Mathias R. Schmidt , Tanja-Gabriele Schmidt Rettet die Nacht!

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Inhaltsangabe zu „Rettet die Nacht!“ von Mathias R. Schmidt

Licht braucht Lenkung!Der Wechsel von Tag und Nacht ist einer der wichtigsten Taktgeber des Lebens. Doch unsere Nächte sind nicht mehr wirklich dunkel, und das stört das fein justierte System der Rhythmen von Menschen, Pflanzen und Tieren. Dies hat gravierende gesundheitliche und ökologische Folgen. Doch worin liegt die Kraft der Dunkelheit, warum hat sie uns schon immer fasziniert? Welche Beschwerden sind auf Lichtverschmutzung und gestörten Schlaf zurückzuführen? Und wie reagieren biologische Systeme, wenn die Dunkelheit fehlt? Die gute Nachricht: Dieses Umweltproblem lässt sich lösen, wenn man künstliches Licht richtig einsetzt.

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  • Umfassende Aufklärung zum Thema Lichtverschmutzung

    Rettet die Nacht!
    Laecheln86

    Laecheln86

    05. May 2017 um 10:05

    Was passiert?  Rettet die Nacht! ist ein Sachbuch zum Thema Lichtverschmutzung. Anders als der Klappentext vermuten lässt, handelt es sich um kein ausschließlich naturwissenschaftliches Sachbuch. Vielmehr beleuchtet es die Nacht von vielen Seiten: Es erklärt die Problematik der Lichtverschmutzung und deren Auswirkungen aus den Menschen und die Umwelt. Es erklärt die kulturgeschichtliche Rolle der Nacht als Inspiration für Literatur, Film und Musik. Zudem gibt es Tipps, wie man durch angepasste Beleuchtungskonzepte zur Rettung der Nacht beitragen kann.  Worum geht´s?  Lichtverschmutzung ist ein durch unsere Überflussgesellschaft verursachtes Problem, dessen Folgen wir leider nur indirekt wahrnehmen. Längst ist Schlaflosigkeit zur Volkskrankheit mutiert. Unser Biorhythmus tut, was er will. Wir sind gestresst und reizbar. Unserem Körper fehlt die Regeneration in der Dunkelheit, weil unsere Stadt nie schläft. Doch die Helligkeit bei Nacht bringt nicht nur uns Menschen aus dem Takt. Auch viele Tiere werden fehlgeleitet und können ihren Instinkten nicht mehr trauen. Der Lebensraum vieler nachtaktiver Tiere ist in Gefahr - mit weitreichenden Folgen für unser Ökosystem. Nicht zuletzt ist es doch recht einfach, dem allen entgegenzuwirken. Das richtige Beleuchtungskonzept bietet schnelle Abhilfe. Dass dies nicht gleich „Verzicht auf Licht“ heißt, sondern eher Lenkung des Lichts mit kleinen Anpassungen der Lichtfarbe, zeigt dieses Buch. Insofern klärt Rettet die Nacht! über ein Problem auf, welches von Kommunen, Bauämtern und Umweltschutzbehörden oft verkannt wird: Licht gehört zu den Emissionen. Lichtsmog hängt über unseren Städten. Rettet die Nacht! Wie war´s?  Kontrastreich. Aufgeteilt ist das Sachbuch in drei große Kapitel (ca. 2x 100, 1x 50 Seiten): Naturwissenschaftlich erklärt es die Auswirkungen von Lichtverschmutzung. Kulturgeschichtlich schildert es die Bedeutung der Nacht in Sagen, Lyrik und Musik, den Kampf „Gut vs. Böse“ und die Anziehungskraft von Vampiren in Filmen. Außerdem klärt es auf: Wie können wir gegen die Lichtverschmutzung aktiv werden?  Leider interessierten mich von diesen Abschnitten nur rund 150 Seiten, diese jedoch empfand ich als wirklich wichtig und informativ. Der mittlere Teil des Buches, rund 100 Seiten über die kulturgeschichtlichen Hintergründe, konnte mich nicht packen. Kapitel wie „Wolfsfrau und Urmutter: Die Nacht - ein weibliches Prinzip? (S.107) lagen für mich so weit weg vom versprochenen Inhalt laut Klappentext, dass es für mich völlig unerwartet kam. Die folgenden 100 Seiten „Lyrik mit dem Wort Nacht drin, von Mittelalter bis Star Wars“ las ich recht unwillig.  Fazit: Rettet die Nacht! ist ein informativer Weckruf gegen die zunehmende Lichtverschmutzung. Leider passte der zweite Teil des Buches für mich nicht ins Konzept. So liefert das Sachbuch sowohl Pragmatikern als auch Romantikern eine Menge guter Gründe, gegen die Lichtverschmutzung vorzugehen. Wer aber die Themen so weit streut, muss damit rechnen, dass er Leser auf dem falschen Fuß erwischt. Zu 60% top!  Vielen Dank an den Riemann Verlag für dieses Rezi-Exemplar.  [Ausführliche Rezi & weiterführende Infos zum Thema Lichtverschmutzung auf meinem Blog.]

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  • Die ganz eigene Kraft der Dunkelheit

    Rettet die Nacht!
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    05. January 2017 um 13:14

    Die ganz eigene Kraft der Dunkelheit„Die Nacht ist etwas ganz Besonderes. Sie ist die verkannte Steifschwester des Tages, seine geheimnisvolle, dunkle „Schattenseite“.Als „gleichwertiger Partner des Tages“ bezeichnen die Autoren zutreffend die Nacht. Die nicht „lästig“ ist, die nicht „ungenutzt“ im stetigen Aktivitätsdrang des modernen Menschen verstreicht.Schlaf ist dabei nur eine Seite, wenn auch eine sehr existenzielle, welche die Nacht „zu bieten“ hat (für die meisten Menschen zumindest). Eine Notwendigkeit zur Verarbeitung, zur Regenration, zur Ruhe. Und es ist nicht nur eine „lässliche“ Missachtung, sondern eine gefährliche Ignoranz, wenn wir gerade dem Schlaf zu wenig unserer „ach so kostbaren Zeit“ einräumen.Erst der ständige Zyklus n Tag und Nacht macht das lebensbestimmende Auf und Ab, die komplex miteinander vernetzten, biologischen Rhythmen, bis in die kleinste Zelle unseres Körpers möglich. Und doch ist es so, dass die Nacht an Beachtung verliert. Zunehmend. Und nicht nur im übertragenen Sinne von Arbeit und / oder Feiern, sondern im ganz wörtlichen Sinne alleine schon im Blick auf „die Beleuchtung“ mittlerweile die „Nacht zum Tag“ gemacht wird.Dringend notwendig (man beachte nur die medizinischen Statistiken der Zahl an Menschen mit Schlafstörungen samt vielfacher Folgeerscheinungen) somit ist es, was die Autoren vorgeben: Die Nacht „aus dem Schatten“ des „Rund um die Uhr aktiv Seins“ herauszuholen.Dass dabei die uralten, natürlichen Lebensrhythmen des Menschen im Lauf der letzten Jahrzehnte enorm verändert wurde, das zeigt sich einerseits an der “Lichtverschmutzung“, welche die Autoren verständlich erläutern, aber auch an den Arbeitsrhythmen, der Moderne, der allzeitigen Erreichbarkeit und der teils gar als Last empfundenen Notwendigkeit, zu schlafen. Bei der so mancher Top-Manager oder Spitzenpolitiker vielfache Techniken durcherprobt, um mit (noch) weniger Schlaf dann auskommen zu können.Unter Missachtung eines der wesentlichen Kernsätze des Buches und des Wissens um die Tag- und Nacht Bedeutung für den Menschen, „Alles hat seine Zeit, auch die Organuhr“.Wobei, über den Menschen hinausgedacht, jene stattfindende „Erleuchtung der Nacht“ ebenso tief eingreift in das Leben von Tieren. Nachtaktive Tiere werden hochgradig irritiert durch hell beleuchtete Lebensbereiche. Und hier geht es nicht um subjektive Empfindungen von Menschen, die Insekten eher als lästig empfinden, sondern um eine Grundlage des ökologischen Systems, in dem „selbst die kleinsten Tiere ihre ökologische Funktion“ besitzen. Und daher „kleine Tode“ langfristig weitreichende Folgen nach sich ziehen können.Wobei bereits geringe Beleuchtungsstärken ausreichen, um nicht nur Insekten, sondern auch Fische und andere Tiere in ihrer Entwicklung und Lebensweise hemmen.Auch wenn die Kraft zur Adaption bei Mensch und Tier in der Regel breit ausgeprägt ist, in der Moderne, so erläutert das Buch eindeutig, hat die „Lichtverschmutzung“ und die Aufhebung der Scheidung von Tag und Nacht eine bedenkliche und folgenreiche Grenze bereits überschritten.Das dabei im metaphysischen Sinne die „Nacht“ auch ein „besonderer Ort“ ist, eine ganz besondere Stimmung sich entfaltet, wenn rings herum (soweit möglich), das geschäftige Treiben zur Ruhe kommt. Eine Zeit der „Ängste und Hoffnungen“, die ungestört vom grellen Licht des Tages und der Geschäftigkeit desselben gerade in dieser Ruhe Gelegenheit finden, „sich zu Wort zu melden“. Als „Stimmung“ oder in Form von Träumen. Momente, die der Besinnung, der Neuausrichtung, der Reflexion, der Verarbeitung dienen. Lebenswichtige Prozesse für eine echte Entwicklung, denen die sich immer mehr annähernde, Gleichförmigkeit von Tag und Nacht ihre Möglichkeit zur lenkenden Bedeutung nehmen.Ein anregendes Werk, in der Form ergänzt durch einige sachkundige Interviews mit jeweiligen Wissenschaftlern zu konkreten Themen und mit konkreten „Checklisten“ am Ende versehen, die der Nacht in der ausgeleuchteten Kulturumgebung durch recht einfach zu verrichtende Veränderungen wieder mehr Möglichkeiten der Wirkung gibt.Veränderungen, die das Licht „aktiv lenken“ und somit Zonen der Dunkelheit bestmöglich einrichten lassen können.Auch wenn das Hauptthema das der „Lichtverschmutzung“ ist und dies sehr interessant dargestellt wird, die Autoren versäumen nicht, vielfache Aspekte der Nacht in den Blick zu rücken und die Bedeutung der Dunkelheit auf vielen Ebenen zu betonen.Eine anregende Lektüre.

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