Mathias Nolte

 3.8 Sterne bei 74 Bewertungen
Autor von Roula Rouge, Louise im blauweiß gestreiften Leibchen und weiteren Büchern.
Autorenbild von Mathias Nolte (© Paulina Nolte)

Lebenslauf von Mathias Nolte

Mathias Nolte wurde 1952 in Reinbek geboren. Nach der Schule machte Nolte eine Ausbildung zum Verlagsbuchhändler. Nach dieser Lehre arbeitete er als Journalist und Autor und schrieb unter anderem für die "Bunte" und "Die Welt". Außerdem war er als Chefredakteur für die Zeitschrift "Penthouse" tätig. 1984 erschien sein erster Roman "Großkotz", welcher von den deutschen Kritikern sehr kontrovers beurteilt wurde. 2007 erschien sein zweiter Roman "Roula Rouge". Dieses Buch wurde erfolgreich und schaffte es unter anderem auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis. 2009 wurde "Louise im blauweiß gestreiften Leibchen" veröffentlicht. Der Autor lebt heute in München und Berlin.

Alle Bücher von Mathias Nolte

Cover des Buches Roula Rouge (ISBN: 9783426501184)

Roula Rouge

 (40)
Erschienen am 06.02.2009
Cover des Buches Louise im blauweiß gestreiften Leibchen (ISBN: 9783423213202)

Louise im blauweiß gestreiften Leibchen

 (31)
Erschienen am 01.09.2011
Cover des Buches Miss Bohemia (ISBN: 9783423216296)

Miss Bohemia

 (2)
Erschienen am 19.02.2016
Cover des Buches Großkotz (ISBN: 9783257213966)

Großkotz

 (1)
Erschienen am 01.11.1991

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Mathias Nolte

Neu

Rezension zu "Roula Rouge" von Mathias Nolte

Ein Ost-West-Liebes-Gesellschafts-Kriminal-Spätentwicklerroman...
pardenvor 4 Jahren

EIN OST-WEST-LIEBES-GESELLSCHAFTS-KRIMINAL-SPÄTENTWICKLERROMAN...

Jonathan Schotter hat seine Frau Susanne an einen argentinischen "Dichter und Polospieler" und seinen Job in einer Münchner Werbeagentur, in der er früher ein großer Star war, an einen wesentlich jüngeren Kollegen verloren. Nach einer Herzoperation, seit der er mit einer Herzklappe von einem Stier lebt, landet er in Berlin und streift als distanzierter Beobachter durch die Stadt; vom Leben erwartet er nicht mehr allzu viel. Da trifft er in der
S-Bahn eine junge Frau, die ihn fasziniert. Als sie ihren Laptop im Zug vergisst, nimmt Jonathan diesen mit nach Hause. Um die Unbekannte kennenzulernen, recherchiert er wie ein Besessener, knackt Codes, liest die E-Mails der geheimnisvollen Frau, die sich "Roula Rouge" nennt. Und dann schafft er es, ein scheinbar zufälliges Treffen zu arrangieren...


For every style there is an anti-style in wait. (S. 55)


Jonathan Schotter ist 47 Jahre alt und streift seit seinem Umzug arbeitslos kreuz und quer durch Berlin. Geldsorgen hat er allerdings nicht, da er bei seinem Rauswurf aus der Werbeagentur in München noch eine stolze Abfindesumme kassiert hat. Sein frisch renoviertes und puristisch eingerichtetes Loft sowie seine stets makellose Kleidung spiegeln seine große Ordnungliebe wider. Doch der Zufall will es, dass sich Jonathan plötzlich von eingigen Lebensprinzipien verabschiedet und sich in ein ungeahntes Abenteuer in Berlin einlässt.

In der S-Bahn begegnet er einer jungen Frau, und nichts an dieser Begegnung wäre erinnernswert, wenn diese Frau nicht ihren Rucksack mit einem iBook liegen gelassen hätte. Jonathan dreht vor dem Fundbüro um und beginnt zu seinem eigenen großen Erstaunen, der jungen Frau hinterher zu recherchieren. Roula Rouge heißt sie, wie Jonathan schnell herausfindet, ist gerade einmal 23 Jahre alt und zeigt deutliche anarachistische Tendenzen, die ihn eher erschrecken. Wie kommt es, dass eine so junge Frau so wütend sein kann? Und - beinahe ebenso erschreckend - wie kommt es, dass er sich in so jemanden verliebt, ohne ihr je bewusst begegnet zu sein?


Als die Bahn am Reichstag vorbeikam, sagte ich mir: Du bist siebenundvierzig Jahre alt, Schotter. Du machst dich lächerlich. Und Schotter antwortete: Na und! (S. 90)


Eine Liebesgeschichte also? Ja, auch. Aber ohne jeden Kitsch, sondern eingewoben in eine Liebeserklärung an Berlin, in eine Ost-West-Erzählung, in Lebensgeheimnisse, die es zu erforschen gilt, in kriminalistische Aspekte, in einen Gesellschaftsroman voller Kontraste und unterschiedlicher Extreme, unterhaltsam, humorvoll, spannend und mit zahlreichen Überraschungen, die das Lesen interessant bleiben lassen.

Die Charaktere sind bei aller Gegensätzlichkeit sympathisch gezeichnet und bieten trotz ihrer Annäherung einigen Konfliktstoff, auch wenn mir Roula Rouges Wandel teilweise etwas krass vorkam. Das Ende war vielleicht ein wenig zu glatt, aber immerhin offen genug, um nicht doch ins Kitschige abzugleiten. Insgesamt habe ich den beiden Hauptcharakteren jedenfalls gerne über die Schulter geschaut und ihre Scharmützel und Geheimniskrämereien verfolgt.


Ein kleiner diplomatischer Zwischenfall hatte sich ereignet, als Mariola eines Tages mit der frisch gewaschenen Wäsche ins Loft kam, darunter auch Roula Rouges Jeans mit den Löchern in den Knien. Die Hose hatte plötzlich nicht nur eine Bügelfalte, sie war obendrein auch noch geflickt. "Was ist das denn?", hatte Roula Rouge gefragt, während sie sich die Jeans vor die Hüften hielt. Ich sah blankes Entsetzen in ihrem Gesicht (...) "Das? Das hat meine Mutter gemacht", antwortete Mariola. Löcher sind dafür da, um geflickt zu werden, hat sie gesagt." (S. 257)


Dass das Buch auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2007 gelandet ist, hat mich allerdings etwas überrascht, da ich es zwar als angenehm zu lesen empfand, jedoch nicht als stilistisch herausragend. Ein wenig störend fand ich in dem Roman die häufige Aufzählung exklusiver Markennamen, und der arg sorgenfreie oder auch despektierliche Umgang mit Geld und materiellen Gütern stieß mir an manchen Stellen auch etwas unangenehm auf.

Insgesamt jedoch bietet Mathias Nolte hier eine schräge Story, kurzweilig, unterhaltsam und spannend. Lesens- und empfehlenswert!


© Parden

Kommentare: 6
22
Teilen

Rezension zu "Roula Rouge" von Mathias Nolte

Rezension zu "Roula Rouge" von Mathias Nolte
Guccinivor 8 Jahren

Gerade weil die Geschichte von Jonathan und Roula so "normal" ist und jeder sein Notebook liegen lassen könnte, ist der Verlauf dieser Geschichte so spannend. Hier treten Alltagshelden und Versager auf. Der Mix ist gut und es ist dem Autoren gelungen, ein lesenswertes Buch mit spannender Geschichte zu schreiben. Auf Grund der Unvorhersehbarkeit volle Punktzahl !

Kommentieren0
3
Teilen

Rezension zu "Louise im blauweiß gestreiften Leibchen" von Mathias Nolte

Rezension zu "Louise im blauweiß gestreiften Leibchen" von Mathias Nolte
claudiaausgronevor 9 Jahren

Dieser Roman, der eine große und eine kleine Liebesgeschichte erzählt, und spannender noch die Recherche nach einem verschollenen Bild, ist sehr unterhaltsam geschrieben. Der Spannungsbogen ist gelungen. Es gibt zeitweilig sehr schöne sprachliche Passagen.
Die auftretenden Personen werden zwar recht detailliert beschrieben, bleiben aber sehr distanziert, Tiefgang fehlt, Herzblut auch. Ganz besonders bei der Protagonistin Charlie fällt dies auf: ein ums andere mal lese ich von der Leidenschaft, die sie für Louise entwickelt hat, aber der emotionale Funke springt nicht auf mich über.
Ich finde auch keine Auseinandersetzung mit den Wiesos und Warums.
Schöne und spannende Unterhaltungslektüre, aber für den deutschen Buchpreis vorgeschlagen???

Kommentieren0
15
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Mathias Nolte im Netz:

Community-Statistik

in 102 Bibliotheken

auf 16 Wunschzettel

von 1 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks