Mary Robinette Kowal

 4,3 Sterne bei 83 Bewertungen
Autor*in von Die Berechnung der Sterne, Für die Sterne bestimmt und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Mary Robinette Kowal, 1969 in North Carolina geboren, ist nicht nur Schriftstellerin, sondern auch eine ausgebildete Puppenspielerin. Sie hat bereits mehrere Romane und Kurzgeschichten im Science-Fiction- und Fantasy-Genre veröffentlicht. Darunter auch einige, die speziell für das Audioformat konzipiert wurden.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Mary Robinette Kowal

Cover des Buches Die Berechnung der Sterne (ISBN: 9783492705974)

Die Berechnung der Sterne

(46)
Erschienen am 03.01.2022
Cover des Buches Für die Sterne bestimmt (ISBN: 9783492707343)

Für die Sterne bestimmt

(19)
Erschienen am 27.10.2022
Cover des Buches Die Berechnung der Sterne (ISBN: B09MV3PYJ3)

Die Berechnung der Sterne

(8)
Erschienen am 03.01.2022
Cover des Buches Das Original (ISBN: 9783837160130)

Das Original

(1)
Erschienen am 25.07.2022
Cover des Buches Die Berechnung der Sterne (ISBN: 9783844927870)

Die Berechnung der Sterne

(0)
Erschienen am 03.01.2022
Cover des Buches Shades of Milk and Honey (ISBN: 9781472102492)

Shades of Milk and Honey

(2)
Erschienen am 03.10.2013

Neue Rezensionen zu Mary Robinette Kowal

Cover des Buches Die Berechnung der Sterne (ISBN: 9783492705974)
Japanophilies avatar

Rezension zu "Die Berechnung der Sterne" von Mary Robinette Kowal

Japanophilie
Raumfahrt, Rechenkunst und Widerstand

„Die Berechnung der Sterne“ von Mary Robinette Kowal erzählt eine alternative Geschichte der 1950er-Jahre: Nach einem Meteoriteneinschlag droht die Erde langfristig unbewohnbar zu werden. Die Mathematikerin und Pilotin Elma York arbeitet deshalb am Raumfahrtprogramm mit, das die Menschheit retten soll.

Dabei erkennt Elma, dass nicht nur Männer ins All fliegen sollten. Gegen Vorurteile, Rassismus und Sexismus kämpft sie darum, selbst Astronautin zu werden und auch anderen Frauen den Weg in die Raumfahrt zu öffnen. Der Roman verbindet Wissenschaft, Gesellschaftskritik und persönliche Entwicklung zu einer Geschichte über Mut, Gleichberechtigung und den Traum vom Überleben im Weltall.

Ich bin durch die Auszeichnungen bei den Nebula Awards auf das Buch und die Autorin aufmerksam geworden. Da ich Science-Fiction in nahezu jeder Hinsicht faszinierend finde, war ich erfreut, als ich den Roman in der Onleihe entdeckt habe. Zunächst wollte ich mir den ersten Band ausleihen, bevor ich mir die Serie kaufe und erst dann feststelle, dass mir der Schreibstil nicht gefällt.

Kowal beginnt die Handlung von „Die Berechnung der Sterne“ rasant. Ein Meteorit stürzt auf die Erde und sorgt an seinem Einschlagspunkt für verheerende Zerstörung. Die Protagonistin Elma und ihr Ehemann Nathaniel befinden sich nicht in unmittelbarer Nähe, doch kurz nach dem Einschlag werden sie auf ihrer Flucht von der Druckwelle verletzt. Mit Glück schaffen es die beiden in Elmas Flugzeug und treffen in der Luft auf ein militärisches Flugzeug, das ihnen sicheres Geleit zu einem Flugplatz gibt.

Nach einer spektakulären Landung begreifen Elma und ihr Mann, dass sie Flüchtlinge sind, weil ihr Wohnort dem Erdboden gleichgemacht wurde. Dadurch verlieren sie ihr Zuhause und viele Menschen aus ihrem Umfeld. Doch es bleibt kaum Zeit zum Trauern, denn Elma soll für Nathaniel berechnen, wie groß der Meteorit war. Dabei macht sie eine erschreckende Entdeckung bezüglich der langfristigen Auswirkungen auf das Klima. Die Menschen müssen die Erde verlassen, und es liegt an Elma, Nathaniel und anderen Forschenden, ein Programm für die Kolonisation des Weltraums aufzubauen.

Dafür sollen Astronauten ins All geschickt werden, um auf dem Mond oder dem Mars Kolonien aufzubauen. Elma und viele ihrer Freundinnen sind während des Zweiten Weltkriegs für die Vereinigten Staaten Flugzeuge geflogen. Umso schockierter sind die Frauen, dass sie von ihren männlichen Kollegen ausgeschlossen werden, wenn es darum geht, den Weltraum zu erkunden.

Elma setzt sich deshalb öffentlich für Frauen im Raumfahrtprogramm ein und versucht, auf die ungerechte Behandlung aufmerksam zu machen. Dabei hat sie große Probleme, in der Öffentlichkeit oder vor größeren Gruppen zu sprechen. Sie ist eine intelligente Frau, die sich mit Kopfrechnen beruhigt, und trotz aller Schwierigkeiten kämpft sie für das Recht von Frauen, als Astronautinnen das Weltall zu erobern.

Im Nachwort beschreibt Kowal ihre detaillierten Recherchen für den Roman. Beim Lesen merkt man ihre Bemühungen, die sich meist flüssig in die Geschichte einfügen. An manchen Stellen wirkt der Plot allerdings etwas langatmig, da Kowal ihre Figuren und deren Beweggründe sehr ausführlich beschreibt. Dafür taucht man vollständig in die Handlung ein und lernt nebenbei auch etwas über die jüdische Kultur. Zugegeben: Einige jüdische Begriffe musste ich nachschlagen, weil mir ihre Bedeutung unklar war. Ab und an haben mich außerdem die Szenen, in denen Elma im Kopf rechnet, um sich zu beruhigen, aus dem Lesefluss gerissen.

Nicht nur die Ungleichberechtigung der Frauen ist ein großes Thema im Buch, sondern auch der Rassismus gegen Schwarze Menschen und People of Color. Die Handlung spielt in den Jahren 1952 bis 1957, einer Zeit, in der diese Menschen übersehen, benachteiligt oder aus wichtigen Programmen ausgeschlossen wurden. Beide Themen sind auch heute noch relevant und werden von Kowal geschickt in die Handlung eingeflochten, ohne dass der eigentliche Kern der Geschichte dadurch vollständig überdeckt wird.

Der Roman ist aufgrund der sorgfältigen Recherche der Autorin durchdacht und schlüssig geschrieben. Elma ist eine Protagonistin mit Schwächen, die sie zu verstecken versucht, um ihre Ziele nicht zu gefährden. Kowal baut verschiedene Figuren in die Handlung ein, die Elma freundlich zur Seite stehen, aber sie erlebt auch Missgunst und Widerstand. Wer „Die Berechnung der Sterne“ liest, sollte am Ende nicht enttäuscht sein, wenn vieles noch offen bleibt, denn der erste Band wirkt wie ein großer Auftakt. Die eigentliche Geschichte in den Sternen erwarte ich im direkten Nachfolger. Zunächst war die Geschichte als Duologie geplant; inzwischen umfasst die Serie vier Hauptromane sowie mehrere ergänzende Erzählungen.

„Die Berechnung der Sterne“ ist ein gut recherchierter, gesellschaftlich relevanter und ungewöhnlicher Science-Fiction-Roman, der nicht nur von Raumfahrt erzählt, sondern auch von Gleichberechtigung, Rassismus, wissenschaftlicher Verantwortung und politischen Interessenkonflikten. Wer reine Action oder klassische Weltraumabenteuer erwartet, könnte einige Passagen als zu ausführlich empfinden. Empfehlen würde ich den Roman vor allem Leserinnen und Lesern, die Science-Fiction mögen, aber auch wissenschaftliche Erklärungen, historische Bezüge und gesellschaftspolitische Themen nicht scheuen. Trotz einiger langatmiger Stellen hat mich der Auftakt überzeugt, weshalb ich dem Buch vier von fünf Sternen gebe.

Cover des Buches Die Berechnung der Sterne (ISBN: 9783492705974)
MrsMurphys avatar

Rezension zu "Die Berechnung der Sterne" von Mary Robinette Kowal

MrsMurphy
Nicht mal ein Meteoriteneinschlag erweicht die frauenfeindlichen 50er Jahre!

For all Mankind trifft auf Hidden Figures. Ich mag Geschichten, die sich mit alternativen Verläufen der Weltgeschichte auseinandersetzen, und ich mag Geschichten, die auf realen, wenig bekannten Menschen basieren, die Großartiges leisten. Die Apple+ Serie „For all Mankind“ setzt in dem Moment ein, als die USA den Wettlauf zum Mond gegen die Russen verlieren. Erst dieses fiktive Scheitern ermöglicht es Frauen sich ebenfalls als Astronautinnen zu bewerben. Im Film „Hidden Figures“ stehen drei afroamerikanische Mathematikerinnen der NASA im Mittelpunkt, ohne die es in der Realität den Sieg der USA beim Wettlauf ins All nicht gegeben hätte. 

Mary Robinette Kowal vereint beide Varianten. Der fiktive Meteoriteneinschlag in den USA der 1950er Jahre stellt die Menschheit vor die Herausforderung als Reaktion auf das veränderte Klima den Weg ins All zu suchen. Wir begleiten die geniale Physikerin Dr. Elma York, die als menschlicher Computer bei der NASA arbeitet, auf ihrem kämpferischen Weg den Weltraum auch für Frauen zu erobern. Dabei entsteht ein Sittenbild der frauenfeindlichen 50er Jahre, das leider gar nicht so alternativ war, sondern Realität. Ich muss jetzt unbedingt auch Band zwei lesen und sehen, wie es weitergeht!

 

Cover des Buches Für die Sterne bestimmt (ISBN: 9783492707343)
Rebecc4s avatar

Rezension zu "Für die Sterne bestimmt" von Mary Robinette Kowal

Rebecc4
Eine tolle Fortsetzung

Nachdem der erste Band der Reihe noch relativ nah an unserer tatsächlichen Zeitlinie spielte und Ereignisse nur vom Meteoriteneinschlag beschleunigt wurden, entfernt sich diese Alternative Realität nun immer deutlicher von unserer.

Dr. Elma York spielt auch in diesem Band die Hauptrolle und wir dürfen sie auf ihrem Weg im Astronauten-Corps begleiten. Ist sie zu Anfang noch auf dem Mond eingesetzt und alles scheint recht routiniert, sorgen politische Ereignisse für eine Umsetzung, die Yorks ganze Kraft benötigen.

Sehr gekonnt werden damalig sehr deutlich problematische Themen wie Rassismus und Misogynie thematisiert und der Umgang Yorks und ihrer Kolleg*innen damit wirkt lebensecht und nachvollziehbar. So wird manch Kampf aufgenommen, manch anderer eher gemieden. 

Ich habe das Buch sehr genossen. Es handelt sich um richtig gute erwachsene SciFi / alternative Reality. Die Inhalte sind interessant, lehrreich, spannend und lassen mitfiebern. Tatsächlich halte ich diesen Teil 2 besser als den ersten Teil und freue mich auf weitere Bände, von denen es mindestens zwei geben soll.

Gespräche aus der Community

Cover des Buches Für die Sterne bestimmt
Atalantes avatar
Atalante

Ich habe "Für die Sterne bestimmt" übersetzt und würde mich freuen, euch beim Lesen zu begleiten!

149 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Die Berechnung der Sterne
Atalantes avatar
Atalante

Die Sterne berechnen und nach ihnen greifen - in der Leserunde mit Übersetzer*in Judith Vogt. 

297 BeiträgeVerlosung beendet

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