Mathias Gatza Der Augentäuscher

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Inhaltsangabe zu „Der Augentäuscher“ von Mathias Gatza

Eine dunkel angelaufene Metallplatte, in die die Zahl 1673 geritzt ist - die Reste eines Photos aus dem 17. Jahrhundert? Humbug, völlig unmöglich. Niemand glaubt dem verkrachten Wissenschaftler. Im Jahr 2002 jedoch, bei den Aufräumarbeiten nach dem Elbhochwasser in Dresden, stößt er auf einen Druckbogen im Bleisatz. Schilderungen über einen gewissen Silvius Schwarz, hochbegabter Stillleben-Maler, Libertin und Atheist, der aus einer Camera obscura ein künstliches Auge baut - und der bald mit seiner Geliebten, der schönen, wilden Mathematikerin Sophie von Schlosser fliehen muss. Als Magier und Blasphemiker gejagt, wird er auch noch verdächtigt, mit den geheimnisvollen Ritualmorden zu tun zu haben, die die höfische Welt erschüttern.

es braucht um rein zu kommen

— Kattel82

Man wundert sich zuerst, da passen doch Sprache und Zeit gar nicht zusammen. Doch dann bemerkt man, dass gerade DAS der besondere Reiz ist.

— Mrs_Nanny_Ogg

Zeit nehmen und lesen. Es lohnt sich. Ein außergewöhnliches Buch.

— Lua23

Geheimtipp für Kunst- und Fotografiebesessene!

— ferkel

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  • Der Augentäuscher - ein kleiner Enttäuscher

    Der Augentäuscher

    Kattel82

    13. August 2015 um 13:27

    Doch zurück zum Anfang, die LP hatte mich neugierig auf das Thema und gottsei dank sind die Leopoldschen Briefe im gedruckten Roman in einer anderen Schrift, besser lesbar, gedruckt als in der LP. Der Roman ist aus drei miteinander verbundenen Handlungssträngen aufgebaut, die einen Einblick ins barocke Dresden und das Leben von Silvius Schwarz geben. Im ersten Handlungsstrang nimmt uns der Herausgeber mit auf eine Reise durch sein Leben und erklärt wie er zu den Leopoldschen Bögen, dem zweiten Handlungsstrang, der Einblick in die höfischen Gegebenheiten und Persönlichkeiten im 17.Jh. in Sachsen gibt, kommt bzw.  gekommen ist. Weiterhin beschreibt er die Umstände, die zum Fund des Brief-Romans geführt haben, der den dritten Handlungsstrang um Silvius Schwarz und seine Cousine Sophie von Schlosser bildet. Den mit Abstand interessantesten Handlungsstrang bildeten für mich die Bögen von Leopold. Sie waren abwechslungsreich und angenehm zu lesen geschrieben. Außerdem trieben sie die Handlung maßgeblich voran, während der Brief-Roman für mich eigentlich mehr auf der Stelle trabte. Denn schließ weder Silvius noch Sophie so richtig einig ob nun Hüh oder Hott. Wenn man es abstrahieren will, war es nicht mehr als eine Teenieromanze, wobei die Protagonisten nicht wissen ob nun ja oder nein und sich dieses mehrmals überlegen müssen. Okay es war noch in eine barocke Sprache gekleidet, aber besser wurde es dadurch auch nicht für mich. Bleibt schließlich noch der Erzählstrang mit dem Herausgeber: Tja und dieser ist an mancher Stelle nicht an Trübsinn, wenn er mal wieder über sein Leben sinniert zu übertreffen. Intressant wird es leider nur in den Tagen in denen er sich in Rom aufhält, aber hier ist es fast schon zu übertrieben. Alles in allen fühlte ich mich seicht unterhalten, habe allerdings weit weniger über die Geschichte der Fotografie erfahren, als ich es gehofft hatte. Ansonsten war es ein kurzweiliges Lesevergnügen, wenn man die Pausen dazwischen abzieht.

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  • Ein außergewöhnlicher Roman über ein interessantes Thema

    Der Augentäuscher

    Mrs_Nanny_Ogg

    Ist die Fotografie tatsächlich schon im 17. Jahrhundert erfunden worden? Dieser spannenden Frage geht der nur "Herausgeber" genannte Erzähler der Geschichte nach. Ein eher unsympathischer Zeitgenosse ist das, der uns hier diese ungewöhnliche Geschichte von Silvius und Sophie erzählt. Ein introvertierter ewiger Kunstgeschichtestudent, der an seiner Abschlussarbeit scheiterte und nun durch Zufall auf eine alte Fotoplatte stößt. Der Name Silvius Schwarz wird erwähnt, der allerdings niemandem im Fach bekannt sein will. Doch noch jemand ist dem Geheimnis auf der Spur, die wunderschöne, junge (sic!) Professorin Sandra Knopp, die einen Briefroman aus dieser Zeit besitzt, der von Silvius Schwarz und seiner Geliebten Sophie handelt. Kurzerhand stiehlt der Herausgeber diesen Roman. Dieser sowie der Inhalt von sechs zeitgenössischen Druckbögen, gesetzt von einem stummen Druckergenie namens Leopold, erzählen uns die Geschichte der frühen Fotografie. Dazwischen erfährt man vom Herausgeber in meist chronologischer Reihenfolge die Geschichte des Auffindens der Druckbögen und seines Forschungsfortschritts. Aber die Professorin lässt sich nicht so leicht abschütteln. Der Höhepunkt des Romans spielt in Rom, wo der Herausgeber endlich den letzten Bogen findet - auf der Hochzeit der Professorin. Zunächst war ich etwas verwirrt. Ich hatte tatsächlich anfangs Schwierigkeiten in diese Geschichte hineinzukommen. Der Herausgeber ist ein sehr unsympathischer Mensch. Noch dazu kommt die Sprache, die zwar ansatzweise wie aus dem 17. Jahrhundert klingen soll, aber zwischendrin doch eher wie aus modernen Emails entnommen zu sein scheint. Das störte mich zunächst sehr, doch gerade dann sah ich den Reiz dieses Romans darin. Und was für schöne Sätze hat der Autor gefunden, der sich selbst immer wieder auf die Schippe nimmt: "Wäre ich jetzt ein Autor, so könnte ich die Stimmung dieses Raumes beschreiben...." FAZIT: Ein sehr lesenswerter Roman, der die anfängliche Mühe wert ist!

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  • Themen-Challenge 2014 - Bücher, die in der Hardcover-Ausgabe einen Schutzumschlag haben

    Daniliesing

    Dieses Thema gehört zur Themen-Challenge 2014:

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  • Rezension zu "Der Augentäuscher" von Mathias Gatza

    Der Augentäuscher

    tweedledee

    Der Augentäuscher erzählt die Geschichte des Silvius Schwarz, der im 17. Jahrhundert nahe Dresden die Grundzüge der Fotografie erfand und erste Bilder entstehen ließ. Doch nicht nur die Geschichte der Erfindung der Fotografie wird erzählt, sondern auch noch die einer brutalen und grausigen Mordserie die die Dresdner schockiert. Die Geschichte erfahren wir durch die Anmerkungen eines anonymen Herausgebers, durch den Briefwechsel zwischen Silvius und seiner Cousine Sophie von Schlosser, die zugleich seine Geliebte ist sowie durch die sechs Druckbogen des stummen Setzers Leopold. Was sich in der Leseprobe sehr vielversprechend und sich vom Mainstream abhebend las, konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen. Der ständige Wechsel zwischen den Briefen, den Anmerkungen des Autors und der Druckbogen ließ bei mir keinen Lesefluss entstehen, ich hatte von Anfang an Schwierigkeiten mich auf die Geschichte zu konzentrieren. Der ständige Wechsel stellt jedesmal eine grobe Unterbrechung dar, so dass ich mir mehrmals überlegte, die Lektüre abzubrechen. Letztlich hatte mich die Geschichte aber fasziniert und ich wollte weiter lesen, um das Ende zu erfahren. Die Story an sich ist auch interessant, es fehlt aber an der nötigen Spannung, so dass mich die Geschichte nicht fesseln konnte. Am interessantesten fand ich die Druckbogen und die Anmerkungen des Herausgebers, die mit sehr viel Selbstironie geschrieben sind. Die Briefwechsel zwischen Sophie und Silvius hingegen kamen mir öde vor. Auch wenn der Roman sprachlich sehr gut und anspruchsvoll geschrieben ist, fehlt ihm leider das gewisse Etwas, das den Leser fesselt. Letzlich war ich froh als das Buch zu Ende war.

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  • Rezension zu "Der Augentäuscher" von Mathias Gatza

    Der Augentäuscher

    IjonTichy

    01. May 2012 um 20:50

    Mein erster Gedanke nach Lektüre dieses Buches war:Puuh,endlich geschafft. War ich durch die Leseprobe noch ziemlich gespannt auf das Buch, das als Thematik die im Mittelalter entdeckte (und später vergessene ) Fotografie hatte,so tat ich mich mit diesem Buch wirklich schwer. Der Roman weist drei Erzählperspektiven auf: Erstens,die des Erzählers ( Herausgebers ), eines Historikers der seine Recherchen über Silvius Schwarz, den vermeintlichen Erfinders der Fotokunst,was er erst später erfuhr,hauptsächlich privat verfolgte,da er mit diesem Thema in der akademischen Welt keinen Anklang fand. Diese hielt Silvius für ein Phantom,jemanden,der nie wirklich existierte. Dann die gedruckten Bögen von Leopold,einem stummen Buchdrucker,einem Zeitgenossen von Silvius Schwarz. Diese Bögen fielen dem Herausgeber mehr oder minder durch Zufall in die Hände. Die dritte Handlungsebene stellt der Briefwechsel zwischen Silvius Schwarz und seiner Jugendfreundin Sophie dar,eine Sammlung von Briefen die dem Herausgeber durch stehlende Tätigkeit zukam. Um es kurz zumachen,die Lesung der Bögen von Leopold waren für mich das einzige was mich zum Durchhalten bewegte. Die Schilderungen darin waren meiner Meinung nach neutral,angenehm zu lesen,vor allem weil der Charakter des Leopold recht gut dargestellt wurde. Die Briefe zwischen Silvius und Sophie waren äussert schwer lesbar,da sie sich einer dermassen gestelzten Ausdruckweise bedienten,die heutzutage schwer verständlich ist. Vor allem,wenn man sich zu Gemüte führt,dass Sophie zum Zeitpunkt der Verfassung knappe 16 Jahre alt war. Mag sein,dass man damals in adliger Herkunft so den Schriftverkehr pflegte... Durch das Buch hindurch wechselten sich die Erzählebenen ab,mal wurde beschrieben,wie der Herausgeber sein eher klägliches Leben fristete,auf der Suche nach neueren Erkenntnissen über Silvius,dann wiederum erfolgte der Schwenk zu den Bögen und den Briefen. Leider kam dem Thema was mich neugierig gemacht hatte,der Entdeckung der Fotografie eigentlich praktisch gar kein Stellenwert zu und wurde letzlich auch nicht geklärt. Die Handlung des Buches im letzten Drittel entsprach auch eher durchaus unlogischen und unrealistischen Sprüngen, ich hatte den Eindruck der Autor wollte das Buch endlich fertig bekommen. Letztlich also für mich ein leider nicht beeindruckendes Leseerlebnis ...

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  • Rezension zu "Der Augentäuscher" von Mathias Gatza

    Der Augentäuscher

    Mone80

    16. April 2012 um 10:27

    Kurzbeschreibung: Es war nichts als eine dunkel angelaufene Metallplatte, in die die Zahl 1673 geritzt war. Aber der Fund war spektakulär. Die Reste eines Photos aus dem 17. Jahrhundert? Obwohl die Photographie erst im 19. erfunden wurde? Humbug, völlig unmöglich. Niemand glaubt dem verkrachten Wissenschaftler. Im Jahr 2002 jedoch, bei den Aufräumarbeiten nach dem Elbhochwasser in Dresden, stößt er auf einen Druckbogen im Bleisatz, dessen verklebte Seiten er löst und: das zweite Glied einer großartigen Beweiskette entdeckt. Schilderungen über einen gewissen Silvius Schwarz, hochbegabter Stillleben-Maler, Libertin und Atheist, der in Dresden aus einer Camera obscura ein künstliches Auge gebaut hat. Seine Geliebte, die wilde, schöne Sophie von Schlosser, berühmte Mathematikerin und Gambenvirtuosin, war ebenso Anlass für Neid und Missgunst wie Silvius’ Erfindung: die Eins-zu-eins-Wiedergabe der Natur. Nur wenigen gewährt er einen Blick auf seine Kunst, und dann nur flüchtig,bei Kerzenschein … Bald als Magier und Blasphemiker gejagt,wird Silvius auch noch verdächtigt, mit den geheimnisumwobenen Ritualmorden zu tun zu haben, die die höfische Welt erschüttern … Fazit: Das Buch ist in mehrern Abschnitten aufgeteilt. Einmal gibt es die Blöcke, die Leopold verfasst hat und die das Leben des Silvius Schwarz erzählen und dann gibt es noch Briefe von Silvius an Sofie, bzw. Sofie an Silvius. Hier erzählt Silvius, welche Erfahrungen er macht und wohin seine Reisen ihn führen. Beides ist in der Sprache des 17. Jahrhunderts geschrieben und bringt die Geschichte authentisch rüber. Dazwischen finden sich immer wieder Anmerkungen des Herausgebers. Diese Anmerkungen geben dem Buch noch mehr Tiefe und Verständnis. Er beschreibt dort, was er herausgefunden hat und welche Fragestellungen noch offen sind. Ausserdem bringen diese Anmerkungen die eine gewisse Spannung rein, da die Texte und Briefe oft sehr trocken rüber kommen. Ich finde diese Aufteilung ungewöhnlich und geben dem Buch das gewisse Etwas. Besonders toll fand ich die Inhaltsangabe am Anfang. Sie beschreibt den Weg des Buches und gibt erste Hinweise auf die Handlung die in den Bögen vorkommt. Es ist auf jeden Fall kein Buch, was man so schnell mal zwischendurch gelesen hat, aber ich finde es ist ein Buch, welches sich lohnt zu lesen, wenn man ein wenig Zeit hat und sich auf eine ungewöhnliche, spannende Geschichte einlassen möchte.

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  • Rezension zu "Der Augentäuscher" von Mathias Gatza

    Der Augentäuscher

    leserattebremen

    07. April 2012 um 12:18

    Wie soll man ein derart komplexes Buch in ein paar Sätzen zusammenfassen? Kurz gesagt geht es um die Erfindung der Fotografie, die vielleicht doch schon viel früher stattgefunden haben könnte, als heute bekannt ist. Und es geht um den Maler Silvius Schwarz und seine Geliebte Sophie von Schlosser, eine Mathematikerin, und ihr Verhältnis zueinander. Doch das ist längst nicht alles, denn der Autor erzählt seine Geschichte nicht einfach chronologisch als historischen Roman. Auf drei verschiedenen Erzählebenen mit unterschiedlichen narrativen Stilen schafft er ein Gesamtwerk, dass die Menschen auf unterschiedlichste Art einbindet. Auf erster Ebene erzählt der Herausgeber von seinem Leben, wie er die Texte über Silvius Schwarz entdeckte und wie am eine regelrechte Obsession entwickelt, alles zu besitzen und zu wissen, was es zu diesem am Anfang als Hirngespinst erscheinenden Maler gibt. Dann lässt der Herausgeber den Leser an zwei weiteren Textarten teilhaben, zum einen Originaltexte aus der Zeit, von einem Stummen Druckleger in Dresden geschaffen. Sechs Bögen gibt es insgesamt, die es für den Herausgeber zu finden gibt. Und letztlich von ihm den als halb fiktional, halb real bewerteten Briefroman mit den Briefen von Sophie und Silvius, in denen der Maler Silvius Schwarz von seinen Entwicklungen berichtet. Die Briefe, und besonders die von Sophie, muss ich an dieser Stelle einmal besonders hervorheben. Dem Autor gelingt es auf unglaublich gute Art und Weise, einen Stil zu schaffen, der so glaubwürdig ist, dass man versucht ist zu denken, die Originalbriefe hätten neben Mathias Gatzas Schreibtisch gelegen, während er diesen Roman schrieb. Fiktion und Realität sind so nah, dass sie zu verschwimmen drohen und den Leser auf einen schmalen Grat zwischen Glauben und Zweifeln schicken. Sophie ist in ihren Briefen als Person so plastisch, temperamentvoll und faszinierend, dass man gerne selber einmal einen ihrer wunderbaren und völlig ungekünstelten Briefe bekommen würde. „Der Augentäuscher“ ist kein Buch, das man einfach nebenbei verschlingen kann, man muss sich auf den speziellen Stil des Romans mit seinen verschiedenen Personen und Ebenen einlassen, um Gefallen daran zu finden. Meiner Meinung nach ist Mathias Gatza ein außergewöhnliches und faszinierendes Buch gelungen!

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  • Rezension zu "Der Augentäuscher" von Mathias Gatza

    Der Augentäuscher

    rumble-bee

    29. March 2012 um 16:35

    Ich beglückwünsche Sie als zukünftigen Leser, wenn Sie sich tatsächlich an dieses hoch komplexe Werk herantrauen. Allerdings muss ich Sie gleichzeitig warnen - ein wenig Arbeit werden Sie schon investieren müssen, um hinter die Fassade dieses Panoptikums an Absonderlichkeiten zu blicken. Sie erwarten reine Unterhaltung? Sie erwarten einen historischen Krimi? Sie verlassen sich gar auf den Klappentext?? Vergessen Sie's. Dann werden Sie vermutlich nach kurzer Zeit entnervt aufgeben. Ich habe das Buch gewissermaßen nicht gelesen, sondern "durchgeackert". Man kann es wahrlich nicht "lesen" nennen, denn andauernd musste ich mir Gedanken machen, was denn mit dieser Finte, diesem Kniff schon wieder gemeint sein könnte. Und doch wurde ich belohnt, denn ich fühlte mich als Leser ernst genommen. Als Leser, der sich nicht nur "bedienen" lässt, sondern der aktiv an der Sinnkonstruktion des Buches beteiligt wird. Und insofern fand ich das Buch richtig gut! Die erste "Schachtel", in der das Buch steckt, die erste Rahmenhandlung, rankt sich um einen verhinderten Doktoranden, der schon im mittleren Alter ist, und sein ganzes Leben lang nach einem ominösen sächsischen Maler aus dem 17. Jahrhundert geforscht hat: nach Silvius Schwarz. Dieser namenlose (!) Doktorand schreibt das Buch im Rückblick, als fiktiver Herausgeber. Er stellt die Ergebnisse seiner lebenslangen Forschung dem interessierten Publikum frei "als Download" zur Verfügung (was für uns Leser natürlich die physische Einheit "Buch" ist). Gleichzeitig wird seine höchst absonderliche Lebensgeschichte geschildert, die vor Zufällen und Eigenheiten nur so strotzt. Hier kann man Anklänge an allerhand Schelmen- und Entwicklungsromane finden, wovon ich nur den "Tristram Shandy" oder "Pinocchio" erwähnen möchte. Denn auch unser Doktorand jagt zwar nicht seinem Geppetto, sondern Silvius Schwarz hinterher - wird jedoch immer wieder an der Nase herumgeführt. Ich habe mich hier sehr oft köstlich amüsiert! Das akademische Milieu wird herrlich veralbert. Gleichzeitig wirkt der "Plot" dieser Rahmenhandlung wie aus "Alice im Wunderland": es endet in einem Labyrinth (!), in das der Doktorand "gefallen" zu sein scheint, und aus dem er nur knapp entkommt - mit einer ganzen Meute hinter sich. Der zweite Rahmen, die zweite Schachtel, besteht aus 6 antiken Druckbögen, die ein Zeitgenosse des besagten Silvius Schwarz seinerzeit gesetzt haben soll. Leopold war stumm, und mit Silvius augenscheinlich befreundet. Der Doktorand kam durch allerlei abenteuerliche Zufälle an diese Bögen, in denen sich Leopold vom Chronisten zum Denker und Forscher entwickelt. Der Tonfall ist hier ganz der damaligen Zeit angepasst, und zeichnet glaubwürdig die innere Entwicklung Leopolds nach. Ganz unverkennbar bestehen hier Parallelen zum "Namen der Rose", sowie zum "Parfum": Zwar ist die Handlung zeitlich deutlich hinter Umberto Ecos Meisterwerk angesetzt, aber der Grundgedanke scheint derselbe zu sein. Es endet an einem ominösen, versteckten, verschachtelten Ort, und es geht um Morde, die aus höchst idealistischen Gründen begangen wurden. Insofern ähnelt Leopold, der Drucker, ein wenig Adson von Melk. An das "Parfum" wiederum erinnert die Lebensgeschichte des Silvius Schwarz; seine Kindheit mit weitestgehend dunklen Wurzeln, seine Besessenheit, die ganz derjenigen Grenouilles ähnelt, und sein Ende. Auch eine orgiastische Verwirrungsszene ist enthalten, ganz wie im "Parfum". Die dritte "Schachtel" schließlich, oder sollte ich vielmehr sagen, das dritte Kaninchen, das der Autor aus dem Hut zaubert, besteht aus Liebesbriefen, die sich Silvius Schwarz und seine Cousine Sofie geschrieben haben sollen. Sollen, wohlgemerkt; denn es ist ebenso möglich, dass diese Briefe nur ein Roman einer nicht näher bezeichneten Nonne, Dionysia von Rose (!), sind. Das bleibt angenehm offen, und trägt zum Reiz des Ganzen bei. Auch diese Briefe sind kunstvoll geschrieben - ganz egal, woher sie auch stammen mögen. Der Tonfall und die ganze Ausdrucksweise stammen derart unverkennbar aus den "Gefährlichen Liebschaften", dass man schon blind sein müsste, um dies nicht zu merken. Sofie gleicht der Marquise de Mertueil, und Silvius dem Vicomte de Valmont - beide berichten sich in scheinbar plauderndem, doch hoch frivolem und lauernden Ton von ihren jeweiligen Winkelzügen. Diese drei Erzählstränge werden das ganze Buch über höchst kunstvoll verschränkt, so dass man als Leser dauernd "auf der Lauer liegen" muss. Nie kann man sicher sein, nun wirklich alles erfasst zu haben. Immer wieder gibt es ein neues skurriles Detail, eine neue Wendung. Ich gebe sogar unumwunden zu, dass ich nicht sicher bin, ob ich das Ende richtig verstanden habe. Was war denn nun auf dem ominösen "Foto" zu sehen, das Silvius gemacht haben soll? Lebt er noch, oder konnte er seinen Henkern entkommen? Was geschah mit dem Ort in Sachsen, den es heute nicht mehr geben soll, und der geheimnisvoll "***rode" genannt wird? Doch wissen Sie was - es ist mir letztlich egal. Wie aus einem Labyrinth, bin ich aus diesem Buch hervorgetaumelt. Es war ein wenig anstrengend, doch unbedingt lohnend, sich in dieses Abenteuer zu stürzen. Sollten Sie mir folgen wollen, So wünsche ich Ihnen ebensoviel Spannung und Entdeckerlust, wie ich sie verspüren durfte.

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  • Rezension zu "Der Augentäuscher" von Mathias Gatza

    Der Augentäuscher

    ferkel

    21. March 2012 um 11:27

    Der Akademiker und Hartz 4-Empfänger, der uns bis zum Ende des Romans seinen Namen schuldig bleibt, findet bei den Aufräumarbeiten nach dem Elbhochwasser 2002 bei Dresden (zu den er vom Amt verkracht wurde) einen Druckbogen im Bleisatz und wenig später eine Metallplatte, in die die Zahl 1673 eingeritzt ist. Für ihn ist es die größtmögliche Sensation überhaupt: Das Ding ist der Rest eines Fotos aus dem 17. Jahrhundert. Obwohl die Fotografie erst im 19. Jahrhundert erfunden wurde. Er macht sich auf, recherchiert, wird eins mit seiner Wissenschaft, führt eine akribische Beweiskette und landet bei dem hochbegabten Stilllebenmaler Silvius Schwarz. Dieser arbeitete mit einer camera obscura an einer Eins-zu-Eins-Wiedergabe der Natur. In zwei Erzählsträngen berichtet der namenlose Wissenschaftler von heute von seiner Arbeit (in sogenannten Anmerkungen des Herausgebers) und gibt Druckbögen des stummen Setzers Leopold wieder, die die Geschichte 17. Jahrhunderts erzählen. Unterbrochen werden diese durch Auszüge aus einem Briefroman, der Silvius und seine Geliebte, die Mathematikerin Sophie von Schlosser verbindet. Nach der Leseprobe zum „Augentäuscher“ war ich sichtlich hin- und hergerissen - und neugierig. Ein Foto - zwei Jahrhunderte vor Erfindung der Fotografie? Und das ganze verpackt in einem literarischen Roman! Mein Interesse für Kunst hält sich wahrlich in Grenzen, das für Fotografie ist deutlich größer. Als ich das Buch dann in den Händen hielt, war meine Begeisterung nicht gerade überschwänglich. Vor allem die ersten 100 Seiten waren zäh und anstrengend. Aber das Durchhalten hat sich gelohnt. Die Geschichte ist weit besser, als es auf den ersten Blick scheint. Welch ein Glück, dass der „Augentäuscher“ kein Mainstream-Historienroman ist. Und welch ein Glück, dass ich es bis zur Mitte des Buches geschafft habe, denn hat man sich erst an die Erzählweise gewöhnt, wird man vom Autor (der eben nicht der Herausgeber ist, wie in manchen Rezensionen fälschlich behauptet wird!) gut unterhalten. Er schafft es, zwei (oder vielleicht noch mehr) unterschiedliche Schreibstile für das 17. Jahrhundert und heute zu entwerfen. Diese sind nicht nur authentisch, sondern zuweilen unheimlich komisch. Eine Kostprobe gefällig? „Ich habe den wertvollen Fund dann in einem Spülkasten versteckt und Tage später an einer Schnur aus dem Klofenster herabgelassen. Solche Heldentaten werden mit schamvollen Albträumen bezahlt.“ (S. 57, Z. 5 ff.) Oder: „Sie verstehen, vermutlich wegen des vielen Schaums im Gehirn, sowieso überhaupt nix heute.“ (S. 187, Z. 3 f.) Das Buch lebt von seinen beiden Protagonisten, die absolut überzeugen. Der Augentäuscher Silvius Schwarz, dessen Name interessanterweise in Kreisen der Kunsthistoriker ein Synonym ist für ein Arbeitsthema, das in eine Sackgasse führt, lebte im 17. Jahrhundert und war nicht nur besessen von seiner Kunst, sondern auch von seiner Cousine Sophie und hatte nicht zuletzt die Begabung zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Er machte den Menschen Angst, sie verfluchten den Magier und Atheisten. Ebenso gut gelungen ist der Herausgeber, Akademiker und Hartz 4-Empfänger. Ein selbstverliebter Kauz mit ulkigen Charakterzügen und einem großartigen nüchternen (möglicherweise unfreiwilligen) Humor. Wie viel Wahrheit nun eigentlich in den Roman steckt, bleibt offen, aber der geneigte Leser wird in jedem Fall den ein oder anderen Bezug zu seinem (kunst-)historischen Wissen wiederfinden. „Der Augentäuscher“ hat mich nicht beigeistert, aber gut unterhalten. Vielleicht bleibt es ein Geheimtipp für Kunst- und Fotografiebesessene wie es die Protagonisten sind. Ein außergewöhnliches Buch ist es auf jeden Fall: Allein das Cover ist ein einziges ruheloses Stillleben.

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  • Rezension zu "Der Augentäuscher" von Mathias Gatza

    Der Augentäuscher

    DANTE

    19. March 2012 um 19:08

    Inhalt: Wer war Silvius Schwarz? Die Klärung dieser Frage wird für den unbekannten Herausgeber, Kunsthistoriker, zur Lebensaufgabe. Nach einer Odyssee gescheiterter Dissertationsversuche beginnt dieser mit der mühseligen Recherche. Mit viel Geduld und Hartnäckigkeit gelingt es ihm nach und nach an die verschollenen Druckbögen des stummen Setzers Leopold zu kommrn, der seiner Zeit die bewegende Geschichte von Silvius Schwarz aus der Perspektive eines Freundes schriftlich festhält. In diesen berichtet Leopold von dem Werdegang des barocken Stilllebenmalers, seiner Kunst, seiner Individualität und der Reaktion der Mitmenschen, die ihn teilweise bewundern. als auch durch Neid und Missgunst verteufeln. Aber auch von den Geschehnissen die sich seiner Zeit ereignen und für Silvius eine Gefahr darstellen. Durch einen „Zufall“ gelangt der Herausgeber auch in den Besitz eines Briefromans, wodurch, durch den dort zu findenden Briefwechsel zwischen Silvius und seiner Cousine und Geliebten Sophie von Schlosser ein persönlicheres Bild des Malers entsteht. So erschließt sich langsam, was die Person des Silvius Schwarz ausmacht, was ihn bewegt und antreibt. Fazit: Die Geschichte, die sich aus drei Unterschiedlichen Perspektiven entwickelt, ist hier rundum gelungen und lässt die Person des Silvius Schwarz transparent erscheinen. Der Autor schafft es spielend, den Leser in jede dieser Perspektiven hineinzuführen und ihm das Gefühl zu vermitteln, mitten im Geschehen zu verweilen. Die Charaktere und Gegebenheiten des 17. Jahrhunderts schildert der Autor ebenso authentisch wie gelungen. Insgesamt ein hervorragend geschriebener Roman, der Krimielemente, kunsthistorische und wissenschaftliche Aspekte prima miteinander verbindet. Der Leser ist hier auch ohne große „Spezialeffekte“ bestens unterhalten.

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  • Rezension zu "Der Augentäuscher" von Mathias Gatza

    Der Augentäuscher

    Mina - Das Irrlicht

    18. March 2012 um 20:20

    Die Geschichte wird auf mehreren Ebenen erzählt, was mich von Anfang an ansprach und mich neben dem Fakt, daß es nicht in die gängige Schiene von Historien-Roman passte, zum Lesen bewog. Typographisch wurden die unterschiedlichen Ebenen sogar von einander abgehoben. Es wird über diese verschiedenen Ebenen die fiktive Geschichte des Silius Schwarz aus Dresden erzählt, der aus einer Camera obscura im 17. Jh. ein künstliches Auge baute. Mich strengte der Erzählstil dann aber leider sehr an, so daß ich nicht wirklich in das Buch eintauchen konnte und ich es auch nicht ganz zu Ende gelesen habe. Ich fand die Figuren überzogen. Zu narzißtisch, zu zwanghaft… Der Geschichte fehlte es außerdem an Spannung. Es plätscherte so dahin und ich wurde beim Seiten umblättern anfangs immer träger, dann immer schnell, weil ich nur noch quer las. Die Figuren blieben blaß, hatten nur wenig Tiefgang für mich. Inhaltlich war es dann oft zu technisch und wenig zugänglich. Also alles in allem, dachte ich dann irgendwann…es gibt zu viele GUTE BÜCHER, als daß ich meine Zeit nutzen möchte, um dieses zu Ende zu lesen… Positiv festzuhalten ist für mich, daß das Layout des Buches sehr liebevoll und stimmig ist. Alleine deshalb werde ich den Verlag im Auge behalten. Hoffentlich nicht auch ein Augentäuscher…

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  • Rezension zu "Der Augentäuscher" von Mathias Gatza

    Der Augentäuscher

    Curculio

    10. March 2012 um 13:41

    Der Herausgeber, ein erfolgloser Kunsthistoriker und ewiger Doktorand, greift nun nach dem letzten Strohhalm – Den Scherz eines Professors „über Schwarz zu schreiben“ nimmt er gar zu deutlich. Nach anfänglicher Verzweiflung ist klar – es hat tatsächlich einen barocken sächsischen Maler namens Schwarz gegeben, Silvius Schwarz! Der Herausgeber wirft sich nun voller Elan in seine neue Aufgabe, stets wird er dabei unterstützt von seinen oft wechselnden Freundinnen. Als Sozialarbeiter, mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und, nicht zuletzt, mithilfe seiner Freundinnen hält er sich über Wasser. Schließlich wird ihm unverhofft ein erster Hinweis in Form eines Bogens des stummen Setzers Leopold zugespült – im wahrsten Sinne des Wortes. Darin verewigt: Das Leben Silvius Schwarz', besonders das Jahr 1673. In den nächsten Jahren finden sich immer mehr Bögen von Leopold, zudem ein Briefwechsel zwischen Silvius Schwarz und seiner Cousine und Geliebten Sophie von Schlosser. Silvius ist ein Maler, dem es schon bald nicht mehr genug ist, nur das Subjektive wiederzugeben. Er sucht immer neue Wege, seinen Bildern eine Realität anzuheften, wie es den wenigsten seiner Zeit gelingt, aber auch das ist ihm nicht genug und so sucht er bald nach Möglichkeiten das Licht selbst einzufangen und damit den Geist einer Sache. Doch seine Arbeit wird überschattet von anderen Vorkommnissen, die auch bald ihn selbst betreffen. . Durch diese Perspektivenwechsel gewinnt man einen umfassenden Blick auf Silvius Schwarz und dessen Wirken. Leopolds Sicht ist distanziert, er nimmt ihn wahr, wie ihn auch die anderen wahrnehmen, auch wenn er Silvius näher steht als andere. In Silvius' Briefen an und von Sophie bekommt man ein ganz anderes Bild von ihm. Mit beinahe fanatischem Eifer stürzt er sich in die Arbeit um eine Perfektion finden, die damals unerreicht war. Sein Antrieb ist enorm, von den Geschehnissen um ihn herum bekommt er kaum etwas mit, von denen erfährt man anfangs fast ausschließlich aus Leopolds Bögen. Sophie wiederum ist eine sehr impulsive, fordernde und auch eifersüchtige junge Frau. Ihre Liebe stellt sich stets als Gratwanderung dar – zerstörerisch auf der einen Seite, aber mit hingebungsvoller Sehnsucht auf der anderen. In Silvius' Liebe zur Malerei (und Forschung) findet Sophie ihre ärgste Konkurrentin. Silvius‘ Wandlung wird sehr deutlich, anfangs ist er noch voller Eifer, später ist er schon richtig besessen von seiner Arbeit. Unter seinen Mitmenschen ist er der Augentäuscher, der schon mit seinen „gemalten“ Bildern Aufsehen erregt, von seinem Vorhaben ganz zu schweigen. Zwischendurch verfolgt man staunend die jahrzehntelange Arbeit des Herausgebers. Mit Glück, teils mit Können aber auch mit eher unredlichen Methoden sammelt er immer mehr Quellen und muss dabei auch in einem Wettbewerb bestehen. Die Sprache ist immer treffend. In den Anmerkungen pointiert, mit teils beißender Ironie, spiegelt sie sehr gut den Charakter des Herausgebers wieder. In den „historischen Belegen“ jedoch ist die Sprache überbordend, ausschweifend und um sprachliche Bilder nicht verlegen, sehr barock eben. Mir hat besonders gut die Vierteilung der ganzen Handlung gefallen – jede Sicht der vier Personen hat ihren ganz eigenen Charakter, der Autor versteht es sehr gut, sie einzeln zum Leben zu erwecken und alle durch ihre Worte agieren zu lassen. Die ganze Handlung stellt ein vielschichtiges Gebilde dar, was sehr schön konstruiert ist und jede Ebene für sich schon sehr beeindruckend, zusammen kann man sich in ihr verlieren. Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen fast, ich war von der ersten Seite an gefangen von Sprache und Handlung. . Fazit: Der Roman besticht vor allem durch seine Vielschichtigkeit. Die einzelnen Stränge sind herrlich herausgearbeitet, die Personen werden nicht nur durch ihre Taten, sondern auch durch ihre Sprache sehr gut charakterisiert. Das setzt sich auch in der Handlung fort: Bahnbrechende (und verkannte) Erfindungen, eine intensive Liebe, mysteriöse Mordfälle und auch Komik sind gleichermaßen vorhanden. Für mich war es ein sehr interessantes und faszinierendes Buch, das sich auch nicht zu ernst nimmt.

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  • Rezension zu "Der Augentäuscher" von Mathias Gatza

    Der Augentäuscher

    Sommerleser

    09. March 2012 um 12:38

    Erzählt wird die Geschichte des Herausgebers, welcher ein Studium in Kunstgeschichte absolvierte u. aufgrund der Nichterreichung des Doktortitels seine Forschungsarbeit über einen Maler Namens Silvius Schwarz beginnt. Im Laufe von Jahren findet er etliche Druckbögen, die von Silvius Schwarz berichten u. er kommt auch in den Besitz eines sogen. Briefromans, welcher den Briefverkehr zwischen Silvius Schwarz und seiner Cousine Sophie von Schlosser beinhaltet. Das Buch als Ganzes hat eine sehr aussergewöhnliche Aufteilung. Es folgt im Wechsel die Anmerkung des Herausgebers, ein Druckbogen wir wiedergegeben, Auszug aus den Briefwechseln, die Anmerkung des Herausgebers usw. . Alle drei Handlungsstränge erzählen eine Geschichte für sich. Die Anmerkungen des Herausgebers erzählen von seinem Lebens-/Forschungsweg inkl. priv. Romanzen. Diese Passagen sind in einer erfrischenden z.T. selbstironischen Art geschrieben, dass man doch des Öfteren schmunzeln muß. Die Druckbögen erzählen die Lebensgeschichte des Silvius Schwarz, welcher im Laufe seines Malerlebens immer fanatischer u. Überdrehter an der Entwicklung der "Photographie" arbeitet. Und er dadurch in dieser damaligen Zeit mehr und mehr die Menschen verwirrt und gegen sich aufbringt. Der Briefverkehr berichtet von der Liebesbeziehung Silvius Schwarz zu seiner Cousine Sophie von Schlosser. Vielleicht sollte man es auch andersrum schreiben, weil sie hier immerzu die Fordernde ist. Ein schöner Satz aus dem Buch, welcher auch so treffend für dieses Buch ist: "Eine neue, reinere Art des Schreibens schwebte mir vor, eine, die nicht auf detailgetreuer Wiedergabe angelesenen Wissens beruhte, sondern eine moderne Form historischer Rekonstruktion." Mein Fazit: Eine aussergewöhnliches Buch mit Witz (Herausgeber), Spannung (Druckplatten) u. Liebesgeschichte (Briefe). - 5 Punkte Für "normale Romanleser" wird es doch teilweise schwer zu lesen sein, verschiedene Abschnitte enthalten für meinen Laiengeschmack, zu viele wissenschaftl. Fachausdrücke. - 3 Punkte Lesern, die gerne mal was Besonderes in der sogen. Gegenwartsliteratur suchen, ist das Buch nur zu empfehlen

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