Matthew Goodman In 72 Tagen um die Welt

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Inhaltsangabe zu „In 72 Tagen um die Welt“ von Matthew Goodman

Wie zwei Journalistinnen 1889 mit ihrem Wettrennen um die Welt Geschichte schrieben

In 80 Tagen um die Welt – niemand war jemals auch nur annähernd so schnell gewesen, als im November 1889 zwei Frauen zu einem unerhörten Unternehmen aufbrachen. Die amerikanischen Journalistinnen Nellie Bly und ihre Kontrahentin Elizabeth Bisland wollten die Welt in 75 Tagen umrunden. Von New York aus starteten sie in entgegengesetzte Richtung zu ihrem Wettlauf um den Globus, bei dem sie sich die modernste Technik ihrer Zeit zunutze machten: Dampfschiff, Eisenbahn, Kommunikation via Telegraph. Die beiden Frauen konnten unterschiedlicher kaum sein: Nellie Bly, eine handfeste, frühe 'Selfmade-Frau', die es von den Kohleminen in Pennsylvania zur Star-Reporterin für den legendären Joseph Pulitzer geschafft hatte. Elizabeth Bisland dagegen, die für 'The Cosmopolitan Magazine' startete, entstammte einer der wohlhabenden alten Familien des Südens. Sie liebte Poesie und Literatur und galt als schönste Frau der New Yorker Presse. Am Ende ihres Abenteuers werden beide schneller als 75 Tage gewesen sein, und es wird nur ein schmaler Grat zwischen triumphalem Sieg und bitterer Niederlage sein.

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  • Faszinierendes Wettrennen zweier Journalistinnen um die Welt anno 1889

    In 72 Tagen um die Welt

    Penelope1

    11. October 2015 um 19:19

    Inhalt: New York 1889: Ist es möglich, die Welt in 80 Tagen oder gar weniger zu umrunden – wie in Jules Vernes‘ berühmten Roman? Zwei Journalistinnen setzen sich ein neues Ziel: Sie wollen den Globus innerhalb 75 Tagen umreisen ! Ausgangspunkt ist New York, doch während sich Nelly Bly Richtungen Osten auf den Weg macht, begibt sich Elisabeth Bisland nach Osten hin auf die Reise um die Welt. Und was als Newspaper-Story begann, entwickelt sich immer mehr zu einem Wettrennen der besonderen Art … Meine Meinung: Diese abenteuerliche Story zweier Frauen, die die Welt in nur 75 Tagen umreisen wollen, ist eine wahre Geschichte ! Genau genommen handelt es sich um ein erzählendes Sachbuch, in dem keines der geschilderten Ereignisse fiktiv ist! Doch nicht nur das: Dialoge und viele Textstellen wurden einer schriftlichen Quelle entnommen, die man im Anhang des Buches nachverfolgen kann. Umsomehr begeisterte mich diese wahre Geschichte um zwei Journalistinnen, die sich Ende des 19. Jahrhunderts – mehr oder weniger freiwillig – auf den Weg auf diese besondere Reise machten. Beide Journalistinnen wollen beweisen, dass sie sich in dieser von Männern beherrschten und dominierten Welt behaupten können. Außerdem soll dies eine besondere und lesergewinnende Story werden ! Die Öffentlichkeit nimmt interessiert Anteil daran, von der Presse auf dem Laufenden gehalten und durch ein Gewinnspiel zur aktiven Beteiligung aufgefordert. Fasziniert begleitet auch der Leser die beiden Frauen auf ihrer Reise, erhält teilweise detaillierte Einblicke in das damalige Zeitalter – erfährt nicht nur so manches über die Transportmittel Dampfschiff und Eisenbahn, sondern erhält auch vielfältige Eindrücke über Leben und Kultur auf den verschiedenen Reise-Stationen wie z.B. in China, Japan, Ceylon, Italien, London und natürlich in Amerika/New York. Dem Autor gelingt es meisterhaft, den Zeitgeist des viktorianischen Zeitalters festzuhalten und auch den Leser daran teilhaben zu lassen. Und das immer in der Gewissheit, dass hier nichts erfunden, sondern real ist/war. Und nebenbei immer die Zeit im Blick: Sind die beiden Reisenden noch im Zeitplan, werden sie den Anschlussdampfer erreichen? Und natürlich die Frage: Wer wird zuerst wieder in New York eintreffen, wer wird Sieger, wer Verlierer? Werden sie es innerhalb der selbst gesetzten Frist von 75 Tagen schaffen? Die Kapitelüberschriften sind mit Datum und Ort versehen, einige s/w-Abbildungen vertiefen die Eindrücke und sorgen dafür, dass man sich als Leser noch besser in die beschriebene Zeit hineinversetzen kann. Fazit: Für mich war dies eine unterhaltsame und informative Reise um die Welt, gemeinsam mit zwei  außergewöhnlichen und starken Frauen ihrer Zeit. Unterhaltsam und sehr informativ – ein Roman bzw. ein „erzählendes Sachbuch“, das den Leser in die Welt des 19. Jahrhunderts entführt – sehr empfehlenswert !

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  • Historische Reportage

    In 72 Tagen um die Welt

    michael_lehmann-pape

    17. December 2013 um 16:10

      Jules Verne hatte die fiktive Vorlage geliefert für dieses reale Unterfangen, das im November 1889 seinen Anfang nahm.   Im Zeitalter der beginnenden Technik, der Dampfmaschinen in Lokomotiven und auf Schiffen war es erstmalig möglich, die Geschwindigkeit der Bewegung rasant zu steigern. Alle Unternehmungen vor dieser Zeit waren und blieben immer begrenzt auf die maximale Geschwindigkeit von Pferden. Nun aber eilten Schiffe zu Rekorden im Blick auf transatlantische Überquerungen und durch die Erschließung der Kontinente durch Eisenbahngesellschaften waren auch Überlandreisen enorm beschleunigt.   Sollte es also möglich sein, die Fiktion von Verne in die Realität umzusetzen, gar noch zu unterbieten?   Zwei amerikanische Zeitungsredaktionen schickten dieses Unternehmen auf den Weg. Und das ganz außerordentlich für die damalige Zeit, nicht mittels „verwegener Männer“, sondern tatsächlich mittels zweier Frauen.   Nelly Bly, erst seit zwei Jahren Reporterin bei der „New York World“ macht den Anfang und schifft sich in New York auf die „Auguste Victoria“ ein, um zunächst nach Britannien und dann quer durch Europa durch die Kontinente die Welt zu umrunden (ein Weg, auf dem im Übrigen Jules Verne durchaus eine reale Rolle spielen wird). Ein Rekordversuch, der ihre eigene Idee war und von dem sie die Redakteure zunächst mit viel Geduld überreden musste.   John Brisbane Walker, Besitzer des „Cosmopolitan“, erfuhr aus der Zeitung von Nellie Blys Umsetzung und überredete seinerseits die Autorin und Literaturkritikerin Elizabeth Bisland, sich als „Konkurrentin“ ebenfalls auf den Weg zu machen. In umgekehrter Richtung, sprich, zunächst mit der Bahn ans andere Ende Amerikas und dort dann per Schiff quasi der Route Blys entgegengesetzt.   Zwei Frauen, von unterschiedlichem Charakter (die burschikose Nellie und die eher feingeistige Elizabeth).   Von beiden Frauen berichtet Goodman in komprimierter Form zu nächst biographisch, um dann in ruhigen Perspektivwechseln die historischen Fakten der beiden Reisen nachzuerzählen. Hierbei ist es sein ausgesprochenes Unterfangen, möglichst wenig zu redigieren und möglichst eng an den Quellen seine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, die er zum Ende hin in ebenfalls biographisch komprimierter Form ausklingen lässt durch das weitere Ergehen der beiden Frauen bis zu deren Tod hin.   So legt Goodman einerseits keinen Abenteuerroman vor, wie es Jules Verne tat, sondern beschreibt sehr genau die technischen Herausforderungen, das Planen und Einhalten von Fahrplänen (die damals alle eher in Schätzwerten nur vorlagen) und die Stationen der jeweiligen Reisen. Zudem bietet er einen intensiven Einblick in jene Zeit des ausklingenden viktorianischen Zeitalters, zeigt die Einflussnahme von Technik und Geschwindigkeit auf den Menschen und vermag es sehr treffend, das Lebensgefühl jener „Aufbruchjahre“ vor den Augen des Lesers auferstehen zu lassen.   Spannend im eigentlichen Sinne ist diese etwas trocken geratene historische Reportage nicht zu nennen, wohl aber informativ und in den gut recherchierten Details gelungen.

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