Das lyrische Stenogrammheft

von Mascha Kaléko 
4,5 Sterne bei50 Bewertungen
Das lyrische Stenogrammheft
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Lyrik der besonderen Art!

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Inhaltsangabe zu "Das lyrische Stenogrammheft"

Mascha Kalékos Hauptwerk erstmals bei dtv!
›Krankgeschrieben‹, ›Sonntagmorgen‹, ›Großstadtliebe‹, ›Kassen-Patienten‹ – so lauten die Titel von Mascha Kalékos Großstadtgedichten aus den 1930er-Jahren. Sie erzählen von Liebe, Schnupfen und Halsweh, dem Sonntagsausflug und Tarifgehältern. In ihrer gewohnten Manier, melancholisch, aber gewitzt, schreibt Kaléko aus dem Alltag für den Alltag und trifft die Menschen mitten ins Herz.
Man lernt sich irgendwo ganz flüchtig kennen und gibt sich irgendwann ein Rendezvous. Ein Irgendwas, – ’s ist nicht genau zu nennen – Verführt dazu, sich gar nicht mehr zu trennen. Beim zweiten Himbeereis sagt man sich ›du‹.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423280983
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:200 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:14.10.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    kingofmusics avatar
    kingofmusicvor einem Monat
    Kurzmeinung: Lyrik der besonderen Art!
    Lyrik der besonderen Art!

    Mascha Kaléko (1907-1975) war mir bis dato (so gut wie) kein Begriff; man hat mal hier und dort einen Hinweis auf sie erhalten, eine Rezension gelesen, sich aber nie näher mit ihr befasst.


    Das hat sich nun dank einer besonderen Person grundlegend geändert! Schon beim ersten Durchblättern von „Das lyrische Stenogrammheft“ musste ich herzhaft grinsen, beschreibt sie doch beispielsweise am Ende des selbigen in „Brief an eine Reisetante“, wie es zu Hause geht, während die Tante in Sizilien weilt:


    „Ich danke dir für deinen Brief. (Das Ansichtskarten-Kitschmotiv Kann ich dir nie vergeben.) Nun bitt ich dich so sehr ich kann, Wenn du schon schreibst, auch dann und wann Das Porto aufzukleben.

    Zu Frage eins: Wie es mir geht, Und wie´s um Möpschen Susi steht, Erwidre ich beklommen: Was mich betrifft, ich bin gesund. Doch leider hat der liebe Hund Zwei Kilo abgenommen.“ (S. 194)


    Mascha Kaléko beherrschte die Kunst, Alltagssituationen wie sie jeder von uns kennt, in wunderbar locker-leichte Lyrik zu verpacken, um „zwischen den Zeilen“ Kritik am System zu üben. Jede Leserin/ Jeder Leser wird sich irgendwo in den Gedichten wiederfinden – sei es, wenn es darum geht, die „verflossene“ Liebe zu beweinen, wenn es darum geht, sonntags an montags und somit an Arbeit zu denken oder einem Kind ein „Gute Nacht“-Gedicht aufzusagen, damit es gut schläft und träumt.


    Viele Gedichte von Mascha Kaléko sind von einer tiefen Melancholie durchzogen (ein beliebtes Motiv ist der Herbst, der Regen, Sturm…) und trotzdem blitzt immer wieder ein Funken der Hoffnung zwischen den Zeilen hervor und man stellt sich beim Lesen vor, wie die Gedichte wohl wirken, wenn man sie mit einer Tasse Tee auf dem Sofa liest, während es draußen regnet…


    Die immer wieder eingestreuten Kurzprosatexte sind mal poetisch, mal satirisch, aber immer auf den Punkt gebracht und zeigen die Vielseitigkeit von Mascha Kaléko.


    „Das lyrische Stenogrammheft“ war mein erstes, jedoch definitiv nicht letztes Büchlein von Mascha Kaléko und dürfte in Zukunft zu meinen bevorzugten Lektüren gehören.

    Kommentare: 1
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    Muriel-Lelands avatar
    Muriel-Lelandvor 8 Jahren
    Rezension zu "Das lyrische Stenogrammheft. Kleines Lesebuch für Große" von Mascha Kaléko

    "Gebrauchslyrik" oder auch "Alltagslyrik" - wurde das, was Mascha Kalèko an Gedichten schrieb, bezeichnet. Aber sie zeigt auf, dass diese Betitelung keinesfalls auf fehlendes Niveau hinweisen muss.
    Ihre Gedichte weisen immer wieder auf bittere Enttäuschung, Heimatlosigkeit und Melancholie.
    Sehr empehlenswert.

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    Catwomans avatar
    Catwomanvor 9 Jahren
    Rezension zu "Das lyrische Stenogrammheft. Kleines Lesebuch für Große" von Mascha Kaléko

    "Das lyrische Stenogrammheft" ich habe diesen Band von einer Freundin geschenkt bekommen. Bitte lese es mal, es ist so schön, ich habe es gelesen. Die Gedichte von Mascha Kaléko sind wirklich schön, sie sind warmherzig, feinfühlig und sprechen aus der Seele heraus.
    Sehr empfehlenswert!

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    The iron butterflys avatar
    The iron butterflyvor 9 Jahren
    Rezension zu "Das lyrische Stenogrammheft" von Mascha Kaléko

    Das lyrische Stenogrammheft von Mascha Kaléko, Gedichte aus der Welt der Großstadt. Kaléko hat in den dreißiger Jahren ihre Gedichte verfasst und damit ein wundervolles Zeitdokument erstellt. Sie schreibt über die Welt der einfachen Leute, über die Sorgen des kleinen Mannes, die Gefühle der Frau von nebenan. Die Rubriken "Von Montag früh bis Wochenend", "Rote Zahlen im Kalender", "Blasse Tage" und "Plüschsofa und Vertikow" verdeutlichen den Kosmos ihrer so eindringlichen Lyrik. Unverblümt und schnörkellos beschreibt Kaléko ihre alltäglichen Gedanken und Gefühle und trifft damit den Nerv des Lesers.
    Ich empfand die Gedichte im lyrischen Stenogrammheft so lebhaft, dass ich sofort an die Mischung aus Ziehharmonika, Klavier und Geigenmelodie aus "Die Sinfonie der Großstadt" denken musste. Einer dieser stummen Dokumentarfilme aus den dreißiger Jahren. Ein Ausschnitt:
    http://www.youtube.com/watch?v=mmBPEuJLvZs

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    ChaosQueen13s avatar
    ChaosQueen13vor 9 Jahren
    Rezension zu "Das lyrische Stenogrammheft. Kleines Lesebuch für Große" von Mascha Kaléko

    "Das lyrische Stenogrammheft". Kleines Lesebuch für Große! In diesem Sammelband sind die ersten beiden Gedichtbände der Mascha Kaléko, die in den 30er Jahren noch vor ihrer Emigration in Berlin entstanden und der nationalsozialistischen Bücherverbrennungen zum Opfer fielen, zusammengefasst.

    Wunderschöne Gedichte, sentimentale Wortwahl, die ins Herz geht.

    Wie dieses hier:
    Wenn einer fortgeht ... von Mascha Kaléko
    *
    Wenn einer fortgeht, gibt man sich die Hände,
    Am Bahnhof lächelt man so gut es geht.
    Wie oft sind unsrer Sehnsucht Außenstände
    Mit einem D-Zug schon davongeweht ....

    *

    Wenn einer fortfährt, steht man zwischen Zügen,
    Und drin sitzt der, um den sich alles dreht.
    Man könnte dieses "alles" anders fügen
    Durch einen Blick, ein Wort vielleicht. - Zu spät.
    *
    Wenn einer fortfährt, geht das Herz auf Reisen
    Und treibt sich irgendwo allein herum.
    Es ist schon manchmal schwer, nicht zu entgleisen:
    Die klügste Art zu reden bleibt doch: stumm.
    *
    Wenn einer fortging, kann man nichts vergessen,
    Und jeder Tag ist ein Erinnerungsblatt.
    Wenn einer fortgeht, braucht man nichts zu essen,
    Man wird so leicht vom Tränenschlucken satt.
    *
    Wenn einer fort ist, gibt es Ansichtskarten
    Und ab und zu mal einen dicken Brief.
    Ein schweres Verbum ist das Wörtchen "warten"
    Und "lebe wohl!" ein Schluß-Imperativ ...
    *
    Mascha Kaléko ist es Wert, beachtet und gelesen zu werden.

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