Mary W. Luca legt mit „Remedy and Poison” einen intensiven, vielschichtigen Roman vor, der tief in psychologische Themen eintaucht und sie gekonnt in literarische Spannung umsetzt.
Hier finden zwei Figuren zusammen, die beide schwere seelische Lasten tragen. Fenja, eine Frau mittleren Alters, die unter den Schatten ihrer Kindheit und einer Essstörung leidet und Hendrik, ein Psychotherapeut - selbst von einer Persönlichkeitsstörung geprägt - der Fenja vorschlägt, ihrer Problematik mit Hypnotherapie zu begegnen. "Remedy & Poison" ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Patienten-Therapeuten-Beziehung und doch viel mehr. Noch dazu darf man sich im Lauf der Handlung getrost fragen: Wer therapiert hier wen?
Die Autorin bleibt in der psychologisch-psychiatrischen Realität aber versteht es, alle „Dämonen“ plastisch werden zu lassen - so eindringlich, dass sie geradezu ein Eigenleben entwickeln, und sich um die beiden Protagonisten herum eine mitreißende, berührende und in Teilen schauerliche Geschichte aufbaut.
Die Psychologische Tiefe und komplizierte Figurenzeichnung machen das Buch besonders, und die sorgfältige Recherche, die ihm ganz sicher zugrunde liegt, beeindruckt mich sehr. Ein Psycho-Thriller, der nebenbei die Problematik der Essstörung in den Fokus rückt und es schafft, aufzuklären und Mut zu machen. Und in all seiner Komplexität bleibt die Geschichte rund, der erzählerische Bogen schließt sich am Ende.
Neben zwei Protagonisten, die man nicht wieder vergisst, bleibt die Erkenntnis, dass Liebe, Vertrauen und Aufmerksamkeit heilsame Kräfte entfalten können. Die Botschaft verleiht dem Buch Bedeutsamkeit über das Leseerlebnis hinaus.














