde sogar bereits verfilmt und auch als Theaterstück aufgeführt. Diese Version wurde nun neu von Anja Marshall übersetzt und für die heutige Zeit sprachlich überarbeitet.  Bei diesem sehr lesenswerten Krimi schafft es die Autorin mit sparsamen Mitteln und auch Logik viel Spannung, aber auch die viktorianische Zeit aufleben zu lassen. Der Schreibstil und die Erzählweise von Mrs. Braddon haben mir äußerst gut gefallen. Die Reise in die viktorianische Zeit war wundervoll, das Zusammenfügen aller losen Enden war unterhaltsam und dem Rätsel schlussendlich auf die Spur zu kommen war zudem erhellend. Insgesamt war die Geschichte in sich schlüssig und das Geheimnis für die damalige Zeit auch wirklich spektakulär.  Die Lektüre dieses Buches war bereits eine Bereicherung für mein Lesejahr 2014. Von mir bekommt dieses Buch 8 von 10 Punkte und eine Leseempfehlung. Ein wirklich erstklassiges Buch für alle Fans von klassischen Krimis und der viktorianischen Zeit.  © claude 

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