Matteo Corradini Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge

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Inhaltsangabe zu „Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge“ von Matteo Corradini

Nach einer wahren Geschichte... Theresienstadt 1942: Die Nazis haben ein Lager für Juden errichtet, das zeitweise als Vorzeigelager dient. Doch es ist nur eine Station auf dem Weg in die Vernichtungslager. Inmitten dieser Hoffnungslosigkeit gründen Kinder eine Zeitschrift, um gegen das Grauen anzuschreiben. Sie treffen sich heimlich und verfassen Berichte über das Lager. Aber sie zeichnen auch Bilder, führen Interviews oder schreiben Gedichte. Matteo Corradini bringt dem Leser auf berührende Weise das Schicksal dieser Kinder nahe.

Eine ergreifende, wichtige Geschichte, die einfach genial erzählt ist!

— Svenjas_BookChallenges

Ein Buch das mich entsetzt und sprachlos zurückgelassen hat! Das Buch war einfach super fesselnd :)

— KleineNeNi

ich bin sprachlos, mir laufen die Tränen und ich bin tief betroffen. Rezi folgt aber nimmer heute, mir ist speiübel nun

— LariHeldenlama

Sehr empfehlenswertes Buch!

— Sternensammlerin

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    Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge

    Becky_Schnecky

    22. September 2017 um 10:11

    Das Buch habe ich im Flieger nach Hause beendet & habe mitten im Flug angefangen zu heulen.. alle haben mich doof angeguckt, aber ich konnte es nicht verhindern.
    Es ist ein krasses Thema mal wieder & ich kann es jedem nur ans Herz legen. 
    5 Sterne, weil es lesenswert ist & nicht, weil ich den Text an sich beurteilen möchte, denn das geht bei solchen Storys nicht!

  • Gegen das Vergessen

    Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge

    GrueneRonja

    10. September 2017 um 20:23

    „Die Sonne weiß von alldem nichts, sie sieht uns nicht, wenn wir die Zeitung schreiben und unser Leben riskieren, um ein Bild fertig auszumalen. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal sauer auf die Sonne sein und die Morgendämmerung nicht mehr genießen könnte, dieses prachtvolle Schauspiel, für das man keine Eintrittskarte braucht. […] Ich hätte nie gedacht, dass ich die Sonne einmal hassen würde.“ (S.85) Theresienstadt ist ein Ghetto für Juden, welches auch als Vorzeigeghetto benutzt wurde, um dem Roten Kreuz zu beweisen, dass die Nazis die Juden gut behandeln. In diesem Ghetto leben Kinder aus Prag, die die Zeitung Vedem gegründet haben. Jeden Freitag treffen sie sich nachts und schreiben eine neue Ausgabe. Sie riskieren ihre Leben dafür. Am Ende sind nur noch diese Zeitungen Zeuge, dass sie überhaupt gelebt haben. Die Jungs schreiben über alles, was ihnen im Ghetto auffällt. Neuigkeiten, Termine, aber auch Ungerechtigkeiten, Tote, oder Plätze und Menschen, die neu sind, oder einfach bisher unentdeckt. Sie erhalten aber auch Gedichte, Geschichten und Bilder von anderen Kindern, die sie in ihren Zeitungen mit veröffentlichen. Alles in allem ist dies ein Roman über die Kinder in Theresienstadt und wie sie versuchen zu überleben und am Ende scheitern. Es ist ein Buch über Kinder, die ihre Leben riskieren, um etwas Gutes ins Ghetto zu bringen, aber auch um die Wahrheit deutlich hervorzuheben. Es ist aber auch ein Zeitzeugenbericht über Theresienstadt, mit Kinderaugen, denn sie sehen meist mehr als die Erwachsenen.

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  • Rezension zu Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge

    Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge

    Elektronikerin

    30. August 2017 um 17:26

    Klapptext:"Nach einer wahren Geschichte...Wir von der Reaktion haben uns in den Kopf gesetzt, alles in unserer Zeitung zu berichten. Vedem ist wie ein Trichter, in dem sich die Stimmen des Ghettos sammeln, und was bleibt, sind die Geschichten und Artikel, die Zeichnungen, die mit Bleistift beschriebenen Blätter. Manchmal auch ein Gedicht, ein flüchtiger Gedanke. Natürlich ist das illegal. Es gibt Leute, die sagen , wir würden unser Leben riskieren, andere meinen, dass die Nazis sich nicht die Mühe machen, ein paar harmlose Jungs ins zu nehmen. Ich glaube lieber den ersten. Theresienstadt 1942: Die Nazis haben ein Lager für Juden errichtet, das zeitweise als Vorzeigelager dient. Doch es ist nur eine Station auf dem Weg in die Vernichtungslager. Inmitten dieser Hoffnungslosigkeit gründen Kinder eine Zeitschrift, um gegen das Grauen anzuschreiben. Sie treffen sich heimlich und verfassen Berichte über das Lager. Aber sie zeichnen auch Bilder, führen Interviews oder schreiben Gedichte. Matteo Corradini bringt dem Leser auf berührende Weise das Schicksal dieser Kinder nahe."Meine Meinung:Ein bewegendes Buch aus der Zeit des Nationalsozialismus, welches auf wahren Ereignisse beruht. Die Geschichte wird aus Kinderaugen geschrieben, was sie noch bewegender macht, als das Thema schon ist. Am Anfang hatte ich etwas Mühe in die Geschichte reinzukommen, das lag unteranderem an der gewöhnungsbedürftig Erzählungsweise. Träume und Ereignisse, die der Protagonist erlebt, wechseln sich ab. Manchmal habe ich etwas den Faden verloren, ob dies jetzt wirklich passiert ist oder doch nur im Traum. Dies legte sich, aber nach ein paar gelesen Kapitel. Durch diese Vermischung der Realität und Träume, zeigt der Autor die schreckliche Zeit, die diese Menschen erleben mussten.„Hier im Ghetto ist die Schule ein Ort der Freiheit und der Freude, anders als in Prag.“ Seite 88.Der Autor Matteo Corradini verschönert, die schreckliche Situtation in Theresienstadt auf keinen Falls, auch wenn die Geschichte aus der Sicht eines Kindes geschrieben ist.Trotz der unglaublich schrecklichen Geschichte liest sich das Buch sehr flüssig. Das Buch konnte ich dennoch nicht so schnell beenden, wie ich erwartet hatte. Dies lag nicht am Schreibstil des Autors, sondern an der Geschichte selbst. Musste manchmal das Buch auf die Seite legen und über das Geschriebene nachzudenken. Zum Autor:Matteo Corradini, geboren 1975, ist Hebraist und Schriftsteller. Er beschäftigt sich mit Didaktik der Schoah und arbeitet an verschiedenen Kunstprojekten. Er forscht in den Niederlanden und in Theresienstadt, wo er Geschichten und Gegenstände, vor allem Musikinstrumente, wieder zum Leben erweckt. Matteo Corradini ist außerdem der Kurator der neuen italienischen Ausgabe von Anne Franks Tagebuch.Fazit:Ein Jugendbuch über eine Zeit, die nie vergessen werden darf. Eine tolle Geschichte, die auf wahren Begebenheiten basiert bei der, aber etwas die Handlung fehlte. Deshalb gebe ich dem Buch 4 Federn. 

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  • Theresienstadt aus der Sicht von Kinderaugen - erschreckend

    Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge

    marielle_booklove

    25. June 2017 um 16:05

    Autor: Matteo Corradini Reihe: Nein Verlag: cbj Kinder- und Jugendbuchverlag Seitenzahl: 284 Seiten Veröffentlichung: 10. April 2017 Preis: 8,99 € ISBN: 978-3-570-40355-6Klappentext Theresienstadt 1942: Die Nazis haben ein Lager für Juden errichtet, das zeitweise als Vorzeigelager dient. Doch es ist nur eine Station auf dem Weg in die Vernichtungslager. Inmitten dieser Hoffnungslosigkeit gründen Kinder eine Zeitschrift, um gegen das Grauen anzuschreiben. Sie treffen sich heimlich und verfassen Berichte über das Lager. Aber sie zeichnen auch Bilder, führen Interviews oder schreiben Gedichte.Matteo Corradini bringt dem Leser auf berührende Weise das Schicksal dieser Kinder nahe.Zitate „Hier in Theresienstadt ist sogar die Natur eingesperrt, zur Untätigkeit verdammt, während sie draußen grünt und blüht, singt und den Rhythmus der Jahreszeiten folgt.“ (Seite 81)„Hier im Ghetto ist die Schule ein Ort der Freiheit und Freude, anders als in Prag. Wenn man in Angst und Schrecken lebt,  dann kann etwas Lästiges trösten und Lebensmut geben.“ (Seite 88)Inhalt Die Tristesse des Durchgangslagers Theresienstadt – dies beschreibt den Inhalt des Buches ziemlich genau. „Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge“ handelt von einer kleinen Gruppe Jungen die in der Zeit von Verfolgung, Diktatur und Vernichtungslager versuchen, dem Leben jedes Fünkchen Hoffnung abzugewinnen. Hinter dem Rücken der SS bilden sie die Redaktion einer kleinen Zeitung, die vom Leben in Theresienstadt berichten, Bilder von anderen Kinder veröffentlichen und damit versucht ihrem Leben Normalität zu verleihen. Cover und Gestaltung Die schweren Schicksale der Menschen in Theresienstadt zeigen sich dem Leser schon vor der ersten Zeile. Ohne den Klappentext zu lesen, weiß man direkt auf was man sich mit diesem Buch einlässt. Für eine so ernste Dramatik hat das Cover die passende  Aufmachung. Gerade die Farbgestaltung in Verbindung mit den matten und dunklen Tönen geben dem Leser, wenn auch nur einen Hauch, der Stimmung dieses Buches wieder.Bevor das Buch beginnt gibt Matteo Corradini eine kleine Einleitung mit seiner Sicht auf Theresienstadt. Gerade für die junge Zielgruppe dieses Buches ein guter Einstieg, der nicht nur erklärend sondern auch aufklärend ist. Im Anschluss wir man als Leser direkt in die Zeit und Welt von Theresienstadt katapultiert. Schreibstil Matteo Corradini beschreibt die brutale Welt in der die Kinder leben schonungslos und verschönert Theresienstadt zu keiner Zeit. Mit Hilfe von relativ kurz gehaltenen Kapiteln und Absätzen bei denen Realität und Träume der Kinder immer wieder verschwimmen, verdeutlich der Autor nur noch mehr in welcher grausamen Zeit die Menschen in Theresienstadt leben.  Dabei lässt es sich sehr flüssig lesen, obwohl ich an einigen Stellen auf Grunde der Handlung innehalten und meine Gedanken sammeln musste. Dies zeigt aber auch nur wie überzeugend Corradini schreibt.Von Anfang an lebt die Geschichte von Beschreibungen, Situationen und kleinen Szenen. Dabei geht es weniger um die Handlung, sondern vielmehr um die Befinde, Ängste und Sorgen der Bewohner von Theresienstadt. Für mich war es eines der ersten Bücher, die ohne großer Handlungsfortschritte eine fesselnde Geschichte wurde.Meinung VORSICHT SPOILERBevor ich mit dem Buch begann, bin ich davon ausgegangen, dass ich das mit knapp 300 Seiten recht dünn gehaltenes Buch sehr schnell fertig lesen werde. Schon mit den ersten paar Seiten wusste ich, dass es wohl nicht so sein wird. Obwohl es sich, wie bereits erwähnt, recht gut lesen lässt, kann man die Brutalität und den schrecklichen Alltag dem sich die Kinder Tag für Tag stellen müssen, nicht einfach nur locker runter lesen. Für mich war dabei die eine oder andere Pause wirklich nötig.Mit Blick auf den historischen Hintergrund und die Art und Weise, wie in diesem Buch Realität und die Traumwelt der Kids verschwimmen, hat man von Beginn an das Gefühl, dass dieses Buch nicht gut ausgehen wird. Der Autor schafft es dabei, die für die Kinder scheinbare normale Welt, dem Leser schonungslos brutal zu übermitteln. Leider musste ich feststellen, dass ich im Verlauf des Buches ein wenig abstumpfte und gleichzeitig versuchte ich diesem furchtbaren Ort die positiven Dinge abzugewinnen. Und genau das ist, was auch die Kinder versuchen. Denn auch Liebe und Freundschaft haben hier ihren Platz. Grundsätzlich gefiel mir das Buch ganz gut. Der Gedanke mit vielen bildhaften Beschreibungen zu arbeiten und den Alltag der Kinder darzustellen ohne dabei auf große Handlungssträngen wert zu legen, fand ich zu Beginn sehr spannend. Dadurch dass die Geschichte auch von historischen Fakten lebt, bedarf es in diese Richtung keine großen Erklärungen. Trotzdem fehlt mir in der Mitte des Buches eine fortschreitende Handlung. Auch spielt die auf dem Klappentext erwähnte Zeitung der Kinder in meinen Augen eine zu geringe Rolle.Gegen Ende des Buches verläuft sich der Protagonist immer weiter in eine Traumwelt, um der fortschreitenden Grausamkeit zu entfliehen. Dabei fiel es mir auch immer schwerer zu unterscheiden, ob er nur wieder träumt oder das unausweichliche Ende näher rückt. Das Ende gestaltet Corradini grausam und auch wenig überraschend. Dabei nutzt der Autor möglichst wenig Worte, was es nur noch erschreckender wirken lässt.   Fazit Ein Buch mit historischem und erschreckendem Hintergrund, wobei dem Leser nicht nur ein einziger Kloß im Hals stecken bleibt. Leider fehlt ein Fünkchen mehr Handlung!Anzahl der Sterne: 3/5  

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  • Ergreifend und genial geschrieben

    Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge

    Svenjas_BookChallenges

    17. June 2017 um 16:52

    Euch ist sicher aufgefallen, dass ich viele Bücher lese, die während der NS-Zeit spielen - das Thema des Holocaust interessiert mich einfach sehr, vor allem aber berühren und schockieren mich die vielen verschiedenen Schicksale der Juden immer wieder aufs Neue. So geschehen auch bei Matteo Corradinis Jugendroman Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge, ein Buch, das genauso poetisch ist, wie sein Titel vermuten lässt. Dieser ist nämlich angelehnt an ein Gedicht, das einer der Jungen, die von 1942 bis 1944 die Kinder-Zeitung "Vedem" im Ghetto Theresienstadt herausbrachten, verfasst und veröffentlicht hat. Und das ist nicht die einzige Brücke, die Corradini zu diesen vergessenen Kindern von Theresienstadt schlägt.Der Roman basiert also auf wahren Ereignissen - nach eigenen Angaben recherchierte Corradini intensiv und setzte aus den Artikeln der "Vedem" und aus Zeitzeugenberichten die Handlung für sein Buch zusammen. Aber natürlich handelt es sich nicht um einen Tatsachenbericht. Vielmehr ist Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge eine Hommage an die Jungen von Theresienstadt, die sich den Nazis auf ihre Art widersetzten und mit der "Vedem" tagtäglich ihr Leben aufs Spiel setzten. Man taucht tief ein in den unmenschlichen, schockierenden und doch manchmal erschreckend banalen Alltag der Kinder im Ghetto und nimmt all das Leid durch ihre Augen wahr.Ich fand es unglaublich, wie diese mutigen Jungen praktisch nur für ihre Zeitung lebten und trotz der drohenden Deportation und der Gewissheit, wohin man sie bringen würde, schrieben, zeichneten, recherchierten. Und sich auf diese Weise eine Aufgabe verschafften, die sie am Leben erhielt und ihnen das Gefühl gab, wichtig zu sein, etwas Bedeutendes zu tun. Besonders deutlich wird das an einer Szene gegen Ende, in der die Jungen in einer beinahe feierlichen Prozession durch das Ghetto gehen und ein großes Bündel mit alten Ausgaben der "Vedem" verstecken, weil sie wissen, dass sie am nächsten Tag deportiert werden und mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zurückkehren. Die Zeitung soll der Beweis dafür sein, dass sie sich nicht ergeben haben und sich von den Nazis ihren freien Willen zu keiner Zeit nehmen ließen. Ihr Vermächtnis. Da bekommt man definitiv einen Kloß im Hals.Der begleitet ihn überhaupt durch das gesamte Buch, denn vor allem die Nüchternheit, mit der der Ich-Erzähler, einer der "Vedem"-Redakteure, von Misshandlungen, willkürlichen Morden und unvorstellbar qualvollen Arbeiten wie dem Asche-Schaufeln berichtet, lässt einen schlucken. Was für uns das pure Grauen ist, war für die Kinder im Ghetto Theresienstadt bitterer Alltag, der einen irgendwann abstumpfen lässt. Und ist es auch heute noch für Millionen von Kindern weltweit - auch das ruft einem die Geschichte wieder ins Gedächtnis. Ich jedenfalls finde es bewundernswert und unendlich wichtig, dass sich Corradini der außergewöhnlichen Geschichte der sieben Jungen der "Vedem" angenommen und dass er sie erzählt hat. Denn solche Geschichten müssen erzählt werden, damit man sie nicht vergisst.Emotional ist Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge also alles andere als leicht zu verdauen. Und sprachlich ist der Roman auf einem extrem hohen Niveau. Corradini arbeitet viel mit Metaphern und anderen sprachlichen Bildern, um die Welt des Ghettos aus der Sicht von Kinderaugen darzustellen. Das gelingt ihm außerordentlich gut, allerdings gibt es hier für mich auch ein kleines Problem. Obwohl die Geschichte so bewegend und erschütternd ist, gelingt es einem nicht immer, so Anteil am Schicksal der Kinder zu nehmen, wie es eigentlich richtig wäre. Der Ich-Erzähler etwa bleibt namen- und gesichtslos und steht damit exemplarisch für die unzähligen jüdischen Kinder, die dem Holocaust zum Opfer fielen. Einerseits ein großartiger Kniff, andererseits bleibt der Ich-Erzähler damit aber auch ein bloßer Schatten, zu dem man keine emotionale Bindung aufbauen kann. So ähnlich ging es mir auch mit den anderen Jungen. Hier hätte ich mir dann doch eine andere Herangehensweise gewünscht, denn ich hätte einfach gerne mehr über diese Kinder erfahren. Wer sie waren, vor allem. Aber vielleicht wollte Corradini keine Lücken ausfüllen, sondern authentisch bleiben. Was dann wiederum auch in Ordnung ist.Mein Fazit:Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge erzählt auf sehr schmerzliche und intensive Weise die Geschichte von sieben jüdischen Jungen, die im Ghetto Theresienstadt ihr Leben aufs Spiel setzten, um ihre Mitgefangenen zu informieren und zu unterhalten. Mich hat diese Geschichte sehr berührt, auch weil Corradini sie sprachlich so genial umsetzt. Allerdings habe ich doch recht lange für das Büchlein gebraucht, weil ich einfach keine wirkliche Nähe zu den Protagonisten aufbauen konnte. Und das ist doch sehr schade, denn diese Geschichte ist eigentlich so emotional und außergewöhnlich. Dennoch ist dieses Buch wichtig, gut geschrieben und: Wichtig! Wichtig!

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  • Tolles Buch!

    Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge

    KleineNeNi

    14. June 2017 um 23:13

    Zum Cover: Das Cover ist vom Stil und den Farben her sehr passend zur Geschichte und sieht auch noch schön aus, wenn man es ins Regal stellt. Es ist jetzt kein Cover wo ich sagen würde 😊Zum Inhalt: Erstmal das Übliche: Die Kapitel waren ungefähr 10 Seiten lang und jedes Kapitel besitzt eine passende Überschrift. Ich mag Überschriften(!). ;)Allein die anfänglichen Worte des Autors, in denen er Theresienstadt aus seiner Sicht schildert (s. "Erster Satz"), haben mich schon berührt.  Und so ging es das ganze Buch durch! Ich hätte niemals gedacht, dass mich ein Buch über diese Nazi/ Holocaust Zeit so fesseln kann.     "In Büchern liest man von freien Menschen. Und wir sind es nicht. Immer noch nicht.    In Büchern liest man von mutigen Menschen. Und wir sind es nicht, zumindest noch nicht.    In Büchern liest man vom Paradies und wir leben in einer Art Hölle."Die Geschichte wird aus der Sicht eines Jungen erzähöt, der mit den anderen Kindern aus dem Ghetto eine Zeitung schreibt und mit Ihnen schöne Dinge, als auch einfach schreckliche Dinge erlebt. Des Weiteren werden auch seine Träume geschildert, was ich auch echt schön finde, dass daran gedacht wurde. Die Jungen sind innerlich so positiv eingestellt und empfinden immer noch so viel Freude, aber leider auch viel Leid. Sie verlieren Familie, Freunde und müssen zusehen, wie anderen Schlechtes angetan wird, wenn es sie nicht gerade selbst trifft.Die Geschichte der acht Jungen aus dem Ghetto hat mich völlig mitgenommen, besonders aufgrund der Tatsache, dass dieses Buch auf wahren Begebenheiten beruht.Das Buch ist mit vielen tollen Metaphern bestückt und der Schreibtstil ist einfach toll! Wie die Nazis, die Tode, die Juden und das Erlebte beschrieben wird, gefällt mir einfach richtig gut. Man kann es sich wirklich bildlich vorstellen. Ich hatte das Gefühl Theresienstadt und das Ghettoleben aus der Sicht des Jungen zu sehen und habe mit seinen Freunden gelacht und geweint und sie sind mir alle ans Herz gewachsen.    "Das ist keine allzu schwer verständliche Strategie. Sogar die Nazis haben das verstanden."Die Kinder waren auch bei der Gestaltung der Zeitung so kreativ, dass ich sie wirklich inspirierend fand. Sie hatten in diesen Zeiten noch so viel Fantasie und das hat sie vielleicht davor gerettet  so "grau" zu werden, wie die restlichen Juden aus dem Ghetto Theresienstadt. Das sie die Nazis für dumm gehalten haben (s.o. Zitat), hat mich das ein oder andere Mal zum schmunzeln gebracht. :)SPOILER!Leider erfuhr man nie den Namen des Jungen, aus dessen Sicht man zwei Jahre lang an dem Leben in Theresienstadt beteiligt war. Ich finde es nicht schlimm, aber ich bin natürlich neugierig und habe bis zum Schluss gehofft, dass man diesen noch erfährt.SPOILER!Fazit: Das Buch hat mich sprachlos und entsetzt zurückgelassen und da es mich weiterhin beschäftigt, vergebe ich 5 Sternchen. <3

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  • Sie schließen die Türen von außen. Schreie sind zu hören...

    Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge

    Strigoia

    18. May 2017 um 00:07

    Der Gedanke, dass es eine Zeit gab in der eine Glühbirne für acht Jungen die Welt bedeutete, ist merkwürdig und traurig zugleich... Matteo Corradini trumpft auf mit einer möglichst authentischen Schilderung der damaligen Geschehnisse und verwebt diese mit einer lebhaften und metaphorischen Erzählweise. Dennoch fiel es mir schwer mich in den Erzähler hineinzuversetzen. Die Ich-Perspektive und der fehlende Name des Jungen machten es mir etwas schwer.Die Jungen unterhalten scheinbar emotionslos über Nichtigkeiten, während vor ihren Augen Männer getötet werden.Was für uns völlig unmöglich erscheint, war damals für diese Jungen nötig um überleben zu können. Weinen und jammern brachte ihnen gar nichts...! Und so nahmen sie alles in sich auf, was am Tage geschah um es nachts heimlich aufzuschreiben um später eine Zeitung daraus zu machen. Ihr eigener kleiner Widerstand gegen die grausame Realität des Naziregimes... Dem ganzen Buch hängt auch ein Hauch Wahnsinn an, da man die Träume des Ich-Erzählers oft nicht sofort als Träume und Gedanken ausmachen kann. So unterhält er sich plötzlich scheinbar mit einem Toten, obwohl er eigentlich doch in seinem Bett liegt. Dieses Verwischen der Realität passt sich aber wunderbar an das Buch an, da auch Theresienstadt selbst den Jungen oft wie ein Traum erscheint... wie ein Alptraum... Dieses Buch hat kein schönes Ende... dafür aber ein ehrliches... mit vielen Emotionen...

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  • Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge - Rezension

    Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge

    Sternensammlerin

    14. May 2017 um 14:00

    Hier der Link zu meinem BlogMeinung (spoilerfrei),Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge´´ ist meiner Meinung nach ein ganz besonderes Buch.Im positiven Sinne.Bei den ersten 30 bis 40 Seiten hab ich mir tatsächlich etwas schwer getan, mich richtig in die Geschichte einzufinden, dies lag wahrscheinlich an der schwierigeren Thematik des Buches.Entweder man schreibt ein richtig gutes Buch über diese Thematik - oder eben nicht.Und das ist auch eines der vielen Gründe, warum ich dieses Buch gerne lesen wollte.Auf den ersten Seiten konnte man auch noch nicht ganz herauslesen, wie schlimm dieses Lager für Juden wirklich war. Dies stellte sich dann erst im Laufe des Buches heraus und verschlimmert sich, meiner Meinung nach, immer mehr.Aber Matteo Corradini konnte mich dann überraschend schnell wieder fesseln, was vor allem auch an den Gedanken des Jungens liegt, die uns der Autor realistisch herüberbringt. Das Buch ist durchgehend aus der Sicht eines Jungens geschrieben. Über ihn findet man während der Geschichte nicht viel heraus, so  jedoch aber über seine Freunde.So hatte man auch das Gefühl, man wäre dabei und leidet so automatisch mit ihnen mit.Dieser Junge träumt auch sehr viel und dies findet sehr oft mitten in der Geschichte statt.So findet man an manchen Stellen beispielsweise erst nach dem Lesen heraus, dass dies nur ein Traum war.Anfangs war das zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber durch diese Träume kann man auch gut seine Gedanken und Ängste erfahren.Schnell war dieses Buch ausgelesen und die letzten Seiten waren wirklich sehr emotional.Mehr möchte ich über den Inhalt des Buches nicht verraten.

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  • Auch wenn diese Zeit schon sehr lange her ist, ist dieses Thema dennoch sehr präsent und aktuell!

    Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge

    xxJuyaxx

    09. May 2017 um 22:41

    Theresienstadt 1942: Die Nazis haben ein Lager für Juden errichtet, das zeitweise als Vorzeigelager dient. Doch es ist nur eine Station auf dem Weg in die Vernichtungslager. Inmitten dieser Hoffnungslosigkeit gründen Kinder eine Zeitschrift, um gegen das Grauen anzuschreiben. Sie treffen sich heimlich und verfassen Berichte über das Lager. Aber sie zeichnen auch Bilder, führen Interviews oder schreiben Gedichte.Zu Beginn muss ich ehrlich sagen, dass es mir sehr schwer fällt, dieses Buch zu bewerten. Auch wenn diese Zeit schon sehr lange her ist, ist dieses Thema dennoch sehr präsent und immer noch aktuell. Es gibt zahlreiche Bücher, die über diese Zeit berichten, seien es Tagebücher oder Romane. Tagebücher sind immer viel authentischer als Romane. Und genau das war mein kleines Problem mit dem Buch von Matteo Corradini. Ich weiß, dass die Ereignisse wahr sind und alles so passierte. Aber es ist doch ein Roman und eigentlich aus der Sicht des Autors geschrieben. Dadurch kann man auch nur die Hälfte von dem Nachempfinden, was die Menschen damals gefühlt haben. Das Vorwort des Autors war sehr ergreifend und hat die ganze Thematik noch etwas genauer erklärt. Dadurch wusste man als Leser schon einig mehr über Theresienstadt. Die erste Hälfte des Buches fand ich jedoch leider etwas „oberflächlich“ geschrieben. Am Anfang denkt man als Leser, dass es einfach ein ganz normales Ghetto ist. Die Menschen dort haben strikte Regel, an die sie sich halten müssen und dann wird alles gut. Aber diese kleinen Szenen dazwischen haben gezeigt, dass es doch nicht ganz normal ist. Es gab jedoch nur wenige Szenen davon. Dadurch wirkt alles etwas harmlos. Und das finde ich sehr fatal bei solch einem Thema. Erst aber der zweiten Hälfte konnte man nachempfinden, wie grausam sich alles in diesem Ghetto abgespielt hat und wie die Menschen damals behandelt wurden. Erst dann erfährt man auch mehr über das „Vorzeigelager“ und was die Nazis getan haben, um alles zu vertuschen und zu beschwichtigen. Erschreckend ist jedoch, dass es zur damaligen Zeit geklappt hat. Das Schicksal dieser Kinder ist einfach unfassbar. Aber sie haben nie aufgegeben. Egal was sie gesehen oder erlebt haben. Ich finde es total faszinierend, dass Matteo Corradini sich den Kindern aus dieser Zeit zugewandt und vor allem der Zeitschrift „Vedem“ eine Stimme gegeben hat. Umso mehr haben mich die letzten Seiten innerlich zerrissen. Das Buch ist eher für Jugendliche geschrieben worden und vor allem für alle Leser, die sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigen. Ich empfehle jedoch jedem sich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen, wenn er genauere Informationen haben möchte und noch weitere Fragen dazu hat. 3,5 Sterne

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  • sehr bedrückend

    Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge

    LariHeldenlama

    07. May 2017 um 20:45

    Wie bewertet man ein Buch, welches auf dem Leben von einem oder mehreren Menschen basiert? Was bewertet man? Das geschriebene Wort oder eher doch das Leben dieser Person? Kann man überhaupt objektiv bleiben bei Lebensgeschichten? Ich tue mich sehr schwer mit dieser Rezension, aber ich möchte versuchen meine Meinung zu Papier (bzw Bildschirm) zu bringen.Matteo Corradini hat es schon in seinem Vorwort geschafft, mich zu Tränen zu Rühren. Natürlich kennt jeder Deutsche die Geschichte und die Vergangenheit die unserer Nation anhängt, aber es wieder direkt vor Augen geführt zu bekommen ist noch einmal etwas anderes. Zu wissen, dass das was nun folgt auf wahren Begebenheiten beruht hinterlässt einen dicken Kloß im Hals, weil man ja WEISS was kommt.Trotzdem wollte ich das Buch lesen, ich kann mich vor der Vergangenheit nicht verschliessen (das sollte niemand) und ich finde es gut, dass die Geschichte erzählt wurde, dass die 8 Jungen eine Stimme bekommen haben und nicht einfach in Vergessenheit geraten.Es ist kein Roman im eigentlichen Sinne, auch wenn es so gedacht ist. Wir sehen immer ein Datum und dann lesen wir im Romanstil was 8 Jugendliche – genannt die Redaktion – in ihrer geheimen Zeitung „Vedem“ über das Leben in Theresienstadt berichten, über die Nazis, über die schrecklichen Zustände, über die sinnlosen Morde und die Foltern.Die Daten sind zwar fortlaufend über einen Zeitraum von 2 Jahren aber trotzdem greifen die einzelnen Kapitel nicht direkt in einander über, es ist eher so, dass wir immer Einblick in einen bestimmten Tag bekommen.Die Geschichte hat mich sehr getroffen und mitgenommen. Das Ende (wir alle wissen dass so ein Buch kein happy End hat – ich glaube damit spoilere ich nun nicht wenn ich das schreibe!) hat mich trotzdem mit voller Härte erwischt und weinend zurückgelassen. Ich fühle mich nun leer, ausgesaugt und total am Ende. Trotzdem fand ich die Geschichte toll, wenn man das denn so sagen darf. Matteo Corradini hat es geschafft eine sehr realistische Atmosphäre zu schaffen, den Leser zu entführen und ein Teil dieser Jungs zu sein.Ich hätte zu gern ein Bild einer Zeitungsseite gesehen um mir einen Eindruck zu machen mit was für einem Ausgangsmaterial er arbeiten musste.Einen Kritikpunkt habe ich aber, deshalb gibt es auch keine 5 Sterne von mir, sehr oft waren Traumszenen zu lesen, diese wurden nicht weiter kenntlich gemacht (das ist sicher Absicht vom Autor um zu verdeutlichen, dass es für die Jungs auch einen fliessenden Übergang von Traum und Realität gab, dass sie selbst nicht mehr wussten was nun real ist und was nicht) aber ich musste oft wieder zurückblättern, weil diese Abschnitte fast nahtlos in einander übergehen und man manchmal oft den Faden verliert dadurch.Ansonsten sehr gelungen! Sehr real und sehr bedrückend. Ich kann es nur empfehlen, ein Buch was sehr sehr lange nachwirken wird. 

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