Massimo Carlotto Die dunkle Unermesslichkeit des Todes

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Inhaltsangabe zu „Die dunkle Unermesslichkeit des Todes“ von Massimo Carlotto

Ein brutaler Raubmord zerstört die unbeschwerte Familienidylle von Silvio Contin. Seine Frau und sein kleiner Sohn werden kaltblütig ermordet. Contin fällt in ein tiefes Loch. Fünfzehn Jahre später erreicht ihn das Gnadengesuch des Mörders. Contin begreift, dass dies die Chance seines Lebens ist: Die Zeit der Rache ist gekommen.

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  • Massimo Carlotto - Die dunkle Unermesslichkeit des Todes

    Die dunkle Unermesslichkeit des Todes
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    23. November 2014 um 12:13

    Silvio Contin muss den vermutlich schlimmsten Schicksalsschlag überhaupt hinnehmen: bei einem Überfall werden seine Frau und sein 8-jähriger Sohn ermordet. Doch nur einer der Verbrecher kommt hinter Gitter, der andere, der mutmaßliche Schütze bleibt in Freiheit und Raffaello Beggiato schützt seinen Komplizen, denn der hat das Geld. Nach fünfzehn Jahren Haft ist Beggiato jedoch am Ende, unheilbarer Krebs zeichnet seine letzten Tage. Durch Begnadigung könnte er freikommen, doch dafür braucht er Contins Unterschrift. Dieser will den Mord an seiner Familie rächen und sieht seine Chance auf Rache gekommen. Ein typischer Carlotto, der in die Abgründe der menschlichen Seele steigt und Gefühle unermesslicher Intensität hervorholt. Sein Protagonist wandelt sich vom Opfer, dem man das Leben zerstört hat, zum Racheengel, der das vollendet, wozu die Polizei nicht imstande war. Kein Krimi, bei dem man den Täter sucht, denn die sind alle bekannt. Die Frage bleibt nur: wer ist am Ende härter und grausamer als die anderen. Und der Leser muss sich fragen, ob aus Opfern auch Täter werden und ob Täter nicht auch Opfer sein können.

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  • Rezension zu "Die dunkle Unermesslichkeit des Todes" von Massimo Carlotto

    Die dunkle Unermesslichkeit des Todes
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    25. April 2012 um 12:52

    Ein kurzer und unausschweifender Roman mit großer Handlungsdichte. Irgendwie auch versteckt zärtlich, obwohl er an Brutalität nicht spart. Absolut lesenswert, auch wenn er sich mit großen Meistern nicht messen kann.

  • Rezension zu "Die dunkle Unermesslichkeit des Todes" von Massimo Carlotto

    Die dunkle Unermesslichkeit des Todes
    Jeami

    Jeami

    09. February 2010 um 10:58

    Was passiert mit einem Menschen, dem seine ganze Familie durch ein Gewaltverbrechen genommen wird? Wie verändert er sich? Wie wird mit den Opfern bzw. mit den Tätern umgegangen. Beide Seiten werden beschrieben Opfer und Täter. Beinhart und bodengut!

  • Rezension zu "Die dunkle Unermesslichkeit des Todes" von Massimo Carlotto

    Die dunkle Unermesslichkeit des Todes
    bibliomaniac

    bibliomaniac

    08. February 2010 um 08:40

    Was aus einem werden kann wenn man verliert was man am meisten liebt, erfährt man klar und deutlich in diesem Buch. Zu welchen Taten man fähig ist, um Rache zu nehmen, an dem Mann der deine Frau und dein Kind getötet hat. Diese Tat verwandelte den einst liebenswerten Weinhändler in eine gefühllose Bestie zerfressen von Rachegedanken und Hass, alles zu zerstören was mit dieser Tat zu tun hat. Es ist eine Grausame Tat die nicht zu rechtfertigen ist, Mutter und Kind sterben weil sie wahllos von einem Verbrecher erschossen werden. Ein sehr erschütterndes Buch.

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  • Rezension zu "Die dunkle Unermesslichkeit des Todes" von Massimo Carlotto

    Die dunkle Unermesslichkeit des Todes
    kfir

    kfir

    01. January 2009 um 20:23

    Silvano Contin steht vor den Scherben seines Lebens: Zwei Räuber nehmen seine Frau und seinen kleinen Sohn als Geiseln und erschießen sie auf der Flucht vor der Polizei. Während der eine Gangster lebenslang ins Zuchthaus kommt, wird der andere nie gefasst, eben weil seine Identität nicht verraten wird. 15 Jahre später ist der verurteilte Mörder todkrank und bittet für seine letzten Tage um Haftverschonung. Silvano Contin, der sich aus dem Leben zurückgezogen hat, zum Einzelgänger wurde, kann sich mit dem Gedanken an Vergebung nicht anfreunden, doch sieht er in der Freilassung des Mörders auch seine große Chance gekommen: Er will nicht nur den Trost, den er bislang vergebens suchte, sondern auch Gerechtigkeit und Rache an dem zweiten Mörder seiner Familie. Doch zu was er letzten Endes alles fähig ist, das haben weder seine Widersacher noch er selber geahnt. Ein perfides Katz-und-Maus-Spiel nimmt seinen Lauf ... Der Autor Massimo Carlotto saß selber einige Jahre im Gefängnis. Seine Erfahrungen aus dieser Zeit geben ein sehr realistisches Bild der geschilderten Gefängnisszenen wieder. Überhaupt sind alle Schilderungen sehr plastisch und lebendig, teilweise jedoch auch sehr grob und grausam. Das ist aber auch nötig, um das Verhältnis zwischen Opfer und Täter zu verstehen. Ein wenig mehr Einblicke in die Gefühle und Gedanken der Hauptpersonen hätte jedoch dem Buch noch mehr Tiefe verliehen. Die Psychologie zwischen Opfer und Täter verbunden mit Verlust, Erinnerungen, Rache, Gerechtigkeit, Menschlichkeit, Schuld und Vergebung hätte mehr Raum verdient. Dennoch ist das Buch sehr spannend und glaubhaft geschrieben, manches kann man voraus ahnen, die Wendung dem Ende zu ist jedoch wenig vorhersehbar.Neben dieser Kriminalgeschichte strotzt das Buch nur so vor vielen kleinen Details aus dem italienischen Alltagsleben, so dass neben der Spannung auch immer ein kleines Augenzwinkern von der Partie ist. Ein spannender Page-Turner mit dem Thema der vermeintlich italienischsten aller italienischen Gefühlsregungen – Rache.

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  • Rezension zu "Die dunkle Unermesslichkeit des Todes" von Massimo Carlotto

    Die dunkle Unermesslichkeit des Todes
    Jade

    Jade

    27. November 2008 um 17:15

    Carlotto zieht uns in eine Spirale der Gewalt und des Wahnsinns hinein. Die Geschichte entwickelt einen ungeheuren Sog, besonders eindrücklich ist die Veränderung der Sprache. Erzählt Raffaelo, der Verbrecher, schreibt Carlotto in einer vulgären, derben Knastsprache. Beschreibt er die Welt von Silvano, dem Opfer, ist die Sprache sehr gepflegt und flüssig. Das Buch reisst uns mit bis zum unausweichlichen Ende.

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  • Rezension zu "Die dunkle Unermesslichkeit des Todes" von Massimo Carlotto

    Die dunkle Unermesslichkeit des Todes
    JanHartmann

    JanHartmann

    23. October 2008 um 14:37

    Massimo Carlotto: Die dunkle Unermesslichkeit des Todes bei Klett-Cotta/Tropen Jetzt bin ich nicht gerade ein übermäßiger Krimileser, andererseits ist Tropen ein großartiger Verlag, so dass ich mich mal wieder an einen Krimi traute. Und der Mut hat sich gelohnt. Die eigentliche Tat ist schnell erzählt. Zwei Berufsverbrecher rauben einen Juwelier aus, die Tat eskaliert, die beiden nehmen Geiseln, diese verlieren ihr Leben, ein Verbrecher entkommt, der andere wird geschnappt, weigert sich aber eisern seinen Komplizen zu verraten und wird lebenslänglich zu Gefängnis verknackt. Der Vater und Ehemann der Erschossenen kommt über deren Ableben nicht hinweg, verliert seinen Job als Weinhändler und lebt fortan wie eine Maschine für seinen kleinen „Absatz-Blitz“ im Supermarkt. Sechs Tage Arbeit, ein Tag Saufen und von vorne. Immer die gleiche Routine, nur nie ins Grübeln kommen. 15 Jahre geht das so, ohne dass Silvano, der Vater und Ehemann auch nur versucht für sich die Tat aufzuarbeiten. Und dann kommt ein Gnadengesuch Raffaellos, des geschnappten Verbrechers, der sich immer geweigert hatte seinen Kumpel Oreste zu verraten und Silvano damit in dessen Augen um die Rache gebracht hat. Er, Raffaello, leide an Krebs, habe nicht mehr lange zu leben und bitte um die Gnade entlassen zu werden. Unfähig diese Gnade zu gewähren lehnt Silvano zuerst ab, sieht dann in der Freilassung Raffaellos eine Chance auf Rache gekommen und sorgt dafür, dass der Täter doch noch entlassen werden kann. Und nun entwickelt sich ein perfides Netzwerk in dem sich Silvano, Raffaello und seine ehemalige Geliebte und Oreste mit seiner Frau Daniele sowie ein paar andere Akteure immer mehr verstricken und indem Silvano seine Menschlichkeit zu verlieren droht. Die scheinbar geordneten Fronten verweichen immer mehr und man beginnt sich zu fragen, wer hier der Mensch und wer hier die Bestie ist und lässt sich von der nächsten Wendung und Überraschung hinfort tragen. Zurück bleibt ein sehr nachdenklicher Leser, der an diesem Psychodrama sehr zu knabbern hat und sich fragt ob Gnade und Verzeihen dem Täter oder dem Opfer mehr helfen.

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  • Rezension zu "Die dunkle Unermesslichkeit des Todes" von Massimo Carlotto

    Die dunkle Unermesslichkeit des Todes
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. August 2008 um 14:23

    Bei einem Raubüberfall wird die Familie des Weinhändlers Silvano getötet. Als ihn 15 Jahre später das Gnadengesuch des mittlerweile schwerkranken Mörders erreicht, ersinnt er einen perfiden Racheplan. Aus wechselnden Perspektiven entwickelt sich ein Psychogramm über Gerechtigkeit und Wiedergutmachung, in dem gewohnte Erwartungen auf den Kopf gestellt werden. Spannend, doch leider etwas zu hastig erzählt. (Erschienen im Stadtmagazin Journal Frankfurt, 20/2008, S. 75)

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  • Rezension zu "Die dunkle Unermesslichkeit des Todes" von Massimo Carlotto

    Die dunkle Unermesslichkeit des Todes
    variety

    variety

    21. August 2008 um 19:39

    Zuerst einmal vorneweg: Das Buch ist spannend geschrieben und liest sich sehr gut. Auch das Thema Rache bzw. Schuld wird meiner Meinung nach genügend vertieft. Ebenfalls packend waren die vielen unerwarteten Wendungen, welche die Geschichte nahm. Nur ganz am Schluss hätte ich gerne etwas anderes gelesen, aber der Autor wollte wohl seine eigene Geschichte aufarbeiten und hat deshalb den Täter ungestraft leben lassen, was ich sehr schade fand. Auch weniger überzeugend war das dauernde Wiederholen der Dunkelheit (vom Titel her). Das wirkte aufgesetzt bzw. langweilig und war für mich die Methode, um der Leserschaft die Absicht des Autors reinzuhämmern. Wäre nicht nötig gewesen.

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  • Rezension zu "Die dunkle Unermesslichkeit des Todes" von Massimo Carlotto

    Die dunkle Unermesslichkeit des Todes
    strabo2001de

    strabo2001de

    20. August 2008 um 09:25

    Ein brutales Verbrechen verbindet die beiden Hauptpersonen Silvio Contin und Raffaello Beggiato. Bei einem Raubüberfall werden die Frau und der Sohn von Contin als Geiseln genommen und von den beiden Tätern erschossen. Beggiato, einer der Täter wird verhaftet und zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. 15 Jahre später ist ein Gnadengesuch von Beggiato der Anlass für ein erneutes Aufeinandertreffen der Lebensgeschichten der beiden Protagonisten. Massimo Carlotto hat eine Geschichte über Leben und Tod, über Rache und Vergebung geschrieben, die wechselnd jeweils aus der Perspektive von Silvio und Raffaelo geschildert wird. Der Autor versteht es geschickt mit den Erwartungen des Lesers zu spielen. Gut und Böse, Normalität und Wahnsinn verschwimmt und die Ereignisse nehmen manch unerwartete Wendungen. Leider nimmt sich Carlotto nicht genügend Zeit für die Entwicklung seiner Figuren. Alles wirkt ein wenig hastig erzählt, so dass manchmal das Verhalten der Hauptpersonen unmotiviert wirkt. Trotzdem ein packendes Buch mit einer starken Sprache. Wenn Massimo Carlotto über den Alltag im Gefängnis schreibt, kann er aus eigener Erfahrung schöpfen. In jungen Jahren des Mordes an einer Studentin beschuldigt, war er zunächst einige Jahre auf der Flucht und wurde nach seiner Verhaftung zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt. 1993 wurde er dann auf Druck der Öffentlichkeit begnadigt und begann sein zweites Leben als Schriftsteller. Inzwischen in Italien ein Star, ist er in Deutschland eher unbekannt.

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  • Rezension zu "Die dunkle Unermesslichkeit des Todes" von Massimo Carlotto

    Die dunkle Unermesslichkeit des Todes
    Rainbow

    Rainbow

    19. August 2008 um 21:25

    Seit jenem Nachmittag vor 15 Jahren wird Silvano Contins Leben von der dunklen Unermesslichkeit des Todes bestimmt und so erscheint es fast als ein Lichtblick, als er mit der Bitte um Unterstützung von Beggiatos Gnadengesuchs Macht über den Mörder seiner Familie erlangt und seine Rache plant. Carlotto spielt in seinem Buch geschickt mit der Rolle von Opfern und Tätern, die sich immer wieder verschiebt, Fragen aufwirft und zum Nachdenken anregt. Da sowohl Contin als auch Beggiato abwechselnd zu Wort kommen, wird die Charakterisierung durch Sprache und Denkweise sehr eindrücklich. Dass der Leser die Aktionen und Reaktionen von Opfer und Täter gut nachvollziehen und verstehen kann, macht das Buch nicht nur abwechslungsreich, sondern auch erschreckend. Häufig ist man gezwungen, seine Sympathien zu überdenken, die eigentlich keinem von beiden gelten können. Der Krimi besticht durch die dichte Atmosphäre, auch wenn es sich meiner Meinung nach erst ein wenig zieht, bevor es richtig spannend wird, weil die Personen in Aktion treten. Die Geschichte liest sich flüssig, schnell und ungekünstelt, kann also auch sprachlich überzeugen. Über das Ende lässt sich streiten, doch lässt es den Leser nicht so schnell los und sorgt dafür, dass man noch länger über "Die dunkle Unermesslichkeit des Todes" nachdenkt.

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  • Rezension zu "Die dunkle Unermesslichkeit des Todes" von Massimo Carlotto

    Die dunkle Unermesslichkeit des Todes
    BuchWolf

    BuchWolf

    19. August 2008 um 17:47

    Silvano Contin ist der Vater eines ermordeten Kindes und der Ehemann einer ermordeten Frau. 15 Jahre nach dem Verbrechen erhält er einen Brief aus dem Gefängnis, mit der Bitte des Mörders, Raffaello Beggiato, sein Gnadengesuch zu unterstützen. Bei einem schlecht geplanten Raubüberfall erschossen Beggiato und sein Komplize im Koksrausch den achtjährigen Jungen und seine Mutter. Während der zweite Täter unerkannt mit der Beute fliehen konnte, musste Beggiato als Raubmörder lebenslänglich hinter Gitter. Nun, da bei ihm eine tödliche Krankheit diagnostiziert wurde, lässt er nichts unversucht, um zumindest in Freiheit zu sterben. Nur bedarf es dazu eine Stellungnahme Silvano Contins. Contins Leben hat sich nach dem Tod seiner Familie drastisch geändert. Er hat seinen Beruf aufgegeben, alle sozialen Kontakte abgebrochen und lebt seit 15 Jahren mit der Erinnerung an seine Liebsten in „der dunklen Unermesslichkeit des Todes.“ An Verzeihen ist freilich nicht zu denken, doch mit der Freilassung des ohnehin todgeweihten Mörders bietet sich Silvano Contin endlich die Chance, auch den zweiten Täter zu finden und ihn einer gerechten Strafe zuzuführen. Mit „Die dunkle Unermesslichkeit des Todes“ hat Massimo Carlotto keinen gewöhnlichen Krimi geschrieben. Nicht das Verbrechen, sondern dessen Auswirkungen auf den Täter und die Hinterbliebenen der Opfer stehen im Mittelpunkt des Romans. Die eigentliche Handlung des Buches plätschert gemächlich vor sich hin und nimmt erst in der zweiten Hälfte etwas Fahrt auf. Das Entscheidende jedoch passiert in den Köpfen der beiden Hauptprotagonisten. Kapitelweise lässt uns der Autor abwechselnd in die Gedanken- und Gefühlswelt von Contin und Beggiato blicken. Obwohl von Seiten des Mörders oft wenig zu berichten ist – was den Aufbau zuweilen etwas künstlich wirken lässt – hat Massimo Carlotto damit die richtige Form für sein Thema gefunden. Spannend, kalt und mitunter in derber Sprache schafft er es, den Leser an beide Personen heranzuführen. Das Opfer, Silvano Contin ist gefangen in den Erinnerungen an seine ermordete Familie. Er lebt verzweifelt und jedem schönen Gefühl beraubt vor sich hin. Erst die Aussicht auf Rache und Gerechtigkeit lässt ihn seinen tägliche Trott abschütteln. Nicht viel besser geht es dem nach 15 Jahren Knast zermürbten Täter, Raffaello Beggiato. Von Krebs zerfressen und von der Erinnerung an seine Tat gequält, bleibt ihm nur noch die Hoffnung, wenigstens noch die ihm verbleibende Zeit in Freiheit zu verbringen. Wem die Sympathie der Leser gehört und wer hier Opfer und wer Täter ist, scheint zu Beginn des Buches noch sehr klar. Doch diese Kategorien werden nach und nach aufgelöst. Dabei geht der Roman weit über die persönlichen Schicksale seiner Akteure hinaus. Teils implizit und beiläufig, teils direkt fragt Carlotto nach dem Verhältnis von Mörder und Opfer in unserer Gesellschaft. Kann oder darf man mit Mördern Mitleid empfinden? Kann Rache gerecht sein? Oder, kann sie wenigstens dem Opfer Gerechtigkeit verschaffen? In düsterer Atmosphäre wird diesen Gedanken nachgegangen, wobei 200 Seiten wohl leider etwas zu knapp sind um ein solches Thema anzugehen. Eine besondere Erwähnung verdient schließlich noch die beeindruckende Beschreibung des Gefängnisalltags. Massimo Carlotto wurde selbst wegen eines Mordes, den er nicht begangen hatte, zu 18 Jahren Haft verurteilt und erst 1993 wieder freigelassen, woraufhin er sich der Schriftstellerei zuwandte. Radikal und bedrückend schildert er das Essen, den Drogenkonsum, und die Sprache im Gefängnis, vor allem aber, wie Beggiato krampfhaft versucht, seinen Tag zu strukturieren, damit er nicht völlig den Verstand verliert. „Die dunkle Unermesslichkeit des Todes“ ist in vielerlei Hinsicht ein ungewöhnliches Buch. Es hat eine ungewöhnliche Geschichte, ungewöhnliche Charaktere und ist dazu ungewöhnlich spannend. Wer einen Kriminalroman erwartet, wird nicht unbedingt enttäuscht sein. Und doch ist es viel mehr als nur ein einfacher Krimi. Carlotto schreibt nicht über irgendein Verbrechen, er schreibt über das Verbrechen an sich.

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  • Rezension zu "Die dunkle Unermesslichkeit des Todes" von Massimo Carlotto

    Die dunkle Unermesslichkeit des Todes
    eva1982

    eva1982

    19. August 2008 um 14:27

    Interessant fand ich das Buch vor allem vor dem Hintergrund, welche Vita der Autor hat. Die Darstellung abwechselnd aus Täter- und Opfersicht hat mir gefallen und wie sich der eigene Blickwinkel auf die Charaktere dadurch verschoben hat. Die Geschichte war vielleicht etwas voraussehbar, aber trotzdem verschob sich die Sympathie, wie auch beabsichtigt, nachher auf die Tätersicht. Ein schwieriges Thema, dem man durchaus ambivalent gegenüber stehen kann. Insgesamt kann ich es empfehlen, aber als besonders spannenden Thriller würde ich es nicht bewerten, sondern eher als Anregung, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

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  • Rezension zu "Die dunkle Unermesslichkeit des Todes" von Massimo Carlotto

    Die dunkle Unermesslichkeit des Todes
    sabrinacremer

    sabrinacremer

    19. August 2008 um 13:14

    Auf eine schlimme Art und Weise fällt die heile Welt des Silvano Contin von einem Tag auf den anderen in sich zusammen: bei einem Raubüberfall werden seine Frau und sein kleiner Sohn als Geisel genommen und ermordet. Einer der beiden Straftäter kann gefasst werden. Von dem Tag an ist nichts mehr, wie es wahr: Silvanos Leben wird von der "dunklen Unermesslichkeit des Todes" bestimmt. 15 Jahre später erfährt der inhaftierte Raffaello Beggiato, der seinen damaligen Komplizen nie verraten hat, dass er an Krebs erkrankt ist. Er möchte nicht im Gefängnis sterben und sendet ein Gnadengesuch an Contin... Massimo Carlotto, der selbst jahrelang unschuldig im Gefängnis saß, hat eine spannende Geschichte verfasst. Er benutzt eine teilweise krasse, aber dadurch sehr authentisch wirkende Sprache. Seine Beschreibungen der Personen, der Szenen usw. sind sehr bildlich dargestellt. In diesem Roman ist alles vorhanden: es geht um Verluste, Hass, Rache, Selbstjustiz und Vergebung... Stellenweise hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht; daher 4 von 5 Sternen. Alles in allem ist der Roman aber sehr lesens- und daher auch empfehlenswert.

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  • Rezension zu "Die dunkle Unermesslichkeit des Todes" von Massimo Carlotto

    Die dunkle Unermesslichkeit des Todes
    heaven

    heaven

    19. August 2008 um 11:36

    Ein Doppelmord als unglückliches Ende eines Raubüberfalls führt nach 15 Jahren zu grausamen Rachetaten. Dem erkrankten Mörder Raffaello soll ein Sterben in Freiheit gewährt werden. Vergebung kann und will Silvano Contin ihm nicht zugestehen: Der ehemalige Weinhändler fühlt sich von seiner ermordeten Frau geleitet. Der Leser wird konfontiert mit Lügen, Betrügen, Korruption, Rachetaten, menschenverachtenden Handlungen auch und gerade an Frauen. Die realistischen Schilderungen erzeugen einen Sog hinab in eine dunkle Unermesslichkeit.

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