Mats Strandberg

 3.3 Sterne bei 120 Bewertungen
Autor von Die Überfahrt, Das Heim und weiteren Büchern.
Mats Strandberg

Lebenslauf von Mats Strandberg

Er kann alles schreiben: Mats Strandberg wurde im Jahr 1976 in Schweden geboren. Als er 16 war, zog er vom kleinen Fgersta in Västmanland nach Stockholm. Heute arbeitet Strandberg als freier Journalist und schreibt für Schwedens größte Abendzeitung. Im Jahr 2004 wurde er von Sveriges Tidskrifter – dem Verband schwedischer Zeitschriftenverlage – zum „Kolumnist des Jahres“ gewählt. Schon als Jugendlicher wollte Strandberg jedoch Schriftsteller werden. 2006 veröffentlicht er sein Romandebüt "Jaktsäsong". Mit seinem dritten Roman "Halbes Leben" ("Halva liv") landete Strandberg einen großen Überraschungserfolg und etablierte sich unter den bekanntesten Autoren Skandinaviens. In Zusammenarbeit mit Sara Bergmark Elfgren schrieb er außerdem eine Jugendbuchreihe, die Engelfors-Trilogie, deren erster Band 2012 unter dem Titel "Zirkel" in Deutschland erschien. Die Reihe wurde nicht nur mit dem schwedischen August-Preis ausgezeichnet, sondern auch verfilmt. Ein weiteres Genre erschloss Strandberg 2017 äußerst erfolgreich, als sein Horrorroman "Färjan" (dt. "Die Überfahrt") erschien und mehrere Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste stand. Mats Strandberg lebt heute gemeinsam mit seinem Ehemann Johan Ehn in Stockholm.

Neue Bücher

Das Heim

 (29)
Neu erschienen am 24.10.2018 als Taschenbuch bei FISCHER Tor.

Alle Bücher von Mats Strandberg

Die Überfahrt

Die Überfahrt

 (75)
Erschienen am 24.05.2017
Das Heim

Das Heim

 (29)
Erschienen am 24.10.2018
Halbes Leben

Halbes Leben

 (9)
Erschienen am 10.08.2011
Die Überfahrt

Die Überfahrt

 (6)
Erschienen am 24.05.2017
Halbes Leben

Halbes Leben

 (1)
Erschienen am 19.08.2011

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Neue Rezensionen zu Mats Strandberg

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Rezension zu "Die Überfahrt" von Mats Strandberg

Der schwedische Stephen King? Für mich leider nicht.
TamiraSvor 2 Tagen

Die Baltic Charisma ist ein Party-Schiff. Jede Nacht fährt sie zwischen Stockholm und der finnischen Küste hin und her, während die Passagiere feiern, trinken und den Alltag hinter sich zurücklassen. Doch in dieser Nacht setzen zwei Gäste mit der Fähre über, denen der Sinn nach etwas anderem als Alkohol steht.

Und damit wird das Schiff für die nichts ahnenden Passagiere zur Falle.

 

Ich hatte große Erwartungen an diesen Roman.

„Der schwedische Stephen King“, steht da. „Mats Strandberg weiß, wie man einen Thriller schreibt.“

 

Leider ging das für mich nicht auf.

 

Bereits ab den ersten Seiten musste ich mich durch die Geschichte quälen. Und mit zunehmender Seitenzahl wurde es nicht besser.

Die Figuren waren wohl das, was mich am meisten störte: Allesamt waren sie und ihr Schicksal mir vollkommen gleichgültig. Das muss in einem Horrorroman gar nicht mal unbedingt schlecht sein, denn auch Slasher-Filme, die Reihum die Besetzung dezimieren, können funktionieren. (Scream hat mich als Teenager stark verängstigt.) Doch leider fühlte ich keinen Grusel, von Grauen ganz zu schweigen. Wir folgen einer Vielzahl von Protagonisten (10, in etwa?), die – ganz dem Horror-Genre entsprechend – nach und nach dezimiert werden. Die Fähre, die ein hervorragendes Setting bietet (abgeschnitten von der Außenwelt), eignet sich sehr gut für die Ausbreitung der Pandemie – doch all das schafft Strandberg nicht, es für mich interessant zu machen.

Es war, als wäre es ein Aufguss unzähliger Zombie-Filme oder -Romane (auch wenn es sich hier um Vampire handelt), ohne, dass etwas Neues geboten würde. (Dawn of the Dead kam mir am häufigsten in den Kopf, vor allem dann, wenn die Protagonisten im Barbereich sich mit einem Gitter gegen die Angreifer schützen wollen.) Ich fand es weder spannend, noch interessant.

 

So lässt sich nur sagen, dass mich das Buch enttäuscht hat.


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Rezension zu "Das Heim" von Mats Strandberg

Ein Horror-Roman der leisen Töne
NiWavor 4 Tagen

Nach zwanzig Jahren kehrt Joel in seine Heimatstadt zurück, weil er sich um seine demenzkranke Mutter kümmern muss. Obwohl es ihm schwerfällt, gibt er sie in ein Seniorenheim, wo auf den ersten Blick alles besser ist. Doch dann ändert sich Monikas Verfassung drastisch: Sie nimmt dramatisch ab, wird ungewöhnlich ausfallend und spricht Geheimnisse aus, die sie nicht kennt ...

Es beginnt mit Joel und den Umzug seiner Mutter ins Seniorenheim. Seit einem Infarkt leidet Monika an Demenz und ist mittlerweile eine Gefahr für sich selbst geworden.

Bereits hier lässt der Autor den Leser den Horror spüren. Monika ist zwar eine alte Frau, hätte aber ohne die Demenz sicher noch etliche gute Jahre vor sich. Und so steht man an Joels Seite und fühlt das Grauen, das diese Krankheit in den Alltag bringt: Monikas befremdliches Benehmen, ihr Unwissen über gemeinsame Erlebnisse, ihr Verhalten, das teilweise an ein Kleinkind erinnert, und die Tatsache, dass diese alte, verwirrte Frau Joels Mutter ist.

Das Grauen geht im Seniorenheim weiter, als man weitere demenzkranke Menschen kennenlernt. Hier spielt Strandberg gekonnt mit der Angst vor dem Lebensabend, dem körperlichen Verfall, der geistigen Verwirrung und den Menschen, die vielleicht ein Ausblick auf das eigene Ende sind.

Der Autor beschreibt, wie sich das Pflegepersonal um diese Alten kümmert, wie die Angehörigen lieben, leiden oder ihnen den Rücken zudrehen, und dann fängt der Horror erst richtig an.

Denn Monika scheint eine Grenze zu überschreiten, die selbst für Demenzkranke außerhalb der Normalität liegt. Sie magert rasch ab, zeigt ein boshaftes Wesen und beängstigendes Verhalten, was nicht nur Joel das Fürchten lehrt.

Dabei dauert es relativ lange, bis sich der Roman zu seinem Genre bekennt. Anfangs leidet Joel unter der Krankheit seiner Mutter, hat selbst ein Problem mit seiner Vergangenheit, und versucht die Situation zu bewältigen. Dabei zieht sich sein älterer Bruder gekonnt aus der Affäre, während Joel mit den Nachwehen seiner Vergangenheit ringt.

Im Endeffekt hat Mats Strandberg ein beängstigend realistisches Horror-Szenario gekonnt mit dem üblichen Ablauf des Genres kombiniert. Ich war von der ersten Seite an gebannt, Joel hat mir leid getan, und das Geschehen im Seniorenheim habe ich mit verstörendem Interesse verfolgt.

Die Handlung ist ruhig erzählt, dafür trifft einem das schaurige Ambiente mit gnadenloser Wucht: Alte Menschen, die hilflos vor sich hin brabbeln, stille Nachtschichten im Seniorenheim, die vom Unheimlichen begleitet werden, sich verrenkende Körper, brechende Knochen und blutige Accessoires - darauf spricht man als Horror-Leser an.

Insgesamt ist "Das Heim" ein Horror-Roman der leisen Töne, der durch die drückende Stimmung einen fesselnden Sog anrührt. Mats Strandberg holt das Grauen in den Alltag, wo die Realität auf das Unfassbare trifft - und äußerst böse zu lesen ist. 

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Rezension zu "Das Heim" von Mats Strandberg

Düster, beklemmend, und so realistisch wie es nur sein kann
Sandra1978vor 16 Tagen

Also, ich weiß gar nicht wie ich beginnen soll. Dieses Buch ist durch die Echtheit der Beschreibungen noch um vieles Erschreckender als man meinen könnte. Ganz persönlich habe ich selbst erst meinen Vater für mehrere Monate in einem Pflegeheim unter ganz ähnlichen Umständen begleiten  müssen und ich kann nur sagen:

Ja, genauso, wie Mats Strandberg es beschreibt, ist es tatsächlich. Von den Gefühlen der Betroffenen, der Angehörigen, den Gerüchen, der Stimmung im Heim, dem Umgang mit den Bewohnern - ja, leider ist es so, auch bei uns in Deutschland, und wenn man mich fragt, ist das schon Horror genug, da hätte es gar keiner paranormalen Vorfälle mehr bedurft, um die Geschichte durch und durch gruselig werden zu lassen.

"Das Heim" hat mich vollkommen gefangen genommen und der von Mats Strandberg in die ganze Heimumsiedlung eingearbeitete Horror war für mich tatsächlich eher überflüssige Nebensache.

Jeder, der schon einmal einen Angehörigen auf diesem Weg begleiten musste oder in einem Heim arbeitet oder gearbeitet hat, wird dies bestätigen können - ich habe mich beim Lesen so in meine eigenen Erlebnisse zurückversetzt gefühlt, als wäre ich wirklich dabei gewesen.

Mats Strandberg hat sowohl die Zweifel und Schuldgefühle, die guten und schlechten Erinnerungen und den unterschiedlichen Umgang der Angehörigen mit der Situation perfekt beschrieben, als auch die teilweise Abgestumpftheit und Falschheit, die in Pflegeheimen an den Tag gelegt wird - und auch die leider eher seltenen Ausnahmen der Personen, die sich wirklich etwas aus den alten Menschen machen.

Auch die verschiedenen Charaktere der Bewohner finde ich sehr gelungen zusammengestellt, sowie auch die Beschreibung, wie es im Heim aussieht, riecht und welche Stimmung herrscht - ich weiß ich wiederhole mich, aber es ist bedauerlicherweise wirklich so deprimierend- für mich war es ein wahrer Alptraum, meinen eigenen Vater in so einer Umgebung zurücklassen zu müssen.

Der "Horror-Aspekt", über den ich hier nicht zuviel spoilern möchte, hat mich dagegen überhaupt nicht überzeugen können - irgendwie hat mir das zuviele ungeklärte Logiklücken und scheint mir eher hineingezwungen worden zu sein. 

Trotzdem bekommt "Das Heim" von mir für die überzeugende Beschreibung und Atmosphäre selbstverständlich die volle Punktzahl und 5 von 5 Sternchen. Selten hat mich ein Buch so mitgenommen.

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