Mathias Menegoz Karpathia

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Inhaltsangabe zu „Karpathia“ von Mathias Menegoz

Wien im November 1833: Nach einem Duell, bei dem Hauptmann Alexander Korvanyi die Ehre seiner Verlobten, Baronesse Cara von Amprecht, verteidigt, muss der ungarische Graf die kaiserliche Armee verlassen. Kurz darauf begibt sich das junge Paar auf die abenteuerliche Reise zum äußersten Rand des habsburgischen Reiches. In Transsilvanien, inmitten von nebligen Wäldern und dunklen Seen, befindet sich ein Lehnsgut, das die Korvanyis vor Jahrzehnten Hals über Kopf verlassen mussten. Cara und Alexander stoßen auf eine mittelalterliche Welt, ein feudales Fresko aus Magyaren, Walachen und Sachsen, ein undurchschaubares Geflecht aus alten Feindschaften, verschiedenen Religionen und unbeirrbarem Aberglauben. Alexander und Cara rufen ein Jagdfest aus, doch was als gemeinschaftliches Vergnügen geplant war, gerät außer Kontrolle – ein Funke kann genügen, um das Pulverfass zur Explosion zu bringen ...
Prix Interallié
Nominiert für den Prix Goncourt

Unbedingt lesen. Das ausgezeichnete Debüt hilft, Draculas Wirkungskreis historisch zu begreifen.

— jamal_tuschick

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  • Erntehelfer mit eigenem Werkzeug

    Karpathia

    jamal_tuschick

    06. September 2017 um 11:29

    Vielleicht ist das der Augenblick, in dem die Sphinx zum ersten Mal ihre Krallen zeigt - eine in Jahrzehnten ungebraucht altersschwach gewordene Kutsche verkörpert als Fahrzeug der finalen Etappe den desolaten Zustand der Dinge, mit denen Graf Alexander Korvanyi und seine Frau Cara zukünftig rechnen müssen. Alexander ist der schneidige Erbe einer Burg, die in Draculas Karpaten seit Generationen von der Familie vernachlässigt wurde. Die miserable Bewirtschaftung des transsilvanischen Grundbesitzes kursierte als Kunde eines fernen und befremdlichen Geschehens in den städtischen Haushalten der Korvanyis. Alexanders Schule war der Kasernenhof. Die Liebe der Eltern erschöpfte sich in väterlichen Ermahnungen, nie nachzulassen in der Selbstzucht und dem Stolz, die einen Ehrenmann vom Rest der Welt unterscheidet. Als blessierter Reserveoffizier zieht er 1833 in ein hochstehendes Nebelheim ein. Die geschändete Krypta erinnert an den Sklavenaufstand von 1784. Alexander fühlt nicht mit den Armen. Ihr Elend gefällt Gott genauso wie die herausgehobene Stellung des Burgherrn. Der Aristokrat macht die Bekämpfung des Schlendrians zu seinem Alltag, um der Gattin ein standesgemäßes Leben bieten zu können. Seine Anstrengungen führen in die verkehrte Richtung, zumal Caras Selbständigkeit manchem Fass den Boden ausschlägt. Das erzählt Mathias Menegoz in seinem, 2014 mit dem Prix Interallié ausgezeichneten Roman. Er beginnt mit einer kurzen Rückschau auf das Jahr 1830, um den restaurativen Charakter Österreich-Ungarns herauszustreichen. Drei Jahre zuvor endete die Griechische Revolution so glücklich wie die Belgische. In Frankreich führte die Julirevolution zum Thronsturz eines Bourbonen und in Polen kam es zum Novemberaufstand. Nichts davon ficht Alexanders Adelshochmut an. Menegoz vermeidet Anachronismen und genretypische Darstellungen unfreiwilliger Blutspenden. Der Autor reißt Klassengegensätze auf, erfasst Verhältnisse soziologisch und seziert den Aberglauben der als Walachen herabgesetzten Romanen aka Rumänen. Er schildert eine vom Fortschritt unberührte Gegend, in der sich Randgruppen vor der Zukunft zu verstecken scheinen. Sie verteidigen ihre Weiler gegen die Eigenarten der Nachbarn. Nomaden tauchen auf und sind als Erntehelfer mit eigenem Werkzeug, nicht aber als Gäste willkommen. Ein Kind verschwindet, Wölfe reißen Schafe. Man ahnt Graf Draculas Nähe. Wo das Genre Zuspitzungen verlangt, liefert Menegoz Spannung von der Stange. „Karpathia“ ist kein Schauerroman. Das heimliche Interesse des Autors gilt den rumänisch-ungarisch-sächsischen Milieus in der Landschaft des Unheimlichen. Menegoz unterscheidet sorgfältig. Er beschreibt Ermüdungserscheinungen der Habsburger Monarchie lange vor den Abgesängen. Er erklärt, warum in diesem Winkel Europas das Grauen ein Monopol errichten konnte. Transsilvanien war ein Schauplatz der Völkerwanderung. Unter dem Druck asiatischer Reiterstämme wurden Völker nach Westen verschoben. Was in der Schleuse hängenblieb, mischte sich mit den Nachkommen von Legionären, romanisierten Dakern und einem latinisierten Bodensatz schließlich unter ungarischer Herrschaft, abgesondert von den deutschen und flämischen Kolonisten. Die Namenlosen fasste man in Milizen zusammen und setzte sie zur Grenzsicherung in abweisenden Zonen ein. Achthundert Jahre später dienen sie der magyarischen Elite immer noch als Leibeigene – so wie eben dem Grafen Alexander Korvanyi. Hass und Misstrauen herrschen auf beiden Seiten. Menegoz lädt dazu ein, Draculas Wirkungskreis historisch zu begreifen.

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