Das Fell des Bären

von Matteo Righetto 
4,4 Sterne bei13 Bewertungen
Das Fell des Bären
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

TrebbinUs avatar

Schönes Cover, interessanter Plot, aber am Ende doch nicht wirklich lebendig, sondern fast klischeehaft. Schade.

Sigismunds avatar

Poetische, tiefgründige Novelle

Alle 13 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Das Fell des Bären"

Ein großes Abenteuer in den Dolomiten und eine berührende Vater-Sohn-Geschichte.
Seit dem Tod seiner Mutter vor zwei Jahren hat der 12-jährige Domenico ein hartes Leben: Sein Vater, ein Tischler, ist schweigsam und ungesellig wie ein Luchs geworden und interessiert sich nicht einmal für die glänzenden schulischen Leistungen seines Sohnes. Dieser findet Trost nur in der Natur, an den Bächen und Wasserfällen der Dolomiten.
An einem Herbstmorgen im Jahr 1963 eröffnet Pietro, der Vater, seinem Sohn, dass er heute nicht zur Schule gehen soll: Sie werden für einige Tage in die Berge gehen - mit Proviant und zwei alten Gewehren. Im Laufe des mühevollen Aufstiegs erfährt der Junge, dass Pietro eine Wette eingegangen ist: Ausgerechnet er, der Außenseiter im Dorf, hat versprochen, den Bären zu erlegen, der in dieser Gegend seit einigen Wochen Bienenstöcke zermalmt, Hirsche und Rehe reißt. Auf ein solches Abenteuer hat Domenico schon lange gewartet. Dass es ihn an seine Grenzen führt, wird rasch deutlich. Zugleich spürt er im Laufe der abenteuerlichen Jagd eine wundersame Wandlung seines Vaters: Unter dessen rauer Schale bricht ein zugänglicherer, viel emotionaler Mensch hervor, als Domenico je für möglich gehalten hätte.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783896675996
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:160 Seiten
Verlag:Blessing
Erscheinungsdatum:13.11.2017

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,4 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne7
  • 4 Sterne4
  • 3 Sterne2
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    TrebbinUs avatar
    TrebbinUvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Schönes Cover, interessanter Plot, aber am Ende doch nicht wirklich lebendig, sondern fast klischeehaft. Schade.
    Der Zauber ist ausgeblieben.

    Die vielen guten Rezensionen hatten mich neugierig gemacht. Doch der Funke ist gar nicht übergesprungen. Es ist ja auch schwierig, Ausgedachtes so mit Leben und Sprache zu erfüllen, dass es wirklich lebendig wirkt. Für mich war die Sprache flach, die Charakterisierung der Figuren holzschnittartig, fast klischeehaft und auch der Protagonist ist in meiner Fantasie blass geblieben. Die einzige, wirklich plastische Figur war in meinen Augen verrückterweise der Bär: Er ist mir mit seiner ungeheuerhaften Ausstrahlung und seinem penetranten animalischen Geruch sehr sinnlich erfahrbar geworden. Der Plot ist gut, aber mir hat’s nicht gereicht. Ich habe das Buch weitergegeben, was ich selten tue.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    YukBooks avatar
    YukBookvor 7 Monaten
    Eine Heldenreise durch die Dolomiten

    Auch wenn man nicht viel gemein hat mit dem zwölfjährigen Domenico, der am Ufer des Codalonga angelt und sich seinen Träumen hingibt, kann man sich als Leser sofort in seine Gefühlswelt hineinversetzen. Das liegt vor allem an der Sprachkraft Matteo Righettos, der die klare Bergluft in den Dolomiten, den Duft der Bäume und die archaische Landschaft mit allen Sinnen erspüren lässt.

    Domenico, der mit seinem Vater Pietro Sieff in Colle Santa Lucia lebt, träumt davon, etwas Großes zu erleben und ein außergewöhnliches Leben zu führen. Er hätte nicht geahnt, dass sich so schnell eine Gelegenheit dazu ergibt: Sein Vater will mit ihm auf die Jagd gehen und den Bären erlegen, der seit geraumer Zeit die Gegend unsicher macht und um den sich viele Mythen ranken.

    Während des mühsamen Aufstiegs auf der Suche nach der rotäugigen Bestie kommen sich Vater und Sohn unerwartet näher, und das macht das Besondere dieser Geschichte aus. Der Sohn lernt eine ganz neue Seite seines bisher so abweisenden und griesgrämigen Vaters kennen und erlebt seine Anerkennung und die emotionale Nähe wie eine Neugeburt. In einer schnörkellosen Sprache und mit viel Feingefühl entfaltet der Autor vor der Kulisse der imposanten Bergwelt nicht nur eine körperliche Grenzerfahrung, sondern vor allem Domenicos Wechselbad der Gefühle zwischen existenzieller Angst, Staunen, Stolz und tiefer Rührung.

    Kommentieren0
    26
    Teilen
    Frau_J_von_Ts avatar
    Frau_J_von_Tvor 7 Monaten
    Kurzweilige und beeindruckende Novelle

    Bereits vor eine Weile habe ich das Buch "Das Fell des Bären" von Matto Righetto gelesen und muss auch heute noch sagen, dass mich diese Geschichte sehr beeindruckt.


    Domenico hat ein recht hartes Leben. Nach dem Tod seiner Mutter hat der 12 Jährige jeglichen Kontakt zu Fürsorge und Liebe verloren. Sein Vater kümmert sich kaum um den Jungen und er hat nun die Hausarbeiten zu übernehmen.

    "Das Angeln bot ihm Gelegenheit, für sich zu sein, weit weg vom Zorn und den schwieligen, harten Händen seines Vaters Pietro. Dann warf er die Angelschnur aus, lauschte dem Rauschen des Flusses und ließ sich von den Bildern fortragen, die [...] sein Herz bewegten."

    Doch ein einzigartiges Unterfangen soll alles ändern. Eine Wette und ein in der Gegend Angst verbreitender Bär, bringt die Beziehung zwischen Vater und Sohn auf eine ganz neue Ebene. Die Jagd nach dem Bären scheint die rauhe Schale des Vaters zu knacken und eine Tür zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu öffnen.

    "Er stellte sich vor, Großes zu schaffen, ein außergewöhnliches Leben zu führen, träumte davon tausenderlei Abenteuer zu bestehen und Heldentaten zu vollbringen, die mit seinem täglichen Trott rein gar nichts zu tun hatten. Wie gern wäre er etwas dieser Tom Sawyer gewesen..."

    Matteo Righetto erschafft hier ein sehr poetisches Werk - ein leiser, aber umso sprachgewaltigerer Roman. Die Geschichte eines Jungen, dessen Leben durch das Auftauchen eines Bären eine Kehrtwendung nimmt und tragischer nicht verlaufen könnte. Triumpf und Verlust so nah bei einander und doch so weit weg. Ein großartiger, kleiner Roman über das Erwachsenwerden, den ich hiermit benahe jedem ans Herz legen möchte.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Sigismunds avatar
    Sigismundvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Poetische, tiefgründige Novelle
    Poetische, tiefgründige Novelle

    Ungemein beeindruckend und tiefgründig ist der fast einer klassischen Novelle gleichende, gerade einmal 160 Seiten starke Roman „Das Fell des Bären“ von Matteo Righetto (45), im November vom Verlag Karl Blessing herausgegeben. Es ist das erste in deutscher Übersetzung veröffentlichte Werk dieses italienischen Literaturdozenten, das bereits 2013 im Original erschien und 2016 verfilmt wurde. Wie der Titel vermuten lässt, geht es im Buch um etwas Großes, um ein Abenteuer, wie es der Schuljunge Dominico anfangs vermutet - nicht ahnend, dass es letztlich ums Ganze geht: um Sieg oder Niederlage, um Leben und Tod. Der Zwölfjährige lebt allein mit Vater Pietro, einem armen Tischler, in einem kleinen Bergdorf in den Dolomiten, die Mutter starb vor zwei Jahren. Seitdem ist der Vater verbittert, in sich gekehrt, spricht kein Wort mit dem Sohn, der sich nach väterlicher Liebe sehnt, sondern verbringt seine Freizeit in der Kneipe, auch dort am Tresen einsam. Domenico ist intelligent, ein strebsamer Schüler, aber als Streber in der Klasse ebenso ein Außenseiter wie es sein Vater als Eingeheirateter in der Dorfgemeinschaft noch nach Jahren geblieben ist. Als sich Pietro eines Tages entschließt, gemeinsam mit seinem Sohn einen in den Bergwäldern lebenden gewaltigen Bären zu erledigen, der den Talbewohnern zu einer Gefahr und zum Mythos geworden ist, beginnt für Domenico ein vermeintliches Abenteuer, mit dem er glaubt, nach erfolgreichem Abschluss seiner heimlich verehrten Schulfreundin als „Bärentöter“ imponieren zu können. Doch mit jedem Schritt der beiden Männer weg vom Dorf und hinein in die fast unberührte Wildnis entwickelt sich Righettos Erzählung – neben beeindruckenden Beschreibungen der faszinierenden Bergwelt – zu einer berührenden und schließlich dramatischen Vater-Sohn-Beziehung. Der griesgrämige und unnahbare Witwer erwacht wieder zum gefühlvollen Vater, umsorgt seinen Sohn fürsorglich, erzählt ihm aus glücklichen Jahren mit der Mutter und bringt ihm das Jagen bei. Der Zwölfjährige ist dankbar für dieses unerwartete Vertrauen, wird auf dieser Expedition binnen weniger Tage zum Mann und kehrt schließlich nach gefährlichem Abenteuer als Ehrenretter seines Vaters ins Dorf zurück. „Das Fell des Bären“ ist eine poetische Geschichte, die trotz ihrer Handlungsbeschränkung nur auf Vater und Sohn ungeheuer atmosphärisch und vielschichtig wirkt. Der Roman beeindruckt schon durch die ungewöhnliche Szenerie der Dolomiten, vor allem aber durch die Schilderung des Geschehens aus Sicht des Zwölfjährigen. In der schlichten Sprache seines Buches verbindet Autor Righetto die kindliche, noch unschuldige Sichtweise des Zwölfjährigen mit den schlichten Lebensumständen der ärmlichen Bergregion. Alles in allem ist „Das Fell des Bären“ ein ungewöhnlicher, auch spannender, dabei tiefsinniger Roman, der nicht nur von Erwachsenen gelesen werden sollte, sondern durchaus auch für Jugendliche interessant sein dürfte.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Erdhaftigs avatar
    Erdhaftigvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Vater-Sohn-Geschichte, die den Traum ein Held zu sein zur Wahrheit werden lässt.
    Rau: eine Heldenreise

    Eine Vater-Sohn-Geschichte, die den Traum ein Held zu sein zur Wahrheit werden lässt. Sie spielt in den Dolomiten der 1960-er Jahre. Wer sich mit Initiationen auskennt, wird die typischen Stationen einer klassischen Heldenreise beim Lesen entdeckt. Es gibt verschiedene Prüfungen und auch einen Helfer in Gestalt eines deutschen Eremiten, der in den italienischen Alpen lebt, es gibt den Tod und das Leben. Das alles in einer uralten Grenzregion, wo sich Österreicher, Südtiroler, Deutsche, Venezianer und Italiener treffen und mischen. In der Rituale, Aberglauben und Dorfdialekte gelebt und gesprochen werden. Wo man auch zusammenhält, wenn es denn sein muss.

    Es dreht sich vordergründig um die Jagd nach einem Bären, der die Dörfer unsicher macht. Bis dieser von Vater und Sohn gefunden wird, erfährt man in gut gesetzten Worten und wenigen Dialogen vieles über die Region, über den Grund der Heldenreise und so einiges mehr. Das Ende ist ein völlig anderes als man erwartet und sollte nicht vorab gelesen werden. Und falls Sie es doch zuerst lesen sollten: Es wird Sie vermutlich eher verwirren. Man versteht es nur im Zusammenhang von vorne nach hinten gelesen.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Barbara62s avatar
    Barbara62vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Vater-Sohn-Geschichte und Bergroman - einfach wunderbar erzählt.
    Das Wunder einer Blume nach langem Schnee

    Was für ein Protagonist! Domenico ist mir sofort ans Herz gewachsen. Der Zwölfjährige aus einem Dolomitendorf ist klein und dünn für sein Alter, sommersprossig und mit wachem, offenem Blick, doch es fehlt ihm an Zuneigung. Seit dem Tod der Mutter vor zwei Jahren hat sich sein Vater, der mittellose Tischler Pietro Sieff, verändert, ist hart geworden, verschlossen und ungesellig. Für seinen Sohn hat er kein aufmunterndes Wort, nur Zornausbrüche und Ohrfeigen. Die schulischen Erfolge des intelligenten Jungen interessieren ihn nicht, auch nicht Domenicos Träume, der weiter zur Schule gehen möchte,  Abenteuer bestehen und Heldentaten vollbringen will.


    Doch eines Tages erhalten Vater und Sohn die Chance zum Heldentum: Ein Bär treibt seit einigen Montaten sein Unwesen und versetzt die Menschen in Angst und Schrecken. Kein gewöhnlicher Dolomitenbär, deren letzter 1931 erlegt wurde, soll er sein, sondern eine rotäugige Bestie mit infernalischem Brüllen und pestartigem Gestank, genannt El Diàol, der Teufel. Einen solchen Bären gab es 1882 schon einmal, Vorbote einer katastrophalen Überschwemmung. Keiner traut sich die Jagd zu, bis Pietro, der verachtete Trinker, mit dem Lebensmittelhändler eine Wette eingeht: eine Million Lire für das Fell des Bären. Pietro weiß, dass er damit für immer ausgesorgt hätte, aber nicht nur das Geld, auch der Wunsch nach Anerkennung treibt ihn, den Zugezogenen an. Und so marschieren Vater und Sohn im Oktober 1963 mit zwei alten Gewehren los, Pietro entschlossen und mit neuer Kraft, Domenico mit der Hoffnung auf Ruhm und darauf, die Achtung seines Vaters wiederherzustellen. Die vier Tage, die sie gemeinsam in der Wildnis verbringen, wird ihre Beziehung verändern, denn kaum aufgebrochen, wird der Vater ein anderer Mensch, umgänglich wie noch nie. Er erzählt Domenico von früher und von seiner Trauer um die Mutter, seit deren Tod er das Gefühl hat, "vom Himmel nur noch die Hälfte zu sehen",  verbindet ihm die wunden Füße, ruft ihn mit seinem Kosenamen Menego und bringt ihm das Schießen bei. "Es war als wären sie beide noch einmal zur Welt gekommen, als habe dieses gemeinsame Abenteuer ein kleines Wunder geschehen lassen. Das Wunder einer Blume nach langem Schnee. Ja, genauso fühlte und sah sich Domenico: wie ein zarter Blütenkelch, der sich nach monatelangen Schneefällen den Sonnenstrahlen öffnet. Und wie wärmten diese väterlichen Strahlen sein Herz."


    Jederzeit jedoch sind Vater und Sohn sich der Gefahr ihrer Unternehmung bewusst: "Sieg oder Untergang, alles oder nichts", denn El Diàol verzeiht keinen Fehler und das Fell des Bären muss teuer erkauft werden.


    Matteo Righetto, geboren 1972 und Dozent für Literatur, war mit seinem Debüt "Das Fell des Bären" in seiner Heimat Italien sehr erfolgreich. Der kurze, nur 160 Seiten umfassende Roman, ist eine eindringliche, bildreiche, klar und einfach erzählte Vater-Sohn-Geschichte, ein Bergroman mit sehr eindrücklichen Naturschilderungen und darüber hinaus eine ungeheuer spannende, überraschende und bisweilen gruselige Geschichte, die mich bei der Schilderung von Gerüchen und Geräuschen immer wieder hat erschauern lassen. Nach Paolo Cognettis "Acht Berge" ist es bereits mein zweiter beeindruckender italienischer Bergroman in diesem Jahr, hat mir aber literarisch noch besser gefallen.


    http://xn--mit-bchern-um-die-welt-wlc.de/matteo-righetto-das-fell-des-baeren/

    Kommentieren0
    110
    Teilen
    killmonotonys avatar
    killmonotonyvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Leise, gewaltig, rührend und einfach nur wunderbar erzählt der Autor von einer Vater-Sohn-Beziehung, die sich erst noch entwickeln muss.
    Rezension: Das Fell des Bären

    Auf einer längeren Busfahrt habe ich mir dieses kleine Schätzchen von Buch zu Gemüte geführt. Bereits nach den ersten Seiten ahnte ich, dass dieses Buch ein kleines Highlight wird, ganz in der Art wie Seethalers „Ein ganzes Leben“ oder Cognettis „Acht Berge“. Und ich sollte Recht behalten, denn auf nur knapp 160 Seiten schafft der Autor es, eine wahnsinnig rührende, wunderbare Geschichte zu erzählen: Domenico leidet seit dem Tod seiner Mutter unter den immer schlimmer werdenden Launen seines Vaters Pietro. Dieser ist stets schlecht gelaunt, schreit viel und wird des öfteren auch gewalttätig. Obwohl Domenico nur die besten Schulnoten nach Hause bringt, interessiert sich sein Vater herzlich wenig für seinen Sohn; alles was für ihn zählt ist die freie Natur vor der Tür: die Dolomiten. Als immer mehr Gerüchte von einem gigantischen Bären aufkommen, der Wild reißt, einen ekelerregenden Gestank und übel zugerichtete Kadaver hinterlässt, trauen die Dorfbewohner in den Bergen ihren Ohren kaum. Doch leider gibt es immer wieder Fälle, wo Anwohner ihre Herde verlieren oder nachts von grauenerregendem Geschrei aufgeschreckt werden. Während die Männer des Dorfs sich in der örtlichen Kneipe treffen, um die neusten Bären-Berichte auszutauschen, legt Pietro, der Außenseiter des Dorfs, es darauf an, eine Wette mit einem der Männer abzuschließen: Er würde diesen Bären eigenhändig töten! Ungläubig bietet im der Wettpartner dafür nicht weniger als eine Million Lire. Kurzerhand bricht Pietro am nächsten Tag mit seinem Sohn im Schlepptau auf in den Wald, um sich dem Monster zu stellen. Es wird eine anstrengende Reise, und nach und nach gelingt es Pietro, sich für seinen Sohn zu öffnen…

    Nirgendwo fühlte Domenico sich so wohl wie am Wasser. Das Angeln bot ihm Gelegenheit, für sich zu sein, weit weg vom Zorn und den schwieligen, harten Händen seines Vaters Pietro. Dann warf er die Angelschnur aus, lauschte dem Rauschen des Flusses und ließ sich von den Bildern forttragen, die ihm durch den Kopf gingen und sein Herz bewegten.

    Hach, was für ein leises und doch gewaltiges Buch! Matteo Righetto hat es mit „Das Fell des Bären“geschafft, mich aus der Reserve zu locken. Innerhalb weniger Seiten habe ich mich auf die Geschichte eingelassen und mit dem jungen Domenico mitfühlen können – aber auch mit seinem Vater. Zugegeben, dieses Buch ist nicht unbedingt außerhalb meiner Komfortzone, sondern genau ein solches, wo ich bereits vorher wusste, dass es toll wird. Zudem habe ich noch erfahren, dass es verfilmt wurde, da steht mir noch ein Leckerli bevor!  Dieses Buch ist jedenfalls zwischen den übrigen Büchern, die ich die letzte Zeit gelesen habe, herausgestochen und konnte mich komplett überzeugen. Man erfährt nicht allzu viel von den Charakteren, gerade genug, dass es für die Länge des Buches genügt, aber das tut der wunderbaren Geschichte keinen Abbruch. Die Erzählsprache ist wunderbar, leicht und schnörkellos; man hat das Gefühl, dass kein Satz überflüssig ist. Die Charaktere wurden vom Autor liebevoll gestaltet, sodass man als Leser „mittendrin statt nur dabei“ ist. Pietro leidet auch nach zwei Jahren noch an dem Tod seiner Frau und zieht sich immer weiter in sein Schneckenhaus zurück. Für seinen Sohn hat er nicht mehr übrig als ein paar kalte Worte. Doch als er mit seinem Sohn den schwierigsten Weg seines Lebens antritt, um den Riesenbär niederzustrecken, taut er doch langsam auf und vertraut seinem Sohn allerhand Dinge an; über seine Mutter Claudia, über diese Hütte im Wald, über Dinge, die wichtig sind.

    Die vollständige Rezension findet ihr auf dem Blog: http://killmonotony.de

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    Ariettas avatar
    Ariettavor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Intensive und berührende Vater und Sohngeschichte, die mich sehr berührt hat.
    Eine berührende und tiefgehende Vater und Sohn Geschichte

    Meine Meinung:


    Zum Autor:


    Matteo Righetto, hat mich mit seinem Vater-Sohn Roman , Das Fell des Bären, sehr verzaubert und ergriffen, eine Geschichte die tief mein Herz berührt hat. Mit seinem Schreibstil und der großartigen Erzählkunst, in sehr leisen und doch kraftvollen Tönen hat er mich beim Lesen mitgerissen, es war wie ein Strudel der einem mit in die tiefe reißt und dem man sich nicht mehr entziehen konnte. Das ganze geschehen ist sehr Bildhaft und real erzählt, man spürte die Anspannung und Angst der Protagonisten als sie diese Ausgeburt eines Teufels von Bären jagen und töten wollen. Man roch den bestialischen Gestank die dieses Ungeheuer ausströmte und hörte das schauerliche Gebrüll, das einem durch Mark und Bein ging. Sehr spannend ist das Leben und sehr Bildhaft die Landschaft in den Dolomiten in den 1963er Jahren beschrieben.Seine Figuren sind sehr real und lebendig, zum Greifen nah, auch die einzelnen Charaktere und deren Seelenleben ist sehr gut herausgearbeitet.


    Zum Inhalt:

    Man lernt den Tischler Pietro den Witwer und Vater und seinen Sohn den 12 Jährigen Domenico kennen. Der Vater ist ein griesgrämiger und wortkarger Mensch, nach dem Tod seiner Frau hat er sich noch mehr in sich zurückgezogen, wie eine Auster. Auch im Dorf ist er nicht beliebt, er ist eben ein zugereister. Domenico dagegen ist ein sehr liebenswertes und intelligentes Kerlchen. Das man mal gerne in die Arme nehmen würde, um ihm das zugeben was ihm sein Vater nicht geben kann. Das alles ändert sich eines Abends als Pietro mal wieder im Gasthaus sitzt. Es geht in den Gesprächen um die Bestie den Diablo, der die Gegend unsicher macht, alle haben Angst und keiner hat den Mumm, dem Ungeheuer den Garaus zumachen. Da meldet sich Pietro zu Wort, er will das Tier jagen und töten, der großspurige Geschäftsmann Crepaz bietet ihm 1 Million Lire wenn er es Schafft, 1963 sehr viel Geld. Am nächsten morgen wird Domenico von seinem Vater aufgefordert ihn auf der Jagd zu begleiten. Es war aufregend mit ihnen durch die Dolomiten zu wandern, mit ihnen auf Spurensuche zu gehen, und in diesem dunklen und verwunschenen Hexenwald zu landen. Aber es hat auch etwas gutes auf sich, hier kommen sich Vater und Sohn so nahe wie nie zuvor im Leben und man lernt einen ganz anderen Pietro kennen, selbst Domenico ist erstaunt und Stolz auf seinen Vater. Er öffnet sich seinem Sohn und erzählt ihm seine Lebensgeschichte. Als beide im Hexenwald landeten, konnte man den Bären riechen und spüren, man zuckte bei jedem knacken zusammen. Als sie endlich der Ausgeburt einer Bestie gegenübertraten und sie ihm in die Augen blicken konnten, spürte man die ganze Anspannung und Angst der beiden, die Gewehre im Anschlag. Domenico der wie versteinert ist und sich an die Worte seines Vaters erinnert, nur der Sieger gewinnt, und hofft und betet das sie lebend daraus hervorgehen werden und mit ihrer erlegten Beute das Tal wiedersehen werden.


    Eine Geschichte die einem tief berührt und unter die Haut geht.

    Kommentieren0
    36
    Teilen
    F
    FHummervor 6 Monaten
    Tounys avatar
    Tounyvor 8 Monaten

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks