Mary Gaitskill

 3.8 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Bad Behavior. Schlechter Umgang, Die Stute und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Mary Gaitskill

Mary Gaitskill, geboren 1955, wuchs in Detroit auf. Sie wurde von mehreren Schulen geworfen, von ihren Eltern verstoßen und landete schließlich in einer Nervenklinik. Im Alter von sechzehn Jahren ging sie nach New York, später nach Toronto, und verdiente ihr Geld als Striptease-Tänzerin, Blumenverkäuferin, Sekretärin, Modell und Buchhändlerin. Während ihres Studiums an der Universität von Michigan schrieb sie ihre ersten Erzählungen und wurde 1981 mit dem Avery Hopwood Award ausgezeichnet. Sie lebt in New York, Manhattan. Sie gehört bis heute zu den wagemutigsten und unkonventionellsten Stimmen der amerikanischen Literatur. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und war Finalistin für den National Book Award und den National Book Critics Circle.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Mary Gaitskill

Cover des Buches Bad Behavior. Schlechter Umgang (ISBN: 9783351050795)

Bad Behavior. Schlechter Umgang

 (4)
Erschienen am 18.02.2020
Cover des Buches Die Stute (ISBN: 9783608100846)

Die Stute

 (1)
Erschienen am 11.03.2017
Cover des Buches Der verschwundene Kater (ISBN: 9783038200048)

Der verschwundene Kater

 (0)
Erschienen am 12.03.2014
Cover des Buches Two Girls, Fat and Thin (ISBN: 0684843129)

Two Girls, Fat and Thin

 (1)
Erschienen am 01.02.1998
Cover des Buches Bad Behavior (ISBN: 9781439148877)

Bad Behavior

 (1)
Erschienen am 21.07.2009
Cover des Buches Veronica (ISBN: 9781846686399)

Veronica

 (0)
Erschienen am 03.07.2008
Cover des Buches Veronica (ISBN: 0739334042)

Veronica

 (1)
Erschienen am 18.07.2006

Neue Rezensionen zu Mary Gaitskill

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Rezension zu "Bad Behavior. Schlechter Umgang" von Mary Gaitskill

Beeindruckend wie knapp, präzise und neutral Gaitskill Masochismus, Unterwerfung und Dominanz analysiert
mapefuevor 2 Monaten

Mary Gaitskills Skandalerzählungen über die geheimsten Wünsche und Sehnsüchte ihrer Figuren von 1988 in neuer deutscher Übersetzung von Nikolaus Hansen, einer meisterhaften.

Die Geschichten handeln von Frauen, die sich als Künstlerinnen, Schriftstellerinnen oder Schauspielerinnen durchschlagen. Sie leben in amerikanischen Metropolen, haben wenig Geld und sind unglücklich. Das toxische Beziehungsgeflecht ist meist von männlicher Erniedrigung und Schmerz geprägt. Beeindruckend wie knapp, präzise und neutral Gaitskill Masochismus, Unterwerfung und Dominanz analysiert. Sie weiß genau wovon sie schreibt, war selbst Straßenverkäuferin, Stripteasetänzerin/Callgirl/Model, Sekretärin und Buchhändlerin. Sie ist heute 65, mit 33 Jahren schrieb sie Bad Behavior. Unwillkürlich taucht der Begriff „autobiographisch“ auf, auch wenn man natürlich nicht wissen kann, wie nah die Storys am echten Leben dran sind, und welche überhaupt eine Ich-Erzählerin haben.

Eine Weile vergeht bis man sich inhaltlich an die Geschichten gewöhnt hat, dem Leser wird kalt und warm, bis er schwindlig ist. Vom Buch geht eine dunkle Magie aus. Am Ende kann er kaum aufhören zu lesen und bedauert, dass die neun Geschichten zu Ende sind und wünscht sich, es gäbe weitere Geschichten von Mary Gaitskill zu lesen.

Cover
Wen bereits Gaitskill mit Bad Behavior begeistert, der sollte sich noch das Portrait und die Werke von Ken Schles ansehen, er hat die Scene des Coverbildes aufgenommen. Seine Domäne ist die Schwarz-Weiß-Fotografie, dokumentarisch, ungeschminkt, realistisch und beeindruckend.  

Ken Schles, *1960 New York, Photograph und Autor, Titel des Coverbildes: Limelight (Ausschnitt mit Suzie Streetwalker), 1983. In Bildbänden von Ken Schles veröffentlicht: Invisible City / Night Walk 1983-1989.

Seine Photographien wurden im Museum of Modern Art, NY ausgestellt und weltweit von mehr als hundert Museen und Bibliotheken in deren Sammlungen aufgenommen.

Nachwort
Nachwort von Kristen Roupenian, * 1982 in Plymouth, MA, eine amerikanische Schriftstellerin, die 2017 mit ihrer Kurzgeschichte Cat Person bekannt wurde. Bestechende Analyse von Gaitskills Bad Behavior. Für Roupenian, wie für viele andere Autorinnen wurde Gaitskill zum Vorbild, insbesondre in diesem speziellen Genre. 

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Rezension zu "Bad Behavior. Schlechter Umgang" von Mary Gaitskill

Nicht mehr skandalös, dennoch lesenswert
dr_y_schauchvor 5 Monaten

Sexualität. Begehren. Obsession. Das ist es, was Mary Gaitskills Figuren umtreibt. Sei es die Kollegin, der One-Night- oder auch More-Nights-Stand, sei es die goldige, das Herz erwärmende (?) Prostituierte: Sie wecken Wünsche und Begehrlichkeiten, ohne die eigentliche Sehnsucht nach Liebe und Nähe wirklich befriedigen zu können.

Zugegeben, nach Büchern wie „Cat Person“, ganz zu schweigen von „Fifty Shades of gähnende Langeweile“ (hieß doch so, oder?), nehmen sich Gaitskills 1988 erstmalig erschienene Kurzgeschichten (Deutsch von Nikolaus Hansen) geradezu brav aus. Der Blick auf das, was schockiert, hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten offenbar sehr gewandelt. Und doch muss man sich bei der Lektüre von „Bad Behavior“ vor Augen halten, dass dies vor mehr als zwanzig Jahren durchaus eine neue Stufe weiblichen Literaturschaffens darstellte: Ein unverstellter Blick auf unterdrückte bzw. nur mühsam ausgelebte Triebe, geschrieben von einer Frau; dabei wertet Gaitskill nie, sie beobachtet, beschreibt, erzählt. Gibt es Böse, gibt es Gute? Gibt es Täter, gibt es Opfer? Gibt es überhaupt diese Unterscheidung, und schließt das Eine das Andere aus? 

Auch wenn „Bad Behavior“ heute vielleicht nicht mehr ganz so aufzurütteln vermag wie in den Achtzigern, stellt es doch eine lohnenswerte Lektüre dar; nicht nur, weil es einem die veränderten Lesegewohnheiten und vielleicht auch eine Verschiebung moralisch geprägter Anstandsvorstellungen vor Augen führt, sondern weil es schlicht und ergreifend richtig gut erzählt ist.

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Rezension zu "Bad Behavior. Schlechter Umgang" von Mary Gaitskill

Was vor dreißig Jahren war ...
EvyHeartvor 7 Monaten

Kurzgeschichten reizen mich und da ich manches von dem Buch gehört hatte, habe ich es angefordert. So "krass" habe ich es nicht empfunden. Es geht um Frauen (und ein paar Männer), die melancholisch durch die Stadt streifen, mit anderen schlafen, die einsam sind. Die anderen gefallen wollen, auf gesellschaftliche Events gehen, Freundschaften suchen, aber nicht finden. Ich fand die Texte eintönig. Und vielleicht sind wir in 30 Jahren zu weit gekommen. Vielleicht interessiert es wirklich niemanden mehr, wenn jemand über Akte schreibt.

Ansonsten: Die Texte haben ein typisch offenes Ende, was ich nicht schlimm fand. Der Schreibstil ist gut lesbar.

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