Mary H. Herbert Die letzte Zauberin (Edition Anderswelt)

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Inhaltsangabe zu „Die letzte Zauberin (Edition Anderswelt)“ von Mary H. Herbert

Spannung, Klischees und Rechtschreibfehler

— Pergamentfalter
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  • Rezension zu "Die letzte Zauberin"

    Die letzte Zauberin (Edition Anderswelt)
    Pergamentfalter

    Pergamentfalter

    11. February 2017 um 11:53

    "Die letzte Zauberin" erzählt die Geschichte von Gabria, einer Häuptlingstochter, die nach der Ermordung ihres gesamten Klans den Täter zur Rechenschaft ziehen will. Um das zu erreichen, nimmt sie die Identität ihres toten Bruders an, auch wenn diese Entscheidung nach Klanrecht ihren Tod bedeutet, sollte jemals die Wahrheit herauskommen. Als Gabria in den Bergen einer Hunnuli-Stute, einem der geheimnisvollen magischen Pferde, begegnet, ist das der Beginn einer Reise, auf der sie mehr über sich selbst herausfindet, als sie jemals geahnt hätte. Gabria holte mich auf den ersten Seiten auf dem Weg fort von den Trümmern ihres Zuhauses ab und nahm mich mit auf ihren Weg quer durch das Reich der elf Klane. Ich konnte miterleben, wie sie sich Stück für Stück weiterentwickelte, über sich hinauswuchs und mehr und mehr von einem Mädchen zu einer jungen Frau wurde. Ich fand sie von den ersten Seiten an sympathisch und habe gern ihre Reise mitverfolgt. Die Handlung selbst ist zunächst in zwei "Bücher" und diese wiederum in einzelne Kapitel unterteilt. Den Erzähler würde ich am ehesten als allwissend bezeichnen, wobei das bei diesem Buch nicht so ganz deutlich ist. Mal wird aus der Perspektive einzelner Charaktere in Er/Sie-Form geschrieben - wobei mitunter Andeutungen auf die Zukunft gemacht werden, die der Charakter unmöglich selbst machen kann - und dann wiederum ist es eindeutig eine gottähnliche Perspektive von oben herab auf alle Figuren. Geschrieben ist die gesamte Geschichte in der Vergangenheitsform, wodurch sie des Öfteren wie ein Reisebericht wirkt. Der Verlauf der Handlung ist eine Mischung aus spannenden Wendungen und Klischees. Einerseits entwickelt Mary H. Herbert Gabrias Welt von Kapitel zu Kapitel weiter, gibt ihr immer neue Details und überraschte mich mit zahlreichen unerwarteten Wendungen und Geschehnissen. Andererseits nehmen Handlungen von zumindest teilweise klischeehaft gezeichneten Charakteren der Geschichte ihre Lebendigkeit. Es gibt den großen starken Anführer, in den sich Gabria natürlich verliebt und der über all ihre Fehler hinwegsieht. Den gutaussehenden, mächtigen Tyrannen, der nichts als Macht im Kopf hat. Den engstirnigen Priester, der nichts außer seiner Lehre als wahr und richtig ansieht. Den alten Häuptling, für den nur das Alte gut und richtig ist und der jegliche Neuerungen ablehnt. Die sanfte kleine Frau eines anderen großen Herrschers, die anscheinend nur das Gute sieht ... Ich könnte eine ganze Weile so weitermachen. Zwar waren die Charaktere nicht vollständig aus Klischees aufgebaut, aber ihre Häufung hat mich mehrfach genervt und der Geschichte einen Teil ihrer sonst möglichen Lebendigkeit genommen. Die Sprache des Buches möchte ich dieses Mal auch erwähnen, denn sie hat mich mitunter stark verwirrt. Es war eine merkwürdige Mischung aus Umgangssprache, "normaler Buchsprache" und gehobener Sprache. Dabei ist es nicht so, dass die Klanmenschen sich umgangssprachlich unterhalten und die Adligen gehoben - das hätte ich verstanden. Vielmehr wechselt die Sprache einzelner Charaktere, mal aufgrund von Emotionen, mal einfach so, ohne erkenntliche Ursache. Möglicherweise ist das auch der Übersetzung geschuldet - das kann ich nicht beurteilen. Dennoch empfand ich es in dieser Version des Buches als störend. Ebenso gestört haben mich die unzähligen Rechtschreibfehler. Aus einem Jungen wurde gefühlt an jeder zweiten Stelle ein "junge", aus Namen wie Amara oder Nara gern mal "Mara" oder "Nora", es fehlten Buchstaben, es waren welche zu viel oder Satzzeichen wurden einfach mal weggelassen. Nervig! Vor allem, da sie in der Häufung deutlich meinen Lesefluss störten. Fazit Hier klaffen Handlung und Umsetzung deutlich auseinander - während die Handlung weitgehend überzeugen konnte, mangelt es an sprachlicher Einheit und Rechtschreibung.

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