Massimo Scaligero

 5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Das Licht, Raum und Zeit und weiteren Büchern.

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Neue Rezensionen zu Massimo Scaligero

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Christa_Schybolls avatar

Rezension zu "Raum und Zeit" von Massimo Scaligero

Rezension zu "Raum und Zeit" von Massimo Scaligero
Christa_Schybollvor 6 Jahren

Der Übersetzer des Buches, Georg Friedrich Schulz, schreibt in seinem Vorwort, "dass die Entdeckungen und Einsichten, die sich artikulieren, auf eine Quelle hinweisen, die das gewöhnliche Bewusstsein noch nicht kennt, obschon es ständig aus ihr schöpft: Es ist das "leibfreie" oder "lebende" Denken. Dieses Denken ist in der Lage, sich in voller Wachheit (ja in Steigerung von Wachheit) vom Nervensystem und damit von den Zwängen zu befreien, die es durch die psychosomatische Grundlage erleidet, auf die es sich heute für gewöhnlich stützt. In diesem Buch, so Schulz weiter, sind es die vermeintlichen "Anschauungsforumen" von "Raum und Zeit", die in eine völlig neue Dimension konkreter Welterfahrung gerückt werden.

Es sind schwierige Werke, in die man sich einfinden muss. Tut man diesen Schritt, wird man jedoch mit einem Gedankenuniversum belohnt, dass dazu verführt, seinen Fokus neu auszurichten.

Scaligero fragt: "Wer kann den Raum durchdringen, dem Strömen der Zeit begegnen? Nur, wer sich ohne Täuschung aus den Bedingungen des Sinnlichen zu befreien vermag und den Raum und die Zeit hinter sich lassen kann, die man für wirklich hält, weil sie meßbar sind: aber die Wirklichkeit von Raum und ZEit ist Unermeßlichkeit. Aus ihr kann schöpfen, wer nicht nur bestimmte Formen des Messens, sondern das Messen selbst überwindet, aber ugleich um das Wie und Weshalb von dessen Hervorgehen weiß: wer weiss, was des Geistes Wille ist, wenn er die Substanz seines ewigen Dichtens ins Maß verschließt. Nur des Geistes Wahrheit rechtfertigt ja das Messen, dieses vorübergehende Erscheinung dessen, was Raum und Zeit - in ihrer Erhabenheit - sind."

So beginnt das Buch. Und wenn es endet, man sich auf ernsthafte Weise mit Freuden darauf eingelassen hat, ist man selbst verändert. Ein Buch, das die Kraft hat, bereits durch sich selbst zu wirken. Geben wir dann das unsere dazu, wechselt das Denken die Richtung und die Raum-Zeit-Frage stellt sich niemals mehr wie je zuvor.

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Christa_Schybolls avatar

Rezension zu "Das Licht" von Massimo Scaligero

Rezension zu "Das Licht" von Massimo Scaligero
Christa_Schybollvor 6 Jahren

Scaligero ist mit diesem Buch - auch Dank der phantastischen Übersetzung von Georg Friedrich Schulz - ein Meisterwerk gelungen, dass gemeinsam mit seinem Buch "Raum und Zeit" eine Ergänzung bildet im Hinblick auf ein neues Begreifen unserer Wirklichkeit.

Welche Rolle Licht dabei spielt, welche Art von Licht gemeint ist, wie es wirkt, was es verursacht und erschafft, erschließt sich wie in einer sehr tiefen, sehr gelungenen Meditation gleich einer Offenbarung.

Dieses Buch machte mir einen geistigen Hunger auch nach den anderen Büchern von Scaligero, die ebenfalls wohl nur schwer zu bekommen sind und hoffentlich bald neu aufgelegt werden. Gerade im dunklen Zeitalter des krassen Materialismus ist dieses Werk nicht nur ein Licht am Bücherhimmel des lebendigen Denkens, sondern ein Werkzeug, dass das entscheidende Innenlicht im Menschen zu entzünden weiss.

Für all die, die das Pech haben, jenes Buch nicht mehr zu bekommen, hier ein paar kleine Auszüge:

"Das Licht, das die Dinge beleuchtet, ist nur ein Gleichnis.
Immer dann, wenn der Mensch beginnt, das Licht zu sehen, hat er es schon verloren. Sein Verlieren des Lichts ist das, was er als Licht sieht.

Das Licht, das er zu sehen meint, ist das Licht, das in seinem Sehen erlischt.

Ständig setzt er an, das Licht zu sehen - und deshalb sieht er die Dinge.

Weil sein Blick durch den Tod des Lichts auf die Dinge gelenkt wird, kann der Mensch das Licht nicht sehen. Indem er die Dinge zu sehen glaubt, nimmt er das Licht nicht wahr. Aber er sieht die Dinge nur, weil sie sich im Lichte zeigen, das er nicht sieht. Er sieht Formen und Farben und glaubt, die Dinge zu sehen. Doch er sieht sie nur, weil sie durch das Licht erscheinen, das in ihm erlischt.

Das Licht ist das verborgene Sein der Dinge und der Wesen.

Die essentielle Materie der Dinge ist das Licht. Aber die essentielle Materie - die geistige Gebärmutter von allem, was erscheint - ist nicht jene Materie, die erscheint.

Die Materie, die erscheint, ist gefallenes Licht: Der Leichnam des Lichts, der Schicht um Schicht aus dem Fall des Lichts hervorgeht.

Die Materie ist die Finsternis: eine Finsternis, die dennoch überall vom Licht beherrscht wird - nur nicht in der Seele des Menschen.

In der Materie begegnet das Licht den Stufen seines Falls. Auf jeder ihrer Ebenen gibt das Licht sich hin. Seine Selbstauslöschung ist es, die die Wiederbelebung des Gefallenen ermöglicht.
...
Der Mensch, der die Dinge erblickt - die Steine, Plfanzen, Lebewesen -, erblickt immer das Licht. Doch er sieht nicht das Licht, er sieht nur die Finsternis, in der das Licht vergeht.

Aber die Finsternis, die das Licht verschluckt, in der es verschwindet, ist nicht nur die Finsternis: Sie ist das Spiel, dass das Licht in der Seele vollführt, wenn diese im Auge die Farben und Formen der Welt erfaßt, die Gliederung des Seins.

...

Die Dinge, die Welt, die Wesen werden offenbar weil ihr Gestaltkleid aus Licht gewoben ist. Dieses Gewebe entsteht im Auge, wo das Licht der Seele dem Licht der Materie begegnet: in einer Wiederherstellung des ersten Lichts, die eine Tatsache des Bewusstseins ist, wenn dem Bewusstsein auch entgeht, dass das Lichtprinzuip gegenwärtig ist.
...
Immer wieder stirbt das Licht, das im Begriff ist, aufzuleben. Es stirbt als Licht der Welt. Das Ich hätte als ein individuelles Ich so wach zu sein, dass es diesen Tod nicht nötig hätte, um zu existieren. Es hätte im Tode das Leben anzuschauen, das es verliert.

Alles, was stirbt, hat die Kraft zu sterben, eine Kraft, die durch den Tod nicht vernichtet wird. Es gäbe kein Sterben, wenn sich diese Kraft in ihrem Tode nicht in anderer Weise ausdrücken würde - durch und für das Ich, das sich dieser Kraft bewusst ist.

Sterben ist keine endgültige Vernichtung, sondern ein Weiterschreiten dessen, dem es nicht gelingt, sich unter gegebenen Bedingungen vollständig darzustellen. Tritt es hingegeben aus diesen Bedingungen heraus, sich des bestimmten Zustands seiner selbst entledigend, dann kann es sich verwirklichen, kann seinem Wesen gemäß sein."

Auszug aus : Massimo Scaligero: Das Licht - Die Entdeckung der schöpferischen Imagination, edition tertium, Ostfildern S.13-15

Im Vorwort des Übersetzers (G.F.Schulz) las ich: Jetzt, am Ende des Jahrhunderts, möchte das Buch vor allem jenen eine Hilfe sein, denen es nicht genügt, sich auf ein Erkennen zu berufen,das nicht ihr eigenes ist.

Und im Nachwort (K.Swassjan)".. bin aber immerhin der Meinung, das solche Bücher nicht für Leser geschrieben, sondern dass eher solche Leser für Bücher geboren werden. Hier geht es um viel wichtigere Dinge, als zum Leser in Beziehung zu treten. Hände weg und kein Wort mehr! Hier wird das Licht von den Toten auferweckt."

Nun, Licht und Dunkelheit im angebrochenen neuen Jahrtausend sind es wert, sich diesem Thema anders als nur physikalisch zu widmen. Diesem Buch - sofern man es noch auf dem Markt erwischt - wünsche ich begabte Denker, die zum lesen desselben unter anderem geboren sind.

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