Mathilde Jägers Eine alte Frau ist doch kein WLAN!

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Inhaltsangabe zu „Eine alte Frau ist doch kein WLAN!“ von Mathilde Jägers

Mathilde Jägers, 81 Jahre alt, hat keine Manschetten, wenn es darum geht, rätselhaften Dingen auf den Grund zu gehen. Wie sie an einen persönlichen Erntehelfer kommt? Wo sie ihre letzten D-Mark-Reserven loswird? Und ob sie die nervigen Enkel nicht zur Abwechslung mal einer Leihoma aufs Auge drücken kann? Das wird man doch einfach mal fragen dürfen! Und so haut Frau Jägers in die Tasten ihrer Schreibmaschine, um Unternehmen, Ämtern und Online-Services den ein oder anderen Brief zu schreiben …

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    Eine alte Frau ist doch kein WLAN!

    Antek

    06. April 2018 um 14:35

    Mathilde Jägers Ehemann Hans Hermann, beginnt, als er in Rente geht, damit, „unsinnige“ Briefe zu schreiben. Sie findet Gefallen an der Idee die Kundenbetreuer ein wenig auf Trab zu halten und setzt ihm auch den einen oder andren Floh ins Ohr. Als es Hans Hermann dann aber zu viel wird, schnappt sich die Dame, angeblich Ü80, selbst die Schreibmaschine und tippt darauf los. Ich habe mich oft gefragt, wie man auf solche Ideen, teilweise auch einen solchen Blödsinn, überhaupt kommt. Die Autorin hat insgesamt 120 Briefe verschickt, die Hälfte wurde beantwortet und angeblich nur eine Firma hat sie erwischt, ich dachte bei den Antworten ja eher an zwei, aber gut, die ALLIANZ hat es auf jeden Fall durchschaut. Im Hörbuch bekommt man eine Auswahl ihrer Briefe samt Antworten und auch fünf Anfragen, die unbeantwortet geblieben sind, geboten. Ich bin ziemlich gespaltener Meinung, einerseits finde ich die Idee die Kundenbetreuungsabteilung ein bisschen zu veräppeln und sie auf Trab zu halten ja ganz nett und einige Anfragen auch richtig witzig. Aber in so geballter Form, ein Brief nach dem anderen, hat das für mich doch leider recht schnell seinen Reiz verloren. Ab und an einen Schriftwechsel, ja das mag okay sein, den würde ich sicher auch jederzeit wieder lesen, z.B. in einer Zeitschrift, aber eine ganze Sammlung davon, muss ich nicht haben. Wie bei jeder Zusammenstellung, fand ich natürlich auch nicht alle Beiträge gleichermaßen amüsant. Richtig schmunzeln konnte ich aber z.B. über ihre Anfrage bei LOOVOO, der Partnerbörse, weil sie ihre Enkelin mit dem Traumschwiegersohn verkuppeln will, oder auch bei Hermés, bei denen sie ihre selbst geschneiderte Bluse für die Enkelin heimlich für teures Geld verkaufen will, um diese auszutricksen. Grinsen musste ich auch, als sie sich Ferrero nach einer finanziellen Unterstützung für ihren Grabstein, der ja angeblich auch Werbung für das Unternehmen ist, weil sie ihn in Form einer Mon Cheri Praline anfertigen lassen möchte, erkundigt. Klasse fände ich ebenfalls wie sie einen Sondertarif bei der Post für all diejenigen, die privat noch Briefe statt Emails schreiben, da würde ich doch auch zu den Briefmarken mit Rabatt und alten Köpfen drauf greifen. Bei den Antworten fand ich vor allem die Erklärung dafür, wie viel denn jetzt die neue Einheit Instagramm wiegt, muss man schließlich wissen, wenn das in einem Backrezept auftaucht, oder auch die Antwort der Allianz für ihre Gästeausfallversicherung, die sie sich wünscht, amüsant und hörenswert. Ein Großteil der Konversationen allerdings war einfach so naja für mich. Kann man sich anhören, muss man aber nicht, besonders witzig habe ich sie zumindest nicht empfunden. Die Umsetzung als Hörbuch halte ich hingegen wirklich für gelungen. Da Mathilde Jägers die Briefe mit der Schreibmaschine tippt, hört man zu Beginn eines jeden Briefes auch das dazugehörige Geräusch beim Blatt einspannen und das Tastenklappern,  was super gut passt. Die Vorstellung davon wie eine Dame Ü80 bei ihrer Arbeit sitzt, sich die Mühe macht, wird so optimal erzeugt. Sprecherin Christiane Blumhoff gelingt es zudem die Anfragebriefe mit der dazu gehörigen „Omastimme“ vorzutragen und für die Antworten hat sie gemeinsam mit Julia Fischer und Herbert Schäfer wieder einen anderen Tonfall parat, wenn es sein muss, sogar mit französischem Einschlag. Das macht das Zuhören der teilweise etwas eintönigen Briefe abwechslungsreich, und damit wurde für mich das Optimum als Hörbuch aus den Zeilen geholt. Das hat mit Sicherheit den vierten Stern gerettet.

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