Maryam Madjidi

 4.2 Sterne bei 25 Bewertungen

Lebenslauf von Maryam Madjidi

Von der Tragik zur Poesie: Maryam Madjidi wurde 1980 in Teheran geboren. Mit sechs Jahren floh sie mit ihren Eltern nach Frankreich. Ihr schriftstellerisches Debüt gab die Iranerin 2017. Der autobiographischer Roman „Marx et la Poupée“ (deutsch: „Du springst, ich falle“, 2018) schildert fesselnd ihre Suche nach Identität und Heimat. Maryam Madjidi verbrachte ihre Kindheit im Iran. Die regimekritischen Eltern setzten sich für den Kommunismus ein, weshalb Maryam Madjidi nicht selten ihr Spielzeug an die anderen Kinder im Viertel verschenken musste. Ihre Lieblingssachen versteckte sie jedoch im Garten, um sie später mit nach Frankreich zu nehmen. In Paris angekommen, fühlt sich die Protagonistin zunächst sehr fremd. Die Sehnsucht treibt sie als junge Frau zurück nach Teheran. Dort verliebt sie sich und bricht mit allem, begreift aber auch, dass sie weder im Iran noch in Frankreich zu Hause ist. In ihrem Roman gelingt es Maryam Madjidi hervorragend, Phantasie und realistische Szenen zu mischen. 2017 erhielt sie dafür den Prix Goncourt für das beste Debüt des Jahres. Maryam Madjidi lebt in Paris. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit unterrichtet sie dort Flüchtlinge in Französisch.

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Du springst, ich falle

Du springst, ich falle

 (25)
Erschienen am 18.05.2018

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K

Rezension zu "Du springst, ich falle" von Maryam Madjidi

Sehr bewegend
kleinebuecherweltvor 11 Tagen

Das Buch erzählt von der wahren Geschichte der Autorin, was die Geschichte sehr ergreifend und noch emotionaler macht.
Ihre Eltern sind Kommunisten und Maryam Madjidi spürt schon während ihrer Kindheit, dass ihre Eltern mit ihren Aktionen in Gefahr leben. Schon als Kleinkind wurden heimlich Flugblätter in ihren Windeln versteckt. 
Notgedrungen müssen sie schließlich nach Frankreich fliehen und Maryam Madjidi hat zunächst Probleme mit ihrem neuen Zuhause. 
Den Schmerz, den sie als Kind verspürt schildert die Autorin sehr nahbar und einfühlsam, so, dass man komplett in ihrer Geschichte untergeht und problemlos mitfühlt.
Mit der Zeit schafft es Maryam Madjidi jedoch in Frankreich Fuß zu fassen und gewöhnt sich an ihre neue Heimat. Das bringt neue Konflikte mit sich. Sie will perfekt Französisch sprechen und durchläuft eine Phase, in der sie sich gegen das Persische wehrt. Gleichzeitig vermisst sie jedoch ihre Heimat, vor allem ihre Familie dort und wird in Frankreich nicht als Französin wahrgenommen.
Auf nachvollziehbare Weise stellt sie sich der Frage, was es überhaupt bedeutet, eine Iranerin oder Französin zu sein. Jedoch Kommt sie auch auf die Bedeutung von Sprache und Heimat zu sprechen. Besonders diese Passagen bringen den Leser zum Nachdenken und machen ihr Schicksal verständlich. Sehr lebendig erzählt sie von den Erlebnissen, so, dass man sich problemlos in diesen wiederfinden kann.
Besonders macht das Buch auch die Poesie, die während dem Erzählen mitschwingt. Dadurch gewinnt die Geschichte noch mehr an Gefühl.
Der Schreibstil der Autorin gleicht keinem anderen und macht es dem Leser zunächst etwas schwer sich in der Geschichte wiederzufinden. Es gibt oft Zeitsprünge und Perspektivenwechsel während der Abschnitte, weshalb man aufmerksam lesen muss. Sobald man sich jedoch an den einzigartigen Schreibstil gewöhnt hat, kann man die Geschichte problemlos verfolgen und gewinnt viel mehr von diesem, weil er das Leseerlebnis noch emotionaler macht.
Der letzte Abschnitt des Buchs hat mich besonders bewegt, weil sich die Autorin hier abschließend mit ihrer Identität und der Frage, wohin sie eigentlich gehört, beschäftigt. Während der vielen Konflikte des Buchs war es schön davon zu lesen, dass sie es schafft irgendwann ihren Frieden zu finden. Das Ende finde ich somit sehr gut und angenehm gelungen.
"Du springt, ich falle" liefert die beeindruckende Geschichte einer jungen Frau, in der viele Themen eine Rolle spielen und die mich zutiefst berührt hat.

Fazit: Bewegend, einfühlsam und sehr nahbar. Das Buch regt definitiv zum Nachdenken an.

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Rezension zu "Du springst, ich falle" von Maryam Madjidi

Eine Flucht nach Frankreich
Bluesky_13vor 14 Tagen

MEINE MEINUNG

Dieses Buch geht einem sofort sehr nahe. Die Autorin berichtet über ihr Leben und sie beginnt damit, als sie noch nicht einmal geboren war. Das ist schon sehr emotional und tragisch zugleich.

Die schwangere Mutter ist 1980 in der Universität von Teheran als diese von Rebellen heimgesucht wird. In Panik springt sie vom zweiten Stock aus dem Fenster. Von da an sperrt die Großmutter von Maryam ihre schwangere Tochter ein.


Die Autorin berichtet uns von ihrem Leben und dem was sie erlebt hat.

Ich finde es traurig, das sie als Kind im Alter von 5 Jahren ihr Spielzeug im Garten vergraben hat, weil sie alles verschenken sollte.

Sie hat die Kämpfe der Rebellen im Iran mitbekommen und ihre Eltern haben sie als 1jährige zum schmuggeln von Akten benutzt und auch ausgeborgt. Das willst du als Kind nicht erleben und das stimmt mich beim lesen traurig.


Die Autorin hat in alles eine Poesie einfließen lassen, das es ein literarischer Hochgenuss ist.

Die Episode, als sie noch nicht geboren war, hat so viel Gefühl und Emotion und ist zugleich so außergewöhnlich. Das sie als Erwachsene noch einmal in ihre Heimat geht, ist durchaus verständlich und auch hier liegen so viele Emotionen.


Ich vergebe für dieses Werk die vollen 5 Sterne und ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen. Diese Autorin hat den Preis, den sie bekommen hat, auf jeden Fall zurecht bekommen.

Ein grandiosen Werk, das den Leser viel Raum für Gedanken nach dem lesen lässt.


Bluesky_13

Rosi

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Rezension zu "Du springst, ich falle" von Maryam Madjidi

Daheim in der Fremde? Oder fremd daheim? Wohin gehört man wirklich?
0_Lavender_0vor 15 Tagen

Zum Cover:
Das Gesicht einer jungen Frau, die sorgenvoll oder traurig zu Boden blickt, befindet sich hinter verschwommenen roten Flächen, die ich mir entweder als Jalousie oder als Kopftuch vorstelle. Sie vermitteln mir den Eindruck des Beobachters von draußen, der keinen Zugang zur Person dahinter bekommt.

Zum Inhalt:
Als überzeugte Kommunisten müssen Maryams Eltern aus dem Iran fliehen, die kleine Tochter nehmen sie mit nach Frankreich. Dort soll ihre neues Zuhause sein.
Das kleine Mädchen vermisst die vertraute Umgebung, allen voran ihre Großmutter. Auf die neue Umgebung reagiert Maryam mit Verweigerung - sie spielt nicht, isst nicht, spricht nicht. Trotzdem schafft sie es nach und nach Fuß zu fassen. Als hervorragende Schülerin versucht sie, so ganz französisch zu werden... oder doch lieber wieder im Iran zu leben (mit allen Einschränkungen der Freiheiten für Frauen, mit Kopftuchzwang und Totalkontrolle) wo sie ihre große Liebe kennenlernt? Dieser - aus westlicher Sicht- kaum nachvollziehbare Wunsch zeigt, dass die Identitäts- und Heimatsuche noch immer nicht abgeschlossen ist.

Zum Stil:
Poesie, Schilderungen sinnloser Gewalt und vorallem die Schilderung der Lebensumstände und Gefühlszustände der Protagonistin wechseln einander ab. Das Buch ist nicht chronologisch aufgebaut, man muss offen für unangekündigte Rückblenden sein. Einiges (z.B. die Treffen mit der Großmutter auf einer Parkbank) entstehen ganz allein in der Fantasie der Autorin. Sehr anschaulich bringt sie ihren Lesern bei, wie schwierig es ist, sich "daheim" zu fühlen.

Fazit:
Wer mit einer vorgefertigten westlichen Erwartungshaltung an das Buch geht, wird möglicherweise enttäuscht sein oder sogar scheitern.
Wer aber bereit sich sich auf den experimentellen Stil der Autorin einzulassen, dem ist dieses Buch wärmstens zu empfehlen. Er erhält einen tiefen Einblick in die Problematik des Exillebens und der Begegnung der Kulturen.

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Gespräche aus der Community

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Autoren oder Titel-Cover„Maryam Madjidi verwandelt die Tragik des Lebens in glasklare Poesie.“ Julia Schoch.

In diesem autobiographischen Debüt erzählt Maryam Madjidi von ihrer Kindheit im Iran, vom Kampf der Eltern für den Kommunismus und davon, wie sie ihr Spielzeug an die Kinder im Viertel verschenken musste. Heimlich vergrub sie die Lieblingssachen im Garten und steckte sie später in den Koffer für Frankreich. Hier sollte das neue Leben anfangen – ohne Kampf, ohne Gefängnis. Aber die kleine Maryam fühlt sich fremd, weil alles fehlt: die eigene Sprache, echte Freunde, die geliebte Großmutter. In Paris sind die Hände des Vaters plötzlich nutzlos, die Augen der Mutter müde. Als junge Frau fährt Maryam nach Teheran zurück, verliebt sich und bricht mit allem." Du springst, ich falle" gewann 2017 in Frankreich den Prix Goncourt für das beste Debüt des Jahres. Ein kraftvoller Roman über das, was unsere Zeit bestimmt – die Suche nach Identität und Heimat.

Hier zur Leseprobe: http://www.aufbau-verlag.de/media/Upload/leseproben/9783351050504.pdf

Über Maryam Madjidi

In diesem autobiographischen Debüt erzählt Maryam Madjidi von ihrer Kindheit im Iran, vom Kampf der Eltern für den Kommunismus und davon, wie sie ihr Spielzeug an die Kinder im Viertel verschenken musste. Heimlich vergrub sie die Lieblingssachen im Garten und steckte sie später in den Koffer für Frankreich. Hier sollte das neue Leben anfangen – ohne Kampf, ohne Gefängnis. Aber die kleine Maryam fühlt sich fremd, weil alles fehlt: die eigene Sprache, echte Freunde, die geliebte Großmutter. In Paris sind die Hände des Vaters plötzlich nutzlos, die Augen der Mutter müde. Als junge Frau fährt Maryam nach Teheran zurück, verliebt sich und bricht mit allem." Du springst, ich falle" gewann 2017 in Frankreich den Prix Goncourt für das beste Debüt des Jahres. Ein kraftvoller Roman über das, was unsere Zeit bestimmt – die Suche nach Identität und Heimat.

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Zusätzliche Informationen

Maryam Madjidi wurde am 09. August 1980 in Teheran geboren.

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