Matteo Righetto

 4.4 Sterne bei 34 Bewertungen

Lebenslauf von Matteo Righetto

Berge und internationale Bestseller: Matteo Righetto wurde 1972 in Padua, Italien geboren, wo er auch heute noch lebt. Er ist dort als Dozent für Literatur tätig, schreibt nebenbei jedoch auch selbst literarische Texte. Mit seinen Romanen, beispielsweise dem 2019 erschienenen Buch „Die Seele des Monte Pavione“, ist er international und auch in Deutschland erfolgreich. Generell sind die Berge beliebtes Thema und Schauplatz im Werk Righettos, so auch bei seinem wohl bekanntesten Roman, „Das Fell des Bären“. Letzterer wurde sogar von Marco Segato verfilmt.

Alle Bücher von Matteo Righetto

Cover des Buches Das Fell des Bären (ISBN:9783453422872)

Das Fell des Bären

 (23)
Erschienen am 14.01.2019
Cover des Buches Die Seele des Monte Pavione (ISBN:9783896676160)

Die Seele des Monte Pavione

 (11)
Erschienen am 22.04.2019

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Rezension zu "Die Seele des Monte Pavione" von Matteo Righetto

Harte Welt der Berge
black_horsevor 13 Tagen

Dieses Buch ist einer armen Familie gewidmet, die Ende des 19. Jahrhunderts auf der Südseite der Alpen an der Grenze zwischen Italien und Österreich Tabak anbaut. Sehr intensiv beschreibt der Autor das harte Leben, das aus nie endender schwerer Arbeit, Einsamkeit und Hunger besteht. Um wenigstens ein bisschen besser für seine Familie zu sorgen, zweigt der Vater immer wieder kleine Mengen der Tabakernte, die von staatlicher Stelle beansprucht wird, ab und versteckt sie, um am Ende der Saison diese wertvolle Fracht nach Österreich zu schmuggeln und dort gegen wertvolle Metalle zu tauschen, die wiederum Lebensmittel für die fünfköpfige Familie bringen.

Einen Herbst nimmt der Vater seine älteste Tochter Jole mit auf die gefährliche Überquerung der Grenze. Und als er von seiner nächsten Tour nicht zurückkommt, macht sich die junge Frau alleine auf den Weg über den Monte Pavione, um den Hunger der Familie, der ohne Vater noch schlimmer geworden ist, zu begegnen.

Der Roman beschreibt eine einsame, raue, unheimliche, kalte Welt, durch die sich Jole kämpfen muss, immer auf der Hut, nicht den Gendarmen zu begegnen. Man kann ihre Angst, ihre Anstrengung, ihren Mut sehr gut spüren. Die Gefahr ist permanent präsent und nicht alle Menschen, denen sie begegnet sind ihr wohlgesonnen.

Das Ende kam mir ein bisschen schnell. Ich hätte gerne noch mehr über die Familie erfahren. 


Von mir eine Leseempfehlung für dieses kleine Büchlein, das mich sehr berührt hat, da ich die Berge, insbesondere die Alpen sehr liebe.

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Rezension zu "Die Seele des Monte Pavione" von Matteo Righetto

Eine abenteuerliche Vater-Tochter-Geschichte
Barbara62vor 3 Monaten

Nach seinem abenteuerlichen Vater-Sohn-Roman "Das Fell des Bären" 2017 hat der italienische Autor und Literaturdozent Matteo Righetto nun eine ebenfalls in den Dolomiten angesiedelte Vater-Tochter-Geschichte geschrieben, "Die Seele des Monte Pavione". Es geht darin um das harte Leben der Bergbauern im Veneto. Für ihren exzellenten, auf Terrassen angebauten Tabak wurden sie von der Regia dei Tabacchi, der königlichen Tabakgesellschaft, unterhalb des Existenzminimums entlohnt. Eine dieser armen Familien waren die De Boers, die mit ihren drei Kindern zu Ende des 19. Jahrhunderts trotz schwerster Arbeit nicht vom Tabakanbau leben konnten. Um das Überleben der Familie zu sichern, unterschlugen die Bauern einen Teil der Ernte, brachten ihn auf gefährlichen Wegen zu den ebenso geknechteten Minenarbeitern auf der anderen Seite des Monte Pavione und tauschten ihn gegen unterschlagenes Edelmetall, das sie wiederum für Lebensmittel und Nutztiere einsetzten.

Im Spätsommer 1894 unternimmt der Familienvater Augusto De Boer diese abenteuerliche Tour zum ersten Mal nicht allein, an seiner Seite ist die sechzehnjährige Tochter Jole, die ihn, einen „Mann wie ein Fels“ und „tragende Säule ihrer Welt“ hingebungsvoll liebt und bewundert. Zusammen überstehen sie die nur wenige Tage dauernde, durch italienische wie österreichische Grenzsoldaten, Schergen des Tabakmonopols, lauernde Banditen, wilde Tiere, Wetterunbill und riskante Wege bedrohte Reise. Bei der Heimkehr fühlt sich Jole erwachsen. Als der Vater von seiner nächsten Schmugglertour nicht zurückkommt, macht sich Jole zwei Jahre später, als das Auskommen der Familie erneut gefährdet ist, alleine auf den gefahrvollen Weg. Rund 70 Kilometer liegen bis Imer vor ihr und ihrem Haflinger, 80 Kilogramm Tabak möchten sie gegen Kupfer und Silber eintauschen.

Drei Teile umfasst der nur 240 Seiten starke Roman. Im ersten, der mir ausgezeichnet gefallen hat, stehen die Lebensbedingungen der Bergbauern und die gemeinsame Schmugglertour von Vater und Tochter im Mittelpunkt. Nicht nur die Tabakpflanzer, auch die Minenarbeiter sind, wie Augusto ihr erklärt, aus „Hunger und Not dazu gezwungen, Dinge zu tun, die sie bei ein wenig mehr Brot auf dem Tisch niemals getan hätten: Gesetze zu brechen, die Obrigkeit und den König zu hintergehen und Aufseher zu narren“. Teil zwei und drei verfolgen ausführlich Joles abenteuerlichen Weg auf eigene Faust mit guten, aber vor allem auch lebensbedrohlichen Begegnungen, mit einem Berg, der ebenso majestätisch und fast sakral wie gefährlich und tückisch ist, und mit einem bösen Gerücht, das alles, an was sie glaubte, zu erschüttern droht. Dass Kommissar Zufall am Ende eine entscheidende Rolle spielt, war für mich weniger störend als überraschend, gab es doch schon vorher märchenhaft anmutende Szenen und zahlreiche Klischees. Dafür hätte ich mir an der ein oder anderen Stelle etwas weniger Pathos gewünscht. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen, auch wenn mir "Das Fell des Bären" noch besser gefallen hat.


http://mit-büchern-um-die-welt.de/matteo-righetto-die-seele-des-monte-pavione/

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Rezension zu "Die Seele des Monte Pavione" von Matteo Righetto

Überlebenskampf in den Dolomiten
Dajobamavor 3 Monaten

Die Seele des Monte Pavione – Matteo Righetto

Ich mag Romane, die in den italienischen Bergen spielen. Und so würde ich dieses Buch irgendwo zwischen Paolo Cognettis „Acht Berge“ und Mark T. Sullivans „Unter blutrotem Himmel“ einordnen. Beide oben genannten haben mich begeistert und eine 5-Sterne-Bewertung bekommen. Auch „Die Seele des Monte Pavione“ mochte ich sehr, auch wenn ich finde, dass es nicht ganz an die beiden anderen heranreicht. Aber zugegeben: die Messlatte hängt hoch…

Am Ende des 19. Jahrhunderts. Die Familie de Boer lebt in einem kleinen Bergdorf vom Tabakanbau. Doch trotz harter Arbeit aller Familienmitglieder reichen die Einnahmen kaum zum Überleben. Der Vater, Augusto sieht sich gezwungen, jedes Jahr im Herbst ein paar Kilo Tabakblätter, die er vor den Kontrolleuren zurückgehalten hat, unter Lebensgefahr über die Berge nach Österreich zu schmuggeln. Als seine älteste Tochter Jole alt genug ist, nimmt er sie mit auf die Tour, um ihr die Schmugglerpfade zu zeigen und sie in die Geheimnisse einzuweihen.

Zwei Jahre später muss Jole die gefährliche Reise alleine antreten, denn ihr Vater ist von einer Schmugglertour nicht mehr zurückgekehrt.

Die Naturbeschreibungen sind einzigartig. Auch die Not, Joles Angst und Unsicherheit kommen sehr gut rüber. Es ist ein Kampf ums Überleben, nicht nur die Reise an sich, auch oder gerade das Leben im kleinen Bergdorf, das von schwerer Arbeit und Entbehrungen geprägt ist. Es sind rechtschaffene Leute, die durch die Lebensumstände dazu gezwungen sind, gegen das Gesetz zu handeln und dabei auch noch ihr Leben zu riskieren. Der Leser lernt Schäfer, Köhler, Minenarbeiter,… kennen, die alle am sozialen Rand tagtäglich um ihr Fortkommen kämpfen. Wie bereits der Klappentext verrät, ein soziales Drama.

Leider habe ich mir die Stelle nicht markiert, an der Augusto sinngemäß erklärt: Die von Menschen gemachten Grenzen sind nichts weiter als willkürlich gezogene Linien um andere Menschen auszubeuten. Die echten Grenzen hingegen trennen die Reichen von den Armen. Pflanzen und Tiere kennen keine Grenzen…

Dennoch sprachlich war es mir manchmal ein kleines bisschen zu einfach, zu wenig elegant. Da wäre mehr drin gewesen.

Die Handlung ist spannend und fesselnd. Gerade im letzten Drittel wurde es mir persönlich aber etwas zu sehr abenteuerlich und das Ende naja. Auf mich wirkte es etwas viel der glücklichen Zufälle, sehr gewollt. Ich hätte ein vielleicht offeneres Ende passender gefunden.

Aber insgesamt mochte ich dieses Buch wirklich sehr und vergebe 4,5 Punkte, die ich wohlwollende aufrunde!

 

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Matteo Righetto wurde am 29. Juni 1972 in Padua (Italien) geboren.

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