Der Neurocomic "Die Sinne" von dem Autor und Neurowissenschaftler Matteo Farinella ist eine Reise in die fantastische Welt der Sinne. Zusammen mit der Hauptprotagonistin Diane lernt der Leser viel über die Sinne Tasten, Schmecken, Riechen, Hören und Sehen kennen. Diese werden jeweils in einem eigenen Kapitel genauer von den einzelnen sehr bekannten Wissenschaftlern beleuchtet. Dabei sind die Beschreibungen und faszinierenden Fakten über die Sinne nicht zu komplex, sondern angenehm informativ und kurzweilig. Wissen aus der Schule trifft hier neuste Forschungsergebnisse. Das ist so erfrischend und unterhaltsam, dass man das Buch nur ungern zur Seite legen möchte. Ich musste es einfach durchlesen. Auch die Bilder in dem Buch sind sehr anschaulich und ergänzen die Fakten sehr gelungen. Hier trifft Sachbuch auf Comic - eine Kombination die, wie auch schon in dem Buch "Das Gehirn", auf erfolgreiche Weise gelingt. "Die Sinne" ist ein einmalig schöns Buch, das Leser begeistern wird, die sich gern mit wissenschaftlichen Themen auseinander setzen möchten. Die Seite mit den Leseempfehlungen auf der letzten Seite des Buches lädt zu weiteren Fachbüchern ein. Ich habe diese Einladung zu eigenen Recherche dankend angenommen. Ein lesenswerter Neurocomic mit vielen erstaunlichen Fakten rund um das große Thema der Sinne.
Matteo Farinella
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Das Gehirn
Die Sinne
Neurocomic
Neue Rezensionen zu Matteo Farinella
Zur Story: Na, hast du in Bio immer gut aufgepasst? Nein? Ich auch nicht! Ja, da war was mit Synapsen und der Pawlowsche Hund sagt mir auch was, aber wie das nun alles zusammen hängt, frag mich nicht! Dieses Buch schafft da Abhilfe. Vom Neuronenwald bis hin zur geheimnisvollen Psyche wird alles noch einmal Stück für Stück und verständlich erklärt. Gemeinsam mit den großen Forschern des menschlichen Gehirns werfen wir einen Blick in unser Inneres und lernen obendrein noch etwas dazu.
Mein Fazit: Ein rundum gelungenes Buch, um das Wissen über das eigene Gehirn noch einmal aufzufrischen, ohne dabei all zu komplex und kompliziert zu werden.
Zwei Wissenschaftler haben ein Sachbuch als Comic gestaltet. Naturwissenschaftliches und Geschichtliches als Comic, für mich eine klasse Idee, denn das Buch ist anspruchsvoll gestaltet. Ein Mann landet in seinem Gehirn und begibt sich auf eine Expedition, das Innere zu erkunden. Zunächst steht er mitten im Wald. Wie kommt er bloß wieder heraus? Ab ins erste Kapitel: Morphologie: Hier trifft er auf den Hirnforscher Santiago Ramón y Cajal (1852 – 1934) und gleich darauf auf Camillo Gogli (1843 – 1926). Sogleich fangen die beiden Herren an zu streiten, wer denn nun recht hätte zum Informationsfluss zwischen Neuronen und Nervensystem. Und nun sind wir bei den Themen Dendriten, Soma und Axon.
Unser Mann rutscht in ein Neuron, so beginnt das zweite Kapitel: Pharmakologie: Er trifft auf Charles Scott Sherrington, der sich mit den Synapsen befasst hat. Das Vesikel erklärt ihm der Nobelpreisträger, Biophysiker, Neurologe und Bernhard Katz (1911 – 2003):
»Als ich in den 1950ern am University College London gearbeitet habe, entdeckte ich, dass die synaptische Übertragung nicht kontinuierlich passiert. Vielmehr werden Neurotransmitter in vielen kleinen Paketen freigesetzt. Ein solches Paket nennt man Quantum, und es ist in ein Vesikel eingeschlossen.«
Und so geht die Reise weiter zur Elektrophysiologie, dann zur Plastizität, wo der Mann etwas über Erinnerung und Konditionierung erfährt und am Ende des Abenteuers steht die Synchronizität. Ein feiner Comic für meine Begriffe, aber es ist keine Novel oder ein Micky-Maus – es ist und bleibt ein Sachbuch auf hohem Niveau. Wer sich für dies Buch interessiert, sollte sich für medizinische Dinge interessieren. Das Gehirn ist komplex, so wie auch der Comic. Wunderschön finde ich die Kombination aus Wissenschaft und Geschichte. Die Wissenschaftler, die sich um die Erforschung des Gehirns einen Namen gemacht haben, stellen das Ergebnis ihrer Forschung selbst vor. Durch die Zeichnungen werden die komplexen Fachinhalte bildlich gut dargestellt – und das mit einer guten Portion Humor.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die ganzen medizinischen Fachbegriffe bleiben natürlich nicht alle hängen und vieles wird mal ein paarmal nachlesen wollen. Somit ein feines Nachschlagewerk der besonderen Art. Interessierte Jugendliche der höheren Klasse werden auch ihren Spaß dran haben, wenn das Thema im Unterricht durchgenommen wird.
Dr. Matteo Farinella wurde in Bologna geboren, er promovierte am University College London in Neurowissenschaften. Seither kombiniert er seine Leidenschaft für Illustration mit wissenschaftlicher Expertise und arbeitet an Projekten, die Wissenschaft durch Visualisierung zugänglicher machen. Dr. Hana Roš schloss ihr Studium der Neurowissenschaften an der UCL ab, danach promovierte sie in Oxford. Nach einem Postgraduiertenstipendium in Yale kehrte sie 2009 als wissenschaftliche Mitarbeiterin ans UCL zurück.
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