Matt Hayward

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Rezension zu "Various States of Decay: A Collection (English Edition)" von Matt Hayward

Excellent Collection
chumavor 3 Monaten

Mit Anthologien ist das immer so eine Sache … von gut bis mäßig ist oftmals alles dabei, ein Querschnitt des Könnens eines Autors, vergleichbar mit einem Scribble – ein bunter Strauß voller Überraschungen eben. Bei »Various States of Decay« fallen diese Überraschungen allerdings durchweg positiv aus, was bei 20 Geschichten (und ich habe jede einzelne davon genossen!) eine echte Glanzleistung darstellt.

Bereits mit »Brain Dead Blues« konnte mich der für den Bram Stoker Award nominierte Autor Matt Hayward begeistern (siehe Rezension), doch seine neue Anthologie hat mich regelrecht umgehauen. Wie schon geschrieben haben mir alle Storys gefallen, doch einige davon konnten mich nachhaltig beeindrucken: »Where The Wild Winds Blow«, »Alisha«, »More Will Follow«, »Happiness Inc.«, »Comes With The Rain«, »In The Pines«, »KNOCK KNOCK«, »The Conductor«, »MUTT« und »Father's Day«. (Sorry Matt, you want me to pick out my top five, but here is the deal – you get my top ten in no particular order.)

Was macht Haywards Geschichten so lebendig? Ich glaube, es liegt daran, dass er seine Ideen so authentisch verpackt. Er schafft Charaktere, mit denen man sich identifizieren kann und die einem trotz der Kürze der Geschichten ans Herz wachsen. Man fühlt sich mit ihnen verbunden – im Guten wie im Schlechten. Hayward ist ein geborener Erzähler, er greift eine Idee auf, schafft ein passendes Setting, zeichnet seine Figuren stilsicher sowie facettenreich und würzt das Ganze dann mit einem flüssigen Erzählstil, Atmosphäre und oft auch einer Prise Humor. Die Phantastik und der Horror kommen dabei nie zu kurz und doch sind sie nicht aufdringlich, lassen genug Raum für die eigene Fantasie. Außerdem gelingt ihm der Spagat zwischen Realität und Fiktion – will heißen, die Ansätze sind oft aus dem Leben gegriffen und ehe man sich versieht, taucht man mit den Figuren in das Fantastische ab. Seine Geschichten passieren einem, so wie Alice ganz unverhofft durch einen Kaninchenbau ins Wunderland gerät.

In der Beschreibung ist von »tales of terror« die Rede, doch der Autor zeigt eine erfrischende Vielfalt in dieser Anthologie. Ich persönlich finde seine in Ansätzen Coming-Of-Age angehauchten Geschichten besonders stark. Aber auch die Storys, die Themen wie Trauer und Verlust aufgreifen, hinterlassen einen bleibenden Eindruck sowie einen Kloß im Hals oder gar feuchte Augen. Er versteht sich einfach sehr gut darauf, Gefühle authentisch zu transportieren.

Matt Hayward ist für mich mittlerweile zu einem »Auto-Buy Author« avanciert. Ich möchte gern sämtliche seiner Werke für mich entdecken und bin schon sehr gespannt auf seine weitere Entwicklung.

Wer also keine Probleme mit dem Englischlesen hat, atmosphärischen Horror und lebendige Phantastik bevorzugt, der sollte definitiv einen Blick auf Haywards Werke riskieren.

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Rezension zu "Brain Dead Blues (English Edition)" von Matt Hayward

Well done!
chumavor 8 Monaten

Es erstaunt mich immer wieder, wie viele gute Autoren es im englischsprachigen Raum zu entdecken gibt, von denen Deutschland anscheinend noch nie gehört, bzw. gelesen hat. So ist Matt Hayward definitiv ein weiterer, mehr als talentierter Erzähler auf meiner Liste der persönlichen Neuentdeckungen im Bereich Dark Horror Fiction. Dabei ist der aus Dublin stammende, für den Bram Stoker Award nominierte Autor recht vielseitig begabt und machte sich schon bevor er sich dem Schreiben widmete, einen Namen als Musiker – genauer gesagt als Gitarrist und Songwriter.

Eine passende Überleitung, denn einige der in "Brain Dead Blues" enthaltenden Stories behandeln das Thema Musik(business) in ganz spezieller Art und Weise und mit spürbarem Kennerblick. Insgesamt findet sich aber eine facettenreiche Mischung unterschiedlichster Kurzgeschichten in dieser gelungenen Anthologie wieder. Es gibt ein wenig von Allem: Coming-Of-Age, klassischer Monsterhorror, irische Mythologie, Lykanthropie und vieles mehr. Vielfältig und stets unterhaltsam, mal sehr atmosphärisch, dann wieder ungeschönt aber immer auf den Punkt. Hayward ist ein guter Erzähler, bodenständig irisch weiß er zu fesseln und schafft, was vielen Autoren nur schwer gelingt – gute Geschichten mehr oder weniger kurz und knackig zu Papier zu bringen und trotzdem den Leser derart für seine Figuren und das Geschehen einzunehmen, als hätte dieser einen 300 Seiten-Roman in der Hand.

Mein persönlicher Favorit ist "Meeting Gregory" – eine gefühlvolle Coming-Of-Age-Story, die mich sehr berührt und begeistert hat und die ich direkt zweimal gelesen habe. Wow. Es gab aber auch noch viele andere tolle Erzählungen wie zum Beispiel "Cordyceps", "The Faery Tree", "In The Woods, We Wait" und "An Angel And A Reaper".
Die hier enthaltenen 12 Geschichten habe ich alle gern gelesen, die meisten draußen in der Natur, was bei der ein oder anderen Story einen zusätzlichen Reiz ausmachte und deshalb einen absoluten Geheimtipp darstellt.

Fazit
"Brain Dead Blues" bietet eine bunte Mischung an Kurzgeschichten, die definitv jeden Geschmack bedient. Hayward hat ein Gespür für gute Charakterzeichnung bei seinen Figuren, schafft Atmosphäre, würzt das Ganze mit einer Prise Humor sowie Bodenständigkeit, gibt irischen Background und musikalische Rafinesse hinzu und liefert so verdammt gute Unterhaltung. Lesenswert!

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