Und über mir das Meer

von Mary Lynn Bracht 
4,5 Sterne bei2 Bewertungen
Und über mir das Meer
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schnaeppchenjaegerins avatar

Fiktionale Geschichte, die auf historischen Fakten beruht und sehr einfühlsam und glaubhaft geschildert und mich schockiert hat.

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Eine Geschichte, die unter die Haut geht und einen nicht mehr so schnell los lässt. Toll!

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Inhaltsangabe zu "Und über mir das Meer"

»Ein tief berührender Stoff über die Grausamkeit des Krieges und die Beharrlichkeit der Liebe.« The Bookseller
Korea, 1943. Hanas Mutter hat sie immer gewarnt: Pass auf deine Schwester auf, und komm den japanischen Soldaten nicht zu nahe. Wie ihre Mutter ist Hana eine Haenyeo, eine der Taucherinnen, die in den Tiefen der See nach den Schätzen des Meeres sucht. Doch dann passiert es doch, während Hana im Wasser ist. Ihre Schwester Emi ist in Gefahr entdeckt zu werden, und Hana kann sie nur retten, indem sie sich selbst opfert. Sie wird von japanischen Soldaten entführt und in ein Bordell des Militärs gebracht. Aber sie wäre nicht eine Haenyeo, wenn sie sich ihrem Schicksal fügen würde.Südkorea, 2011. Emi hat die letzten sechzig Jahre versucht zu vergessen, welch großes Opfer ihre Schwester für sie gebracht hat. Doch erst als sie sich ihrer Vergangenheit stellt, kann sie beginnen, ihren Frieden zu finden und vielleicht auch zu verzeihen ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783809026815
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Limes
Erscheinungsdatum:24.09.2018

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    schnaeppchenjaegerins avatar
    schnaeppchenjaegerinvor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Fiktionale Geschichte, die auf historischen Fakten beruht und sehr einfühlsam und glaubhaft geschildert und mich schockiert hat.
    Fiktionale Geschichte, die auf historischen Fakten beruht -sehr einfühlsam und glaubhaft geschildert

    Die 16-jährige Hana ist eine Haenyeo, eine Taucherin, die auf der südkoreanischen Insel Jejudo zusammen mit ihrer Mutter nach Meeresfrüchten taucht. Es ist das Jahr 1943, als sie von japanischen Soldaten entführt wird, um ihre jüngere Schwester Emiko zu schützen. Das unschuldige Mädchen wird brutal in die Mandschurei verschleppt und muss dort in einem Militärbordell den japanischen Soldaten gefügig sein. Trotz aller Erniedrigungen, Schmerzen und Quaken lässt sich Hana nicht unterkriegen und träumt den unwahrscheinlichen Traum, ihre Familie wiederzusehen. 

    2011 reist die ältere Dame Emiko zu ihren Kindern nach Südkorea, um dort an der 1000. Demonstration der sogenannten Trostfrauen in Seoul gegen die japanischen Kriegsverbrechen teilzunehmen. Nach über 60 Jahren der Verdrängung hofft sie dort ihre Schwester wieder zu finden. 

    "Und über mir das Meer" erzählt die Geschichte Koreas anhand des herzzerreißenden Schicksals zweier Schwestern, die während des Zweiten Weltkriegs voneinander getrennt worden sind. 
    Romane über den Zweiten Weltkrieg in Europa habe ich einige gelesen, aber die Ereignisse während des Zweiten Weltkriegs in Asien waren mit bisher nicht geläufig. Sehr bildhaft und berührend erzählt die Autorin mit koreanischen Wurzeln von der Stärke der Haenyeo, die während der japanischen Besatzung in den Tiefen des Meeres mehr Freiheit genossen als der Rest der Bevölkerung. 

    Schockierend ist die Gewalt und Brutalität, die von japanischen Soldaten ausgeht und vor allem die wehrlosen und unschuldigen jungen Frauen und Kinder betrifft. Zehntausende wurden entführt, vergewaltigt und deportiert, um als Trostfrauen zu dienen. Hana ist dabei eine von vielen Zwangsprostituierten, die als Haenyeo nie ihren Kampfgeist und Mut verliert und die vor allem die Gedanken an ihre jüngere Schwester und Familie in Korea am Leben erhalten. Trotz der Gefahr für Leib und Leben und der Hoffnungslosigkeit einer Sklavin im Bordell gibt sie nicht auf, für ihre Freiheit zu kämpfen. 

    Die jünger Emi hat die Verschleppung ihrer Schwester all die Jahre verdrängt und versucht erst als Großmutter, Hana ausfindig zu machen. In Rückblenden erfährt man, wie sie den Krieg erlebt hat und auch ihr Leiden wird - wenn auch nicht in der Brutalität wie Hanas Schicksal - überzeugend und bewegend erzählt. 

    "Und über mir das Meer" ist eine fiktionale Geschichte, die auf historischen Fakten beruht und deshalb besonders schockierend ist. Einfühlsam und glaubhaft schilder Mary Lynn Bracht die traurigen Schicksale der beiden jungen Mädchen, die fesseln und mich das Buch kaum aus der Hand legen ließen. Man fühlt den Schmerz und die Entbehrungen fast selbst körperlich und bis zum Schluss ist es spannend zu erfahren, wie Hana ihrem Schicksal trotz, ob sie es als eine der wenigen "Trostfrauen" schafft, zu überleben und ob die beiden Schwestern nach all den Jahren wieder vereint werden. 

    Die Ereignisse des Jahres 1943 stehen im Fokus des Romans und zeigen die Sinnlosigkeit und Brutalität eines Krieges, der vor allem unschuldige Zivilisten trifft. Wichtig ist aber auch der Blick in die Zukunft, in das Jahr 2011, als die Frauen zum 1000. Mal seit 1992 mittwochs auf die Straße gehen und die Gräueltaten der Japaner anprangern. Entschuldigungen müssen geleistet und Reparationen vorgenommen werden, um Vergangenes wieder gut zu machen. 

    Tatsächlich hat die japanische Regierung erstmals 1993  eingeräumt, "Trostfrauen" gegen ihren Willen für sie arbeiten zu lassen, diese Erklärung aber 2007 wieder zurückgenommen. 2015 haben sich die japanische und südkoreanische Regierung darauf verständigt, dass über die Ereignisse um die "Trostfrauen" in Zukunft geschwiegen werden soll und eine eigens zum Gedenken errichtete Friedensstatue wieder entfernt. Entsetzlich! Umso wichtiger ist es, dass es Bücher wie die von Mary Lynn Bracht #gegendasVergessen, ein für mich beeindruckendes Debüt und fesselndes Drama gibt. 

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    Kitty_Catinas avatar
    Kitty_Catinavor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Eine Geschichte, die unter die Haut geht und einen nicht mehr so schnell los lässt. Toll!
    Traurig aber wahr

    Korea, 1943: Hana ist 16 Jahre alt und eine Haenyeo, eine der Frauen, die im Meer nach Meerestieren tauchen und damit ihre Familien ernähren. Als ihrer kleinen Schwester droht, von einem japanischen Soldaten entführt zu werden, opfert sich Hana für sie und wird selbst verschleppt, um in einem Bordell als Zwangsprostituierte zu arbeiten.

    Südkorea, 2011: Emi gibt sich seit Jahrzehnten die Schuld daran, dass ihre Schwester verschleppt wurde. Zu Besuch bei ihren Kindern in Seoul wird sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Wird sie es schaffen, sich selbst zu vergeben?


    Ein ganz großes Dankeschön geht an den Limes Verlag, dass ich dieses wunderbare und tiefgründige Buch als Rezensionsexemplar zugeschickt bekommen habe. Diese Geschichte hat mich sehr bewegt und nachdenklich zurückgelassen.

    An den Schreibstil der Autorin musste ich mich zwar erst einmal gewöhnen, da das Buch größtenteils im Präsens geschrieben ist, aber darüber hinaus ist er recht leicht zu lesen und ich kam gut durch die Geschichte. Allerdings muss ich sagen, dass manche der Kapitel, die abwechselnd aus Sicht von Hana und Emi geschrieben sind, schon etwas sehr lang waren.

    Die Geschichte war, wie schon erwähnt, sehr tiefgründig und hat mich wirklich mitgerissen, ist sie doch an tatsächliche Geschehnisse im Korea der vierziger Jahre angelehnt, die schlimmer kaum hätten sein können. Damals wurden viele koreanische Frauen von den Japanern als „Trostfrauen“ missbraucht, was Auswirkungen bis in die heutige Zeit hat. Die Geschichte dieser Frauen erzählt Mary Lynn Bracht anhand ihrer Protagonistin Hana, die für alle Opfer von Kriegsvergewaltigungen steht. Das erklärt sie auch in ihren emotionalen Anmerkungen am Ende des Buches. Dabei merkt man, das ihr dieses Thema sehr am Herz liegt. Und trotz, dass die Geschichte eher nüchtern erzählt wird, habe ich extrem mit Hana, aber auch Emi, mitgelitten und die ganze Zeit gehofft, dass die Handlung wenigstens zu einem guten Ende führt. Außerdem fand ich die Haenyeo sehr interessant und deren Leben. Diese Frauen und ihre Arbeit haben mich tatsächlich beeindruckt. Das Ende dann hat mich nicht enttäuscht, auch wenn es nicht alle Fragen, die ich mir im Laufe der Geschichte gestellt hatte, zu einhundert Prozent aufklärt. Was mich allerdings ein bisschen gestört hat war, dass einige Szenen meiner Meinung nach ein bisschen zu sehr in die Länge gezogen wurden und ich dadurch ab und zu die Konzentration verloren habe. Manchmal hätten diese ruhig etwas kürzer ausfallen können.

    Was die Charaktere angeht, so finde ich, dass die meisten von ihnen etwas bildlicher hätten beschrieben werden können. Leider konnte ich mir kaum einen Charakter bildlich vorstellen, was echt schade war. Ansonsten sind sie aber alle sehr gut geschrieben und ich habe vor allem die beiden Schwestern sehr gemocht. Beide mussten viel durchmachen und obwohl Hana diejenige ist, der so etwas Schreckliches angetan wurde, ist für mich Emi die tragischere Figur. Außerdem finde ich gut gelöst, dass kein Volk im Allgemeinen zum Feindbild gemacht wurde. Stattdessen gibt es einen Antagonisten, der nicht einfach nur böse ist, sondern ein Charakter mit vielen Facetten. Man bekommt sehr gut vor Augen geführt, was der Krieg aus den Menschen macht und somit ist dieser das eigentliche Feindbild in der Geschichte.

    Alles in allem kann ich nur sagen, dass dieser Roman einer von denen ist, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Er hat mich gleichfalls unterhalten und fassungslos gemacht und mir einen Einblick in ein Thema gegeben, von welchem ich vorher noch gar nichts wusste. Wer also tragische Geschichten mit Tiefgang mag, sollte auf jeden Fall hierzu greifen.

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