Mathias Énard

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Autor von Der Alkohol und die Wehmut, Zone und weiteren Büchern.

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Der Alkohol und die Wehmut

Der Alkohol und die Wehmut

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Erschienen am 31.10.2016
Zone

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Erschienen am 28.09.2010
Zone: Roman

Zone: Roman

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Erschienen am 01.02.2017
Straße der Diebe

Straße der Diebe

 (0)
Erschienen am 29.07.2013
L'alcool et la nostalgie

L'alcool et la nostalgie

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Erschienen am 25.05.2012
Zone

Zone

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Erschienen am 31.12.2010

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Rezension zu "Der Alkohol und die Wehmut" von Mathias Énard

"Der Alkohol und die Wehmut" von Mathias Énard
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren

Autor: Mathias Énard
Titel: Der Alkohol und die Wehmut
Gattung: Roman, Erzählung, Liebesgeschichte, Reisebericht
Erschienen: 2011
Gelesene Ausgabe: Matthes und Seitz, 2016
ISBN: 978-3-95757-349-0
Gelesen auf: Deutsch (Französisch)
Gelesen im: Dezember 2016

 

Zum Buch:
Der Gewinner des Prix Goncourt ist nach Deutschland geschwappt und ist nun der Gewinner des Leipziger Buchpreises für Europäische Verständigung. Doch nicht nur sein frisch ausgezeichneter Roman "Kompass" ist bemerkenswert - 2011 wurde das Büchlein "Der Alkohol und die Wehmut" in Frankreich veröffentlicht, dieses Jahr in Deutschland.
Darin reist der französische Schriftsteller Mathias mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau in den kleinen Ort Nowosibirsk. Grund für diese alkoholgeschwängerte Reise ist der Tod seines guten Freundes Wladimir, mit dem und seiner großen Liebe Jeanne ihn eine drogenreiche und zermürbende Dreiecksgeschichte verbindet.
Das Buch ist eine Sammlung von Gedankenströmen, Erinnerungen an die gemeinsame Zeit und Spaziergängen durch die Literatur. Die Wehmut, ach die Wehmut und der Alkohol schwingen immer mit, genau wie die Verlorenheit, die alle drei fühlten und fühlen, getrieben von der Ziellosigkeit, flüchteten sie sich in diverse Drogen und den allgegenwärtigen Alkohol. Sprachlich gigantisch nimmt Énard den Leser mit auf eine Reise in die Weiten Russlands und der Bewusstseinsbildung eines jungen Schriftstellers.


Eine der Lieblingsstellen
Zitat:
"Ich schaffte es nicht loszugehen, sie auch nicht. Wir blieben einige Minuten schweigend im Regen stehen und schauten uns kaum an. Sie hatte recht, ich war es, dem es nicht gelang ihre Hand loszulassen. Die Fingerglieder, die mich in der Welt hielten."[1]

Stil und Sprache: unglaublich poetisch und kraftvoll.
Zitat: "...in dem 1. Klasse-Abteil, das ich allein belege, nicht die Besoffensten oder Stinkendsten, was Wladimir?, wir wissen uns zu benehmen, wir sind auf diskrete Weise trunken, ganz im Gegensatz zu den Russen im Nebenwaggon, die ihre Zeit mit Biertrinken totschlagen, sie betäuben sich, um der Reise zu entkommen..."[2]

Schlüssigkeit der Handlung: Leider nicht immer gegeben, da es sich um Gedankengänge handelt, aber es stört nicht.

Das hat mir gefallen: Die Sprache.
Das hat mir nicht gefallen: Eventuell wäre eine stringentere Handlung schön.

In One Sentence: Wunderbare Reise durch Russland und die Literatur begleitet vom Alkohol, der Wehmut und der gescheiterten Liebe.
Sterne: 5

 


[1] S.18
[2]
S.38

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Corsicanas avatar

Rezension zu "Der Alkohol und die Wehmut" von Mathias Énard

Eine Reise ins sibirische Nirgendwo
Corsicanavor 2 Jahren

Der Protagonist dieses schmalen Buches ist Franzose, heißt Mathias (wie der Autor - was eventuell auf einen biographischen Zusammenhang schließen ließe..) und er reist mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Nowosibirsk. Dort aus der Gegend stammt ein guter Freund, den er kürzlich verloren hat. Mit ihm und seiner Ex-Freundin verband ihn eine fatale Dreiecks-Geschichte, die beherrscht wurde von Alkohol und Drogen und Verlorenheit. 

Und so sitzt Mathias im Zug, trinkt Wodka in großen Mengen und denkt wehmütig an den Freund und die gemeinsame Vergangenheit während Russlands Weite und Leere vor dem Zugfenster vorbeizieht. Und auch Mathias würde gerne in dieser Leere untergehen - wie sein Freund.

Diese Erinnerungen werden im Buch nicht chronologisch erzählt, es sind eher Gedankenströme, Gedankenfetzen und Erinnerungsfetzen, die erzählt werden, durchbrochen von einigen Erkenntnissen, die jedoch zu keinem Ergebnis zu führen scheinen. Für den Leser ist es schwer, reale Erlebnisse eindeutig festzustellen, alles bleibt in der Andeutung. Aber deutlich wird der Dreiklang aus Verlorenheit, Sucht und Ziellosigkeit - verstärkt und bebildert durch die Fahrt durch die große Weite und Leere Russlands.



Wer das Buch eventuell liest, um etwas über die Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn zu lesen, wird wohl enttäuscht sein. Dafür bekommt man einen Einblick in Aspekte dessen, was man eventuell als "russische Seele" bezeichnen könnte - aber vor allen Dingen gibt es ein tiefgehendes Gefühl von Verlorenheit zu erfahren.

Dies ist sprachlich hochwertig und herausfordernd gestaltet und auf nur knapp 100 Seiten zusammengefasst. Keine leichte Lektüre - und sicherlich keine aufbauende Lektüre. Aber eine sehr besondere Lektüre, voller Schwermut und Wehmut.

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