Rezension zu "The Incorrigible Children of Ashton Place: Book VI: The Long-Lost Home" von Maryrose Wood
FavoleAm Beginn habe ich mich mit dem Buch schwer getan. Das lag zum einen sicher am Sprachwechsel. Der sechste und letzte Band wurde ja leider nicht ins Deutsche übersetzt. Glücklicherweise kann ich ganz gut Englisch und hatte damit an sich keine Probleme. Aber ein Wechsel innerhalb einer Reihe ist dennoch nicht so toll, wie ich schon manchmal festgestellt habe. Zum anderen ist der Anfang wirklich trist! Penelope bei den furchtbaren Babushkinovs im kargen russischen Plinkst, wo sie doch auch ein wenig anders agiert, als wir es gewohnt sind, manchmal auch doch ein wenig egoistisch, wenn auch natürlich einfallsreich und notwendig. Ja, ich habe ein wenig gebraucht, um diesmal in die Geschichte zu kommen. Da halfen die Einblicke nach Ashton Place zu den Unerziehbaren und der werdenden Mutter auch nur bedingt. Aber es hat sich gelohnt. Denn spätestens als Penelopes „Flucht“-Abenteuer startete, war ich wieder voll in dieser zauberhaften und warmherzigen Welt angekommen. Und auch wenn so manche Szene ganz schön absurd und sehr zufällig daherkommt, passt es einfach wunderbar in diese Kindergeschichte.
Natürlich werden wir Leser*innen auch wieder mit allem beglückt, was die bisherigen Bände so wunderbar gemacht hat: viele lustige Begebenheiten, Weisheiten von Agatha (da musste ich doch manchmal etwas überlegen aus dem Englischen heraus), ganz viel Wissenswertes über die Welt, Geografie, Geschichte, Kunst, Literatur (Coleridge, Poe; Tolstoi bekommt sogar eine Rolle! „Hamlet“, „Der Graf von Monte Christo“, „Moby Dick“) und selbstverständlich so manche Erläuterung von Redewendungen oder des Lebens (z.B. die To-Do-Liste – „… one of civilization’s greatest achievements. To make one is nearly as soothing as cup of tea, but to tick items off the list when completed is a feeling so delicious on might easily confuse it with actual cake.”; oder das Reisen in andere Welten durch Lesen, die besten Geschenke, der Luxus unglücklich über kleine Dinge zu sein, und so weiter; vieles mit Augenzwinkern). Die mir ans Herz gewachsenen Figuren, die guten wie die schlechten, zeugen von so viel Leben, Mut und Herz. Einfach wundervoll.
Obwohl das große Geheimnis um den Fluch der Ashtons sowie manche Verwandtschaftsbeziehungen ja eigentlich schon im vorherigen Band gelüftet worden waren, gab es hier dennoch viele Geheimnisse (Penelopes Eltern bzw. der genaue Stammbaum) sowie viele Möglichkeiten zum Weiterrätseln. Dabei war es wirklich spannend und unglaublich abenteuerlich zu lesen, ob die Lösung des Fluchs (wobei mir durchaus klar war, wie die Lösung aussehen könnte) nun gelingt. Und fast schon überraschend hatte ich am Schluss tatsächlich keine Fragen mehr. (Wer es genauer wissen will, kann mich gern fragen. 😁)
Das Ende der Geschichte, samt sehr amüsanter Weise des Epilogs, hat mich persönlich vollauf mitgenommen und überzeugt. Ein sehr passendes Finale für eine einfach wunderbare und warmherzige Geschichte.
Zum Schluss noch ein Zitat, nicht direkt von Agatha, aber doch etwas, was Penelope in ihrer Schule gelernt hat: “To always carry a book in case of missed omnibuses or long lines at the grocer’s, for no moment spent reading can ever be thought wasted.” – Eine Weisheit, die ich schon sehr lange von Herzen berücksichtige!























