Masì De Sol 3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman

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Inhaltsangabe zu „3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman“ von Masì De Sol

»Ich habe diesen Tag ertragen wie die vielen Tage zuvor und die vielen, die noch kommen werden. Auch sie werde ich über mich ergehen lassen, werde sie erdulden, sie hinnehmen als das, was sie sind: die Summe meiner Sekunden und Minuten, meiner Stunden und Tage, meines Lebens. Komisch fühlt es sich an, dieses Leben. Fremd irgendwie. So, als wäre es gar nicht meines. Als würde es mich nur flüchtig berühren. Wie der Zipfel des Mantels eines Passanten, der mich im Vorbeigehen streift.« Es gibt Tage, an denen geschieht scheinbar nichts Außergewöhnliches. Die Stunden verstreichen unaufhaltsam, getrieben vom alltäglichen Einerlei, und ohne dass man ihnen nachtrauert. Auch Christian Moser kennt das unabänderbare Verstreichen der Zeit, durchlebt viele solcher Tage. Doch ist seine Wahrnehmung eine ganz andere. Ermutigt vom Bewährungshelfer R. dokumentiert der Vorbestrafte seinen Tagesablauf und zieht den Leser hinein in diesen Versuch, sich wieder einzugliedern in die Gesellschaft, der er nichts Positives abgewinnen kann. Alltägliches wird zur Last, Banales problematisiert, Ekliges, Verwerfliches zum Alltäglichen. Und dann wird es Abend, und dann - 3:46 Uhr ... Masì de Sol spielt intelligent mit Sprache, formt Worte neu, stellt sprachlich ungewöhnliche Zusammenhänge her. Scheinbar normales vermag er grotesk darzustellen, Belangloses verkehrt er ins Problematische. Gnadenlos konfrontiert er den Leser mit der verdrehten Realität seines Protagonisten, der nicht immer und ausschließlich sympathisch wirkt.

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  • Rezension zu "3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman" von Masì De Sol

    3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman

    Literatur

    06. September 2012 um 09:35

    Der Panzerwels-Mensch im Meer des Lebens „Meine vollkommene Freiheit, meine völlige Selbstbestimmtheit: das ist mein Fluch! …Es gibt nichts mehr, was noch zu tun wäre in meinem Leben. Es gibt nichts, worauf ich zusteuere. Ich schwimme in einem Meer der Ereignislosigkeit. Ich weiß, woher ich komme. Aber ich weiß nicht, wohin ich treibe. Und vor mir und hinter mir ist nichts als wässrige Wüstenei.“ (S. 35/36) Der Leser erhält im Roman „3:46 Uhr. Ein protokollarischer Roman“ ein mikroskopisches Abbild eines nahezu gewöhnlichen Tages im Leben von Christian Moser, der auf Bewährung verurteilt sein einsames Leben ohne Arbeit, ohne soziale Kontakte, ohne Abwechslung fristet. Welche Tat hat Moser begangen und warum? Was verbindet ihn mit der Welt, was trennt ihn? Welche Charakterzüge sind verständlich, welche ungewöhnlich, verschroben, gefährlich? Der Roman ist mit seinen knapp 200 Seiten inhaltlich und sprachlich intensiv, gehaltvoll und detailliert. Die Sprache des Autors ist prägnant, kreativ, mutig und bildlich zugleich. Die Charakterisierung des Protagonisten ist hervorragend gelungen, denn er wirkt weder sympathisch noch unsympathisch, seine Gedankenwelt und seine bizarr anmutenden Vorstellungen werden dem Leser teilweise verständlich, wenn auch nicht ganz nachvollziehbar, seine Isolation und deren Folgen werden überaus deutlich. Die immer wiederkehrende Metapher des Panzerwels im Aquarium für Mosers ideale Vorstellung eines Daseins in der Welt finde ich treffend und erschütternd zugleich. Ein roter Faden zieht sich durchs Werk, die vielseitige Metaphorik wird immer wieder aufgegriffen, der Roman gipfelt in einem verzweifelten, verrückten und aus Sicht des Protagonisten doch logischen Akt. Der Roman ist wirklich außergewöhnlich! Der Charakter, die Gefühls- und Gedankenwelt des Protagonisten zeigen sich in eindrucksvoller Weise im Text, seine Zerrissenheit und sein Gedankendrängen werden sprachlich deutlich. Ich bin beeindruckt, irritiert und betroffen zugleich.

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  • Leserunde zu "3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman" von Masì De Sol

    3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman

    fhl_verlag_leipzig

    Lust auf ein neues Buch? Werde Testleser von einem protokollarischern Roman (Thriller) Dann macht mit bei unserer Leserunde zu einem Thriller/Roman von Masì de Sol. Bewerbt euch um 15 Leseexemplare. 3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman Inhalt: Es gibt Tage, an denen geschieht scheinbar nichts Außergewöhnliches. Die Stunden verstreichen unaufhaltsam, getrieben vom alltäglichen Einerlei, und ohne dass man ihnen nachtrauert. Auch Christian Moser kennt das unabänderbare Verstreichen der Zeit, durchlebt viele solcher Tage. Doch ist seine Wahrnehmung eine ganz andere. Ermutigt vom Bewährungshelfer R. dokumentiert der Vorbestrafte seinen Tagesablauf und zieht den Leser hinein in diesen Versuch, sich wieder einzugliedern in die Gesellschaft, der er nichts Positives abgewinnen kann. Alltägliches wird zur Last, Banales problematisiert, Ekliges, Verwerfliches zum Alltäglichen. Und dann wird es Abend, und dann - 3:46 Uhr ... Masì de Sol spielt intelligent mit Sprache, formt Worte neu, stellt sprachlich ungewöhnliche Zusammenhänge her. Scheinbar normales vermag er grotesk darzustellen, Belangloses verkehrt er ins Problematische. Gnadenlos konfrontiert er den Leser mit der verdrehten Realität seines Protagonisten, der nicht immer und ausschließlich sympathisch wirkt. Autor: Masì de Sol, 1971 geboren, lebt seit Abschluss seines Journalismus-Studiums im Jahr 1999 in Berlin. Dort arbeitet er als freiberuflicher Journalist und Autor. De Sol hat – zum Teil in Zusammenarbeit mit einem Koautor, zum Teil alleine – einige Satire-Bände veröffentlicht. ›3:46 Uhr‹ ist sein erster Thriller/Roman. Und die 15 Testleser ... Wer gern dabei sein möchte, kann sich im Unterthema Bewerbung bis zum 15. Juli um ein Leseexemplar bewerben. Und wer eins schon hat, kann gern auch mitmachen. Leseprobe unter http://issuu.com/fhl-verlag-leipzig/docs/3uhr46?mode=window&backgroundColor=%23222222

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  • Rezension zu "3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman" von Masì De Sol

    3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman

    ferkel

    21. August 2012 um 17:57

    Ein Tag im Leben Christian Moser, nicht mehr und nicht weniger ist "3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman". Der verurteilte Straftäter hält auf Anraten seines Bewährungshelfers seinen Tagesablauf fest, um seine Resozialisierung voran zu treiben. Akribisch und sehr detailliert beschreibt Moser sein Leben und seinen Alltag, den er allein mit seinem Panzerwels verbringt, bis alles um 3:46 Uhr endet. Masì de Sols Debüt ist von vorne bis hinten gnadenlos durchdacht und hat mich wirklich berührt. Umrahmt wird der Monolog Mosers (allein diese Darstellungsform wirkt schon gewaltig) durch einen Brief seines Bewährungshelfers an einen Lektor und dessen Brief an seine Kollegen. Von Anfang an ist klar, dass Moser bereits tot ist und das Ende des Buches kann man sich natürlich denken. Dass es dann doch erschüttert, ist unvermeidlich. "3:46 Uhr" kann auf einen großen Spannungsbogen verzichten. Humor gibt es nicht. Im Grunde passiert auf knapp 200 Seiten auch kaum etwas. Was einen Seite um Seite vorantreibt, ist vor allem de Sols niveauvoller und packender Schreibstil, die Art, wie er es schafft, auf fast 200 Seiten das Leben eines einzelnen Mannes zu beschreiben ohne zu langweilen. Die Frage nach dem Sinn des Lebens und die damit verbundene Kritik unserer Gesellschaft ist das zentrale Thema des Buches. Es hat eine unfassbare Ausstrahlung. Ich würde es Flair nennen, würde es einem nicht hin und wieder kalt den Rücken runter laufen. Den Protagonisten hat sich der Autor nicht von der Stange geholt. Der hoch intelligente Moser vollführt jeden Tag Zwangshandlungen, um seinem Alltag Struktur zu verleihen. Er trinkt zu viel, er meidet andere Menschen, er ist arbeitslos, er verpasst seine Termine, er bekommt sein Leben nach seinem Gefängnisaufenthalt einfach nicht mehr auf die Reihe. Bis zur Auflösung schwingt auch immer die Frage mit - was hat Moser getan? Mit der abstoßenden Wahrheit rückt er recht spät heraus. Was das Buch sowohl davor als auch danach zum Pageturner macht. Er ist nicht verrückt; er leidet eher unter einer Persönlichkeitsstörung. Und das Leiden darf wörtlich genommen werden – er selbst ist sein größtes Problem. Manche Textstellen verdeutlichen, wie er keinen klaren Gedanken fassen kann und plötzlich wieder ganz da ist – um festzustellen, dass seine Medikamente (u.a. Antidepressiva?) ihn sich und der Welt nicht mehr näher bringen. Dabei geht es ganz und gar nicht darum, die Beweggründe eines Straftäters nachzuvollziehen oder gar verstehen zu können. Sympathie wird nicht aufgezwungen. Vielmehr geht es um das Leben als Drama, als ewige Suche nach dem Sinn und schließlich - Ernüchterung. "... um herauszufinden, wie viel Christian Moser von uns trennt", ist auf der Rückseite des schlicht strukturierten Taschenbuchs aufgedruckt. Natürlich nichts, könnte man meinen, schließlich ist er ein Straftäter. Doch an verschiedenen Textstellen und in Bezug auf Mosers Sinnfrage war ich überrascht und entsetzt, wie wenig es doch ist. Es ist schade, dass scheinbar viele Leser dieses Buch nicht verstehen. Wer der Überzeugung ist, dass ein intelligenter Mensch nicht an der Welt verzweifeln kann, braucht das Buch nicht lesen.

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  • Rezension zu "3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman" von Masì De Sol

    3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman

    Sophia!

    21:31 Uhr: „Es nützt alles nichts. Die Tür zum Glück, sie bleibt verschlossen.“ _ Thema des Textes ist der Versuch einer Resozialisierung des Protagonisten Christian Moser, der nach seiner Gefängnisstrafe auf Bewährung entlassen wurde. Um erneut zu einem normalen Leben zu gelangen und den Alltag mit Struktur und Routine zu füllen, empfiehlt sein Bewährungshelfer protokollarische Notizen des Tagesablaufs festzuhalten. So weit so gut. Eine nette, unspektakuläre Unterhaltungslektüre für zwischendurch. Das jedenfalls fasst die wohl weit verbreitete Erwartungshaltung des Lesers zu diesem Thema zusammen. Doch das Buch ist ein fast schon bewusstseinserweiterndes Kunstwerk! _ Wer eine gestörte Persönlichkeit mit mangelnder Intelligenz und krankhaften Gedanken erwartet, wird hier heilsam ent-täuscht und entdeckt in dem Protagonisten das völlige Gegenteil. Denn Christian Moser ist ein Mensch von höchster Intelligenz, der sich dementsprechend ausdrückt. Aus seiner Perspektive berichtet er von dem eigenen Weg zurück ins Leben, zurück zu der normalen Welt der Normalen. Doch genau das wird zu einem schier unüberbrückbaren Problem. Er definiert die Zeit der Bewährung als ein Leben auf Probe, eine Zeit, in der er scheinbar nur noch durch Routinehandlungen wie Aufstehen, Frühstücken oder die Körperhygiene angetrieben wird. Auf zutiefst emotionale und persönliche Weise beschreibt er die Schwierigkeit, seinem Leben Sinn zu verleihen. Und vor dem Hintergrund seines sozialen Status' und seines eigenen Selbstwertgefühls als alleinstehender Arbeitsloser ist dies eine besondere Herausforderung, an der er schließlich zu zerbrechen droht. _ Hin und her getrieben zwischen dem Versuch, ein gelingendes Leben zu führen und der völligen Verzweiflung angesichts seiner beklemmenden Situation – so lässt sich Mosers innerseelischer Zustand beschreiben. Glücksähnliche Zustände empfindet er nur noch in der fiktiven Welt seiner eigenen Phantasie, die einen umso größeren Schmerz in ihm zurücklässt. Denn nichts davon ist für ihn real. Wie erschreckend weit er dabei von der Lebenswelt der normalen Menschen entfernt ist, wird spätestens dann ersichtlich, wenn er die Nutzung des Internets als Hineinschnuppern in eine Welt bezeichnet, der er schon lange nicht mehr angehört. Und wenn es dunkel wird, beobachtet er seine Nachbarn in der Dunkelheit und Abgeschiedenheit seiner Wohnung, um einen kleinen Teil der Welt wahrzunehmen, der er nicht mehr angehört. _ Masi de Sol hat ein Kunstwerk geschaffen. Kreative Wortgebilde und Sätze, Ellipsen und Verkürzungen in Verbindung mit einem Wortschatz, der selbst bei Germanistikstudenten bestenfalls zum passiven Teil gehört, verbindet er auf eine Weise, die besser nicht hätte sein können. Denn trotz der schillernden Ausdrucksweise ist es an keiner Stelle schwer, dem Text zu folgen: Ganz im Gegenteil! Das Buch, dessen Kapitel nach den Uhrzeiten eines Tages von 7:23 bis 3:46 gegliedert ist, lässt sich innerhalb weniger Stunden durchlesen. Man entdeckt dabei eine Vielzahl von Sätzen mit einem persönlichen Mehrwert. Unmöglich erscheint es, den Text aus der Hand zu legen. Er ist absolut fesselnd, die Geschichte zutiefst beeindruckend! _ Im Grunde geht es um die Fülle menschlicher Existenz: alltägliche, lebenserhaltende Aufgaben, wie Nahrungsaufnahme oder Körperhygiene über die Schätze der Erinnerung an vergangene Erlebnisse bis hin zu bewegenden Themen wie Liebe, Versagen, Angst und Tod – letztlich um die Frage nach Sinn. Dabei ist das beklemmende Fazit, dass es für manche Menschen unmöglich sein muss, einen Sinn in ihrem Leben finden zu können. Dies gilt für Moser ganz besonders, da er im Grunde seines Herzens so denkt und fühlt wie alle anderen auch, aber von ihnen aufgrund seiner Vergangenheit ausgegrenzt wird. Ähnlichkeiten seiner Psyche und der seelischen Verfasstheit von Depressiven sind unbestreitbar. Ein Buch, das aus anthropologischer, psychologischer und sicher auch theologischer Sicht hochinteressant ist. _ Fazit: Was in der Tiefe der menschlichen Psyche verborgen liegt, wird am Beispiel des Protagonisten exemplarisch vor Augen geführt. Ein Text über den Sinn des Lebens und den Versuch, an diesem auch in aussichtslosen Rahmenbedingungen festzuhalten. Ein Roman, der einen sprachlos zurücklässt!

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  • Rezension zu "3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman" von Masì De Sol

    3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman

    buchfeemelanie

    18. August 2012 um 11:00

    lauter Fragezeichen also, ich muss gestehen, ich glaube ich bin zu blöd die tiefe dieses Buches zu erfassen. Form: Cover und Titel sind beide in Ordnung. Die Länge bzw. Kürze der einzelnen Kapiteln fand ich auch gut. Meine Meinung: Also, ich habe jetzt drüber geschlafen und bin immer noch unschlüssig. Generell eine wirklich gute Idee, doch leider war das Buch so absolut gar nicht meins. - die oft abgestumpften Sätze haben meinen Lesefluss oft behindert. Teilweise waren die Sätze auch langschweifig, was für mich genauso wenig gut gelungen war. Ich verstehe, das Christian, mit seinen Problemen ein bisschen seltsam ist und dies in dem Buch auch dargestellt wurde.Er handelt in seinen gleichen Schema, st beunruhigt, wen dieses durchbrochen wird, und ist sehr kontaktfremd. Jedoch sind auch viele Informationen überflüssig und langweilig zu lesen. Das bereits am Anfang klar ist, das Christian nicht mehr lebt war für mich gar nicht hilfreich. Oft dachte ich beim Lesen " ist doch egal, der lebt eh nicht mehr". Das einzige, was mir echt gefallen hat war die Szene mit der Katze ( obwohl gefallen ja pervers klingt^^) und beim " Ohr - abbeißen wollen " musste ich lachen. Ich habe es nur weil ich es in dieser Leserunde gewonnen habe zu Ende gelesen. Wenn nicht wäre es bei spätestens Seite 30 auf die Seite gelegt worden. Fazit: leiider nicht bei mir angekommen - ist mir wohl zu hoch ^^

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  • Rezension zu "3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman" von Masì De Sol

    3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman

    Sarah_O

    13. August 2012 um 09:23

    Als ich "3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman" von Masi de Sol in die Hand nahm, war ich nicht sicher, was ich hier erwarten würde. Und obwohl es mir auch nach dem Lesen noch schwerfällt, das Buch auf seinen Kern oder seine Aussage hin zusammenzufassen, hat es mir insgesamt doch recht gut gefallen. Inhalt: Christian Moser führt ein recht eintöniges Leben. Er ist arbeitslos und auf Bewährung, sein Bewährungshelfer sitzt ihm mit allerlei Aufgaben und Erwartungen im Nacken, die zur Wiedereingliederung Mosers in die Gesellschaft führen sollen. Einen Tag seines Lebens dokumentiert Moser detailliert, beginnend mit dem Aufstehen um 7.23 Uhr. Was harmlos beginnt steigert sich und findet seinen tragisches Höhepunkt um 3.46 Uhr... Die ersten Informationen, die der Leser erhält, stammen jedoch nicht von Moser selbst, sondern von seinem Bewährungshelfer Joachim R., der durch die Polizei in den Besitz von Mosers Tagesprotokoll kam. Schon hier erfahren wir, dass Christian Moser nicht mehr am Leben ist. Wie es dazu kam, ist zusammen mit der Frage, warum Moser überhaupt zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde, eine der zentralen Fragen dieses Romans und sie halten die Spannung zudem recht hoch. Das dann folgende Protokoll ist natürlich aus der Ich-Perspektive von Christian Moser selbst geschrieben und dieser ist ein schwieriger Charakter. Er wirkt auf der einen Seite sehr intelligent, ist wissbegierig und wortgewandt. Auf der anderen Seite steigert er sich in seiner alltäglichen Langeweile in die einfachsten Prozesse herein, lässt sich schnell ablenken, verliert sich in seiner Rage, die teilweise in grotesken und beängstigenden Gedankengängen endet. Der Autor unterstützt diese charakterlichen Eigenschaften Mosers durch seine wortgewaltige Sprache sehr gut. Manchmal ist sie ruhig, der Satzbau aufwendig, manchmal hektisch, blutig und regelrecht ekelhaft. Mosers Alltag zu verfolgen wird dadurch zu einem Auf und Ab der Gefühle. Mal haben Mosers Gedankengänge eine beeindruckende Komik und ließen mich schmunzeln, ein anderes Mal hatte ich Mitleid mit diesem psychisch labilen, sozial isolierten und perspektivlosen Mann, der den Briefwechsel mit Behörden in die Länge zieht, um Kontakt zu Menschen zu haben, und dann war ich von ihm wieder restlos abgestoßen. Moser scheint auch die Menschen in seiner Umgebung erfolgreich zu vergraulen. Seine Freundin Tanja hat ihn verlassen, warum, dass ich eines der Geheimnisse im Roman, die Moser sich für den Höhepunkt seines Tagesprotokolls aufhebt. Verabredungen hält er ebenfalls nicht ein, sein Bewährungshelfer verzweifelt an ihm und ist dadurch auch eines der begehrtesten Opfer von Mosers Wutausbrüchen. Moser reflektiert gerne darüber, was bei ihm schiefgelaufen ist, aber die Schuld findet er nie bei sich. Eine wirklich schwierige Persönlichkeit. Durch den Schreibstil dieses Romans, durch die Wechsel in Mosers Persönlichkeit und die damit einhergehenden Stimmungsschwankungen bei mir als Leser war der Roman sehr spannend. Leider flachte die Spannung für mein Empfinden im Mittelteil etwas ab. Nach dem starken Anfangsteil und vor dem packenden, schockierenden Ende passierte einfach zu wenig, was mich an das Buch fesseln konnte, sodass hier eine vergleichsweise lange Lesepause zustande kam. Fazit: Ein etwas wirrer Roman, der einzig von der Persönlichkeit seiner Hauptfigur Christian Moser und der gewaltigen Sprache lebt. Zwischendurch leider etwas langatmig, aber ansonsten sehr mitreißend, absurd, grotesk und schockierend. Wer sich auf den Tagesablauf einer einsamen, gestörten Gestalt einlassen kann, wird hier sicher einen lesenswerten Roman vorfinden. 4 Sterne

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  • Rezension zu "3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman" von Masì De Sol

    3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman

    CarmenM

    08. August 2012 um 11:25

    Christian Moser ist ein auf Bewährung entlassener Straftäter, der seine eintönigen Tage ausschließlich in seiner Altbauwohnung verbringt. Sein Bewährungshelfer möchte ihm bei der Resozialisierung helfen und rät ihm seinen Tagesablauf aufzuschreiben. Was dabei herauskommt ist eine detaillierte, minutiöse Beschreibung seiner Tätigkeiten und seiner abschweifenden Gedanken. - Ein ganzes Leben protokolliert in einem Tag. Seine alltäglichen Verrichtungen wechseln sich mit skurillen Gedankengängen ab. Manche Abschnitte haben mich amüsiert, wie die Episode mit seinem geliebten Panzerwels, für den er einen Arzt sucht, der über die fortschrittlichsten Untersuchungsmethoden verfügt. Es gibt aber auch Abschnitte, die sind regelrecht ekelerregend und widerwärtig. Christian Moser scheint ganz gewaltige psychische Probleme zu haben, die bereits in seiner Kindheit begannen. Vielleicht ist die Hilfe, die er durch seinen Bewährungshelfer bekommt nicht ausreichend und professionell genug. Es fällt ihm schwer Entscheidungen zu treffen und erst gegen Ende erfährt man den Grund für seine Verurteilung. Vorher werden nur ansatzweise Andeutungen gemacht, die jedoch das Interesse an der Geschichte aufrechterhalten. Je später es wird, umso diffuser werden die Gefühle und Gedanken, bis es schließlich 3.46Uhr ist. Ich habe das Buch gerne gelesen, die außergewöhnlichen Wortschöpfungen des Autors haben mit dazu beigetragen. Das Buch wird sicher noch mehr Liebhaber finden, auch wenn es nicht die breite Masse anspricht.

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  • Rezension zu "3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman" von Masì De Sol

    3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman

    Iudas

    Ein ganzer Tag im Leben Christian Mosers. Von seinem Bewährungshelfer dazu animiert, notiert der auf Bewährung freigelassene Straftäter Christian Moser minutiös seinen Tagesablauf, liefert dabei eine Schilderung über sein Dasein, über seine Gedanken und innersten Emotionen und lässt tief in seine Seele blicken. Dabei unterscheidet sich sein Tag nicht grundlegend von den ganzen anderen Tagen, die er verbringt, denn Moser ist kontaktscheu. So verbringt er Tag um Tag in seiner Wohnung, beobachtet die Menschen, die vor seinem Fenster auf und ab gehen, erledigt Routineaufgaben, betrachtet seinen geliebten Panzerwels und versucht, die immer wieder aufkeimende Langeweile zu verdrängen. Kurzum: seinem tristen, öden Dasein einen Sinn zu verleihen. Und das jeden Tag auf's Neue. Diesen Roman zu kategorisieren ist zugegebenermaßen nicht einfach - im Grunde entzieht er sich einer Einordnung. Diese Erzählung ist nicht mehr oder weniger als die genaue Schilderung eines ganzen Tages eines Menschen, von dem wir nicht mehr wissen als seinen Namen. Christian Moser bleibt alle Seiten hindurch diffus und somit fällt es dem Leser auch schwer, Mosers Charakter von seinem eigenen abzugrenzen und sich selbst überlegen zu fühlen. Im Gegenteil: man wird in Mosers Welt einbezogen, nimmt teil an seinen Gefühlen und Gedanken, die mit fortschreitender Tageszeit immer konfuser und wirrer werden. Dabei gibt der Autor Masì de Sol, der schon einige Satirebändchen herausgegeben hat, seinem Debütroman mit Titel 3:46 Uhr. Ein protokollarischer Roman durch seinen Schreibstil eine sehr eigene Note, die ihn interessant und spannend macht. Moser ist ein intelligenter, niveauvoller Mann, der viel Wert auf eine stilvolle Unterhaltung legt und mit Banalitäten nicht sonderlich viel beginnen kann. So ist auch sein Tagesprotokoll durchzogen von feinen stilistischen Nuancen und einem sehr blumigen Schreibstil, der den Leser immer wieder in seinen Bann zieht und ihn das Buch regelrecht verschlingen lassen will - wobei "verschlingen" hier durchaus auch ein treffendes Verb für Mosers Charakterzüge wäre, ohne dem zu weit vorgreifen zu wollen. Dabei greift Moser aber nicht nur auf den alltäglich genutzten Wortschatz zurück, sondern wühlt kräftig im Bereich der Wortneuschöpfungen und Metaphorik. So entfaltet sich dem Leser nach und nach ein wahres Blütenfeld an Wörtern, in dem er seiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Es wird deutlich, was Moser wirklich quält - wenn man sein Protokoll liest, wird man unweigerlich an den Panther in Rilkes berühmten Gedicht Der Panther. Im Jardin des Plantes, Paris erinnert, indem die stolze Raubkatze beschrieben wird, wie sie getrieben durch ihre Unfreiheit immer wieder in ihrem Käfig auf und ab geht. Im gewissen Sinne könnte man Moser sogar mit diesem vergleichen: auch er wenn er selbst in seiner Wohnung nicht eingesperrt wurde, schließt er sich doch selbst vor der Welt ab und nutzt den Tag nur dazu, um immer wiederkehrende Handlungen auszuführen, die seinem Leben Regelmäßigkeit verleihen. Meine Sorge, - und ich denke, ich teile sie mit vielen Lesern - dass ein Roman in Protokollform, der schlicht den Tag eines Straffälligen behandelt, nicht wirklich spannend werden könnte, erweist sich hier als völlig unbegründet. Sicherlich, nähme man nur Mosers Aktivitäten, so strotzt sein Tag nicht vor Spannung. Im Gegenteil: er ist dröge und nicht wirklich erlebnisreich. Aber gerade durch diese minutiöse und pedantische Art Mosers, alles exakt zu erledigen und festzuhalten, wird eine gewisse Dynamik in den Text gebracht. Der protokollarische Roman ist zeitlich wie auch inhaltlich sehr genau abgestimmt und es treten nur wenige Ungereimtheiten auf. Aber es seien auch zarte Gemüter gewarnt. Auch wenn dieser Roman kein zweiter "Ich hab die Unschuld kotzen sehen"-Roman ist (über dessen literarischen Gehalt man durchaus streiten kann), so sind doch ein paar Szenen darin beschrieben, die, unterstützt durch den famosen Schreibstil, doch sehr detailliert sind und die Vorstellungskraft des Lesers stark bedienen, besonders, wenn Moser sich an seine Straftat erinnert und sie in seinem Protokoll niederschreibt. Mich jedenfalls hat dieser Roman von Anfang bis Ende überzeugt, denn er übernimmt nicht den moralischen Anspruch, über Moser urteilen zu wollen (dazu ist die literarische Form eines Protokolls einfach auch zu nüchtern - gute Entscheidung des Autors) und gibt dem Leser auch nie die Möglichkeit, sich Moser überlegener zu fühlen, indem er zuviel über die Handlung oder den Protagonisten verrät. Wer also wieder mal einen guten, wenngleich kurzen, aber sehr ungewöhnlichen Roman mit einem ungewöhnlichen Thema lesen möchte, der ist mit diesem Buch sehr gut bedient.

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    Babscha

    05. August 2012 um 21:27
  • Rezension zu "3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman" von Masì De Sol

    3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman

    TochterAlice

    04. August 2012 um 18:59

    Bekenntnisse eines Fleischliebhabers.... Ein Krimi in Form protokollartiger Aufzeichnungen eines Verbrechers? Klingt spannend, dachte ich mir und legte gleich mit dem Lesen los! Leider muss ich sagen, dass es eher nicht mein Ding war und ich mich ziemlich dazu zwingen musste, mich zu konzentrieren und am Ball zu bleiben wie gut, dass das Buch relativ kurz war! Gut gefällt mir das Setting: dass der Text dem Bewährungshelfer aus dem Nachlass weitergeleitet und von diesem erst Jahre später als möglicherweise interessantes Dokument entdeckt und weitergeleitet wird. Die bildet einen"Rahmen" mit demAbschluss - der Kommunikation des Verlegers mit seinen Kollegen, also quasi seine Empfehlung und die Begründungen - sehr interessant, auch dieser Teil hätte ein wenig ausführlicher sein können. Auch der sich an den Uhrzeiten orientierende Aufbau passt, aber der Inhalt.. ohje! Weder den Schilderungen zum Aquarium noch dem Aussortieren der Bilder - Beispiele dessen, womit sich sich der Protagonist, der auf Bewährung freigekommene Häftling Christian Moser so beschäftigt - konnte ich etwas abgewinnen, genausowenig dem Anruf des Freundes und den verschiedensten Gedankengängen und -sprüngen.... und die wiederholten Schilderungen der sexuellen Phantasien fand ich ziemlich abstoßend. Zudem handelt es sich beim Protagonisten um einen Fleischfreund der ganz besonderen Art... auch nicht gerade ein Umstand, der mir das Buch näher brachte! Sehr gelobt wurde im Vorfeld die Sprachgewalt des Autors - hier war ich also sehr gespannt, wurde aber bitter enttäuscht. Sicher, der Stil ist von einem gewissen Anspruch und es wurde sich auch um Originalität bemüht, doch zeichnet für mich einen packenden, süffigen Stil aus, dass dieser maßgeblich dazu beiträgt, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen kann - so bspw. bei Krimis von Autoren wie Heinrich Steinfest oder Siegfried Langer. Hier blieb ich eher hängen und haderte... Einiges sollte witzig sein, doch das Einzige, das mir ein Lächeln entlockte, war die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Berufsbildern. Insgesamt jedoch plätscherte der Text so ziemlich an mir vorbei. Ein Buch, das mich ein wenig ratlos zurücklässt und das ich deswegen auch nicht weiterempfehlen möchte.

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  • Rezension zu "3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman" von Masì De Sol

    3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman

    kaenguruhs

    04. August 2012 um 13:20

    Eins vorneweg: Dieser Roman mag literarisch anspruchsvoll sein. Keine Ahnung. Hier soll es aber darum gehen, ob er mir gefallen hat. Hat er nicht. Eindeutig. Kurz zum Inhalt: Masì de Sol erzählt von Christian Moser, einem Vorbestraften, der den Leser teilhaben lässt an einem Tag seines Lebens mit dem Versuch der Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Diese Christian Moser ist hochintelligent, auf der anderen Seite offensichtlich nicht in der Lage, ein vernünftiges Leben zu leben. Christian Moser ist verrückt  und das spiegelt sich auch in den Wendungen und vor allem im Ende dieses Romans wieder. Masì de Sol schreibt mit 3:46 Uhr  ein protokollarischer Roman ein besonderes Buch in einem besonderen Rahmen, so viel ist klar. Die Idee, eine Art Tagesprotokoll zu veröffentlichen, finde ich neu und spannend. Ist hier auch gut umgesetzt. Was mir außerdem sehr gut gefallen hat: Der Humor von Christian Moser, der zum Beispiel eine Liste mit lauter abstrusen Berufen vorträgt, weil er sich für einen bewerben muss. Jetzt kommt der ganze Block, der mir nicht so gut gefallen hat: Ich habe in diesem Buch keinen Sinn erkannt. Vielleicht habe auch einfach nur ich keinen Zugang zu diesem Buch gefunden, das mag sein. Aber von einem Vorbestraften zu lesen, wie er seine Freundin gebissen hat, dass sie ins Krankenhaus muss  nun gut, nicht mein Geschmack. Dass er lange und langatmig von seinem Aquarium und dem einzigen Fisch darin erzählt: Zumindest mal merkwürdig. Es ist mir zwischendurch schwer gefallen, den Gedankengängen von Moser zu folgen, driftet er doch manchmal von einem Thema in ein völlig anderes Thema ab. Bis auf diesen Makel ist die Schreibweise allerdings klar und verständlich, wenn auch manchmal eher ungewöhnliche Worte verwendet werden. In einer anderen Rezension habe ich gelesen, es gehe um die Fülle menschlicher Existenz. Das mag sein, aber warum schreibt man darüber ein Buch, welches noch nicht einmal spannend ist? Mein Fazit: Einen zusätzlichen Punkt gibt es für die für mich neue Idee eines protokollarischen Romans und für den Humor, den Christian Moser an den Tag legt. Ansonsten hat mir das Buch nicht gefallen, daher 2 von 5 Sternen. Ich hoffe für die anderen Leser und für den Autor, dass andere Leser einen Zugang zu diesem sicherlich literarisch faszinierenden Text finden.

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  • Rezension zu "3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman" von Masì De Sol

    3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman

    lexxi2k

    Der Inhalt: Christian Moser, der nach seiner Gefängnisstrafe auf Bewährung entlassen wurde, soll von seinem Bewährungshelfer aus ein Tagebuch schreiben. Christian Moser tut dies wiederwillig und zeichnet wirklich jede einzelne Minute seines Tages auf. Nachdem Christian Moser tot aufgefunden wird, ließt sein Bewährungshelfer diese Zeilen um einen Anhaltspunkt auf die Ursache seines Todes zu finden. Das Cover: Das Cover ist in einem braun gehalten. Das Muster das zu erkennen ist soll sicherlich eine Tapete darstellen. Davor steht eine Uhr die 3:46Uhr anzeigt. In der Mitte sieht man in weißer Schrift den Titel des Buches und ganz oben links ist der Name des Autors zu finden. Das Cover spricht mich persönlich jetzt nicht so an. Das Motiv allerdings finde ich passend gewählt und kann mir vorstellen das dies die Wohnung von Christian Moser wiederspiegeln soll. Meine Meinung: Der Hauptprotagonist in diesem Buch ist Christian Moser. Christian wurde nach seiner Gefängnisstrafe auf Bewährung entlassen. Christian Moser, der hochintelligent ist, was man auch an seiner Ausdrucksweise merkt, versucht wieder in sein Leben zurück zu finden und dies zu meistern. Aber selbst die alltäglichen Dinge fallen ihm schwer und er ist auch nicht dazu in der Lage Entscheidungen zu treffen oder sich irgendwie aufzuraffen. Moser schreibt akribisch seinen Tagesablauf auf, wobei der Leser auch mit perversen und abstoßenden Szenen konfrontiert wird. Beim Lesen dieses Buches gewährt uns Moser einen Einblick in seine gequälte Seele und lässt den Leser an seinem Dilemma, aus dem er nicht mehr herauskommt, teilhaben. Der Schreibstil des Buches war Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da Moser es so geschrieben hat wie er es sagen würde. So finde man hier eine hochintelligente Aussprache vor, die nicht jedermanns Sache ist. Auch wird immer sehr viel hinterfragt und ab und zu driftet er auch in seinen Gedanken ab, was es dem Leser nicht gerade einfach macht, seinen Gedanken zu folgen. Ehrlich gesagt weiß ich gerade nicht wo oder wie ich das Buch einordnen soll. Einerseits war es grausam und pervers, andererseits hat es mich komplett fasziniert. Ich vergebe einfach 4 von 5 Sternen.

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  • Rezension zu "3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman" von Masì De Sol

    3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman

    tanjuschka

    31. July 2012 um 21:44

    Das Buch beginnt mit den Worten "es gibt zwei Methoden mein Problem zu lösen. Aber nur die dritte funktioniert.". Ich finde dieses Zitat zeigt sehr anschaulich die Problematik und Zerrissenheit des Protagonisten Christian Moser. Bei ihm handelt es sich um einen Ex-Häftling, der sich zur Zeit im Resozialisierungsprogramm befindet und von seinem Bewährungshelfer die Aufgabe bekommen hat ein Tagebuch zu führen. Sein Leben wird bestimmt von Routinehandlungen, die ihm dabei helfen den Tag zu überstehen. Dazwischen stellt er sich immer wieder die Frage "und was jetzt?". Da ihm die nötigen Ideen fehlen seinem Leben eine sinnvolle Beschäftigung zu geben bzw. er sich nicht aufraffen kann seine Wohnung zu verlassen, geschweige denn unter Leute zu gehen, sucht er die Lösung immer wieder im Alkohol. Beim Versuch ins "normale" Leben zurück zu kehren beobachtet er Nachts seine Nachbarn und versucht vergebens Kontakte im Internet zu schließen, wovon er allerdings nicht viel hält. Im Laufe des Tages unternimmt er immer wieder Versuche, doch aus seinem selbst gewählten Gefängnis auszubrechen und Kontakte zu schließen oder in die Welt hinaus zu gehen. Stattdessen rutscht er immer weiter in die Vergangenheit ab, wird immer öfter von Erinnerungen gequält, die ihn sichtlich mitnehmen. Des Weiteren schafft er sich häufig seine Scheinwelten und zieht sich immer mehr aus der Realität zurück. Das er sehr unter seiner Einsamkeit leidet, er jedoch zu keiner normalen Beziehung fähig ist wird im Laufe des Buches immer wieder deutlich. So ist er beispielsweise der Meinung, dass eine Beziehung nur durch Schweigen gerettet werden kann und Reden zerstöre eine Beziehung. Der Autor schafft es das Buch durchgehend spannend zu gestalten. Mit Hilfe der Erinnerungen des Protagonisten kann man diesen besser kennen lernen und erfährt viel über dessen Vergangenheit. Auch hier versteht es der Autor die Spannung aufrecht zu erhalten, indem er wichtige Ereignisse nicht gleich zu Beginn verrät, sondern man erst im Laufe des Buches immer mehr erfährt. Auch gelingt es dem Autor durch Wortwitz und sarkastische Bemerkungen immer wieder Auflockerung in das Geschehen zu bringen. So fällt es leichter, die doch stellenweise sehr schwere Kost, zu verarbeiten, da man von den Launen des Protagonisten mitgerissen wird und seine Einsamkeit und seine teilweise verzweifelten Versuche aus dem gewohnten Trott auszubrechen regelrecht spüren kann. Abschließend lässt sich sagen, dass es anfangs doch etwas gewöhnungsbedürftig war in das Buch rein zu finden, da es eine ganz andere Art von Roman ist. Man muss sich an den Schreibstil zunächst gewöhnen, da der Protagonist seine Gedanken genau so aufschreibt, wie er sie aussprechen würde. Nach kurzer Zeit viel es mir aber sehr leicht und ich konnte das Buch auch nicht mehr aus der Hand legen, da es anschaulich die Versuche eines psychisch gestörten Menschen zeigt, am Leben doch noch irgendwie teilzuhaben.

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  • Rezension zu "3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman" von Masì De Sol

    3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman

    Babscha

    27. July 2012 um 01:12

    Eine Lebensgeschichte, komprimiert auf 24 Stunden. Geht nicht? Und ob das geht. Zumindest in diesem unscheinbaren, kleinen Werk, das seine literarische Größe erst mit fortschreitender Lektüre, und dann von Seite zu Seite intensiver, offenbart. Christian Moser heißt der Protagonist, ein altersloser Mann, der sich schwer tut mit der Welt, furchtbar schwer, der an ihr verzweifelt, der das ganze Elend der menschlichen Existenz wie eine Zentnerlast auf seinen Schultern trägt, ein Spinner, ein Sonderling, ein Messie, der sich in seiner Etagenwohnung völlig von seinen Mitmenschen abkapselt, nicht mehr vor die Tür geht, den alles ankotzt, der, von Langeweile erdrückt, in Tagträumen versinkt, sich in der Schizophrenie seines Geistes in sein Innerstes zurückzieht, nur um gleichzeitig immer wieder und mit aller Macht scheiternd den erfolglosen Versuch eines Ausbruchs aus seinem selbst gewählten Gefängnis zu unternehmen. Der mit hellwachem Geist immer neben sich steht, sich betrachtet, kontrolliert und reglementiert, der genau weiß, wie schlimm es um ihn steht und wohin ihn das alles führen wird, aber nicht das Geringste daran ändern kann. Und der bereits etwas Schlimmes begangen hat, für das er auf Bewährung verknackt wurde, jederzeit in Gefahr, seinen Bewährungshelfer zu verprellen und doch noch einsitzen zu müssen. Moser erzählt uns in akribischer Manier und exemplarisch den Verlauf eines typischen Tages in seinem Leben, eines sich ständig wiederholenden Alptraums. Ungeachtet vieler abstoßender, für das Gesamtverständnis aber unerlässlicher Einzelschilderungen dessen, was sich bei und mit Moser so abspielt, brilliert das Buch besonders an den Stellen, an denen er uns einen tiefen Blick in seine gequälte Seele werfen lässt, teilhaben lässt am unauflösbaren Dilemma einer zutiefst verängstigten Person, dem die menschliche Gesellschaft einerseits zuwider ist und der sich andererseits nichts sehnlicher wünscht, als sich irgendwie wieder in sie zu integrieren. Und genau deshalb schwankt man als Leser auch permanent zwischen Ablehnung und Mitleid. Und ob man´s glaubt oder nicht, das Buch bietet neben seiner kraftvollen bildhaften Sprache sogar einzelne Szenen voller unfreiwilliger Komik und tollem Sprachwitz. Für mich eine der größten literarischen Entdeckungen der letzten Zeit abseits jeden Standards. Unbedingte Leseempfehlung.

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  • Rezension zu "3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman" von Masì De Sol

    3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman

    Kapri_ziös

    20. July 2012 um 13:04

    Schwierig, schwer einzuordnen dieser Roman. Ich kann auch garnicht so richtig sagen, was ich vom Buch halten soll. Seltsam, merkwürdig, komisch, genial? Christian Moser, der Protagonist, er dokumentiert ein Tag in seinem Leben. Er ist ein widerlicher Kerl, Perverser, Alkoholiker, Straftäter, eben jemand mit dem man so garkeine Sympathie aufbauen kann. Und das macht ihn wahrscheinlich auch so faszinierend. Ins Klichee würde jetzt auch passen, dass er dumm ist, geistig eher zurückgeblieben, aber das ist Moser nicht. Seine Gedanken zeugen von Intellekt, nur eben anderem Intellekt. Definitiv ist Moser ein Zerrissener, die ewige Langeweile kotzt ihn an, aber er ist auch nicht dazu in der Lage Entscheidungen zu treffen, sich irgendwie aufzuraffen. Das kann er nicht. Einsamkeit ist für ihn auch ambivalent, eigentlich möchte er mit jemand anderen zusammen sein, aber dann auch wieder nicht. Der Roman spiegelt sehr gut die seelischen Abgründe in denen sich dieser Mensch befindet, aber fassen konnte ich sie dann doch nicht. Mit solchen Inhalten muss man zurecht kommen oder eben nicht. Der Autor hat hier ein ganz anderes Stück Literatur vorgelegt, entgegen dem Mainstream. Experimentalisten und Menschen, die das Andere zu schätzen wissen, werden sicher ihre Freude an diesem Roman haben.

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