Matthew Lewis (MONK) BY [LEWIS, MATTHEW](AUTHOR)PAPERBACK

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Inhaltsangabe zu „(MONK) BY [LEWIS, MATTHEW](AUTHOR)PAPERBACK“ von Matthew Lewis

Auch heute noch sehr unterhaltsam zu lesen, wenn man darüber hinwegsehen kann, dass die Charaktere teilweise doch sehr ähnlich sind.

— sabisteb
sabisteb
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  • Inzest, schwangere Nonnen, Lustmönche, Mord - Was will man mehr?

    (MONK) BY [LEWIS, MATTHEW](AUTHOR)PAPERBACK
    sabisteb

    sabisteb

    27. January 2015 um 16:35

    He remained for some moments devouring those charms with his eyes which soon were to be subjected to his ill-regulated passions. Her mouth half-opened seemed to solicit a kiss: He bent over her; he joined his lips to hers, and drew in the fragrance of her breath with rapture. This momentary pleasure increased his longing for still greater. His desires were raised to that frantic height by which Brutes are agitated. He resolved not to delay for one instant longer the accomplishment of his wishes, and hastily proceeded to tear off those garments which impeded the gratification of his lust.   Dieses Zitat stammt aus einem Buch aus dem Jahre 1796. Und derjenige, der die junge, schlafende Frau mit seinen Blicken auszieht ist ein Mönch. Man könnte sagen, dieser Roman ist der Skandalroman des Jahres 1796. Es gab drei Auflagen, die schnell vergriffen waren, die vierte Auflage lief dann nicht mehr ganz so gut, weil der Autor gezwungen war, alles was blasphemisch oder sexuell anzüglich war (also die unterhaltsamen Stellen), herauszuzensieren. Das fanden die Leser nicht ganz so toll, was die Preise der unzensierten dritten Auflage in die Höhe trieb. Aber fangen wird beim Anfang an. Um was geht es in diesem Buch. Natürlich um die Liebe, wie in jedem guten Gothic Roman. Nur hier ist geht es wahrlich nicht so sittsam zu, wie man es kennt, sondern eher ganz normal, so wie heute. Man könnte das Buch fas für ein Buch von Philipp Vandenberg halten, hier wird mit Herzenslust Kirchebashing betrieben. Don Raymond liebt die kleine Schwester Agnes seines Freundes Lorenzo. Dumm ist dabei nur, dass Agnes Mutter, als sie schwanger war, schwer krank wurde und das Kind dem Klosterleben geweiht hat, sollte sie überleben. Agnes ist aber so gar nicht für das Kosterleben geschaffen. Sie liebt Raymond und die beiden wollen durchbrennen. Agnes will sich dafür als der Geist der blutenden Nonne verkleiden. Schlechtes Timing führt dazu, dass Raymond mit dem Geist durchbrennt und Agnes im Kloster landet. Nachdem Raymond so einiges tun musste, um den Geist zu beschwichtigen stöbert er Agnes im Kloster auf und sie wird schwanger. Nun ist guter Rat teuer, wie bekommt man Agnes wieder aus dem Kloster? Währenddessen liebt Lorenzo Antonia, die Tochter des Halbbruders seines Freundes Raymond. Die Ehe von Agnes Eltern stand unter einem schlechten Stern, da Raymonds Vater nicht damit einverstanden war, dass sein ältester Sohn eine Bürgerliche ehelichte. Agnes steht sowohl auf Lorenzo als auch auf den charismatischen Mönch Ambrosio, aber letztendlich doch mehr auf Lorenzo. Matilda jedoch steht so sehr auf Ambrosio, dass sie sich als Mönch verkleidet, um in seiner Nähe zu sein. Sie verführt Ambrosio, die beiden haben eine leidenschaftliche Affäre im Kloster bis Ambrosio doch lieber was mit Agnes anfangen will. Das ist nicht so einfach, wenn man Mönch ist. Dieses Buch hat alles, was man sich so als Kirchenverächter wünscht: Mönche die sich in das sexy Abbild der Gottesmutter Maria verlieben, schwangere Nonnen, Vergewaltigungen in unterirdischen Grabanlagen, Sex vor der Ehe, Mönche, die ihr Dasein als Wegelagerer fristen und die Ehefrauen toter Kameraden zwangsehelichen, Geister, Klöster, Schlösser, Unterirdische Gänge, Teufelsbeschwörung und Teufelsanbetung und das alles 1796. Der Autor ergeht sich in der Beschreibung von Tod und Verfall und steht besonders auf die grausigen Details. Da wacht die Heldin schon mal aus ihrem Drogeninduzierten Koma in einer Gruft zwischen modernden Leichen auf, eine andere hält ihr Totes Kind solange in den Armen, bis es verwest und dann dazuwischen lakonische Sprüche wie 'Men have died, and worms have eat them; but not for Love!' Das Buch ist auch heute noch sehr unterhaltsam zu lesen, wenn man darüber hinwegsehen kann, dass die Charaktere teilweise doch sehr ähnlich und austauschbar sind. Ich hatte permanent Probleme die Figuren anhand ihrer Namen auseinanderzuhalten, weil sie sich so ähnlich waren (bis auf Ambrosio und Matilda (später)). Und auch die beiden Freunde sind zu ähnlich, zu farblos, zu charakterlos zu edel und treudoof. Dennoch unterhaltsamer Lesestoff solange man ihn nicht zu Tode interpretiert, denn natürlich haben sich die Gelehrten auch an diesem Buch wieder rechtschaffen abgearbeitet. Da wird dann palavert, dass es so viele Parallelen innerhalb der Geschichte gibt, dann ergeht man sich in den Regeln des Gothic Genre, um zugeben zu müssen, dass der Autor lustvoll mit diesen bricht. Irgendwie muss man wohl rechtfertigen, wenn man in der Arbeitszeit unterhaltsame Gothic Novells liest und schreibt dann halt Artikel zur intellektuellen Selbstbefriedigung. Das sollte einem aber nicht den Spaß nehmen das Buch zu genießen, denn die Katholische Kirche kommt so wunderbar schlecht weg.

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