Mary Gaitskill

 3,8 Sterne bei 27 Bewertungen
Autor*in von Das ist Lust, Veronica und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Mary Gaitskill, geboren 1955 in Detroit, verdiente ihr Geld als Stripteasetänzerin, Blumenverkäuferin, Sekretärin, Model und Buchhändlerin. Während des späten Studiums schrieb sie ihre ersten Erzählungen. Seit ihrem Debüt »Bad Behavior« (1988) lotet sie die Ambiguität menschlicher Gefühle und Beziehungen aus wie sonst kaum jemand. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und lebt heute in New York.Bei Blumenbar liegen von ihr »Bad Behavior. Schlechter Umgang« und »Das ist Lust« vor. 

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Mary Gaitskill

Cover des Buches Das ist Lust (ISBN: 9783351050825)

Das ist Lust

(8)
Erschienen am 12.04.2021
Cover des Buches Bad Behavior. Schlechter Umgang (ISBN: 9783351050795)

Bad Behavior. Schlechter Umgang

(6)
Erschienen am 18.02.2020
Cover des Buches Veronica (ISBN: 9783351051013)

Veronica

(6)
Erschienen am 11.10.2022
Cover des Buches Die Stute (ISBN: 9783608981094)

Die Stute

(3)
Erschienen am 04.03.2017
Cover des Buches Der verschwundene Kater (ISBN: 9783038200048)

Der verschwundene Kater

(0)
Erschienen am 12.03.2014
Cover des Buches This is Pleasure (ISBN: 9781788165037)

This is Pleasure

(2)
Erschienen am 01.01.2019
Cover des Buches Bad Behavior (ISBN: 9781439148877)

Bad Behavior

(1)
Erschienen am 21.07.2009

Neue Rezensionen zu Mary Gaitskill

Cover des Buches Veronica (ISBN: 9783351051013)
Booklove91s avatar

Rezension zu "Veronica" von Mary Gaitskill

Booklove91
Veronica

Meine Meinung und Inhalt


Veronica erzählt Mary Gaitskill die Geschichte von Alison, einer ehemaligen Mode, die auf ihr Leben zurückblickt. en 1980er Jahren erlebte sie die glitzernde Welt der Mode in New York City, doch nun, in den frühen 2000ern, arbeitet sie als Reinigungskraft und kämpft mit Hepatitis C. Wäd sie sich an ihre Vergangenheit erinnert, denkt sie besonders an ihre Freundschaft mit Veronica, einer älteren Frau, die sie während ihrer Modelzeit kennenlernte und die später an AIDS erkrankte. Diesziehung prägt Alisons Sicht auf Liebe, Schönheit und die Vergänglichkeit des Lebens.

Der Rnechselt zwischen Alisons Erinnerungen und ihrem gegenwärtigen Leben hin und her. Gaitskilleuchtet dabei Themen wie Freundschaft, Krankheit und die Zerbrechlichkeit von Schönheit. Sie zeigt, gesellschaftliche Erwartungen, besonders in der Modewelt, die Identität von Frauen beeinflussen. Alisons Bezie zu Veronica dient als Spiegel, um über das eigene Leben und die Suche nach Sinn in einer oft widersprüchlichen Welt nachzudenken.

Veronica wurf seine emotionale Tiefe und den einzigartigen Schreibstil gelobt. Der Roman regt daz, über die Bedeutung von Freundschaft und die Auswirkungen von gesellschaftlichen Normen auf das individuelle Leben nachzudenken. Gaitskill schafft ese Leser in die komplexen Gefühle ihrer Protagonistin eintauchen zu lassen und dabei die Schattenseiten des menschlichen Daseins zu beleuchten.

Insgesamt ist Veronika bewegender Roman, der die Leser dazu einlädt, über die eigenen Beziehungen und die Vergänglichkeit des Lebens nachzudenken. Gaitskills einfühlsame Erweise macht das Buch zu einer lohnenden Lektüre für alle, die sich für tiefgründige Geschichten interessieren.


Cover des Buches Veronica (ISBN: 9783351051013)
L

Rezension zu "Veronica" von Mary Gaitskill

Lust_auf_literatur
Veronica

Gerade beendet, mit einem dicken Kloß im Hals und Liebe im Herzen.

„Voller Dankbarkeit, voller Freude werde ich sein.“


Aufmerksam wurde ich auf diesen Roman und die Autorin durch Daniel Schreiber, der den bereits 2005 in den USA erschienene, ins Deutsche übersetzt hat. Gaitskill ist in den USA eine bekannte und ausgezeichnete Schriftstellerin, die sich in ihren Werken mit Frauenrollen und Sexualität ,aber auch kontroverseren Themen wie Prostitution und BDSM, auseinandersetzt.


Ich empfand „Veronica“ nicht als kontrovers, sondern eher als einen zart erzählten Roman, der seine Kraft nicht durch Dramatik und laute Effekte, sondern durch leises und genaues Hinschauen entfaltet. 

Im Zentrum des Romans steht die Beziehung zwischen Alison, der Ich-Erzählerin, und Veronica. Zuerst schrieb ich „Freundschaft“, doch das löschte ich wieder, denn es ist komplexer. Da sind komplizierte Gefühle zwischen den beiden unterschiedlichen Frauen, eines ist jedoch konstant. Sie können sich voreinander zeigen, wie sie wirklich sind, es sind keine Masken nötig, keine Schutzpanzer. Und obwohl jede die andere in all ihrer Fehlbarkeit, Menschlichkeit und ja, auch Hässlichkeit erkennt, bleiben sie einander verbunden, mal loser, in manchen Phasen wieder tiefer. 

Es ist letztendlich Liebe.


Gaitskill erspart ihrer Erzählerin wenig, gezeichnet vom Leben an Körper und Geist, blickt sie auf ihr Leben und ihre Beziehungen zurück. Es gibt berührende Szenen von Selbsthass und Selbstbestrafung, aber auch von Erkenntnis und Hoffnung. Schon früh erfährt man, dass Veronica an Aids gestorben ist, aber erst in den letzten Kapiteln erfährt man mehr über diese letzten Wochen. Diese Kapitel haben mich sehr bewegt.


Mit welcher Lebensreife und Weisheit Gaitskill unsere menschliche Zerbrechlichkeit beschreibt, wie sie ihre Ich-Erzählerin hinter die Schutzmauern anderer blicken lässt und auch mit sich selbst immer ehrlich ist, hat mich stark beeindruckt. Wo die Gesellschaft vordergründig nur abgelebte Verlierertypen sieht, blicken wir mit  Alison hinter die Fassade und sehen oft Traurigkeit und Verlust.


Der Roman ist sicher kein Crowd pleaser und kein Straßenfeger. Ich mochte ihn, den mit „Veronica“ fühle auch ich mich trotz meiner Fehler und Eitelkeiten als Mensch erkannt und, welch unendlicher Trost, geliebt.


Für mehr Buchvorstellungen, kommt doch auch auf meinem Instagram Account @lust_auf_literatur vorbei!

Cover des Buches Veronica (ISBN: 9783351051013)
Olivia_Groves avatar

Rezension zu "Veronica" von Mary Gaitskill

Olivia_Grove
Hypnotische Gefühlstiefe & Zerbrechlichkeit menschlicher Beziehungen

Dieser außergewöhnlich intensive Roman spielt hauptsächlich in Paris und Manhattan, in den verzweifelt glitzernden 1980er Jahren und besticht durch die zeitlose Tiefe und moralische Kraft eines Märchens.

Auf jeder Seite dieses metaphorischen Werkes schimmert seine hypnotische Gefühlstiefe und Zerbrechlichkeit menschlicher Beziehungen hindurch. Eine stilistische Studie voller Abstraktionen über Freundschaft, Liebe, Schmerz, Krankheit und Ablehnung.

Lang nicht war ich von einem Schreibstil so angetan wie hier – einzigartig wortgewandt, mit unglaublich vielen intelligenten Metaphern und einer bittersüßen Ironie; – geschaffen mit einem sprachlich beeindruckenden Potpourri. Bis zur letzten Seite überrascht uns die Autorin mit ihrer Sprache, die das Buch, zumindest in dieser Hinsicht, zu einem Meisterwerk macht.

Gleichzeitig macht es genau das auch anstrengend, zu lesen. Kurz vor der Hälfte, begann es mich, zu erschöpfen, denn Gaitskills Erzählung steht der Geschichte im Weg. Gibt es eine Geschichte, einen roten Faden? Ich bin mir nicht sicher.


"Wir betraten die große nächtliche Blüte des Vergnügens, eine weit geöffnete riesige dunkle Lilie, die von betrunkenen Feen bevölkert war." (S. 162)

~

"Die Schatten der Nacht und ihrer Geräusche flimmern feierlich in den Regenpfützen; spiegelverkehrte Welten aus plätscherndem Silber gleiten vorbei, durchsetzt von ein paar Schlammklumpen und grünem Unkraut." (S. 87)


Wir begleiten die Protagonistin durch das Leben, das inmitten der nächtlich glamourösen Tyrannei der Modelindustrie spielt. Dabei spüren wir all die Schmerzen, Freuden, Schönheit und Hässlichkeit, die damit einhergehen.

Miss New-York-Model inmitten von Glitzer-Drogenparties. Doch es ist viel mehr. Ein Mysterium, das sie wie einen Schleier umgibt. Fotos von ihr, "die einen Hauch von Europa ausstrahlten und den Hauch einer Welt, in der minderjährige Mädchen reihenweise sexuell genötigt wurden." (S. 217)


Die strahlende Vergangenheit bricht in die graue Gegenwart.

Leider haben die bewussten, sich verschiebenden Zeitlinien, Gedanken und das Fehlen einer wahrhaft treibenden Handlung meine angeregte Leseerfahrung getrübt.

Also bin ich wirklich hin und her gerissen von diesem Buch.

Ich habe es aufgrund der poetischen Handwerkskunst genossen, aber in der Geschichte an sich hat mir das gewisse Etwas gefehlt, vielleicht auch einzig und allein der rote Faden.

Somit gibt es von mir vier Sterne, wenn auch wackelige vier Sterne. Weil Sie es sind, Mary Gaitskill.


"Ich trinke meinen Kaffee. Menschen aus dem Traum der vergangenen Nacht stolpern in dunkle Räume, schreien einander an und bemühen sich, ihr Handeln vor mir geheim zu halten." (S. 12)

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