Matteo Righetto

 4.2 Sterne bei 45 Bewertungen

Lebenslauf von Matteo Righetto

Berge und internationale Bestseller: Matteo Righetto wurde 1972 in Padua, Italien geboren, wo er auch heute noch lebt. Er ist dort als Dozent für Literatur tätig, schreibt nebenbei jedoch auch selbst literarische Texte. Mit seinen Romanen, beispielsweise dem 2019 erschienenen Buch „Die Seele des Monte Pavione“, ist er international und auch in Deutschland erfolgreich. Generell sind die Berge beliebtes Thema und Schauplatz im Werk Righettos, so auch bei seinem wohl bekanntesten Roman, „Das Fell des Bären“. Letzterer wurde sogar von Marco Segato verfilmt.

Alle Bücher von Matteo Righetto

Cover des Buches Das Fell des Bären (ISBN: 9783453422872)

Das Fell des Bären

 (29)
Erschienen am 14.01.2019
Cover des Buches Die Seele des Monte Pavione (ISBN: 9783896676160)

Die Seele des Monte Pavione

 (16)
Erschienen am 22.04.2019

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Rezension zu "Das Fell des Bären" von Matteo Righetto

Monsterbär
Buchstabenliebhaberinvor 3 Monaten

Diese Geschichte kommt wie ein klassisches Märchen daher: Nach dem Tod der Mutter wird aus dem Vater ein mürrischer, unfreundlicher Mensch, der sich kaum um seinen Sohn mehr kümmert. Auch im Dorf ist der Alte ein Außenseiter. Er ist ein Dazugezogener.

Dann treibt der Teufelsbär sein Unwesen im Tal, und der Vater schließt im betrunkenen Kopf eine Wette ab, dass er den gefährlichen Bär töten wird. Eine stattliche Summe wird ihm dafür geboten. All seine Sorgen wären damit gelöst.

Er macht sich auf die Reise, sein Sohn muss mit. Vorher bringt er ihm noch das Schießen bei.

Die beiden wandern los, und der Vater blüht auf, sobald sie das Dorf hinter sich gelassen haben. Er kümmert sich wieder liebevoll um seinen Sohn, dieser erfährt so einiges aus dem Leben seines Vaters, als dieser noch jung und verliebt gewesen ist. Er lernt die alte Hütte des Vaters und seinen besten Freund kennen.

Die Bärenjagd ist gefährlich und sehr spannend erzählt. Aus dem Teenager wird ein Mann. Ok, noch ein sehr junger Mann, aber immerhin. Er hat Mut und Tapferkeit bewiesen und kämpft um das, was ihm zusteht.

Irgendwie werde ich mit italienischen Autoren nicht so richtig warm. Die Geschichte hat Potenzial und viele wunderbare Szenen. Allerdings war mir der Stimmungwechsel vom Vater zu abrupt, und auch das Ende ein wenig zu "drüber". Mehr möchte ich nicht verraten.

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Rezension zu "Die Seele des Monte Pavione" von Matteo Righetto

Ein raues Leben, ganz nah am Abgrund
Buecherfreundinimnordenvor 8 Monaten

Das Buch hat mir über weite Strecken sehr gut gefallen. Lediglich der Schluss schien mir ein wenig zu magisch, um glaubwürdig zu sein: Die Rettung der Heldin aus allergrösster Gefahr durch (Vorsicht Spoiler) ihren bis dahin als verschollen geltenden Vater, der nach langer Abwesenheit gerade jetzt und hier mitten in den Bergen auftaucht, um seiner Tochter das Leben zu retten... nun ja, das kam mir eher konstruiert vor. Ansonsten jedoch fand ich bis dahin die Geschichte spannend - der Autor hat die Lebensverhältnisse armer Bergbauern in den Dolomiten Ende des 19. Jahrhunderts sehr plastisch und vermutlich lebensnah geschildert. Auch die Natur in der Bergwelt wirkt sehr lebendig und echt. Ich mochte die junge Heldin und ihr Pferd, ich konnte den harten Überlebenskampf ihrer Familie nachvollziehen und habe nebenbei noch einiges um die Zeit damals gelernt. Vier Punkte, einen ziehe ich für einen Schluss ab, der mir persönlich etwas zu märchenhaft daherkam, um wahr zu sein.

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Rezension zu "Die Seele des Monte Pavione" von Matteo Righetto

Tabakanbau hat in Italien eine lange Tradition
Gwhynwhyfarvor einem Jahr

https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/die-seele-des-monte-pavione-von-matteo.html     Der Anfang: «Es gibt Dörfer, die scheinen das Unheil anzuziehen. Man riecht es schon, wenn man die Luft einatmet, die trüb ist, abgestanden und verbraucht wie alles, was dem Niedergang entgegengeht.»


Dieser Roman, ein historischer, literarischer Thriller, ist angesiedelt in Italien, im nördlichen, bergigen Bereich des Veneto um 1900. Tabakanbau hat in Italien eine lange Tradition und stand immer unter staatlicher Kontrolle. Bis heute ist Italien in Europa der größte Tabaklieferant. Der «Nostrano del Brenta» hat höchste Qualität, da er bis heute per Hand getrocknet wird. Um genau diesen Tabak geht es. 



Augusto de Boer ist einer dieser Tabakbauern, die unter staatlicher Knute Tabak anbauen. Die Samen werden zugeteilt, müssen vorsichtig vorgezogen werden, sorgsam ausgepflanzt und aufgezogen, jeden Tag umsorgt werden. Immer wieder kommen staatlichen Kontrolleure, überwachen, zählen die Pflanzen. Nach der Ernte erhält der Bauer einen staatlich festgelegten Preis pro Kilo. Handel findet nicht statt. Mit dem Erlös kommen die Bauern kaum über die Runden, obwohl sie in kärglichen Verhältnissen leben. Fällt die Ernte wetterbedingt schlecht aus, geht der Hunger durch das Dorf Nevada im Brentatal. Die Mutigen Männer zweigen ein wenig Tabak ab, verstecken ihn, schmuggeln den Tabak über die Grenze nach Österreich. Wer erwischt wird, geht ins Gefängnis. Die ganz Mutigen nehmen den gefährlichen Weg über den Passo di Pavione, der nicht ganz so streng bewacht wird, verkaufen in Imer und Mezzano ihren «Nostrano del Brenta» an die Bergleute. Sie erhalten dafür Kupfer- und Silberbarren. Einer von ihnen ist Augusto de Boer.


«Zum Abendessen hatte es Polenta, Ricotta und Karden gegeben. Agnese hatte am Kopfende des Tisches gesessen, auf dem Platz ihres Ehemanns, der seit über einem Jahr verschollen war …»

 

Seine älteste Tochter, Jole, nimmt er 1894 einmal mit auf den Weg, da er in diesem Jahr gut Tabak abzweigen konnte, Hilfe beim Tragen benötigt. Im Jahr darauf kehrt er nicht zurück von seiner Reise. Im Folgejahr geht es der Familie schlecht, sie wissen nicht, wie sie den Winter überstehen sollen. Sie hatten wieder Tabakblätter abgezweigt – und Jole wagt nun allein den gefährlichen Weg.


«De Menech verließ sich auf sieben Männer seines Vertrauens … Dabei handelte es sich um Bergleute, die während der Arbeit Metalle heimlich hinunterschluckten und zu Hause zurückgewannen, indem sie sorgfältig ihren Kot untersuchten.»


Atmosphärisch und unverblümt beschreibt Matteo Righetto das Leben der Bauern und Bergarbeiter, ausgepresst vom Staat. Der Tabakschmuggel in den Dolomiten gehörte zu den gefährlichen Zuverdiensten der Bauern, ein Wagnis, das mit Gefängnis oder Tod enden konnte. Seine Erzählung ist kurz und prägnant aufgebaut, und sie wird ab der Mitte sehr spannend. Ein Coming of Age – Jole begegnet unterwegs einigen Menschen – wem kann man vertrauen? Sagen wir es nach Brecht: «Der Mensch an sich ist schlecht.» Erzählerische Kraft zieht den Leser hinein in die Geschichte, die langsam startet, dann Vollgas bis zum Anschlag tritt. Einige Absätze lohnen sich, sie aufzusaugen, mehrfach zu lesen. Dann wieder gibt es kitschige Stellen, die verziehen sind. Bei den Protagonisten mag man auf den ersten Blick meinen, sie würden ins Klischee rutschen. Aber man muss sich in diese Zeit versetzen – eine Frau war Objekt, nichts wert. Insofern passen die Charaktere schon. Ein Roman im Genremix: literarischer Thriller, Abenteuerroman, historischer Roman, ein Coming of Age. Mir hat das Buch gut gefallen.


«Hier hatte er die Arbeiter beobachten können, die dazu verurteilt waren, zwanzig Stunden am Tag in den Tiefen der Welt, im Bauch und in den Eingeweiden der Erde zu schuften. Vor dem Leben verborgen. Gezwungen zu einer Existenz ohne Luft und ohne Licht, ohne Himmel und ohne Sterne. Mehr Dämon als Mensch.»

 


Matteo Righetto wurde 1972 geboren und lebt in Padua. Er ist Dozent für Literatur. Sein Roman «Das Fell des Bären» (Originaltitel: «La pelle dell’orso») war ein internationaler Bestseller und wurde von Marco Segato verfilmt. 


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Matteo Righetto wurde am 29. Juni 1972 in Padua (Italien) geboren.

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