Masha Gessen

 3.8 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor von Der Mann ohne Gesicht, Der Beweis des Jahrhunderts und weiteren Büchern.

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Die Zukunft ist Geschichte
Erscheint am 12.11.2018 als Hardcover bei Suhrkamp.

Alle Bücher von Masha Gessen

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Masha GessenDer Mann ohne Gesicht
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Der Mann ohne Gesicht
Der Mann ohne Gesicht
 (6)
Erschienen am 01.03.2012
Masha GessenDer Beweis des Jahrhunderts
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Der Beweis des Jahrhunderts
Der Beweis des Jahrhunderts
 (3)
Erschienen am 17.06.2013
Masha GessenWie meine Großmütter Hitlers Krieg und Stalins Frieden überlebten
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Wie meine Großmütter Hitlers Krieg und Stalins Frieden überlebten
Masha GessenDer Beweis des Jahrhunderts: Die faszinierende Geschichte des Mathematikers Grigori Perelman
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Der Beweis des Jahrhunderts: Die faszinierende Geschichte des Mathematikers Grigori Perelman
Masha GessenDer Beweis des Jahrhunderts
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Der Beweis des Jahrhunderts
Der Beweis des Jahrhunderts
 (0)
Erschienen am 16.06.2014
Masha GessenDie Zukunft ist Geschichte
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Die Zukunft ist Geschichte
Die Zukunft ist Geschichte
 (0)
Erschienen am 12.11.2018
Masha GessenAuf den Erfolg unserer hoffnungslosen Mission
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Auf den Erfolg unserer hoffnungslosen Mission
Masha GessenDer Mann ohne Gesicht: Wladimir Putin - Eine Enthüllung
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Der Mann ohne Gesicht: Wladimir Putin - Eine Enthüllung

Neue Rezensionen zu Masha Gessen

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Der Mann ohne Gesicht" von Masha Gessen

Weitschweifig und analytisch schwach
R_Mantheyvor 3 Jahren

Unter einer Enthüllung hatte ich mir etwas anderes vorgestellt. Was man in diesem Buch über Wladimir Putin zu lesen bekommt, kann man sehr kurz zusammenfassen: Putin sei ein unbeherrschter und gefühlsarmer Mensch, der gerne eine vulgäre Sprache benutzen und unter seiner geringen Körpergröße leiden würde. Mit seiner diktatorischen Herrschaft würde er Russland zurück in Zustände bringen, die man aus Sowjetzeiten bereits kennen würde. Obendrein soll er einer der reichsten Männer der Welt sein. Die Autorin gibt sein Privatvermögen mit über 40 Milliarden US-Dollar an. Woher sie diese Information hat, bleibt ihr Geheimnis, wie vieles andere in diesem Buch auch.

Darüber hinaus beschreibt die Autorin Putins KGB-Karriere, soweit sie öffentlich bekannt ist, und seinen Werdegang bis ins Jahr 2012. Man mag über Putin denken, was man will - dieser Text wird dazu nichts wirklich Neues hinzufügen. Wenn man sich durch dieses fast immer langatmig und weitschweifig geschriebene Buch endlich durchgequält hat, kommt man nicht um die Feststellung herum, dass seine Autorin dem Thema intellektuell nicht gewachsen war.

Zunächst einmal fällt auf, dass sie nirgendwo auf die innere und äußere Lage Russlands wirklich tiefgründig eingeht. Es geht ständig nur um Personen und deren Beziehungen. Aber damit nicht genug: Statt von einem distanzierten und analytischem Standpunkt aus die Dinge zu beleuchten, verfängt sich die Autorin in einer merkwürdigen Parteilichkeit. Besonders deutlich wird dies, wenn sie über die Präsidentschaft Jelzins schreibt. Sie hält diese Periode für eine wunderbare Zeit demokratischer Wandlungen, die erst durch den Tyrannen Putin beendet wurde.

Doch die Wirklichkeit sah für das russische Volk ganz anders aus. In dieser Zeit wurden die Ressourcen Russlands auf kriminelle Weise in die Hände weniger Leute verscherbelt, die dadurch in sehr kurzer Zeit sehr reich wurden und Teile dieses Vermögens ins Ausland brachten. Das gemeine Volk hingegen sah sich einer Hyperinflation ausgesetzt und verarmte. Solche Tatsachen kommen in diesem Buch jedoch nur am Rande vor. Die Autorin schreibt, dass Jelzins Familie einen Nachfolger im Amt des Präsidenten suchte, der eben diese Familie nicht dahin bringen würde, wo sie nach russischen Gesetzen eigentlich hingehören würde. Putin war dafür genau der richtige Kandidat. Wie man bei einer solchen Beschreibung gleichzeitig von Demokratie sprechen kann, bleibt mir ein Rätsel.

Man kann diese Peinlichkeit nur begreifen, wenn man versteht, dass die Autorin offene Sympathie für Leute empfindet, die man im Westen gerne als Dissidenten bezeichnet. Man gewinnt durch die mediale Hofierung dieser Leute im Westen oft den falschen Eindruck, als würden sie irgendeine bedeutende Rolle in Russland spielen. Doch das Gegenteil ist wahr. Man kennt sie dort in der Regel gar nicht. Da einige der Oligarchen solche Dissidenten unterstützt haben, wird wiederum die Sympathie der Autorin für diese Neureichen verständlich.

Mit einer objektiven Betrachtungsweise hat das aber leider überhaupt nichts zu tun. Der gesamte Text wurde jedoch unter diesem engen und schiefen Blickwinkel verfasst. Er ist, um es ganz klar zu sagen, einfach nur eine schmähende Abrechung mit Putin aus der Sicht dieser Leute. Inwieweit dies den Tatsachen wirklich gerecht wird, kann man von außen kaum beurteilen. Zweifel kommen allerdings bei einer solchen Herangehensweise schon auf.

Da die Autorin viele Geschehnisse in Russland offenbar nicht wirklich durchschaut, ersetzt sie Tatsachenbeschreibungen und die anschließende Analyse durch seitenlanges Beschreiben von Aussagen anderer Dissidenten, deren Probleme oder wilde Spekulationen.

Sie geht auch nicht allgemein auf die Transformation der russischen Gesellschaft in westliche Verhältnisse ein, und sie fragt sich auch nicht, ob das überhaupt so einfach geht. Russland kennt keine nachhaltigen demokratischen Traditionen. Und offenbar versteht die Autorin auch nicht, dass sich die westlichen Demokratien zum Teil über Jahrhunderte in den heutigen Zustand gekämpft haben, den sie nun aller Welt als das Nonplusultra verkaufen möchten.

Dieses Buch schildert die Geschehnisse der letzten 20 Jahre in Russland und Putins Rolle dabei leider nur unter einem sehr eingeschränkten Blickwinkel. Und enthüllt wird eigentlich auch nichts. Die meisten Behauptungen über Putin in diesem Buch, die nicht auch sowieso schon bekannt waren, erweisen sich nämlich bei genauerem Hinsehen erst einmal nur als Vermutungen und Spekulationen.

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solveigs avatar

Rezension zu "Der Mann ohne Gesicht" von Masha Gessen

Putin - keine Legende
solveigvor 3 Jahren

Spannend geschrieben, fast wie ein Krimi, liest sich Putins Biografie. Oder zumindest der Teil seiner Lebensgeschichte, den er der Öffentlichkeit zukommen lässt. Masha Gessen versucht Lücken zu füllen und mit Hilfe der Aussagen von Zeitzeugen und Journalisten Putins eigene Version zu ergänzen bzw. ins rechte Licht zu rücken.
Das Bild des starken, sportlichen Mannes, das der ehemalige KGB-Offizier gern von sich zeigt, wird zwar nicht zerstört, aber um einige Nuancen bereichert. Mit viel Geschichtswissen im Hintergrund versucht Gessen, Putins Werdegang bis an die Spitze der Macht nachzuvollziehen und sein Wesen zu verstehen. Es gelingt ihr, auf eine unnachahmlich spannende Art, dem Leser die politische Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert nahe zu bringen  -  eine Geschichte voller Gewalt, Morde und Korruption  -  und daraus folgend Putins Verständnis von Vaterland und Politik zu erklären. Wie ist er aufgewachsen? Wie und mit wessen Hilfe schaffte er es, an die Macht zu kommen? Warum gibt der Mann, der keine Gefühlsregungen erkennen lässt, sich selbst das Image des "geläuterten Schlägers und Herrschers mit eiserner Faust"?
Auf einige dieser Fragen findet die Autorin Antworten, andere bleiben offen. Aber das Interesse für die Zusammenhänge und Hintergründe sind beim Leser geweckt ...

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W

Rezension zu "Der Mann ohne Gesicht" von Masha Gessen

Rezension zu "Der Mann ohne Gesicht" von Masha Gessen
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

Rechtzeitig zur Präsidentenwahl in Russland ist in mehreren Länden gleichzeitig das neue Buch der amerikanisch-russischen Journalistin Masha Gessen erschienen, die in Moskau lebt und somit auf die russische Politik und die russische Gesellschaft einen direkten Blick hat.
Es geht in dem Buch mit dem Titel „Der Mann ohne Gesicht“ um die Person, das Leben und den Charakter von Wladimir Putin, der, wohl unterstützt durch viele Unregelmäßigkeiten, die Wahl wieder gewonnen hat, sich aber zunehmend mit einem gesellschaftlichen Protest konfrontiert sieht, der seine Macht und seine Herrschaft ankratzt.

Masha Gessen schildert Putin als einen skrupellosen Herrscher, der sich mit einem Netzwerk aus Korruption und Terror umgeben hat, das ihm seine Macht erhalten soll. „Mann ohne Gesicht“ bezieht sich auf das Jahr 1999, als der unbekannte Putin von Boris Jelzin als sein Nachfolger bestimmt wurde, und eine Schar von Biografen sich beeilte, dem unbekannten Putin eine Biografie, ein Gesicht zu verpassen.

Masha Gessen beschreibt den Werdegang Putins, der mit 16 Jahren sich beim KGB bewarb und seine holprige, immer wieder vom Geheimdienst gestützte Karriere. Er arbeitete vor der Wende für den KGB in Dresden und wurde nach der Wende Vizebürgermeister von St. Petersburg. Dort fing er schon damit an, die zarten demokratischen Pflänzchen wieder auszureißen, die sich dort nach dem Fall der UdSSR gebildet hatten. Nach seiner Erhebung durch Boris Jelzin begann sich Putin als starker Mann zu profilieren. Gessen ist davon überzeugt, dass hinter der spektakulären Bombenserie im Herbst 1999 , für die man die Tschetschenen haftbar machte und auch mit Krieg überzog, der russische Geheimdienst verantwortlich war, der damit Putin an die Spitze brachte.

Sie schildert die Machenschaften und den schleichenden Einzug diktatorischen Stils, der zum Ziel hatte, die neuen sich bildenden demokratischen Strukturen Russland zu zerstören und die alten Verhältnisse wieder herzustellen. Auch hinter den Geiselnahmen von Beslan und in einem Moskauer Theater steckt nach Gessen der KGB und Putin selbst. Sie wirft ihm auch verschieden Auftragsmorde vor, unter anderem den Giftmord an Alexander Litwinenko.

Masha Gessen, die nach wie vor in Moskau wohnt, lebt nach diesem Buch dort besonders gefährlich. Doch sie ist davon überzeugt, dass die Oppositionsbewegung mit ihren weißen Bändern zunehmen wird, und sich die Lage in Russland zum Besseren wenden wird. Das wird man abwarten müssen, denn das System Putin ist gefährdet. Und was diktatorisch herrschende Machthaber mit ihrem Volk zu tun bereit sind, haben wir in der Vergangenheit allzu oft schmerzhaft gesehen.

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