Matt Thorne Prince

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Inhaltsangabe zu „Prince“ von Matt Thorne

Die Welt verneigte sich in kollektiver Trauer, als Prince Roger Nelson am 21. April 2016 überraschend starb. Zum ersten Todestag legt nun der renommierte britische Kritiker Matt Thorne das umfassendste Werk über den Ausnahmekünstler vor, der die Popmusik geprägt hat wie kein Zweiter und der für sein musikalisches Genie ebenso berühmt war wie für seinen Nonkonformismus. Auf Basis langjähriger Recherchen und unzähliger Interviews beleuchtet der Autor detailliert alle Phasen von Prince' Weltkarriere, inklusive der letzten Alben und Tourneen, bis zum plötzlichen Tod mit nur 53 Jahren. Eine biografische Enzyklopädie, die ihresgleichen sucht.

Mit dem Schwerpunkt auf der Musik mehr Disko- als Biografie, diese ist allerdings extrem umfassend und ausführlich. Für Hardcore-Fans!

— blauerklaus
blauerklaus

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  • Eine enzyklopädische Biografie - das Standardwerk für Fans

    Prince
    blauerklaus

    blauerklaus

    02. July 2017 um 19:55

    Am 21.April 2016 starb einer der einflussreichsten und bedeutendsten Musiker unserer Zeit. Pünktlich zum ersten Todestag von Prince erschien am 28.04.2017 die deutsche Übersetzung der Biografie von Matt Thorne aus dem Jahre 2012, die vom Autor jetzt um ein postumes Kapitel erweitert wurde. In meinem Beitrag versuche ich zu erklären, für wen sich der Kauf lohnt und werfe einen Blick auf die kürzlich veröffentlichte Neuauflage seines wohl erfolgreichsten Albums Purple Rain. Die Biografie Jedem, der sich ein bisschen mit dem Leben und Werk von Prince beschäftigt hat, dürfte klar sein, dass es für einen Journalisten fast unmöglich war, etwas über den Menschen Prince zu erfahren. Er gab fast nie Interviews und in den seltenen Gesprächen, die tatsächlich stattfanden, hat er oft bewusst falsche und irreführende Antworten gegeben. Aus seiner Verachtung gegenüber der schreibenden Zunft hat er –zumindest zu Beginn seiner Karriere- keinen Hehl gemacht, er war der Meinung, dass der einzige Mensch der ihn verstehen konnte, er selber sei. Umso erstaunlicher, dass es dem Journalisten, Kritiker und Autoren Matt Thorne über viele Jahre, in denen er über die Musik von Prince geschrieben hat, gelungen ist, trotzdem einen Zugang zu dieser schwierigen Persönlichkeit zu finden. Diese erschließt sich allerdings im Wesentlichen über sein gewaltiges musikalisches Werk. In 38 Kapiteln gibt uns Matt Thorne einen chronologisch geordneten Überblick über die (bisher veröffentlichte) Musik von seinem Debutalbum For You aus dem Jahre 1978 bis zu seinem letzten veröffentlichten Album Art Official Age (2014). Er beschreibt sehr detailliert die Entstehungs- und Produktionsgeschichte fast jedes einzelnen Songs. Hierzu greift er sehr ausführlich auch auf zahlreiche Berichte, Interviews und Bücher von Bandkollegen und anderen Weggefährten von Prince zurück. Die unzähligen (sehr klein gedruckten) Fußnoten lassen das 544 Seiten starke Buch fast doppelt so dick erscheinen. Die Genauigkeit, mit der Thorne auf das Werk des musikalischen Genies eingeht, lässt erkennen, dass der Autor selber einer der größten Fans des Musikers ist und über eine äußerst umfassende Kenntnis des bisher bekannten Materials verfügt.Dies gestaltet sich bei Prince besonders schwierig, da es neben den veröffentlichten Alben unzählige Songs gibt, die er ausschließlich live spielte. Daher kursieren vermutlich auch von keinem anderen Künstler so viele Bootlegs (nicht genehmigte Mitschnitte von Konzerten oder Soundproben). Das kurz vor der Veröffentlichung zurückgezogene, mysteriöse Black Album war lange Zeit das bekannteste Bootleg und nur über dunkle Kanäle zu bekommen. Später wurde es dann doch offiziell veröffentlicht. Was in der Biographie klar zum Ausdruck kommt ist, dass Prince ein absoluter Workaholic war und zeitweise vor lauter Ideen nicht wusste, wohin mit seiner schier unerschöpflichen kreativen Energie. Unermüdlich schrieb und produzierte er Songs, die dann oftmals aber gar nicht veröffentlicht wurden, sondern vorerst in seinem gigantischen Musikarchiv „The Vault“ gelagert wurden um sie gegebenenfalls später wieder aufzugreifen. Bezeichnend hierfür seine im Vorfeld des Albums Sign o‘ the times produzierten Songs. Zu diesem Zeitpunkt trennte er sich von großen Teilen seiner langjährigen Band The Revolution., was für viele seiner Bandkollegen überraschend kam. Für Wendy Melvoin (Gitarre, Gesang) und Lisa Coleman(Klavier, Keyboard, Gesang) war es ein Schock:"Zurück in LA nahm er Lisa und mich beiseite und sagte: „Ich muss mich von euch trennen.“ Und wir so. „Aber wir haben gerade Material für fünf Platten fertiggestellt.“ Wir vermuteten, dass er uns deswegen feuerte, weil er die Kontrolle verloren hatte und sie zurückgewinnen musste." (Seite 155)Prince unbedingter Wunsch, über seine eigene Musik frei bestimmen zu können, führte 1993 auch zum Zerwürfnis mit seiner Plattenfima Warner Bros. Records, da er sich in seiner künstlerischen Freiheit eingeschränkt fühlte. Statt eines Namens verwendete Prince jetzt nur noch ein Symbol als Erkennungszeichen, zeitweise wurde von ihm auch nur als TAFKAP (The artist formerly known als Prince) gesprochen. Trotzdem produzierte er weiterhin unermüdlich Platten und nach dem Auslaufen seines Vertrags mit Warner Bros. probierte er auch zahlreiche neue Vertriebswege für seine Musik aus. Damit war er auch ein Vorreiter für neue Geschäftsmodelle von Musikern, die bisher immer von den Plattenfirmen abhängig waren. Seine Musik konnte man zeitweise nur erwerben, wenn man in seinem NPG Music Club Mitglied wurde. Damit verschwand er für einige Zeit für die breite Allgemeinheit von der Bildfläche, wahre Fans wurden aber über den Musik Club weiterhin mit neuen Platten versorgt. 2004 gab es dann ein vielbeachtetes Comeback, nachdem Prince zusammen mit Beyoncé einen denkwürdigen Auftritt bei den Grammy-Awards ablieferte. Der Live-Künstler PrinceEinen besonderen Reiz an Prince‘ künstlerischem Werk waren seine außergewöhnlichen Konzerte, bei denen man nie wusste, welche Songs er spielen würde. Seine jeweilige Setlist änderte er oft scheinbar spontan von Abend zu Abend. Daher lohnte es sich für die härtesten seiner Fans so viele Konzerte von ihm wie möglich zu besuchen, da jeder Abend ein komplett anderes Konzert bieten konnte. Seine Meisterleistung hierzu lieferte er 2007 ab, als er für die Konzertreihe 21 Nights in London tatsächlich 21 Konzerte in der Londoner o2-Arena gab, denen an den meisten Abenden noch ein zusätzliches Clubkonzert im kleinen Rahmen für seine treuesten Fans folgte.„Es hieß, Prince habe 150 Songs geprobt und würde das Set jeden Abend neu durchmischen. Dies war für langjährige Fans der Anreiz Tickets für mehrere Konzerte zu kaufen…“ (Seite 407) Matt Thorne hat tatsächlich 19 der 21 Konzerte und die meisten der Clubkonzerte besucht und auch hiervon berichtet er in dem Buch ausführlich. Insofern enthält das Buch also auch eine ausführliche Dokumentation dieser legendären Konzertreihe. Abgerundet wird das Buch durch zahlreiche Fotos aus Prince‘ Leben, die ihn und einige seiner Weggefährten zeigen sowie einen Anhang in dem der Interessent eine Bibliographie mit zahlreichen weiteren Büchern über Prince findet. FazitMatt Thorne liefert mit Prince – Die Biografie ein umfassendes und bis in das kleinste Detail recherchiertes Bild des musikalischen Werkes von Prince. Entstehungs- und Produktionsgeschichte fast aller seiner Songs (und ebenso der unzähligen Arbeiten für andere Künstler, die er produziert und gefördert hat) werden, ebenso wie viele seiner Live-Auftritte minutiös geschildert. Allerdings bleibt der Mensch und Künstler Prince weiterhin geheimnisvoll. Prince Gedanken und Motivation zu seinem Werk gehören aufgrund seiner fehlenden Äußerungen dazu in das Reich der Spekulation und werden von Thorne daher auch selten aufgegriffen. Wirkliche Einsichten und Erkenntnisse erschließen sich dem Leser daher kaum, für literarisch interessierte Leser ist dieses Buch in meinen Augen daher eher nicht geeignet. Prince-Fans hingegen erhalten einen wohl einmaligen Überblick über das Werk dieses Ausnahmekünstlers. Diese „biografische Enzyklopädie“ dürfte daher für Fans das Standardwerk über Prince sein.Man kann nur hoffen, dass sich die Erben von Prince einigen können und wir noch in den Genuss zahlreicher im „Vault“ verborgener Titel kommen. Hoffentlich werden dann auch einige seiner inzwischen vergriffenen Alben wieder neu aufgelegt, denn wie schreibt Matt Thorne so treffend im ersten Kapitel: „Ein Werk, das trotz der großen Anerkennung, die ihm für seine größten Songs und Alben zuteil wurde, in seiner Gesamtheit erst noch erforscht und verstanden werden muss.“ (Seite 25) Eine Besprechung zur Neuveröffentlichung seines um zwei Bonus-CD's erweiterten Erfolgsalbums Purple Rain findet ihr auf meinem Blog.

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