Dieser Roman ist irgendwie so gar nicht, wie ich erwartet hatte. Und trotzdem hat es unheimlich viel Spaß gemacht, ihn zu lesen. Es ist faszinierend, wie die Autorin es geschafft hat trotz dieser ernsten Thematik einen sanften Humor mit in die Geschichte zu weben.
Wir begleiten Amy, die alles versucht, um die Beziehung mit ihrem (noch) verlobten Josh irgendwie wieder ein wenig spannender zu gestalten. Was sie dabei alles durchmacht und lernt, muss selbst gelesen werden.
Es gab ein paar Szenen, die für mich nicht so Recht ins Bild gepasst haben und das Ende wirkte ein wenig gezwungen. Trotzdem hat es alles in allem sehr viel Spaß gemacht, dieser Geschichte eine Chance zu geben.
Ich bleibe mit ein wenig gemischten Gefühlen zurück und konnte trotzdem unglaublich viel zum Thema Selbstfindung und bei sich bleiben mitnehmen. Denn auch in langjährigen Beziehungen ist es wichtig, dass man sich selbst nicht verliert. Die Kunst ist es, sowohl mit sich selbst als auch mit seinem Partner im Reinen zu sein, sodass jede Partei sie selbst bleiben und man sich gegenseitig ergänzen kann.
Mary Newnham
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Quelle: Verlag / vlb
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This isn't happiness
Neue Rezensionen zu Mary Newnham
"Sei nicht so hart mit dem armen Dr. Daddy - er leidet an an dieser Krankheit, bei der er seine Gefühle nur durch Ablehnung zeigen kann. Ultratraurig, aber extrem verbreitet bei alten, britischen Heteromännchen."
Amys Liste, was man als richtige Erwachsene bis dreißig so erreicht haben müsste, gibt es wohl hundertfach: Heirat, Haus, Karriere. Auf das Haus wird in "This isn´t happines" zwar gerade noch gespart und mit der Hochzeit wollen Josh und sie lieber noch ein bisschen warten. Aber dann überfällt Josh Mutter das Paar geradezu mit einer spontanen Hochzeit, inklusive deren Finanzierung. Amy sieht sich zur Zustimmung buchstäblich genötigt und so sind es nur noch wenige Wochen bis zum großen Tag. Aber passen Josh und sie wirklich zusammen? Nicht nur, dass ihre Interessen mittlerweile meilenweit auseinander liegen. Zu allem Überfluss hatten die beiden schon monatelang keinen Sex. Und während Amy sich ihrem Schicksal und der Aufgabenliste zur Hochzeitsplanung ergibt, nagen die Zweifel an ihr.
Ich habe das Buch aufgrund des Klappentextes gelesen, der interessant erschien. Aber so einen guten Roman hätte ich nicht erwartet. In erster Linie ist die Geschichte unheimlich unterhaltsam. Das liegt an den vielen, auch schrillen Figuren, die dem Leser ans Herz wachsen. Die meisten - auch Nebenfiguren - sind durchaus komplex angelegt. Die Klischees, die ich vor der Lektüre im Kopf hatte, werden überhaupt nicht aufgegriffen. Stattdessen wirken die Freunde und (Bald-)Verwandet umso liebenswerter - eben weil auch sie nicht perfekt sind.
Was auf den ersten Blick wie eine typische Liebesgeschichte mit seichtem Unterhaltungsniveau wirken mag, ist in Wirklichkeit total tiefgründig. Es geht um Frauenrechte, um die Fragen, wer man ist und wer man sein kann, um die Suche nach dem richtigen Weg. Wer zwischen den Zeilen liest findet hier tiefsehende Themen und gekonnte Motive, die immer wieder aufgegriffen werden. Wer darauf keine Lust hat, wird aber trotzdem gut unterhalten. Diese Balance gelingt nicht vielen Autorinnen. Und daher ist Mary Newnhams Debüt eine absolute Herzensempfehlung.
Dieser Roman brachte mich zum Lachen und zum Durchatmen zugleich…. This Isn’t Happiness von Mary Newnham (wunderbar übersetzt von Johanna Czerny) tat genau das. Der Ton ist leicht, der Humor sitzt, und trotzdem schwingt da eine unterschwellige Schwere mit, die mich erwischte. Dieses eigenwillige Gleichgewicht zwischen Witz und Melancholie fühlt sich an wie der Moment, in dem man lächelt, obwohl man innerlich längst ahnt, dass etwas nicht stimmt. Und genau dort lebt Amy: zwischen Haltung bewahren und Zähne zusammenbeißen. Sehr gelungen!
Ich mochte sie von der ersten Sekunde an. Ihr freundliches, leicht chaotisches „Ich krieg das schon hin“-Mantra wirkt unglaublich nahbar, und gleichzeitig möchte man sie immer wieder schütteln, weil sie Konflikte lieber weglächelt, statt sie auszusprechen. Zum Haare raufen. Besonders die kleinen Alltagsfluchten, mit denen sie versucht, ihre wachsende Unzufriedenheit zu überdecken, haben mich mitten ins Herz getroffen – vielleicht weil sie so echt sind, so menschlich.
Das Großartige an diesem Buch ist, dass es keine künstliche Dramatik braucht, um zu fesseln. Die Autorin beobachtet Beziehungen mit einem so scharfen, liebevollen Blick, dass schon alltägliche Momente emotional treffen. Es sind die Zwischentöne, die unausgesprochenen Dinge, die winzigen Verschiebungen im Miteinander – genau die, die man im eigenen Leben oft viel zu spät bemerkt. Und diese Ehrlichkeit tut weh, aber sie tut auch unglaublich gut.
Was mich ebenfalls begeistert hat, ist der Humor: intelligent, manchmal bissig, immer genau getimt. Ich habe oft gelacht, obwohl die Szene darunter einen ernsten Kern hatte – und genau dieses Gleichgewicht macht den Roman so stark. Er ist nie deprimierend, aber auch nie seicht. Er schenkt Leichtigkeit, ohne etwas schönzureden.
Besonders schön fand ich, wie sich im Hintergrund eine Frage immer deutlicher abzeichnet: Was bedeutet Glück – und wem gehört es eigentlich? Mary Newnham behandelt dieses Thema so zugänglich, so warmherzig und gleichzeitig so klar, dass man automatisch mitdenkt, mitfühlt und sich selbst an ein paar stillen Stellen wiedererkennt.
This Isn’t Happiness ist für mich ein Roman, derds Mut macht, das Herz wärmt und einen mit einem wunderbar hellen Gefühl zurücklässt: dass Veränderung möglich ist, und dass man sich selbst wiederfinden darf.
Eine klare Empfehlung – gerade weil es so echt und so überraschend leichtfüßig erzählt ist.
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