Matt Ruff Mirage

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Inhaltsangabe zu „Mirage“ von Matt Ruff

Das Attentat erschüttert die Vereinigten Arabischen Staaten bis ins Mark: Am 9.11.2001 fliegen zwei Flugzeuge in die Türme des Welthandelszentrums von Bagdad, ein drittes ins arabische Verteidigungsministerium in Riad, ein viertes stürzt in der Wüste ab. Die wirtschaftliche Supermacht sagt dem Terror den Kampf an und besetzt die Ostküste von Amerika ein Entwicklungsland und die mutmaßliche Heimat der Terroristen. Doch acht Jahre später behauptet ein verhafteter Attentäter Unglaubliches: In Wahrheit seien nicht die Arabischen Staaten die Großmacht, sondern Amerika!

Die Idee ist gut :) Alternative Realität wie "Das Orakel vom Berg" aber für mich hatte es mehr Action :)

— esprite_surveille
esprite_surveille

Tolle Ideen, witzige Umsetzung. Vom Ende etwas enttäuscht. Als hätte der Verlag Druck gemacht.

— LiekeDottir
LiekeDottir

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    Mirage
    Nespavanje

    Nespavanje

    12. February 2015 um 16:10

    Die vereinigten arabischen Staaten, kurz VAS, wurden in ihren Grundfesten erschüttert, als im Jahr 2001 christliche Fundamentalisten Flugzeuge kaperten und in die Tigris und Euphrat Zwillingstürme lenkten. Ein drittes Flugzeug stürzte in das arabische Verteidigungsministerium, das vierte wäre für Mekka bestimmt gewesen und stürzte dann doch, mithilfe von mutigen Passagieren, in der Wüste ab. Im Jahr 2009 ist der Terror, der vom amerikanischen Kontinent ausgeht noch immer nicht gebannt. Als Mustafa, Samir und Amal, allesamt Bundesagenten, einen christlichen Selbstmordattentäter dingfest machen, behauptet der schier Unglaubliches: Eigentlich sei Amerika die wahre Supermacht, während die VAS nicht existieren würde und aus dem arabischen Raum die eigentliche Terrorgefahr ausgehen würde. Außerdem würden es bestimmte Artefakte sogar beweisen.   Einen satirischen Roman über die terroristischen Anschläge auf das World Trade Center zu schreiben, ist bestimmt kein Honiglecken und für dieses literarisch sehr wohl anspruchsvolle Kleinod, brauchte Matt Ruff knapp viereinhalb Jahr bist zur Vollendung. Es ist aber auch nicht der einzige, der sich mit dem Thema Terrorismus literarisch und fantasievoll auseinandersetzt. Ich denke da zum Beispiel auch an Lavie Tidhar, der mit „Osama“ den World Fantasy Award 2012 gewonnen hat, der sich ähnlich liest und in Dick Tracy Manier einen Fall lösen muss, bei dem es um eine Buchreihe geht, in der Osama bin Laden als Hauptprotagonist fungiert. Aber zurück zu Matt Ruffs neuestem Geniestreich:   Mirage funktioniert bis ins kleinste Detail, und ich denke da auch an eine nebenbei erwähnte Bemerkung von Samir, dass ein bestimmtes Hotel in Wien durch den Angriff Israelis zerstört worden ist und das bedauert, wo er doch so gerne diesen einen bestimmten Schokoladenkuchen mit Aprikosenmarmeladenfüllung, den es nur in diesem Hotel gegeben hat, gerne mal gekostet hätte. Der israelische Staat mitten in Europa macht deswegen Sinn, weil nach dem errungenen Sieg über Hitler, Deutschland in einen jüdischen und in einen christlichen Staat geteilt wurde. Als sachertortenliebender Österreicher musste ich schon ein paar Mal schlucken, aber auch laut loslachen, dass Matt Ruff die Welt wirklich ganz arg auf den Kopf stellt und keinen Stein auf den anderen liegen lässt. Als sich der Fall, an dem die Bundesagenten angesetzt sind, nicht mehr auf den arabischen Teil der Welt begrenzen lässt, müssen die 3 Hauptprotagonisten, Achtung jetzt muss ich ein bisschen spoilern, in das gefährliche Amerika. Untergebracht sind sie, so wie die dort stationierte Marineinfanteriegarnison im Watergatehotel. Das sind aber nur ein paar kleine Anekdoten, aus dem so reichhaltigen literarischen Leckerbissenbuffet, mit dem uns der großartige Schriftsteller mit Mirage verwöhnt. Gerade hier merkt man diesem Roman an, dass er mit Freude geschrieben und erdacht wurde. Und auch wenn man „Mirage“ eindeutig ein anspruchsvolles literarisches Lesevergnügen ist, konnte ich dann doch immer wieder bei den Einträgen aus der „Bibliothek von Alexandria“, eine fiktive von Internetz-Benutzern erstellte Enzyklopädie, die zwischen den Kapiteln, die Handlung mit Wissen um bestimmte Themen dieser anderen Welt auffrischt, innehalten. Das Pendant zur „Bibliothek von Alexandria“ in der unsrigen Welt, wird der geneigte Leser meiner Rezensionen höchstwahrscheinlich kennen, ohne dass ich es an dieser Stelle namentlich erwähnen muss. Nur soviel sei verraten, es macht durchaus Sinn, den einen oder anderen Protagonisten in Mirage namentlich dort nachzuschlagen, nicht alle auch real vorkommende Personen waren mir geläufig, z.B. David Koresh, und es war dann doch recht amüsant, die „richtige“ Biographie zu lesen. Bis auf diesen Roman, habe ich von Matt Ruff noch nichts gelesen, was ich nun sehr bedauere und in nächster Zeit bestimmt ändern werde.

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  • Idee top, Ausführung Flop!

    Mirage
    thursdaynext

    thursdaynext

    Mirage zieht sich , das Beste ist noch die "Internetz Bibbliothek von Alexandria", die Ruff nutzt um seine Alternativ Welt vorzustellen und auszumalen. Was mich am meisten störte war die Skizzierung der Charaktere die so eindimensional blieb, dass ich Mühe hatte mir die Namen und dazugehörigen Persönlichkeiten zu merken. Erschwerend, dass die Protagonisten auch für meine untrainierten abendländischen Ohren und Hirn fremdklingende Namen hatten, wobei dies wohl eher meiner Ignoranz als Autor und Roman anzulasten ist. Am enervierendsten für mich, anderen wird es womöglich nicht so gehen sind die GLÄUBIGEN egal welchen Glaubens die sich hier durchs Buch ziehen und wegen deren Götzengier und Anbetung/Religiosität die ganze 9.11. Chose erst zustande kam. Sei es nun in der Realität oder in Ruffs fiktiver Gegenrealität. Ja, Ruff zeigt den Irrsinn gut auf , ja es ist egal wer nun was glaubt, jeder der sich von Gott auserwählt fühlt gehört weggeschlossen und therapiert. Soviel wird deutlich, nur allein dies reicht mir persönlich nicht aus um ein Buch mit den aufgezählten Schwächen zu mögen, dessen Witz sich allein daraus und aus etlichen netten kleinen Anspielungen auf alles mögliche speist. In Mirage wimmelt es zwangsläufig von göttlich Auserwählten aller Couleur. Schwulsein in religiösem Umfeld wird thematisiert, die Personen ringen mit ihrem Gewissen ...blablar habarber rhabarberrhabarber...... Mehrmals war ich versucht abzubrechen, aber es ist ein Matt Ruff, den legt man nicht weg, den erträgt man bis zum traurig hingeschlunzten Ende. Bin daher zwiegespalten. Einerseits hat der Roman durchaus faszinierende und teils auch sehr witzige Elemente, (wer sucht wird fündig), das herausragendste ist die zugrunde liegende Idee, andererseits ging er mir eben wegen seines Inhaltes gehörig auf den Keks, von den unnötigen Längen mal abgesehen....... Diesen Roman hätte ich nicht gebraucht, besonders wegen des fragwürdigen Endes und den eilig hinzugeschriebenen (religös inspirierten ! stöhn ) Dschinns, die den Schluss wohl komplettieren sollten. So bleibt nur abzuwarten und zu hoffen, dass Ruff demnächst wieder gewohnt hochkarätige Kost abliefert.

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    • 4
  • Auf den Kopf gestellt

    Mirage
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    27. March 2014 um 13:04

    Auf den Kopf gestellt Natürlich reibt der Leser sich zunächst Seite für Seite verwundert die Augen, über diese „auf den Kopf gestellte“ Welt, die Ruff vor seinen Augen entfaltet. Vielfach bekannte Personen, Ortsnamen, die Welt ist geographisch schon noch die allseits bekannte und vertraute, aber doch in ihren Kulturen und Gesellschaftsformen ganz anders. Eine, vor allem, religiös geordnete Welt unter umgekehrten Vorzeichen der Macht. Die „Vereinigten Staate von Arabien“, VSA, sind die vorherrschende Großmacht. In Bagdad flogen 2001 die Flugzeuge in die Wolkenkratzertürme, gesteuert von christlichen Terroristen, der Golf Krieg fand um Texas herum statt, Saddam ist zwar eine große Nummer, aber nicht „die große Nummer“ (und den Irak gibt es hier gar nicht, genauso wenig, wie die USA). Osama bin Laden geht seinen Ideen nach, aber in anderer Form. Die realen USA sind aufgeteilt in christlich orientierte und glaubensgeführte Staaten und Königreiche, die „CSA“, christlichen Staaten von Amerika, wurden über Jahrzehnte hinweg von Lyndon B. Johnson geführt, sind aber zur Zeit doch unter „Kontrolle“ der islamischen Großmacht Arabien (soweit man von Kontrolle sprechen kann). Während Israel nicht in Palästina, sondern in der Mitte Europas anzutreffen ist und (wie immer subjektiv bestens begründet), Wien bombardiert, um seine Sicherheit zu gewährleisten. All das führt Ruff sehr dezidiert auf, bietet (statt Wikipedia) ein um das andere Mal erläuternde Artikel der „Freien Enzyklopädie Alexandria“, stellt das FBI und die bekannten amerikanischen Geheimdienste in Arabien quasi nach, lässt Vernunft auf Fanatismus und weltliches Leben auf religiöse Dogmen treffen, führt den Leser in eine fiktive Welt des „modernen Islam“ ein, die er sehr interessant darstellt. In eine Welt im Gesamten, die, überall auf ihre (destruktive) Weise, meint, „Gottes Willen§ zu kennen und (natürlich alleine) erfüllen zu können. Und so rollt Ruff, Seite für Seite in kräftiger und sprachlich verständlicher Form vor den Augen des Lesers auf, wie es ganz anders sein könnte. Und das sehr realistisch und glaubhaft geschildert. In diese Welt drängen „Artefakte“. Nachrichten scheinbar aus einer Parallelwelt (jener, die wir kennen), in der alles ganz anders ist. Seine Auflösung aber ist nicht die einer Fata Morgana oder eines Traumes einzelner der Beteiligten, die wirkliche Auflösung dieser Zweitwelt (oder ist sie doch das Original) überlässt er in gewichtigen Teilen letztendlich der Fantasie des Lesers. Die er hier und da arg strapaziert (wenn der „Dschinn“ mit seiner „Flasche“ auftaucht), dennoch aber stets als spannenden Spionage-Thriller (über drei Agenten des „Halal“, eine Art arabisches FBI, welche der Spur der Artefakte folgen, um deren Herkunft zu klären) und Geschichte von Menschen, die ihre Freiheit zu schätzen wissen, wunderbar erzählt. In dieser Welt, die vielleicht nur ein „Bluff“, ein „Mirage“ ist (wie jener Geheimdienstler hofft, der in unserer Welt Vizepräsident gewesen wäre, „da drüben“ aber eher nur ein kleines Licht darstellt). All dies dient, zusammengeführt, in vielfacher Hinsicht der Illustration eines von Ruff´s Kernsätzen im Buch: „Ein böser Fürst in EINER Welt ist ein böser Fürst in JEDER Welt“. Was Ruff nachhaltig und fantasievoll, wenn auch mit eher merkwürdigem Ende, in diesem Buch breit und lebhaft entfaltet. Wobei, auch das sei erwähnt, ihm hier und da die Freude am Detail durchgeht. Längen tauchen im Buch im Lauf der fortschreitenden Lektüre doch mehr und mehr vor allem da auf, wo Ruff manche fiktive Historie einzelnen Länder und der Verhältnisse ungebremst zu breit ausformuliert. Alles in allem aber ein realistisch konzipiertes Feuerwerk der Fantasie mit einer sehr genau ausgeformten „Welt andersherum“ und einer spannenden Spionage-Verfolgungsjagd, das aber zeitweise in Kleinteiligkeit und Fantastik überzieht.

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  • Eine absolute Enttäuschung, sinn- und unterhaltungsfrei.

    Mirage
    Eglfinger

    Eglfinger

    20. March 2014 um 18:03

    Inhalt: "Das Attentat erschüttert die Vereinigten Arabischen Staaten (VAS) bis ins Mark: Am 9.11.2001 steuern christliche Fundamentalisten zwei Flugzeuge in die Türme des Welthandelszentrums von Bagdad, ein drittes ins arabische Verteidigungsministerium in Riad, während mutige Passagiere das vierte, für Mekka bestimmte in der Wüste zum Absturz bringen. Die wirtschaftliche Supermacht sagt dem Terror daraufhin den Kampf an und besetzt die Ostküste von Amerika - Entwicklungsland und mutmaßliche Heimat der Terroristen. Acht Jahre später neigt sich der Krieg dort seinem Ende zu. Die Terrorgefahr ist allerdings nicht gebannt. Von einem verhafteten Selbstmordattentäter erfahren Mustafa, Samir und Amal, Bundesagenten für Innere Sicherheit, Unglaubliches: In Wahrheit sei Amerika die Großmacht, die arabischen Staaten hingegen rückwärtsgewandte Dritte-Welt-Länder. Die ›New York Times‹ vom 12.9.2001, die beim Attentäter gefunden wird, scheint dies zu bestätigen. Bald entdecken Mustafa und sein Team, dass auch noch andere von dieser vermeintlichen Parallelwelt wissen und vor nichts zurückschrecken, um die Wahrheit darüber zu verschleiern …" (Quelle: dtv-Verlag) Meine Meinung: Die Idee, dass jemand ein Buch darüber schreibt, als wäre der 11.9. genau andersherum geschehen fand ich bemerkenswert. Es stürzen nicht die beiden Türme in New York am 11.9. ein, sondern christliche Fundamentalisten entführen Flugzeuge und bringen die Türme des Welthandelszentrums in Bagdad am 9.11. zum Einsturz. Der Autor dreht auch zuvor die Fakten um, so dass nicht die USA in den zweiten Weltkrieg eingreifen, sondern die VAS befreien Europa von Hitler und Israel liegt zwischen der dänischen Grenze und dem Main. Dies erklärt uns der Autor mit Auszügen aus der "Library of Alexandria". Soweit ist das alles gut, aber nach etwa einem Drittel beginnt eine Agentengeschichte, in der es für die Agenten scheint, als wäre alles nur ein Schwindel und fauler Zauber und die tatsächliche Großmacht sind die USA und das bisher bekannte reale Leben wäre nur ein Traum. Zu allem Überfluss tauchen dann auch noch Dschinns auf und alles wird immer verworrener. Hinzu kommt, dass die Charaktere flach und ohne Tiefe dargestellt werden. Man findet überhaupt keinen Bezug zu ihnen und zu der Geschichte. Ich kann auch keinen Sinn in der gesamten Story entdecken. Ich weiß nicht, ob der Autor mir was sagen will und wenn was?!?! Mein Fazit: Eine absolute Enttäuschung, sinn- und unterhaltungsfrei. Ich kann hier nur ♥♡♡♡♡ vergeben. Zum Beitrag in meinem Blog

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