Fool on the Hill

von Matt Ruff 
4,3 Sterne bei368 Bewertungen
Fool on the Hill
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Positiv (312):
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Skurril und schön

Kritisch (18):
A

Mal was ganz anderes, was skurriles, melancholisches und infantiles. Flüssig geschrieben, gut zu lesen Aber leider packt's mich nicht.

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Inhaltsangabe zu "Fool on the Hill"

Nicht zu fassen, was an Universitäten alles passiert, wenn man diesem Roman glauben darf, in dem der junge George sich in die schönste Frau der Welt verliebt, der Kobold Puck der Elfe Zephyr nachjagt und Blackjack und Luther in den Himmel für Katzen und Hunde aufbrechen. Ein Sommernachtstraum? Eine Love-Story? All das und noch viel mehr ist der »Narr auf dem Hügel«.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423195171
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:574 Seiten
Verlag:dtv
Erscheinungsdatum:21.06.2011

Rezensionen und Bewertungen

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    Nespavanjes avatar
    Nespavanjevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ruffs Debütroman glänzt mit einer Herrschar an Protagonisten und einigen skurrilen Handlungen, die in einem spannenden Finale enden!
    Katzen, Kobolde und Köter

    An einem windstillen Sommertag, steigt ein junger Mann auf einen Hügel, um einen Drachen steigen zu lassen. Oben am Hügel angekommen, sieht er einem Bernhardiner, dem er dann eine Geschichte erzählt, wie er zu seinem Reichtum gekommen ist.

    Es ist schon einige Zeit her, da hab ich von Matt Ruff – Mirage – gelesen. Ein fantastischer Roman, in dem es hauptsächlich darum geht, dass christliche Fundamentalisten, in die Finanztürme der V.A.S, den Vereinigten Arabischen Staaten, Flugzeuge gelenkt und zum Einsturz gebracht haben. Einen satirischen Roman über ein so schreckliches Ereignis zu schreiben, ist bestimmt kein Honiglecken, also keine leichte Aufgabe. Matt Ruff ist dies nun es sehr gut gelungen. Also wurde es Zeit weitere Romane von ihm zu lesen. Meine Wahl ist auf seinen Debütroman – Fool on the Hill – gefallen und ich wurde nicht enttäuscht.


    Laut der deutschen Verlagshomepage ein „Underground-Bestseller“ was auch immer das sein mag. Tatsache ist, dass Matt Ruff den klassischen Aufbau, Struktur und Erzählung der Geschichte gehörig durcheinander würfelt und sich nicht an allgemein übliche Vorlagen hält. Der sprichwörtliche rote Faden fehlt und es ist eigentlich auch auf den ersten Blick nicht ersichtlich um was es in diesem Roman geht, und schlussendlich umfasst es auch mehrere Genres, ohne es nun auf ein einzelnes reduzieren zu können.



    Magischer
    Realismus trifft auf Liebesgeschichte und das Ende ist sehr spannend
    und rasant erzählt. Der Vielzahl an Protagonisten, die zum Teil
    shakespearesche Namen tragen (=Hamlet, Puck), wird im
    Personenregister aufgezählt. Diese liebenswerte shakespearesche
    Verballhornung ist auf die beiden Namen begrenzt. Und bevor ich es
    durchgelesen habe, hätte ich es beinahe mit - Der Schelm von Venedig
    - von Christopher Moore verglichen. Allerdings ist Letzteres ein
    wenig diffiziler und ein wenig durchdachter. Einer der vielzähligen
    Protagonisten ist Mr. Sunhine, er behauptet von sich ein griechisches
    Original zu sein, der immer wieder in die Geschichte eingreift, ein
    weiterer ist ein Mischlingshund und ein Manxkater (=Katzenart ohne
    Schweif), die auf der Suche nach dem Himmel sind. Dann gibt es noch
    einige Kobolde die auf einem Campus leben und sich vor dem
    Knochenacker (=Friedhof) fürchten, weil dort neben den Erzfeinden
    den Ratten, auch etwas unsagbar Böses versteckt ist.

    Fool on the Hill - ist eine anspruchsvolle Geschichte, ein Debütroman, den der damalig 23 jährige Matt Ruff veröffentlicht hat. Man erkennt hier bereits sein literarisches Genie, dass in Mirage seine bisherige, höchste Form erreicht hat. Es ist bestimmt ein umfangreiches Werk, dass man gelesen haben muss. Eine absolute Lese-Empfehlung!

    Kommentare: 3
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    tob82s avatar
    tob82vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Unglaublich fesselnde Geschichte
    Unglaublich fesselnde Geschichte

    Nachdem ich von "Ich und die anderen" sehr begeistert war, habe ich mir sofort das nächste Buch von Matt Ruff zugelegt: "Fool on the Hill". Ich muss zugeben, dass mich der doch sehr "fantastisch" klingende Klappentext zu Beginn etwas abgeschreckt hat und auch der Anfang des Buches wirkte leicht konfus. Nach wenigen Passagen aber hatte ich mich dann an die "Vielfalt" des Buches gewöhnt und wurde von Seite zu Seite weiter in die Geschichte hineingezogen.

    Die Story teilt sich auf in mehrere Untergeschichten: die eigentliche Hauptperson ist der Autor "George", der mit Hilfe der "schönsten Frau der Welt" auf den Höhepunkt der Geschichte vorbereitet wird - Der Hund "Luther" und sein Freund, der Kater "Blackjack" machen sich auf die Suche nach dem "Himmel" - Der Großteil der Story spielt auf dem Campus der "Cornell-University" und weitere Hauptpersonen gehören zu der "exzentrischen Studentengruppe 'Die Bohemier'" - Die Kobolde (friedliche Kreaturen, die Menschen helfen und seit Urzeiten (fast) unerkannt mit ihnen zusammenleben) müssen sich erneut ihrem grössten Feind stellen - last but not least gibt es in der Story noch eine "Meta-Ebene", die ihre "Erschaffung" erzählt...

    Diese Inhaltsangabe klingt sicherlich konfus, aber alle Fäden laufen zum Höhepunkt in perfekter Weise zusammen und bilden eine Geschichte, die man so schnell nicht vergessen wird. Matt Ruff ist ein Autor, der die Fesseln der Genre sprengt, und Geschichten erzählt, die sich jeglichen kategoriellen Zwängen entziehen.

    Kommentare: 2
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    Buchwurm80s avatar
    Buchwurm80vor 3 Jahren
    Ein moderner Sommernachtstraum

    Ein Geschichtenerzähler, der wiederum von einer Art Gottheit gelenkt wird. Ein Elf, der versucht, seine Liebste zurück zu gewinnen, sich aber plötzlich in einem Krieg wieder findet. Hunde und Katzen, die auf der Suche nach dem Himmelreich, bzw. der Bestätigung des Nichtvorhandenseins ebensolchens sind, und sich auf dieser Reise mit Rassismus auseinander setzen müssen. Drachen, zum Leben erwachende Puppen, Bohemier auf Stahlrössern, die Büchse der Pandora und vieles mehr warten in diesem wirklich außergewöhnlichen Roman darauf, den Leser in ihren Bann zu schlagen.

    Dies war ein Buch, das sich so eklatant von anderen Büchern aus der Masse hervorhebt, dass ich auch nach über 1 Woche nicht wirklich in der Lage bin, meine Gedanken zu diesem Werk zu ordnen und es angemessen zu beschreiben.

    Bis zu einer Empfehlung durch einen Bekannten hatte ich von diesem älteren Buch noch nie etwas gehört und dazu gehört bei mir schon einiges ;) Er selbst war vollkommen fasziniert und ich ließ mich von dieser Begeisterung anstecken und bestellte es mir. Nachdem ich fast 200 Seiten gelesen hatte, stellte ich fest, dass ich mich nur äußerst schwer auf diese doch sehr komplexe Geschichte einlassen konnte und ich mit meinen Gedanken ständig abdriftete. Bei diesem Buch hat man dann absolut keine Chance, das Ganze zu einem Kontext zusammenzufügen. Also wartete ich ein paar Tage ab, sammelte mich und begann das Buch erneut mit etwas mehr Ruhe und Muße. Jedoch merkte ich auch hier, dass ich mich nur schwer auf die Geschichte konzentrieren konnte.

    Die Personen blieben mir oft zu abstrakt und oberflächlich, ihre Beweggründe und Interaktionen für mich nicht ganz nachvollziehbar. Auroras Vater und die Tiere faszinierten mich da schon eher. Auch die Elfen konnten meine Sympathie nicht wirklich für sich gewinnen. Mir fehlte einfach das "große Ganze". Durch die gottesähnliche Figur des Mr. Sunshine durch mehrere Handlungsebenen gelenkt, erwartete ich bis zum Schluss einen großen Clou, der die für mich doch sehr verworrene Handlung zu einem sinnvollen Konstrukt ergänzen würde. Jedoch blieb dies für mich persönlich aus. Nun mag es daran liegen, dass ich krankheitsbedingt einfach große Konzentrationsprobleme habe und mir evtl. entscheidende Dinge doch entgangen sind und ich deshalb bis heute das Gefühl habe, die Geschichte nicht wirklich ganz verstanden zu haben. Es mag aber auch einfach sein, dass der Autor so vieles in die Geschichte einweben wollte, dass er sich am Ende schlichtweg einfach verrannt hat und einfach zu viele Figuren, zu viele Ebenen und Anspielungen auf Literatur und Gesellschaft (Religion/Mythologie, Rassismus usw.) einweben wollte. Wer ein Buch jenseits des Mainstreams sucht, ist hier sicherlich gut beraten. Für mich persönlich war es ein eher anstrengender, als bereichernder Lesegenuss. Ich werde es aber zu einem späteren Zeitpunkt auf jeden Fall noch einmal lesen, um zu sehen, ob ich es in einem erneuten "Durchgang" evtl. ganz verstehe. Da die sonstigen Rezensionen sich vor Lob und 5 Sterne Bewertungen fast überschlagen, vermute ich die mangelnde Begeisterung meinerseits in meiner Person begründet. Jedoch fragte ich mich beim Lesen durchaus das ein oder andere Mal schmunzelnd, was dieser Pfarrerssohn beim Schreiben wohl so geraucht hat :) Also nicht abschrecken lassen, sich auf etwas äußerst Unkonventionelles einzulassen!

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    Igelmanu66s avatar
    Igelmanu66vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Es wird geliebt, es wird gekämpft. Es gibt Fantasy, Action, Magie, Humor und Spannung. Faszinierend! Großartig! Unbedingt lesen!
    Der Schutzheilige der Tagträume

    »Verstehen Sie mich recht, ich bin kein gewöhnlicher Erzähler, kein Schreiberling, der mit billigen Erfindungen tändelt. Ich bin ein Geschichtenerzähler; ich schreibe ohne Papier, und alle meine Dichtungen … sind wahr.«

     

    An einem windstillen Sommertag besteigt Stephen Titus George, ein Schriftsteller, ein „professioneller Lügner“, einen Hügel auf dem Campus der Cornell University in Ithaca, um einen Drachen steigen zu lassen. Ein Mischlingshund und ein Kater machen sich auf den Weg, um den Himmel zu suchen. Der Kobold Puck versucht, das Herz der Kobolddame Zephyr zurückzuerobern und Kobold Hobart, der Älteste und Hüter des Glockenspiels spürt, dass sich auf dem nahen Knochenacker ein Unheil neu erhebt, das hundert Jahre lang geschlafen hatte.

     

    Zugegeben, wer diese recht grobe Inhaltsangabe liest, wird sich womöglich fragen, was der Autor wohl so geraucht haben mag ;-) Ich habe mich noch nach den ersten Kapiteln gefragt, wie all diese Handlungsstränge zusammenpassen sollen – um später festzustellen, dass die große Geschichte hinter all diesen Bruchstücken sie am Ende zu einem wunderbaren und faszinierenden Ganzen zusammenfügen wird.

     

    Dass diese Geschichte mich so verzaubert hat, hat mich wirklich überrascht. Fantasy gehört zu den Genre, die ich nicht so häufig lese – und nun mag ich mir gar nicht vorstellen, was mir entgangen wäre, wenn ich dieses Buch nicht gelesen hätte! Zu all den phantastischen Elementen, wie kämpfenden Kobolden, sprechenden Tieren, Menschen mit gewissen magischen Fähigkeiten und plötzlich zum Leben erwachenden Gegenständen gesellen sich wie selbstverständlich (mehr oder weniger) normale Menschen mit ihren Erlebnissen und Problemen und eine hinter den Kulissen agierende Göttlichkeit. Ein besonderes Kunststück dabei ist zudem, dass sämtliche Handlungsstränge absolut gleichwertig erscheinen und die jeweiligen Charaktere (egal, ob sie nun klein oder groß, zwei- oder vierbeinig daherkommen) dem Leser schon nach wenigen Seiten ans Herz gewachsen sind.

     

    Ein absolutes Highlight ist die Sprache! Ich konnte mich gar nicht sattlesen an den zahllosen großartigen Formulierungen im Text. Winzig kleines Beispiel: Da stürzt jemand (im Verlauf einer Prügelei) mit der „vollendeten Anmut eines zusammenbrechenden Gebirges“ zu Boden und ein anderer kippt, in Folge eines Faustschlags, „wie eine Blechente auf einem Schießstand in Coney Island“ um. Hinter dem ganzen Buch steckt eine solch unglaubliche Phantasie und Kreativität, man kann es sich nicht vorstellen, wenn man es nicht gelesen hat.

     

    Ganz nebenbei geht es auch noch um ernsthafte Dinge wie Vergangenheitsbewältigung, Rassenhass und Vorurteile. Sehr interessant umgesetzt übrigens! Auf menschlicher Seite gibt es eine ungewöhnliche Perspektive auf dieses Thema und was auf Seiten der Vierbeiner abgeht, im Verhältnis zwischen Reinrassigen und Mischlingen, sollte jeden denkenden Menschen in seinem Herzen erreichen können. Und wenn es erst um den großen Dichter hinter all diesen Geschichten geht…

     

    Fazit: Es wird geliebt, es wird gekämpft. Es gibt Fantasy, Action, Magie, Humor und Spannung. Faszinierend! Großartig! Unbedingt lesen!

     

    »Letzten Endes dient das alles der Geschichte. Darum solltest du dir Gedanken machen. Nicht um mich, nicht um die Liebe. Die Liebe ist nur ein Teil der Handlung.«

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    mistellors avatar
    mistellorvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Einfach nur genial
    Matt Ruff - ein genialer Schriftsteller

    Diese Rezension zu schreiben ist nicht einfach. Das fängt schon mit der Inhaltsangabe an. Wie soll man diese beschreiben? Zum einen spielt sie auf verschiedenen Zeitebenen, verschiedene Ebenen in den Örtlichkeiten, verschiedene Größen bei den Figuren, einen ständigen Wechsel von Phantasie und Realität.
    Zusammengehalten  wird alles von Mr. Sunshine, dem Geschichtenerzähler und seinen Affen. Mr. Sunshine entwickelt das Gerüst einer Geschichte, lässt  seine Affen die Geschichte schreiben und greift nur selten ein.
    Die Geschichte spielt an der Cornell University in Amerika. Sie handelt von dem Kampf des Guten gegen das Böse. Damit beschäftigt sind, ohne es zu wissen, ein Geschichtenerzähler namens Stephen Titus George, seine Freundin Aurora Borealis Smith, die Kobolde Hobart, Zephyr und Puck. Außerdem Luther, ein Mischlingshund und sein Freund Blackjack, ein schwanzloser Manxkater.
    Auf dem Campus der Universität sind verschiedene Verbindungshäuser. Sehr wichtig für die Geschichte sind die Bohemier mit ihrem Präsidenten Löwenherz und seiner Freundin Myoko. Der Prediger und seine Freundin Jinsei, Ragnarök, Z.Z.Top und Fujiko. Ein anderes Verbindungshaus ist  das Haus  Tolkienia.
    All diese Personen und noch viel mehr sind verwickelt in dem Kampf gegen das Böse in der Gestalt von Rasferret, dem Engerling und seiner Rattenarmee. Unterstützt wird Rasferret  von der Gummimaid, dem Grünen Drachen, Zer - der Generalsratte, Drakon, ein teuflischer irischer Wolfshund und Jack Baron, der Präsident des Verbindungshauses Rho Alpha Tau.


    Man muss sich auf dieses Buch einlassen, aber dann wird man schnell gefangen genommen von der schlichtweg genialen überbordenden Phantasie des Schriftstellers. Von der Spannung des Buches, da man nie weiß, wie es auf den nächsten Seiten weitergeht, von dem zum Teil sehr schwarzem Humor, von der Kunst alle Ebenen durch winzige Details miteinander zu verknüpfen, so dass man als Leser die Übersicht nicht verliert und von der eleganten und bildhaften Sprache.
    Man bekommt als Leser ein voll umfassendes Vergnügen, kichert, lacht, weint, leidet, freut sich  und stöhnt sich durch das Buch. Ist mit fast allen Sinnen gefangen und man entwickelt ein wunderschönes „Kopfkino“. Dazu kommt, dass dem Leser sehr viel Freiraum geschenkt wird für die eigene Phantasie und Vorstellungskraft und für die Interpretationen bestimmter Ereignisse im Buch.


    Dieses Buch ist ein Glücksfall. Solche Bücher müsste es öfters geben.
    Ich erkläre dieses Buch zum „Lieblingsbuch“ und es darf in das Regal mit den Lieblingsbüchern. Dieses Regal ist nicht sehr groß, in den letzten Jahren hat es dahin kein Buch geschafft. Aber dieses Buch gehört auf das Regal und wird sich zwischen Saint-Exupery und Kästner sicher wohlfüllen.

    Kommentare: 5
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    Esme--s avatar
    Esme--vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Geschichte über Schriftsteller,Kobolde,eine Gummimaid,Bohemier,einen Hund der den Himmel sucht.Etwas wirr,skurril+auf alle Fälle anders
    Ein etwas anderes Buch

    Inhalt:

    In diesem Buch geht es um einen Schriftsteller, der über einen Schriftsteller schreibt, der wiederum versucht seiner erlebten Geschichten Herr zu werden. Es geht also um das Leben als Schriftsteller, um das Leben und das Sterben, es geht um Himmel und Hölle, um das Schicksal, um den Krieg zwischen Rassehunden und Mischlingen; es geht um Kobolde und Ratten, um Boehemier, die auf Pferden reiten und um das wichtigste Thema: Die Liebe. Fool on the Hill ist ein Buch über viele unterschiedliche Charaktere, die ihren Weg zu der Cornell University auf dem Hügel antreten; hier erleben sie ihre Geschichten, verlieben sich und sehen sich letztlich allesamt einem Ungeheuer gegenüber, welches unbarmherzig seine Opfer fordert.



    Die Charaktere:

    In Fool on the Hill kommen und gehen ständig neue und alte Charaktere. Als Hilfe hat Matt Ruff seinen Lesern jedoch ein Verzeichnis der Hauptpersonen auf den ersten zwei Seiten seines gut fünfhundertsiebzig Seiten starken Buches zur Verfügung gestellt.


    Auch nur die wichtigsten hier aufzuführen, würde den Rahmen sprengen. Dieses Buch lebt von vielen kleinen Geschichten, die versuchen zu einer einzigen großen zusammenzufinden. Luther, der Hund, der versucht den Himmel zu finden, erhält dabei, wie George, der Geschichtenerzähler, der auf der ständigen Suche, nach der Liebe und dem Sinn des Lebens unterwegs ist, ebenso einen wichtigen Part, wie jeder einzelne der Koboldbagage oder Kalliope, die magische Schönheit, die einen ganz wesentlichen Eingriff in George Leben vornimmt, damit dieser seine wahre Liebe Aurora finden kann.



    Schreibstil:

    Fool on the Hill wimmelt nur so von verrückten Charakteren, verrückten Ideen und einem verrückten Handlungsstrang.


    Während des Lesens fragte ich mich oft: Wo will Matt Ruff mit seinem Roman hin?


    Der Autor schreibt über einen Schriftsteller namens Mr. Sunshine, der wiederum eine Geschichte über einen Schriftsteller namens Stephen Titus George schreibt und dieser wiederum ist ebenfalls Geschichtenerzähler.

    Auf vielen Seiten deutet sich an, dass Fool on the Hill dem Leser näherbringen will, wie ein Schriftsteller denkt. Zugleich wird aber auch eine eigene Geschichte präsentiert, die aus den Gedanken eines solchen hervorgegangen ist.


    Mr. Sunshine merkt stellenweise, wie seine Charaktere ein Eigenleben entwickeln. Wenn dem wieder so ist, dürfen diese bis zu einem gewissen Grad selbst entscheiden, welchen Lauf ihre Geschichte nehmen wird, bis Mr. Sunshine letztlich wieder selbst versucht (manchmal mehr schlecht als recht), die Kontrolle über sein Werk zu gewinnen.


    Auch George berichtet anfangs einem Bernhardiner von seinem Leben als Geschichtenerzähler. So sagt er an einer Stelle (Buchzitat): „In einem Buch oder einer Erzählung brauche ich nur einen einzigen Satz zu schreiben, und schon weht der Wind. Und jetzt stell dir mal eine Welt vor, das wirkliche Leben, das ist doch auch nur eine Geschichte ...“


    Die Frage, welchen roten Faden Matt Ruff in seinem Roman verfolgt, kann somit durch die Augen seiner Charaktere Mr. Sunshine aber auch George, geklärt werden, die letztlich vielleicht so etwas wie Matt Ruffs Alter Ego darstellen mögen: Eine Abhandlung über das Sein als Schriftsteller.

    Der weiteren Handlungsstränge bauen sich dann ganz einfach auf: Alle Protagonisten suchen ihre Liebe (sei es in Form eines verstorbenen Vaters oder doch der einer Frau an ihrer Seite), alle werden sie von einem versehentlich befreiten Monster angegriffen und alle versuchen sie es zu besiegen.


    Sätze wie dieser (Buchzitat) „auf der Corn Street verfolgen zwei Polizeibeamte gerade ein abtrünniges Schwein; ehemals als Familienmüllschlucker in einem nahe gelegenen Haus tätig, beschloss das Borstentier, sich als Freiberufler zu versuchen“, zeugen davon, wie gut Matt Ruff mit Worten umzugehen weiß. Seine Sätze sind wohlgeformt, fantastisch und versprühen einen ganz eigenen Humor.



    Fazit:

    „Fool on the Hill“ ist eine Geschichte wie das Leben selbst: Voller Höhen und Tiefen. Die Charaktere sind allesamt „ein wenig anders“; der Handlungsstrang teilweise etwas wirr, bis man ihn vielleicht auf mehreren Ebenen begreift und so akzeptiert. Matt Ruffs Sätze sprühen nur so von fantastischem Feingeist.

    Wenn ich diesen Roman in drei Worte verpacken müsste, dann wäre es wohl: Skurril, verrückt und abgefahren.



    Buchzitate:

    … es kommt, wie du weißt nicht darauf an, was du tust, sondern was du dabei empfindest.


    Natürlich muss es eine gewisse Anzahl Wissenschaftler geben, die verrückt werden, damit die Tradition am Leben bleibt.


    Die Zeit entfernte sich für ein Weilchen, wie eine taktvolle Ausblendung in einem züchtigen Liebesroman; als sie wiederkehrte, waren sie beide nackt und lagen eng aneinander geschmiegt auf den Steppdecken.


    Tchikovskys pragmatischer Verstand hatte viel von einer Reißzwecke: Er war scharf, aber ohne Tiefgang.


    Es geht nicht immer darum, was du verdienst, sondern vielmehr darum, was die da oben beschließen, dir zu geben.

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    andreasmks avatar
    andreasmkvor 4 Jahren
    Ungewöhnlicher und vielseitiger Roman

    Die Cornell Universität in der amerikanischen Kleinstadt Ithaca, New York, ist ein Ort, an dem sich die Wege vieler skurriler Charaktere kreuzen: Da ist der grüblerische Schriftsteller Stephen Titus George (scherzhaft St. George genannt), der am besten schreibt, wenn er verliebt ist, und dem Wind befehlen kann. Da ist der Hund Luther, der mit der Katze Blackjack aufbricht, um den Himmel zu suchen. Da ist Aurora Borealis Smith, die neue Studentin, deren Vater heimlich Marihuana raucht und sich nichts sehnlicher wünscht als ein wenig Non-Konformität im der Familie. Da sind verliebte Kobolde und Freigeister und die schönste Frau der Welt. Und inmitten dieser seltsamen Gestalten ist Mr. Sunshine, der in der Geschichte selbst als deren Schreiber fungiert und immer wieder aktiv in die Handlung eingreift.

    Matt Ruff überhäuft in seinem Roman "Fool on the Hill" den Leser regelrecht, mit einer Vielzahl von Handlungssträngen, zwischen denen er immer wieder hin und her springt und sie im richtigen Moment zusammenführt. Vor allem diese Vielseitigkeit machen dieses Buch so besonders. Der Autor vereint darin Elemente einer griechischen Tragödie mit klassischem Heldenepos, grimmschem Märchen, Road Trip und Fantasy-Roman, biblischem Kampf zwischen Gut und Böse, Liebesgeschichte und Horrorliteratur, gespickt mit einer großen Prise Humor und Verrücktheit. Dabei findt man immer wieder Anspielungen auf Werke anderer Schriftsteller, mit Schwerpunkt auf Shakespeare.
    Leider wirkt das Buch durch die vielen Handlungsstränge meist wirr und unzusammenhängend. Und auch die Idee der Geschichte in der Geschichte und das Umfeld eines amerikanischen Colleges wird sicher nicht den Geschmack jedes Lesers treffen, unterhalten kann Ruff damit aber auf jeden Fall.

    Fazit: Eine sehr unterhaltsame und ungewöhnliche Geschichte mit skurrilen Charakteren und ungewöhnlicher wirrer Handlung.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Ein verrücktes, sonderbares Buch voller kleiner Wunder.
    Rezension zu "Fool on the Hill" von Matt Ruff

    Ein verrücktes, sonderbares Buch voller kleiner Wunder.
    Der Inhalt. Ja, dass ist so eine Sache. Es gibt mehrere Handlungsstränge, innen einander verflochten, doch jeder auf seiner Ebene: Kobolde, Menschen, Ratten... Alle drehen sie sich um Liebe und Hass, Einsamkeit und Gemeinschaft, Trauer und Freude, Zuversicht und Hoffnungslosigkeit, Ziele und Treibenlassen, Wahrheit und Phantasie, Gut und Böse. Es beginnt alles bei einem gewissen Mr. Sunshine, der seinen Roman zur Wirklichkeit werden lässt.
    Dies macht die Großartigkeit des Buches aus. Durch geschickte Verknüpfung mittels kleiner, wunderbarer Details, die es reihenweise gibt, ist alles auf eine undurchdringbare Weise verbunden. Der Leser weiß nie, was Wirklichkeit ist oder nur im Kopf des Mr. Sunshine umherspukt. Die ganze Welt ist so anschaulich und lebendig beschrieben, dass man praktisch in sie eintaucht; miterlebt, mitfühlt. Dem Leser bleibt hier genügend Platz für eigene Interpretation, Gefühle und Wünsche, ohne dass man sich zu weit von der eigentlichen Geschichte entfernt.
    Man ist beim Lesen so gefesselt von dieser phantastischen Welt, dass man sich bald fragt, wann einem endlich ein Kobold über den Weg läuft ;)

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    juni_monds avatar
    juni_mondvor 5 Jahren
    Der schiere Wahnsinn!

    Es ist sehr schwer über ein solches Werk eine angemessene Rezension zu schreiben, doch, ich werde es versuchen!
     
    Fool on the Hill - ein Werk, natürlich von Matt Ruff, doch das Werk im Werk mit dem gleichnamigen Titel wird gelenkt, nicht aber voll geschrieben, von dem griechischen Original "Mr. Sunshine".Mal Retsina schlürfend und Schafskäse naschend, mal hin und her gerissen welcher Schauplatz der Geschichte (und davon gibt es eine Menge) als nächstes bearbeitet werden soll, setzt Mr. Sunshine dann und wann einen der Affen an die Schreibmaschine, um sich ein schöpferisches Päuschen zu gönnen.

     
    Die Schauplätze in "Fool on the Hill" sind vielfältig und haben nichts in Ihrer Charakteristik gemein, außer, dass sie im Lauf der Handlung verknüpft werden und schließlich alle etwas miteinander zu tun haben, ja, voneinander abhängen.
     
    Da wäre einmal die Welt des Geschichtenerzählers (noch einer!) George. Ein Erfolgreicher Schriftsteller und Dozent am hiesigen Campus. Dem Meister des Winds und somit dem begeisterten Drachensteiger.Die schönste Frau der Welt - Kalliope - kreuzt den Weg des Geschichtenerzählers, doch da ist noch Aurora, vielleicht noch perfekter? Die doppelte Liebesgeschichte begleitet die gesamte Handlung und, wie es auch immer ausgeht, es wird deutlich: die wahre Liebe ist die perfekteste, die es auf Erden gibt.
     
    Der Campus beherbergt weitere wichtige Personen, wie die Studentenvereinigungen "Die Bohemier", "Die Rho-Alpha-Tau", "Die Tolkienianer" und "Die blauen Zebras".
     
    Der Begründer und Namensgeber der Universität Ezra Cornell wacht als steinerne Statue über die Ereignisse.
     
    Dann ist da noch die Tierwelt, die die Welt der Hunde deutlich hervorhebt. Die Reise des Mischlings Luther, seinen verstorbenen Freund und Vater Moses wiederzufinden, hat den Himmel als Ziel. Der weniger überzeugte doch hilfsbereite Freund Blackjack, ein Manxkater, begleitet Luther auf seiner, dem Kater als unmöglich erscheindenden Mission.Auf ihrem Weg wird deutlich, dass auch die Tierwelt leider nicht vor Rassismus verschont ist und die Reinrassigen - zumindest ein Teil von ihnen - den Glauben haben, sie wären die einzig wahren und lebenswerten Hunde...
    Desweiteren spielen in der Tierwelt die Ratten eine nicht unbedeutende Rolle...
     
    Was der Himmel schließlich ist und ob er entdeckt wird sei nicht verraten!
     
    Ein weiterer Schauplatz ist die Welt der Kobolde. Koboldmädchen Zephyr, ihr Verehrer Puck, dessen bester Freund Hamlet und Zephyrs Großvater und Ältester Hobart sind nur einige Namen des kleinen Volkes.Für die Menschen - das große Volk - in zurechnungsfähigem Zustand nicht sichtbar, erledigen sie die ein oder andere Aufgabe im Zusammenspiel der Welten.
     
    Schon aus meiner bisherigen Schilderung wird deutlich, es ist nicht ganz leicht, dem Fluss der Geschichte immer reibungslos zu folgen, doch es lohnt sich so unheimlich, sich ab und an zu konzentrieren und zeitweise Stellen an denen man sich nicht im Klaren ist, wo das alles hinführen soll zu überwinden. 
     
    Es ist ein großartiges Werk, von Phantasie übersprudelnd und von einem tollen Schreibstil, wird man in ein absolut spannendes Finale geführt, an dem man zeitweise wirklich nicht genau weiß, wie das Ganze schließlich ausgeht...

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    F
    Frau_Antjevor 5 Jahren
    Eines meiner absoluten Lieblingsbücher

    Dieses Buch begleitet mich seit nun fast 20 Jahren. Meine erste gekaufte Ausgabe ist völlig zerlesen. Sie steht nur noch schön im Bücherregal und wird ab und an mit einem melancholischen Seufzen andächtig in die Hand genommen, um sie vorsichtig wieder zurück zu legen. Gelesen wird nur noch die Billig-Ausgabe, die ich irgendwann mal in einer Filiale der unpersönlichen Riesenbuchladenketten auf dem Wühltisch gefunden habe. Mein persönlicher Beweis, dass die meisten dieser Ketten tatsächlich nicht auf Qualität ihrer verkauften Bücher achten, sondern allein auf Verkaufszahlen. Ein Hoch auf meinen Buchladen an der Ecke, der mir damals das Buch empfohlen hat!

    Zum Inhalt: Von allen Ruff-Büchern, die bisher erschienen sind, ist die Geschichte von Fool on the Hill wohl am schwersten nachzuerzählen. Zu komplex sind die einzelnen Erzählstränge, zu viele Geschichten werden parallel erzählt, um erst am Ende zu einem fulminanten  Finale zusammen geführt zu werden. Ich versuche es trotzdem: Da ist der Straßenköter, der auf der Suche nach dem Hundehimmel zufällig in ein College gerät. Da sind die Tolkienianer, eine Gruppe verschrobener Studenten, die sich in eben diesem College zu einer Verbindung zusammen geschlossen haben, um dem Großmeister der Fantasyliteratur huldigen. Da sind der Kobold Puck und die Elfe Zephyr, die mit ihren Familien von den Menschen unbemerkt auf dem Collegegelände leben. Und da ist nicht zuletzt der der junge Schriftsteller, der sich in die schönste Frau der Welt verliebt, was sich als ganz und gar nicht zuträglich auf den bisher so ruhigen Verlauf seines Lebens auswirkt.

    Welches Genre "Fool on the hill" tatsächliche bedient, lässt sich schwer in Worte fassen. Diesen Roman einfach in die Ecke der Fantasy-Romane zu stellen, wird ihm absolut nicht gerecht. Zu komplex ist sein Aufbau, zu tiefgründig die Charaktere, zu nachhaltig seine Wirkung. Der Klappentext nennt diverse Genres, unter die man ihn fassen könnte: Märchen, Love-Story, Heldenepos, Shakespeare-Parodie, Schauerroman... Das alles stimmt und doch ist dieser Roman noch so viel mehr.

    Wie gesagt: Es fällt schwer, dieses Buch zu beschreiben. Man muss es gelesen haben. Ich selbst lese es seit fast 20 Jahren mindestens einmal im Jahr und ich merke, wie das Buch mit mir erwachsen geworden ist. Mit jedem neuen Lesen, rückt eine andere Figur stärker in meinen Focus, nehme ich Kleinigkeiten war, die ich vorher vielleicht überlesen habe und stelle fest, dass andere mir vielleicht gar nicht mehr so wichtig erscheinen. Bei jedem Lesen bin ich von der ersten bis zur letzten Seite gebannt. Und - für mich das Wichtigste an einem Buch - bei jedem Buch bin ich von Neuem zutiefst berührt, lache auch vollem Hals und heule Rotz und Wasser.

     

     

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