Matt Burgess

 3 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von Cops, Die Prinzen von Queens und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Matt Burgess

Die Prinzen von Queens

Die Prinzen von Queens

 (5)
Erschienen am 13.02.2012
Cops

Cops

 (5)
Erschienen am 24.10.2015
Dogfight, a Love Story

Dogfight, a Love Story

 (0)
Erschienen am 21.09.2010

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ralluss avatar

Rezension zu "Die Prinzen von Queens" von Matt Burgess

Kleinkriminellentanz in Queens
rallusvor 2 Jahren

Alfredos Leben ist überschaubar. Aus Queens ist er noch nie herausgekommen aber erlebt hat er mit seinen neunzehn Jahren schon genug. Als Kreinkrimineller macht er sich im Viertel einen Namen und vertickt Drogen, hat Freunde die ihm Ärger vom Hals schaffen, aber in jüngster Zeit hat er ein Problem. Sein Bruder kommt aus dem Knast. Nicht nur, dass er bei dem Coup gekniffen hat, bei dem sein Bruder gefasst wurde, auch dessen Freundin hat er geschwängert. Okay, seine Ex-Freundin. Aber nach über zwei Jahren Knast weiß man nicht wie Tariq reagieren wird. Um seinen Bruder zu besänftigen möchte er zu dessen Ehren einen Hundekampf ausrichten, etwas was Queens so noch nicht gesehen hat. Fehlen nur noch die Hunde...

Der Plot ist schon irrwitzig, das Buch und der Stil von Burgess ist es auch. Schnoddrig aber authentisch (was wohl auch daran liegt dass Matt Burgess in Queens aufgewachsen ist), schildert er die üblichen Tage eines Kleinkriminellen der versucht irgendwie ehrlich zu werden

"Das ist dein Drogendealer? Die kleine Käsefresse da auf der anderen Straßenseite? Mit den Händen in den verwichsten Taschen?“ Curtis zieht einen Gelben hoch und spuckt ihn auf den Gehweg, ganz knapp vor Alfredos Timberlandstiefel.“

Dabei springt Alfredo von einer Katastrophe in die andere. Das Leben muss man irgendwie bewältigen:

"...aber was sagte Lopez seinen Töchtern immer, wenn sie sich übers Zähneputzen oder ihre Mathehausaufgaben beschwerten? Hey so ist das Leben. Eine Aneinanderreihung von Mist, den man erledigen muss, selbst dann, ganz besonders dann, wenn man es eigentlich nicht will."

Burgess hat einen ganz besonderen Stil, einen Tanz in den man erst hineinfinden muss um das Buch zu mögen. Aber wenn man es mag dann so richtig. Trotz der manchmal doch wirren Geschichte ein Kleinod auf dem Krabbeltisch (wo ich es gefunden habe)


 

Kommentare: 2
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kleine_welles avatar

Rezension zu "Cops" von Matt Burgess

Leider so gar nicht mein Geschmack
kleine_wellevor 2 Jahren

Janice arbeitet beim Drogendezernat. Als verdeckte Ermittlerin, genannt Uncles, tätigt sie Käufe bei Dealern. Sie hat noch einen Monat, dann soll sie zum Detective befördert werden. Doch auf einmal werden die Käufe der Uncles festgehalten und Janice wird unter Druck gesetzt. Sie soll vier Käufe innerhalb eines Monats machen.

Das Cover zeigt das was drin steckt, einen Krimi in New York. Wobei ich den Titel nicht so gut gewählt finde, denn Cops suggeriert, dass es um mehrere geht. Aber es geht um hauptsächlich um Janice Leben.
Hatte nach der Beschreibung hinten auf dem Buch mit was anderem gerechnet, da es als Fortsetzung von The Wire angepriesen wird. Aber das kann ich leider gar nicht unterschreiben, denn es geht weniger um Ermittlungen als vielmehr um die Probleme einer Person.
Der Schreibstil ist zwar gut, aber leider stellenweise nicht fesselnd. Vielleicht liegt das für mich auch an den langen Kapiteln. Ich persönlich mag es nicht, wenn Romane übermäßig lange Kapitel haben, denn da schweift der Autor öfters mal ab und die Spannung kann sich schneller verlieren. Dies ist meiner Meinung nach leider auch geschehen.
Die Geschichte beschreibt in Ansätzen den Alltag eines Uncles im Drogendezernat und ich finde es wirklich hart, wenn mit jungen Ermittlern in Wirklichkeit so umgegangen wird. Sie werden gelockt in diesen doch recht gefährlichen Job mit der Aussicht so relativ schnell zum Detective aufzusteigen. Das hat durchaus Potential eine wirklich gute Krimigeschichte zu werden, aber für mich hat es etwas an der Umsetzung gehapert.
Manchmal finde ich die Dialoge und Gedanken etwas skurril und übertrieben und gegen Ende schweift der Autor immer öfter von der eigentlichen Geschichte ab. Das Ende selber fand ich äußerst seltsam.

Mein Fazit: Zwar eine Idee mit Potential, aber leider für meinen Geschmack nicht getroffen. 

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Gulans avatar

Rezension zu "Cops" von Matt Burgess

Solo für "Uncle" Janice.
Gulanvor 3 Jahren

Und drüben im eigentlichen Haus der Lügen am Police Plaza in Downtown Manhattan erzählten die Hohen Tiere des NYPD jungen, ambitionierten Bullen, die wie Janice einer Minderheit angehörten, dass sie automatisch zum Detective befördert würden, sollten sie achtzehn Monate als Undercover-Ermittler im Drogenmilieu durchstehen. Dass sie zusehen können, wie ihre silberne Dienstmarke golden wurde... Aber das sei noch nicht alles! Handeln Sie jetzt, bewähren Sie sich weitere achtzehn Monate, ohne getötet zu werden, und Sie zu den Drogen-Ermittlern wechseln, nicht bloß ein Job, der sicherer ist, sondern gleichzeitig ein Riesensprung in Richtung obere Etagen der Dezernate Kapitalverbrechen, Sexualdelikte, Mord und Terrorismusbekämpfung – Einheiten, die jene Sorte Geschichte schreiben, aus denen Filme gemacht werden. (S.28)

Janice Itwaru ist ein sogenannter „uncle“, ein Undercover-Cop, der sich als Junkie ausgibt, um Dealer hochgehen zu lassen. Der Job auf der Straße ist hart und gefährlich, doch es winkt nach achtzehn Monaten die Beförderung. Janice und ihre Kollegen werden von ihren Vorgesetzten stark unter Druck gesetzt. Vier Käufe (und anschließende Festnahmen) soll Janice diesen Monat verbuchen, sonst kann sie sich direkt wieder beim Streifendienst melden.

Queens, New York: Ein lebhafter, heterogener Stadtbezirk. Selbst für New Yorker Verhältnisse leben hier sehr viele verschiedene Ethnien zusammen, Afroamerikaner, Weiße, Latinos, aber auch viele Asiaten. Die Hauptschlagader ist die Roosevelt Avenue (Janice würde Ruhs-ah-welt sagen), vor allem in kulinarischer Hinsicht. Die Subway Nr. 7 rauscht als Hochbahn durch weite Teile des Stadtteils. Der Autor Matt Burgess wuchs in Jackson Heights, Queens, auf und nimmt den Leser mit auf eine authentische Tour durch die Straßen seiner Heimat.

Naturgemäß werden hier auch eine Menge Drogen vertickt und so setzt das Drogendezernat verdeckte Ermittler als Scheinkäufer ein, die „uncles“. Als Schutz ist immer ein Kollege als „Schatten“ in Sichtweite, weitere Detectives sind über Funk direkt erreichbar, um den Zugriff zu machen. Dennoch ist das Risiko für den „uncle“ extrem groß, denn es gibt immer wieder brenzlige Situationen, in denen die Enttarnung droht. Zudem müssen die Undercover-Cops immer wieder ihr Revier wechseln, denn irgendwann sind sie „verbrannt“ und können so kaum Käufe anbandeln. Zudem werden die Polizisten intern massiv unter Druck gesetzt. Es wird sogar ein „Käufetafel“ installiert, um Erfolg und Misserfolg zu dokumentieren. Zudem läuft nicht immer alles sauber im Dezernat, so dass täglich eine Ermittlung der Innenrevision befürchtet wird.

Protagonistin Janice Atwaru ist eine junge Polizistin Mitte Zwanzig, die die harte Schule des Drogendezernats durchläuft. Sie wohnt in Queens und ist genauso bunt wie der Bezirk: Vater Afroamerikaner, Mutter Guyanerin indischer Abstammung. Janice ist eine taffe, kluge, aber auch ungestüme und verletzliche junge Frau. Sie hat nicht nur Druck auf der Arbeit, sondern vor allem auch familiär. Sie lebt mit ihrer Mutter zusammen, bei der in relativ jungen Jahren schon die Demenz einsetzt. Zudem hat sie sich seit Jahren nicht mit ihrem Vater ausgesöhnt, der damals betrunken seine Frau geschlagen und schließlich die Familie für eine andere verlassen hat.

Grimes kam barfuss und gähnend in die Teeküche geschlurft, in seinem weißen Pyjama und schlaff herabhängender Schlafmütze. Seine Augen waren halb geschlossen. […] Grimes schüttete neun dieser Kondensmilch-Döschen – neun, Janice zählte mit – in den Becher, den er dann für exakt 21 Sekunden in die Mikrowelle stellte. […]

„Wir arbeiten schon mit einem ganzen Haufen Arschlöcher zusammen, oder, Sarge?“, fragte Gonz.

„Mal nicht immer alles so schwarz“, ermahnte ihn Hart. (S.337-338)

Eigentlich stimmen die Zutaten zu diesem Polizeiroman und dennoch konnte mich die Umsetzung nicht so richtig überzeugen. So stimmig der Autor die Atmosphäre in Queens rüberbringt – ansonsten gibt es aus meiner Sicht ziemlich viel Leerlauf. Spannung kommt nur rudimentär auf, im Gegenteil: Janices Vaterkomplex sorgte bei mir oft für gepflegte Langeweile. Und als schließlich doch noch die Innenrevision auftaucht und Janice in Bedrängnis bringt, sind nur noch 60 Seiten übrig. Was zudem auf die Dauer nervte: Die Beamten des als „Affenstall“ bekannten Drogendezernats machen dem Spitznamen alle Ehre. Natürlich entwickeln Polizeireviere in Romanen oft ein merkwürdiges Eigenleben, aber die Polizisten hier benehmen sich teilweise extrem infantil. Trauriger Höhepunkt ist eine absurde Slapstick-Nummer, als fünf Zivilpolizisten in einem Auto unter großem Zeitdruck durch die Gegend rasen, ein Cop in eine Tüte pinkelt und diese sich dann bei der versuchten Entsorgung auf Janices Schoß entleert.

Ein Coproman aus New York, der meine Erwartungen nicht erfüllen konnte. Zu oft werden die gelungenen Schilderungen des täglichen Kampfes eines Drogenermittler auf den Straßen von Queens von pubertärem Gerangel auf der Dienststelle und den in die Länge gezogenen Familienproblemen der Hauptfigur unterbrochen.

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