Die Musik der verlorenen Kinder

von Mary Morris 
4,0 Sterne bei24 Bewertungen
Die Musik der verlorenen Kinder
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Neue Kurzmeinungen

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Eine Reise in die 20er Jahre der Jazz-Hochburg Chicagos - Turbulent, abenteuerlich und voller Musik

SinjeBs avatar

Ein Buch, das mir überhaupt nicht lag. Langatmig, amerikanisch und irgendwie so gar nicht mitnehmend (trotz aller realer Höhen und Tiefen).

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Inhaltsangabe zu "Die Musik der verlorenen Kinder"

Die Musik war ihre einzige Liebe – bis sie einander fanden.

Amerika, um 1920: Fasziniert von der neuen Musik, die ganz Chicago erobert, widersetzt sich Benny Lehrman dem Willen seines Vaters und kämpft darum, Pianist werden zu dürfen. Im Nachtclub der Familie der jungen Pearl findet er Zuflucht, Freundschaft – und erlebt seine erste Liebe. Doch schon bald steht er vor der Wahl zwischen der Musik und denen, die ihm nahestehen.

Das dramatische Schicksal zweier Familien in den Roaring Twenties – so mitreißend wie eine Nacht voller Musik.

„Eine schillernde Geschichte voller Poesie und Feuer.“ New York Times.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783746632728
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:Aufbau TB
Erscheinungsdatum:05.12.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    Pixibuchvor 2 Jahren
    Die Musik der verlorenen Kinder

    Das Cover besticht durch die Fassade von Chicago. Ein Buch der leiseren Töne. Hektik wäre hier fehl am Platz. Das Buch erzählt uns die Geschichte von Benny, Napoleon und Pearl. Benny ist der Sohn eines jüdischen Fabrikanten, der Mützen herstellt. Seit sein kleiner Bruder damals im Schneesturm starb und er sich schuldig an dessen Tod führt, ist das Klavierspiel seine einzige Leidenschaft. Hier kann er vergessen. Bei seinen Botengängen für seinen Vater kommt er auch in die nicht so zu empfehlenden Ecken der Stadt. Hier wird Jazz gespielt, was Benny total fasziniert und er eignet sich diesen Stil und diesem Swing an. Napoleon ist ein Waisenkind, er kam aus den Süden nach Chicago und spielt die Trompete wie ein junger Gott, er läßt sie schluchzen, jauchzen und Tierstimmen produzieren. Pearl verliert drei ihrer Brüder bei einem Schiffsunglück, mit den verbliebenen Brüdern und ihren beiden Schwestern betreibt sie eine Bar. In dem Buch erfahren wir, wie diese drei Personen zusammenkommen, lesen über ihr Schicksal, über ihr Leben. Jeder von den Dreien ist unglücklich, mit seinem Leben nicht zufrieden. Wir bekommen Einblick in die goldenen 20iger Jahre des 20. Jahrhunderts. Hier werden fiktive Personen mit Al Capone, Benny Goodman, Duke Ellington, Louis Armstrong vermischt. Das Leben der einfachen Bevölkerung während der Prohibition ist ärmlich und sehr hart und es herrscht überall Arbeitslosigkeit. Und doch ist der Jazz immer und überall zu hören. Mary Morris führt uns in eine andere Welt, sie beschreibt die Wege von Benny derart plastisch, man fühlt sich selbst auf den Wegen in Chicago unterwegs. Mir hat dieses Buch einige Dinge nähergebracht, die ich so noch nicht gesehen habe.

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    sursulapitschis avatar
    sursulapitschivor 2 Jahren
    All that Jazz

    Nachdem ich einige kritische Rezensionen zu diesem Buch gelesen habe, wollte ich es schon fast nicht mehr lesen. Gut, dass ich es getan habe, ich bin positiv überrascht.

    Hier bekommt man plastisch und gut recherchiert ein Stückchen Zeitgeschichte erzählt.  
    Im Chicago der 20er Jahre schlagen sich zwei begnadete Musiker durchs Leben. Benny Lehrman vergisst die Welt, wenn er Klavier spielt, kann Alltagssituationen so eindrucksvoll musikalisch umsetzen, dass auch Zuhörer die Welt vergessen. Sein schwarzer Freund Napoleon schafft Ähnliches mit der Trompete. Sie entdecken den Jazz, der Chicago im Sturm erobert.

    Das Buch holt weit aus und bettet die Handlung ein zwischen den Weltausstellungen in Chicago 1893 und 1933, eine hübsche Idee. Man erfährt vordergründig die Geschichte Bennys und seiner Familie und auch die der kleinen Pearl, die immer wieder den Weg der beiden Musiker kreuzt. Und nebenbei erlebt man, wie aus der kleinen Stadt Chicago eine Metropole wird, die für Musik und ihr Nachtleben steht, wo Al Capone regiert und wo in Flüsterkneipen trotz Prohibition der Alkohol in Strömen fließt.  

    Immer wieder werden authentische Ereignisse eingeflochten. Aufsehenerregende Kriminalfälle, die Chicago bewegten, finden Erwähnung, bekannte Musiker wie Lois Armstrong, Bix Beiderbecke oder King Oliver bekommen ihre Auftritte. Die Zeit wird lebendig, das macht Spaß und ist interessant.
    Die eigentliche Geschichte dagegen bleibt etwas blass. Die Erzählweise ist zu nüchtern, um wirklich mitzureißen, die Figuren quälen sich oft mit hölzernen Dialogen. Hier und da wird auch sehr detailverliebt Musikgeschichtliches referiert. Das ist wohl das, was vielen den Spaß an dem Buch verdorben hat.  

    „Die Musik der verlorenen Kinder“ ist nicht die anrührende Schmonzette, die das Cover verspricht. Wer eine Liebesgeschichte im Musikermilieu der roaring Twenties lesen will, ist hier falsch. Wer aber etwas über die Geschichte des Jazz und das wilde Chicago der 20er Jahre erfahren möchte, sollte es lesen. Mir hat es gefallen.



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    vielleser18s avatar
    vielleser18vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Geschichte voller Musik mit Höhen und vor allem Tiefen bei den Protagonisten. Nach Anlaufschwierigkeiten hat sie mich doch noch gepackt
    Der JazzPalast

    Das Buch beschreibt das Leben einiger Protagonisten in den Jahren zwischen 1915 und 1933 in Chicago.
    Da ist einmal Benny Lehrman, Sohn eines Baseball-Kappen-Fabrikanten, dessen Familie den Verlust des jüngsten Sohnes verarbeiten muss. Benny, der anders als seine Brüder,  schon immer von Musik,  Rhytmen und die Chigagoer South Side angezogen wurde, ist begeistern von der neuen Musikrichtung Jazz. Er hört es bei den Schwarzen, Heimlich. Denn seine Familie will davon nichts wissen. Verbietet es ihm. Doch Benny findet immer wieder einen Weg.
    Pearl verliert an dem Tag, an dem sie Benny das erste Mal (unbewußt) sieht, drei ihrer Brüder durch ein tragisches Unglück, bei dem mehr als 800 Menschen in Chicago ums Leben kommen. Jahre später betreibt sie mit ihrem überlebenden Bruder und ihren Schwestern ein Lokal. Immer noch von dem Verlust überschattet mühen sich die Geschwister um ein Überleben.
    Napoleon Hill ist ein schwarzer Trompeter, der es schafft, mit seiner Leidenschaft zur Musik, aus dem Süden zu entkommen um im Norden sein Glück zu versuchen. Doch nicht alle sind im wohlgesinnt.

    Die Geschichte verwebt das Leben der drei Protagonisten. Anfangs sind es verschiedene Handlungsstränge, die die Autorin immer mehr verwebt. Anfangs laufen sich die Akteure unerkannt über den Weg, doch je älter sie werden, desto mehr kreuzen sich ihre Bahnen, verschlingt sich ihr Schicksal.
    Immer wieder wechseln die Perspektiven. Anfangs wird manches Ereignis knapp und kurz erzählt, da hat mir manchmal schon die Tiefe oder auch das Wissen zum Verständnis gefehlt, manche Ereignisse habe ich erst einmal im Internet nachgelesen, damit ich es besser einsortieren konnte. Es hat ein bisschen gebraucht, bis ich den Draht zu dieser Geschichte gefunden hatte, aber dann hat sie mich doch gepackt.
    Anders als der Klappentext hinten suggeriert, ist es für mich keine Liebesgeschichte, keine Geschichte, in dem es vordergründig um Liebe oder Familie geht. Es geht eindeutig um die Musik. Um Jazz. Um die Liebe zum Jazz und den Spaß am Musikmachen, als Zeichen des Ausdrucks. Und für mich ist alles andere nur Randgeschehen. Ergreifend erzählt die Autorin, wie die Akteure erst Schmerz verspüren mussten, Leid erfahren mussten, um ihre Gefühle mit Musik ausdrücken zu können.
    Es sind die 20er Jahre des vorherigen Jahrhunderts. Ein Zeitalter, dass vielleicht "golden" anfing, doch sich immer wieder verändert hat. Viele Auswirkungen hat die Autorin gut dargestellt. Prohibition, die Wirtschaftskrise. Die Mafia, Al Capone und die Spannungen zwischen den Religionen und Hautfarben. Aber auch die technischen Fortschritte. Musiklegenden werden manchmal ganz im Nebensatz kurz erwähnt. Louis Armstrong, Duke Ellington.

    Die Autorin hat einen ganz eigenen Stil. Sie schöpft aus dem Vollen, dennoch hinkt man als (unwissender) Leser manchmal hinterher. Sie lässt ihre Erzählstränge manchmal hin und her "tanzen", manchmal ist der Stil zu flott, zu wechselhaft oder zu kurz angerissen, nicht tiefgehend genug.  Dennoch haben mich ihre Protagonisten berühren können, habe ich sie verstehen können, habe viele Bilder beim Lesen vor Augen gehabt. Habe die Musik gespürt - die Liebe zur Musik, die hier über allem steht.

    Fazit:
    Eine Geschichte voller Musik mit Höhen und vor allem Tiefen bei den Protagonisten. Nach Anlaufschwierigkeiten hat sie mich doch noch gepackt!

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    Miamous avatar
    Miamouvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Zwar atmosphärisch sehr dicht erzählt, der Funken konnte aber nicht überspringen. Die Figuren waren nicht griffig genug!
    Musik ist Verbindung...

    Bekanntlich verbindet ja Musik! Wenn man als Leser dann auch noch in das Chicago der 1920er entführt wird, dann erwartet man schon so einiges. Der Klappentext zu „Die Musik der verlorenen Kinder“ konnte mich daher zunächst mal wirklich sofort einnehmen und ich war äußerst gespannt, wie sich die Geschichte vor mir entwickeln würde. Und sie beginnt auch gleich sehr tragisch – emotional, als Pearl und Benny zusehen müssen, wie ein Schiff am Hafen von Chicago untergeht und sie tatenlos zusehen müssen, wie Pearls Brüder ertrinken. Dann trennen sich ihre Wege und sie treffen einige Jahre später wieder aufeinander. Benny ist Pianist und der Chicagoer Jazzmusik sehr zugeneigt. Pearl betreibt nach dem Tod ihrer Mutter den familiären Nachtclub weiter, wo auch Napoleon gerne seine Trompete zur Hand nimmt. Eines Tages kommt er mit Benny im Schlepptau an und dieser erkennt recht schnell, dass Pearl das Mädchen ist, dass er vor Jahren wie zufällig auf dem Chicagoer Hafen kennengelernt hat.

    Im Grunde muss ich gestehen, dass ich mir durch den Klappentext eine ganz andere Geschichte erhofft habe. Natürlich habe ich mir gewünscht, dass die Musik das allverbindende Element ist, was auch der Fall war. Doch das ganze Drumherum blieb eher farblos, emotional schwach und mit einem sehr hauchdünnen Roten Faden. Wenn die Autorin die Nachtclubs in Chicago beschreibt, deren Musik, deren Swing und auch den Voodoo – Zauber der Stadt, dann erzählt sie atmosphärisch sehr dicht. Man hört und fühlt die Musik und man ist sofort in der Zeit gelandet. Doch leider hatten die Figuren für mich zu wenig Griffigkeit und auch die Handlung an sich konnte mich nicht für sich einnehmen.

    Benny ist ein wenig der klassische Träumer. In früher Kindheit ist sein Bruder gestorben, weil er ihn in einem Schneesturm verloren hat. Obwohl er daran nicht Schuld trägt, bekommt er besonders von Seiten des Vater immer wieder zu spüren, dass er besser aufpassen hätte sollen. Er muss sich daher seinen Weg erkämpfen, da er Pianist werden will, obwohl er keine Unterstützung von seinem Elternhaus kriegen wird. Ganz gegen sein Verantwortungsbewusstsein, verlässt er daher die Familie um sein Glück zu versuchen. Ich würde nicht sagen, dass Benny ein unsympathischer Charakter gewesen wäre. Er war hilfsbereit, ein Ruhepool und hatte dieses gewisse Etwas, sodass man ihn einfach mögen mag. Trotzdem hätte er gut und gerne noch viel viel mehr in die Tiefe beschrieben werden können, da er der eigentliche Hauptcharakter in diesem Buch war. Pearl hingegen war mir in dem Buch zu wenig präsent. Auch sie war ein klassischer Charakter und agierte trotz ihres jungen Alters schon wie eine Erwachsene, was in dem Buch auch ganz klar beschrieben wird, da sie älter aussieht, als sie eigentlich ist. Auch sie liebt die Musik, aber gleichzeitig auch die Stille. Oft geht sie an den Michigansee, wo sie sich in der Stille treiben lassen kann. Es ist schade, dass man sie als Leser nur auf so wenigen Strecken begleitet. Napoleon und Opal waren die großen Nebengestalten. An Napoleon machte die Autorin das Thema der Rassentrennung fest und mit Opal das zügellose Leben der „Roaring Twenties“. Obwohl die Charaktere aufgrund ihrer Lebensgeschichten das große Zeug hatten, sehr emotional und in die Tiefe gehend aufzutreten, blieb dieser Effekt für mich vollkommen aus.

    Die Handlung selbst wirkte für mich oft nur als eine Aneinanderreihung verschiedener Situationen, die aber wenig miteinander zu tun hatten. Erst gegen Ende hin gab es mehr Zusammenhänge und logische Verkettungen, sodass man das Buch mit einem nicht ganz so schlechten Gefühl weglegen kann.

    Wie in jedem historischen Roman muss auch Mary Morris für den ihren eine enorme Recherchearbeit an den Tag gelegt haben. Sie greift viele zeitgeschichtliche Themen auf (Rassentrennung, Börsencrash, 1. Weltkrieg, Juden, Al Capone und Louis Armstrong) und verflechtet sie mal mehr mal weniger gut in ihre Geschichte. Trotzdem sind es aber genau diese Themen, die den Grundstein für die Handlung bilden und die sich sehr interessant lesen lassen.

    Das wirklich sehr große Plus des Buches ist sein Schreibstil. Die Autorin hat eine sehr bildgewaltige Sprache, die sehr atmosphärisch erklärt und die einem als Leser doch irgendwie sehr gut in die Geschichte holen kann. Das Buch liest sich daher sehr flüssig und es fällt einem durchaus nicht leicht das Chicago der 1920er Jahre zu verlassen.

    Ich würde aufgrund meiner Kritikpunkte keine uneingeschränkte Leseempfehlung abgeben. „Die Musik der verlorenen Kinder“ ist definitiv ein musisches Buch, was ich, gepaart mit dem sehr außergewöhnlichen Schreibstil, wirklich sehr toll fand. Doch leider konnten mich die Figuren nicht wirklich erreichen. Für mich war es schlussendlich auch so ein Fall, wo der Klappentext etwas vollkommen Anderes suggeriert, als dann tatsächlich in dem Buch steht.

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    Blausterns avatar
    Blausternvor 2 Jahren
    Die Musik der verlorenen Kinder

    Chicago in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts: Der jüdische Benny Lehrmann verliert während eines Schneesturms auf dem Weg zur Schule seinen jüngeren Bruder, der später tot aufgefunden wird. Nicht nur er gibt sich die Schuld an seinem Tod, sondern auch seine Eltern. Er soll später das Hutgeschäft seines Vaters übernehmen, aber dazu verspürt er wenig Lust. Sein Leben gehört der Musik. Dem Jazz, nach dem er immer wieder in den schwarzen Vierteln lauscht. Er will Pianist werden. Auf seinen Streiftouren lernt er den schwarzen Trompeter Napoleon kennen, der sein bester Freund wird. Keine einfache Verbindung in der Zeit des Rassismus. So trifft er auch wieder auf Pearl, deren Familie einen Nachtclub führt. Während eines Fährschiffunglücks im Hafen hatte er sie bei der Bergung der Leute kennengelernt. Sie hatte gleich drei ihrer Brüder verloren.
    Man landet hier direkt im Chicago der Zwanziger, einer Stadt, in der der Jazz regiert. Auf jeder Seite spürt man direkt die Musik, wie sie einem selbst in die Adern kriecht und auch die Liebe der Autorin zu ihrer Heimatstadt. Die Stadt hat mit dem Rassismus zu kämpfen, der Wirtschaftskrise und auch mit der Mafia. Und die Musik macht es den Leuten alles etwas leichter zu ertragen. Sie fliehen förmlich in diese Richtung, und auch wir werden mitgerissen. Unter anderem mit den Klängen von Louis Armstrong. Aber auch bekannten Personen begegnen wir, wie Al Capone. Das alles macht diesen Roman hundertprozentig authentisch. Die Figuren sind ebenso glaubhaft wie verschieden. Da gibt es den eigenen Benny, der nur für die Musik zu leben scheint. Nur mit ihr fühlt er sich verstanden und kann so sein Trauma um den verstorbenen Bruder vergessen. Den schwarzen Trompeter Napoleon, in seiner Art sehr bedachtsam und der zu Bennys besten Freund wird und Pearl, die eine ganze Familie zusammenhalten muss, da ihre Mutter gestorben ist. Der Schreibstil ist tiefsinnig und versetzt uns in eine sehr interessante Zeit voll wunderbarer Klänge.

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    Tine2502s avatar
    Tine2502vor 2 Jahren
    schöne Idee...schlechte Umsetzung

    Der Roman „Die Musik der verloren Kinder“ von Mary Morris spielt im Jahr 1920 in Chicago. Es beschreibt hauptsächlich das Leben von drei jungen Menschen - Benny, Pearl und Napoleon. Für alle drei spielt die Musik eine wichtige Rolle im Leben.
    Benny, der Sohn eines Fabrikbesitzers, möchte aus seinem vorbestimmten Leben ausbrechen und sich voll und ganz dem Klavierspielen und der Musik hingeben.
    Dies wird ihm bewusst, als er den Afroamerikaner Napoleon in einer Bar spielen hört. Er ist so sehr fasziniert von der Geschmeidigkeit und Leichtigkeit mit der die Töne auf der Trompete von Napoleon gespielt werden, dass er sich in den Kopf setzt ein großer Pianist zu werden.
    Benny und Pearl lernen sich bei einem tragischen Schiffsunglück kennen, bei dem drei Brüder von Pearl verunglücken. Nach diesem Schicksalsschlag verlieren sich beide aus den Augen… jedoch nicht für immer.
     
    Der Klapptext und das Cover des Buches versprechen ein großartiges Buch. Beides ist sehr ansprechend und gerade das Cover hätte mich im Laden dazu gebracht, den Klapptext zu lesen.
    Jedoch muss ich leider gestehen, dass ich nach dem Lesen das Buch ziemlich zäh und langatmig finde. Mich hat es leider nicht wirklich mitgerissen.
    Die Story an sich war sehr nett und man konnte sich recht gut in die einzelnen Protagonisten hinein versetzen, aber dann hat mir persönlich irgendwie der Pepp gefehlt - leider.

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    Nelebookss avatar
    Nelebooksvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine ganz nette Geschichte, die mir oft langatmig vorkam und mich nicht richtig fesseln konnte.
    Die Musik der verlorenen Kinder

    Inhalt: "Die Musik war ihre einzige Liebe – bis sie einander fanden. Amerika, um 1920: Fasziniert von der neuen Musik, die ganz Chicago erobert, widersetzt sich Benny Lehrman dem Willen seines Vaters und kämpft darum, Pianist werden zu dürfen. Im Nachtclub der Familie der jungen Pearl findet er Zuflucht, Freundschaft – und erlebt seine erste Liebe. Doch schon bald steht er vor der Wahl zwischen der Musik und denen, die ihm nahestehen. Das dramatische Schicksal zweier Familien in den Roaring Twenties – so mitreißend wie eine Nacht voller Musik."

    Cover: Das Cover finde ich schön, ansprechend und es passt zum Genre. Ganz verstehe ich jedoch den Titelteil mit "verlorenen Kinder" nicht ganz und die Abbildung der Frau finde ich auch nicht passend, da man hauptsächlich Benny begleitet.

    Schreibstil : Der Schreibstil ist gut und ich konnte flüssig lesen.

    Charaktere : Benny ist ein mir recht sympathischer Junge, allerdings konnte ich mich nie in ihn hineinversetzen und habe daher alles von außen betrachtet. Napoleon ist mir zu Anfang recht sympathisch, doch ich konnte auch mit ihm nie ganz warm werden. Oral konnte ich nie richtig leiden - zu selbstsüchtig, kurzsichtig und undankbar. Pearl hingegen war mir von Anfang an sympathisch. Ich hätte lieber öfter sie als Benny begleitet. Bennys Eltern mochte ich nicht - sie schienen ihren Sohn nie ernst zu nehmen und ihm mal richtig zuzuhören.

    Handlung : Zu Anfang fand ich die Geschichte recht interessant. Doch es hat sich immer wieder lange gezogen bei Abschnitten, in denen nicht viel (Interessantes) passiert und alles eher schleppend geht. Benny hat einen Traum und verwirklicht ihn mehr oder weniger für einige Zeit. Es sterben einige Leute, was ich an sich natürlich traurig finde, doch kamen all solche Emotionen nicht aus dem Buch bei mir an. Ich habe das alles eher distanziert als involviert betrachtet, was bestimmt auch ein Grund dafür ist, dass es mir etwas langatmig erschien.

    Fazit : Eine interessant Idee, deren Umsetzung mich leider nicht packen und fesseln konnte.

    (c) Nelebooks

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    Bella5vor 2 Jahren
    Chicago in den Goldenen Zwanzigern

    Vorab: 

    Der Roman lässt sich meiner Meinung nach flüssig lesen, auch wenn manche Begebenheiten vielleicht etwas ausführlich erzählt werden.




    Ich liebe Geschichten, die in den Goldenen Zwanzigern stattfinden. Die historischen Krimis von Volker Kutscher etwa, die im Berlin der Weimarer Republik spielen. Oder die TV- Serie „Boardwalk Empire“, welche durch das Leben von   Enoch Lewis "Nucky" Johnson, der Stadtkämmerer und Alkoholschmuggler in Atlantic City war, inspiriert wurde (In der Serie heisst er Enoch Thompson).  
    Auch „Die Musik der verlorenen Kinder“ vom MARY MORRIS habe ich sehr gerne gelesen, denn insbesondere die Kulturgeschichte kommt im Roman nicht zu kurz! Der Originaltitel „THE JAZZ CLUB“ gefällt mir aber sehr viel besser als der deutsche Titel, der in meinen Ohren sehr melodramatisch klingt. 

    Die Story ist in Chicago angesiedelt. Die Handlung kreist um drei Protagonisten – Benny, Pearl und Napoleon. Benny und Pearl begegnen sich zufällig unter tragischen Umständen und verlieren sich wieder aus den Augen, nicht ahnend, was das Schicksal für sie bereit halten wird.
    Die Protagonisten haben in ihrem Leben schon viel Leid erfahren. Napoleon, einem Trompeter mit afroamerikanischen Wurzeln, macht die Rassentrennung schwer zu schaffen, denn er darf nur in bestimmten Clubs spielen. In Benny findet er jedoch einen guten Freund und Musiker. 
    Benny und Pearl sind beide jüdischen Glaubens. Ihr Lebensweg scheint vorgezeichnet. Benny soll als guter Sohn im Familienbetrieb arbeiten, seine Begeisterung für die neue Musikrichtung namens Jazz stößt in der Familie des Pianisten jedoch auf Unverständnis, zumal die Familie einen Sohn durch einen Schneesturm verloren hat. 
    Pearl ist auch traumatisiert, da drei ihrer  Brüder ertrunken sind. Mit extremem Fleiß und großer Gewissenhaftigkeit versucht sie , das Fehlen  der  Brüder auszugleichen und die Mutterrolle für die jüngeren Geschwister zu übernehmen, als die Matriarchin stirbt. 

    Als sie Benny und Napoleon spielen hört, ist ihr klar: Diese Combo muss im familieneigenen Club auftreten …

    „Die Musik der verlorenen Kinder“ funktioniert auf mehreren Ebenen:


     Einerseits ist es eine Geschichte über die Kraft der Freundschaft und den Zauber der Musik. Andererseits spiegelt der Roman auch die amerikanische Geschichte wider. Chicago als Schmelztiegel der Kulturen und Ziel von (Arbeiterklasse)Einwanderern, Rassentrennung, Kriminalität und Aufbruchstimmung in den Roaring Twenties, Prohibition und Schattenwirtschaft, Flüsterkneipen und Jazz als Ausdrucksmittel einer neuen Generation. Oft spielten schwarze Musiker für ein weißes Publikum, womit die Rassentrennung zwar nicht de facto aufgehoben, aber doch ein wenig aufgeweicht wurde.  
    Inhalt, Stil und Sprache haben mir sehr gut gefallen. 


    Sehr gerne empfehle ich daher „DIE MUSIK DER VERLORENEN KINDER“ von Mary  Morris zur Lektüre. 

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    Julia2610s avatar
    Julia2610vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein tolles Buch, das einen auf eine Reise in die schillernde Welt der 1920er Jahre mitnimmt.
    Ein musikalisches Buch

    In dem Roman „Die Musik der verlorenen Kinder“, welche um das Jahr 1920 in Chicago spielt, geht es um junge Menschen, deren Leben die Musik ist. Sie spielen in vielen Bars und leben und fühlen komplett mit der Musik. Im Vordergrund der Story steht Benny, der sich seinen Eltern widersetzt und nicht in der Fabrik der Familie arbeiten möchte, sondern lieber Pianist werden möchte. Natürlich darf die Liebe auch nicht zu kurz kommen. 

    Das Buch lässt sich sehr locker und leicht lesen. Man fühlt sich richtig in die Vergangenheit zurückgesetzt. Da ich Musik auch über alles liebe, konnte ich mich gut in die Musiker hineinversetzen, dass Musik alles für sie bedeutet und sie ohne Musik nicht leben können. 

    Als Leser erfährt man viel über die Personen. Neben Benny gibt es da auch noch Pearl. Ein Mädchen, das es nicht leicht hatte, nachdem drei ihrer Brüder bei einem Schiffsunglück gestorben sind. Auch Napoleon spielt eine wichtige Rolle. Er spielt die Trompete und ist ein Schwarzer. Damals hatten sie es sehr schwer. Das wird in dem Buch sehr deutlich. 

    Die Autorin schafft es die Schicksale der drei sehr gut miteinander zu verbinden ohne groß auf die Tränendrüse zu drücken, sondern indem sie es mitfühlend und detailliert beschreibt. 

    Ich habe das Buch wirklich verschlungen, da es mir sehr gut gefallen hat. Leider habe ich mich in der Mitte der Story ein wenig verloren, da ich nicht genau wusste, worauf die ganze Geschichte hinauslaufen soll. Es war zwischendurch teilweise einfach eine Aneinanderreihung von Geschehnissen ohne wirklich einen roten Faden zu haben. Das ist mein einziger Kritikpunkt, für den ich einen Stern abziehen werde. 

    Insgesamt ist es aber ein total schönes Buch, das einen in eine andere Zeit und Welt entführt und Spaß macht zu lesen. Jeder, der Musik liebt, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen. 

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    Antika18s avatar
    Antika18vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein MUSS für jeden Liebhaber des Jazz und der " Roaring Twenties "
    " The Roaring Twenties "

    Zum Inhalt:

    Chicago in den Zwanziger Jahren:

    Getrieben von seiner Leidenschaft zur Musik durchstreift der junge Benny Tag für Tag die Straßen der " Schwarzen " bis er eines Tages eine ihm unbekannte Melodie hört - den Jazz. Von da an lebt er nur noch für diese Musik und wehrt sich gegen alle Zwänge der Gesellschaft und gegen seine Familie.
    Auch der schwarze Napoleon ist dem Jazz erlegen und immer auf der Suche nach " Freiheit "
    Im Nachtclub von Pearl - die ebenso wie Benny und auch Napoleon ein schweres Schicksal erleiden musste - finden alle drei zusammen und träumen von einer besseren Zukunft......

    Meine Meinung :

    Mit viel Hingabe und Liebe zum Detail beschreibt die Autorin das Leben in Chicagos 20er Jahren. Schillernd wird das Aufkommen des Jazz ( damals noch als Negermusik verpönt ) sowie das Nachtleben und die Suche der Menschen nach ein wenig Abwechslung aus dem tristen Dasein dargestellt.
    Gekonnt lässt die Autorin auch das Emporkommen von Louis Armstrong, die Prohibition, die Rassenkonflikte und die große Wirtschaftskrise in die Welt der Musik einfließen.
    In diese " Welt " hat Mary Morris das Schicksal dreier Menschen eingeflochten, welche durch ihre Liebe zur Musik miteinander verbunden sind.

    Ich persönlich fühlte mich direkt in Roaring Twenties hinversetzt und habe die Musik in den Beinen gespürt!



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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    aufbauverlags avatar

    Die Musik war ihre einzige Liebe – bis sie einander fanden. 

    Amerika, um 1920: Fasziniert von der neuen Musik, die ganz Chicago erobert, widersetzt sich Benny Lehrman dem Willen seines Vaters und kämpft darum, Pianist werden zu dürfen. Im Nachtclub der Familie der jungen Pearl findet er Zuflucht, Freundschaft – und erlebt seine erste Liebe. Doch schon bald steht er vor der Wahl zwischen der Musik und denen, die ihm nahestehen.
    Das dramatische Schicksal zweier Familien in den Roaring Twenties – so mitreißend wie eine Nacht voller Musik.

    „Eine schillernde Geschichte voller Poesie und Feuer.“ New York Times.

    Zur Leseprobe: http://www.aufbau-verlag.de/media/Upload/leseproben/9783746632728.pdf

    Über Mary Morris

    Mary Morris, geboren in Chicago, ist Autorin mehrerer Kurzgeschichtensammlungen und Romane. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und preisgekrönt. Sie lebt in Brooklyn, New York, und ist Dozentin für Kreatives Schreiben. Zu ihren ehemaligen Studentinnen gehört Jodie Picoult, die meint, Morris habe ihr alles beigebracht, was sie als Autorin könne, und dieses Buch sei der beste Beweis dafür. Mehr zur Autorin unter www.marymorris.net.

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    P
    Letzter Beitrag von  Pixibuchvor 2 Jahren
    https://www.lovelybooks.de/autor/Mary-Morris/Die-Musik-der-verlorenen-Kinder-1354681503-w/rezension/1434448133/ Danke für das großartige Buch und für die schönen Lesestunden. Ich habe meine Rezension noch in 5 anderen Foren gepostet. Entgegen der Meinung manch anderer Leser fand ich das Buch phänomena l.Man konnte sich richtig in die Zeit um 1920 herum hinenversetzen. En tolles Thema und gut recherchiert und geschrieben.
    Zur Buchverlosung

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