In der Nacht zum 16. Oktober 1946 wurden in der Turnhalle des Nürnberger Gefängnisses zehn Machthaber des Dritten Reiches gehängt. In Holzkisten wurden die Leichen heimlich nach München-Solln zum US-Krematorium gebracht - zur Tarnung mit falschen Namensaufschriften. Nach der Verbrennung ließ der Bestatter der US-Armee die Asche der Toten in den kaum drei Meter breiten Conwentzbach streuen. Die Männer, vor denen die Welt gezittert hatte, waren nicht mehr. Ein Tribunal der alliierten Sieger hatte sie in Nürnberg gerichtet. Nun, dreißig Jahre später, steht dieses Tribunal selbst vor dem Richterstuhl des Historikers. Hitler-Biograph Werner Maser, der sich 25 Jahre lang der Erforschung des Nürnberger Prozesses gewidmet hat, schreibt klar und nüchtern, was damals wirklich geschah.
- Hypochrisy -


