Kühe

von Matthew Stokoe 
3,3 Sterne bei10 Bewertungen
Kühe
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (5):
Janna_KeJasBlogs avatar

Holy shit! Definitiv nichts für jede*n!

Kritisch (3):
PeWas avatar

Es gab schon härtere...

Alle 10 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Kühe"

Ein blutgetränkter Albtraum. Aber auch ein Meisterwerk der Literatur.

Steven ist 25 Jahre alt. Im Fernsehen beobachtet er all die perfekten, fröhlichen Menschen und träumt davon, selbst das normale Glück zu finden. Vielleicht mit Lucy, die eine Etage über ihm wohnt – auch wenn ihre Besessenheit für Vivisektionen echt krank ist.
Aber Stevens Mutter würde das niemals zulassen. Sie hasst ihn und will ihn zerstören: »Sie verabscheuten einander seit dem Augenblick, als sie ihn aus ihrer Fotze gedrückt hatte. In der zugemüllten Küche hatte sie ihn auf dem Tisch, an dem sie heute noch aßen, aus dem blutigen Schlamassel zwischen ihren Beinen gezogen und verflucht. Und er hatte ihr, da er spürte, dass es sein ganzes Leben lang noch schlimmer kommen würde, gleich in die Augen gepisst.«
Als Steven Arbeit in einem Schlachthaus findet, offenbart ihm der unvorstellbar perverse Vorarbeiter Cripps, wie man durch das Töten von Kühen ›echte Erfüllung‹ findet. Doch die Tiere beginnen mit Steven zu reden und sie bitten um Hilfe …

COWS, weltweit gefeiert als Kult-Klassiker des Urban Horror, gilt als der extremste Roman, der je geschrieben wurde. Abstoßend, traurig, aber auch originell. AMERICAN PSYCHO ist dagegen Kinderkram.

Kirkus Review: »Der literarische Underground-Schocker Stokoe schlägt seine Leser mit dieser blutigen, wirklich ekligen Verhöhnung der Normalität voll ins Gesicht.«

Publishers Weekly: »Eine Phantasmagorie der extremen Gewalt, des Todes, der Sexualität, der Bestialität, der Selbstchirurgie, der Folter und einer wirklich, wirklich, wirklich schlechten Mutter-Sohn-Beziehung, die da beginnt, wo der Marquis de Sade aufhörte. Stokoe ist ein begabter Schriftsteller, was den Inhalt umso schrecklicher macht …«

Dennis Cooper: »Sehr verstörend und überirdisch begnadet. Die vernichtende Schilderung des Lebens in der britischen Unterschicht. COWS gilt als der mutigste englischsprachige Roman der letzten Jahrzehnte.«

FESTA MUST READ: Große Erzähler ohne Tabus. Muss man gelesen haben.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783865525284
Sprache:
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Festa Verlag
Erscheinungsdatum:07.04.2017

Rezensionen und Bewertungen

Neu
3,3 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne2
  • 4 Sterne3
  • 3 Sterne2
  • 2 Sterne2
  • 1 Stern1
  • Sortieren:
    Ambermoons avatar
    Ambermoonvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Milieustudie die mich manchmal an meine Grenzen brachte. Trotzdem konnte es mich nicht gänzlich überzeugen.
    Schlachthaus-"Idylle"

    Triggerwarnung: Sodomie, physische wie psychische Vergewaltigung, Tierquälerei, detailierte Beschreibung von Gewalttaten.

    Um eine aussagekräftige Rezension zu schreiben, welche andere potenzielle Leser darauf vorbereitet was sie darin erwartet, um entweder nicht blind hineinzustolpern, oder aber Liebhaber dieses Genres anzufixen, ist es notwendig ein paar Zitate aus dem Buch wiederzugeben (wobei ich mich auf die harmloseren beschränke), sowie Weniges zum Inhalt (was mich persönlich an meine Grenzen brachte) anzuführen. Dies könnte auf manche Leser verstörend wirken, daher empfehle ich Zartbesaiteten auf das Buch, wie auch auf meine Rezension zu verzichten! Danke für Euer Verständnis.

                                                  ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

    Steven ist 25 Jahre alt. Im Fernsehen beobachtet er all die perfekten, fröhlichen Menschen und träumt davon, selbst das normale Glück zu finden. Vielleicht mit Lucy, die eine Etage über ihm wohnt - auch wenn ihre Besessenheit für Vivisektionen echt krank ist.
    Aber Stevens Mutter würde das niemals zulassen. Sie hasst ihn und will ihn zerstören: »Sie verabscheuten einander seit dem Augenblick, als sie ihn aus ihrer Fotze gedrückt hatte. In der zugemüllten Küche hatte sie ihn auf dem Tisch, an dem sie heute noch aßen, aus dem blutigen Schlamassel zwischen ihren Beinen gezogen und verflucht. Und er hatte ihr, da er spürte, dass es sein ganzes Leben lang noch schlimmer kommen würde, gleich in die Augen gepisst.«
    Als Steven Arbeit in einem Schlachthaus findet, offenbart ihm der unvorstellbar perverse Vorarbeiter Cripps, wie man durch das Töten von Kühen echte Erfüllung findet. Doch die Tiere beginnen mit Steven zu reden und sie bitten um Hilfe ...(Klappentext)

                                                    ♦♦♦♦♦


    Dieses Buch erschien in England bereits 1997 und wird von so manchen bereits als Horror-Klassiker bezeichnet. "Abartig", "Verstörend", "kranke Perversion" - das sind alles Bezeichnungen, welche man bezüglich des vorliegenden Buches liest. Aber man findet auch ebenso Titulierungen wie: "Begnadet", "Meisterwerk", "genialer Schreibstil".
    Bis auf das "Meisterwerk" kann ich das alles unterschreiben. 
    Ich habe mich also gewappnet etwas wirklich Verstörendes zu lesen...und doch war es zu wenig. Außerdem dachte ich, ich wäre aufgrund meiner Vorliebe zu Splatter- und Gore-Filmen doch etwas abgehärtet...falsch gedacht, denn bei gewissen Szenen stieg sogar ich aus (wobei das vermutlich ganz andere Szenen waren als bei so manch anderen Lesern). Hier muss jeder selbst entscheiden ob das Buch etwas für einen ist, oder man lieber die Hände davon lässt.

    ♦♦♦

    "Er verzehrte sich vor Sehnsucht, sie nachzuahmen, Anteil zu haben an der Massennormalität, die wie Kathodenwellen über die toten Nächte seiner Einsamkeit rollte." (S. 16)

    Steven lebt mit seinen 25 Jahren immer noch bei seiner Mutter, jedoch nicht weil es ihm im Hotel-Mama so gut gefällt, sondern weil ihm nichts anderes übrig bleibt und er auch gar nicht anders kann. Er ist nämlich der Sohn einer absolut gestörten Mutter, was sich schon allein dadurch offenbart, dass sie von sich in der 3. Person spricht. Wenn es nur das wäre, denn sie schenkt Steven kein warmes zu Hause voller Liebe, sondern die Hölle auf Erden in einer abgesifften Drecksbude. Sie hält ihn klein, gibt ihm rohen Schafsmagen oder ähnlich ekelhaftes Zeug zu essen und beschimpft ihn auf das Derbste.

    "Wer sollte dich denn lieben, Steven? Ich habe da draußen gelebt, bevor du meine Fotze infiziert hast. Ich weiß, was die mögen und lieben. Dich ganz sicher nicht. Hast du gehört du kleiner Pisser? Dich ganz sicher nicht." (S. 68)

    Er selbst wünscht sich nichts sehnlicher als ein normales Leben zu führen. Ein Leben wie die Menschen in den Filmen, in die er sich flüchtet...ein Leben wie alle Menschen dort draußen. Sie hasst ihn genauso wie er sie hasst. Ein abartiges Abhängigkeitsverhältnis schweißt Steven und seine Mutter auf kranke Weise zusammen. Bis Steven eine Anstellung im Schlachthaus bekommt und ihn Cripps, ein perverses Schwein von Vorarbeiter, unter seine Fittiche nimmt und ihm lernt wie man im Töten von Kühen Erfüllung findet, sexuell wie auch emotional.
    Das Macht- und Abhängigkeitsverhältnis zwischen Steven und seiner Mutter  beginnt zu kippen....und dann beginnen auch noch die Kühe mit ihm zu sprechen. Auch sie begehren auf, verlangen nach Freiheit und auch sie wollen eine Verschiebung der Machtverhältnisse und dafür brauchen sie Stevens Hilfe.

    Der Roman greift Themen auf wie Einsamkeit, zerstörende Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse und physischen wie auch psychischen Mißbrauch und das auf sehr unkonventionelle Art und Weise in der sich Ekelszenen und blutige Gewalt fast ohne Punkt und Komma aneinanderreihen.

    "Die Klingen der Schere glitten mit einem leisen Knirschen zusammen und schnitten den Muskel des Rektums durch. Gummy schrie und übergab sich, Blut spritzte aus seinem durchgeschnittenen Arsch." (S. 127)

    Hier werden Sodomie und das Essen von Exkrementen (die zwei Dinge an denen ich besonders zu knabbern hatte) genauso detailliert und bildhaft beschrieben wie auch die Gewaltszenen, aber auch der Seelenschmerz von Steven.
    Trotzdem ist es fast schon so etwas wie provozierende literarische Kunst, denn hier trifft intelligente Tiefsinnigkeit auf abartiges Szenario und derbe Gossensprache.

    "Das Muttertier. Die lieblose Hurenfotze stand über dem Gasherd mit seinen zwei Flammen und rührte ranziges Schweinefleisch in einer Pfanne um. Die Küche roch nach Gas, Öl und dem Gestank toter Fische zwischen ihren Beinen." (S. 11)

    Wenn man es schafft in all den Abartigkeiten zwischen den Zeilen zu lesen, ist es mehr als nur blosse Aneinanderreihung von Ekelszenen. Es ist eine Milieustudie aus der Unterschicht Englands, die ein Leben ohne Perspektive, jedoch mit umso mehr psychischer und physischer Verwahrlosung, aufzeigt. Man erlebt die Entwicklung eines verstörten, traumatisierten und schüchternen jungen Mannes zu einem GEstörten, kaltblütigen Individuum, wie es seine Mutter ist, der im Grunde nichts anderes wollte als ein normales Leben führen und keine Illusion von dessen, in der man nur so tut als ob.

    Dies alles eröffnet sich dem Leser bis zur Mitte des Buches. Da scheint dem Autor dann jedoch die Puste ausgegangen zu sein. Die Ansammlungen von Abartigkeiten und Ekelszenen hören abrupt auf und treten ab hier nur noch vereinzelt auf - als hätte der Autor all sein Pulver an kranker Phantasie komplett verschossen.
    Auch die Storyline selbst bricht in gewisser Weise in sich zusammen.
    Damit begann dann für mich die große Langeweile mit der Frage: "Wohin will mich der Autor nun führen?"
    Am Ende des Buches erfolgte die Antwort an mich selbst - "Niergends hin.", denn das Ende war in meinen Augen einfach nur bescheuert und lässt mich verdattert und unzufrieden zurück.

    Ein Lob gebührt jedoch dem Festa-Verlag.
    Die Umschlaggestaltung und die Qualität sind einfach eine Wucht. Eins der wenigen Male, bei denen mir das Cover der deutschen Ausgabe besser gefällt als das des Originals. Dadurch wurden 2 Sterne auf 3 aufgerundet.

    Fazit:
    Dieses Buch brachte selbst mich an ein paar Stellen an meine Grenzen, wobei es weniger die blutigen und abartigen Gewaltszenen waren, sondern eher die Sodomie-Szenen und die Stellen in denen Exkremente gegessen wurden (Mahlzeit!).
    Trotzdem fand ich das Buch bis zur Mitte hin relativ gut und auf kranke Weise fesselnd. Doch dann fiel alles in sich zusammen, die Ekelszenen genauso wie der gesamte Plot und das Ende. Genauso gut hätte ich ab der Mitte aufhören können zu lesen.
    Schade, denn das Buch hatte einen guten Anfang und durchaus Potenzial. Als "Horror-Klassiker" würde ich es also nicht bezeichnen und schon gar nicht als "Meisterwerk".

    © Pink Anemone (mit Bilder, Leseprobe, Autoren-Info)


    Kommentieren0
    33
    Teilen
    Janna_KeJasBlogs avatar
    Janna_KeJasBlogvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Holy shit! Definitiv nichts für jede*n!
    Kopfkino extrem

    ! Dieses Buch ist ab 18 Jahren !

    Ich bemühe mich, meine Rezension so jugendfrei wie möglich zu formulieren, da mir sehr bewusst ist, das sie öffentlich und für alle einsehbar ist – egal welchen Alters.

    | © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

    Das Buch erschien im englischen unter dem Titel „Cows“ bereits 1998 und war das Debüt von Matthew Stokoe. Heute wird es als Klassiker der Horror-Literatur bezeichnet.

    Ich wollte es so! Ich wollte eine Geschichte, ob Buch oder Film, die das erreicht, was dieses Buch erreicht hat. Ich war wirklich so naiv und hatte gedacht, bei all den Horror- und Splatterfilmen die ich kenne, wäre ich abgestumpft. Falsch gedacht. Das Kopfkino welches dieses Buch entstehen lässt ist wirklich heftig!

    Misshandlung und Missbrauch bei Tier und Mensch, obszöne Formulierungen, *Sodomie und Tätigkeiten in einer Schlachterei sind hier Programm – und das nicht zu knapp! Was ich nicht erwartet hatte war die darin versteckte Thematik! Und das auf mehreren Ebenen.

    Handlungsohnmacht. Einsamkeit. Sehnsucht. Macht. Kontrolle. Sich Auflehnen. Selbstzweifel. Sich selbst finden. Hass. Liebe.

    "Die Luft, die sie atmeten, war nicht seine Luft, und das Licht das auf sie schien, kam von einer wärmeren Quelle als seiner Sonne. Er verzehrte sich vor Sehnsucht, sie nachzuahmen, Anteil zu haben an der Massennormalität, die wie Kathodenwellen über die toten Nächte seiner Einsamkeit rollen."
    (Seite 16)

    Matthew Stokoe setzt sich mit Themen auf eine Art auseinander, die mir innerhalb eines Buches, so noch nicht begegnet ist. Fäkalien, Innereien und brutale Gewalt! Ich habe kurz mit mir gekämpft! Denn ein Buch kann intensiver sein als ein Film – da kann man wegschauen. Natürlich kann man über- oder querlesen, aber wirklich wegschauen kann man nicht. Und kaum begonnen zu lesen, sind da auch schon die Bilder im Kopf, die ich dort niemals wollte.

    Es ist ein mehr als außer- und ungewöhnlicher Weg, den der Autor bestreitet, um Problematiken und bestimmte Themen zu skizzieren. Beim Lesen selbst und auch nach dem Auslesen ist klar worum es geht. Warum aber solch eine Szenerie? Er fragte sich wohl, warum nicht?

    Steven. Das Muttertier. Hund. Zu dritt vegetieren sie in einer kleinen Wohnung in England vor sich hin. Abscheu bestimmt ihr Leben, ihr Miteinander.
    Über Steven wohnt Lucy. Die Mutter seiner zukünftigen Kinder. Dies zu mindestens wünscht er sich.
    Eine Spirale zwischen Erniedrigung und Sehnsucht. Steven muss raus!

    Und so beginnt er mit Mitte 20 in einer Fleischfabrik. Sein neuer Chef Cripps scheint seine Berufung in dieser Arbeit gefunden zu haben. Was sich jedoch dahinter verbirgt ist seine Erfüllung in der Qual anderer, die sich in die Perversion steigert. Cripps Gegenspieler ist der Guernsey-Bulle, welcher sich im Dunkeln verbirgt und wartet.

    Steven. Mittendrin. In der Abhängigkeit. In seiner eigenen Hilflosigkeit. In seiner kaum auszuhaltenden Sehnsucht nach Normalität. In seinem Kampf um Macht. In seinem Wunsch nach Anerkennung und Zugehörigkeit. Und ich inmitten dieser Geschichte. Der Perversion und Gewalt.

    Es geht um Machtverhältnisse und um den Kampf seiner selbst. Steven fühlt sich verloren und sehnt sich nach einem Leben, wie es alle anderen zu führen scheinen. Es ist deutlich und braucht dennoch einen Moment um zu wirken. Ich verstand beim Lesen, doch wirklich setzen konnte sich die Geschichte erst danach. Im Film bin ich einiges gewöhnt, auch in der Literatur bin ich nicht zartbesaitet. Doch so tief in dieses Genre las ich mich bislang noch nicht hinein. Und somit war ich nur zweitrangig mit dem Inhalt der Geschichte beschäftigt. Im Vordergrund stand zunächst die obszöne Brutalität. Ich kann an dieser Stelle nicht durch Zitate verdeutlichen was ich meine, da es dann fernab von einer jugendfreien Besprechung wäre. Der Autor lässt Bilder im Kopf der Leser*innen explodieren. Er benennt die Szenen klar, schildert was passiert. Gewalt, Fäkalien, Sex, und eine vulgäre Sprache ist im groben das was einen erwartet. Das Buch fordert, es forderte mich.

    Man muss es mögen, wäre hier völlig fehl am Platz – man muss es aushalten können trifft es eher. Ein Buch bei dem ich wirklich schlucken und überlegen musste, ob ich es beende. Die projizierten Bilder im Kopf sind extrem und wenn ich bei anderen lese, es würde härteres geben oder nicht schocken … dem kann ich nicht ganz zustimmen. Ich will nicht behaupten, es würde nicht noch schockierender oder brutaler gehen, aber „Kühe“ hat es für mich in sich und ich bin wirklich weit entfernt vom ‚zimperlich‘ oder zart besaitet sein!

    Für Leser*innen dieses Genres kann ich es empfehlen – für alle anderen: wenn Ihr im Ansatz über einen Kauf nachdenkt, schaut Euch das Buch auf der Verlagsseite (Link in ‚Buchdetails‘) an. Der Festa-Verlag hat neben einer Leseprobe auch eine Skala und verdeutlicht darin sehr gut, was die Leser*innen erwartet. Bei diesem Buch trifft es eben wirklich zu, das es für eine bestimmte Gruppe von Leser*innen die passende Geschichte ist und andere lieber zunächst zu anderen Büchern aus dem Genre greifen sollten.

    Optisch ein Hingucker. Wunderschön, auch ohne Schutzumschlag. Aber holy shit – der Inhalt ist heftig!

    *Vivisektionen
    Ein, für Forschungszwecke, operativer Eingriff am lebenden Organismus.
    *Sodomie
    Sexuelle Handlungen an und mit Tieren.

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    PeWas avatar
    PeWavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Es gab schon härtere...
    Es gab schon härtere...

    Der sozial total abgeschottete Steven lebt mit seiner Mutter in einer engen, dreckigen Wohnung und wird von ihr drangsaliert. Er findet einen Job in einer Fleischfabrik und lernt dort viel über sich, Rollenverteilung, das Leben sowie das Führen und Folgen ...



    Kühe gilt als der extremste Roman, der je geschrieben wurde. Das würde ich nicht unterschreiben. Er hat seine ekligen Sequenzen, macht vor Sodomie nicht Halt und hat eine unterschwellige Ideologie bezüglich des Machtstrebens, aber extrem? Da sind die wahren Freunde des Extreme-Genres wahrlich anderes gewöhnt.



    Worum geht es denn in Kühe? Eigentlich um Macht und Ohnmacht, ums Führen und Folgen, um die Anführer und Herdentiere, die Auflehnung gegen die Obrigkeiten. Man kann drei Gruppen herausfiltern, in denen sich das gleiche Machtspiel zuträgt: Die Wohnung von Steven, die er erst mit seiner Mutter - dem Muttertier - und dann mit seiner Freundin Lucy bewohnt. Die Fleischfabrik, in der er am Fleischwolf steht und vom Vorarbeiter Cripper in das Geheimnis von Tötung, Macht und Sodomie eingeführt wird. Die Welt unter der Stadt, in der eine Kuhherde lebt und auf Rache sinnt. In allen drei Bereichen versucht Steven seinen Platz zu finden und eine Machtposition einzunehmen. Es wird bald deutlich, wo Hemmschwellen überschritten werden, wie stark sich der Protagonist verändert - und doch bleibt er immer der gleiche, ohnmächtige junge Mann, der auf Dauer einfach kein Anführer sein kann. Er wird animalisch, muss immer innerhalb der Gruppen um seine Position kämpfen und auch leidvoll erfahren, dass man nicht alles beherrschen kann. Man kann ganz gut erkennen, dass Steven, wenn er irgendwo verliert oder versagt, in eine andere Gruppe geht, seine Enttäuschung und Wut mitnimmt, und sie in der anderen Gruppe als Macht versucht einzusetzen.



    Die Sprache ist sehr einfach, man kann das Buch wörtlich nehmen oder einen Sinn daraus lesen, was Stokoe wirklich damit ausdrücken wollte, bleibt nebulös. Daher hält sich die Begeisterung auch in Grenzen. Geht es nur um das Extreme, ist das Buch schlichtweg eine Enttäuschung, weil es zu flach ist. Geht es ums Herrschen und eine etwaige Tiefe, muss man der Geschichte schon weit bessere Noten geben. Kühe wird keine Empfehlung, aber werft einen Blick auf die Leseprobe beim Festa Verlag und entscheidet, ob ihr mehr wollt oder eher nicht.

    Kommentieren0
    17
    Teilen
    KyraCades avatar
    KyraCadevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Nicht so extrem, wie erwartet
    Eklig, tabulos, aber nicht extrem

    Der sozial total abgeschottete Steven lebt mit seiner Mutter in einer engen, dreckigen Wohnung und wird von ihr drangsaliert. Er findet einen Job in einer Fleischfabrik und lernt dort viel über sich, Rollenverteilung, das Leben sowie das Führen und Folgen …

    Kühe gilt als der extremste Roman, der je geschrieben wurde. Das würde ich nicht unterschreiben. Er hat seine ekligen Sequenzen, macht vor Sodomie nicht Halt und hat eine unterschwellige Ideologie bezüglich des Machtstrebens, aber extrem? Da sind die wahren Freunde des Extreme-Genres wahrlich anderes gewöhnt.

    Worum geht es denn in Kühe? Eigentlich um Macht und Ohnmacht, ums Führen und Folgen, um die Anführer und Herdentiere, die Auflehnung gegen die Obrigkeiten. Man kann drei Gruppen herausfiltern, in denen sich das gleiche Machtspiel zuträgt: Die Wohnung von Steven, die er erst mit seiner Mutter – dem Muttertier – und dann mit seiner Freundin Lucy bewohnt. Die Fleischfabrik, in der er am Fleischwolf steht und vom Vorarbeiter Cripper in das Geheimnis von Tötung, Macht und Sodomie eingeführt wird. Die Welt unter der Stadt, in der eine Kuhherde lebt und auf Rache sinnt. In allen drei Bereichen versucht Steven seinen Platz zu finden und eine Machtposition einzunehmen. Es wird bald deutlich, wo Hemmschwellen überschritten werden, wie stark sich der Protagonist verändert – und doch bleibt er immer der gleiche, ohnmächtige junge Mann, der auf Dauer einfach kein Anführer sein kann. Er wird animalisch, muss immer innerhalb der Gruppen um seine Position kämpfen und auch leidvoll erfahren, dass man nicht alles beherrschen kann. Man kann ganz gut erkennen, dass Steven, wenn er irgendwo verliert oder versagt, in eine andere Gruppe geht, seine Enttäuschung und Wut mitnimmt, und sie in der anderen Gruppe als Macht versucht einzusetzen.

    Die Sprache ist sehr einfach, man kann das Buch wörtlich nehmen oder einen Sinn daraus lesen, was Stokoe wirklich damit ausdrücken wollte, bleibt nebulös. Daher hält sich die Begeisterung auch in Grenzen. Geht es nur um das Extreme, ist das Buch schlichtweg eine Enttäuschung, weil es zu flach ist. Geht es ums Herrschen und eine etwaige Tiefe, muss man der Geschichte schon weit bessere Noten geben. Kühe wird keine Empfehlung, aber werft einen Blick auf die Leseprobe beim Festa Verlag und entscheidet, ob ihr mehr wollt oder eher nicht.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Emmas_Bookhouses avatar
    Emmas_Bookhousevor einem Jahr
    Hab mir mehr erhofft

    Kühe – Matthew Stokoe

    Festa Verlag

    Gebundenes Buch 22,80  €

    eBook 5,99€

    Steven ist 25 , arbeitslos und wohnt noch bei seinem Muttertier,  wie er seine Mutter nennt. Er ist ihr in meinen Augen hörig und wird seit frühster Kindheit seelisch gequält von ihr. Sein einziger Freund ist Hund und den hat das Muttertier in jüngeren Jahren so verprügelt, dass sein Rückgrat kaputt ist und er nicht mehr richtig laufen kann.

    Steven beginnt einen Job im Schlachthaus. Cripps lernt ihn an und das nicht nur im schlachten von Kühen. Die Geschichte nimmt ihren Lauf, bis er plötzlich auf einen Bullen/Stier trifft, der mit ihm redet.

    Dieses Buch wird überall so gepriesen, ein Meisterwerk der Literatur, ein blutiger Alptraum usw. Ich kann dem so nicht wirklich recht geben. Für mich hat dieses Buch eine Message aber mehr auch nicht. Ich verstehe den Hype darum nicht, aber soll sich jeder bitte sein eigenes Bild davon machen.

    Ich gebe 3 von 5 Sternen

    Kommentieren0
    17
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Genialer Schreibstil, aber bestimmt nicht jedermanns Sache...

    Ein Buch, dass sich in meinen Augen in zwei Abschnitte gliedern läßt, einen Teil, der mir extrem gut gefallen hat und einen, den ich eher schlecht fand, wobei hier natürlich die Geschmäcker und Betrachtungsweisen wie immer unterschiedlich sind.
    Grandios ist Stokoes Beschreibung des familiären, desaströsen Umfelds des "Protagonisten", eine extreme und unsagbar düstere Sozialstudie über Verfall, Wahnsinn, Macht und Lieblosigkeit. Etliche Passagen sind wirklich schwer verdaulich, was nicht nur an detaillierten Beschreibungen von Koprophagie und ähnlich leckeren Sachen liegt, sondern in erster Linie an der unglaublich düsteren, nihilistischen Atmosphäre, die Matthew Stokoe stilistisch in hervorragende, oft fast poetische Worte und Satzkonstrukte kleidet, die man in dieser literarischen Qualität bei Autoren härterer Gangart normalerweise selten bis gar nicht findet. Auch seine realistischen, schwer zu ertragenden Einblicke in den Schlachthausbetrieb sind schreibtechnisch von überragender Qualität.

    So weit, so gut, kommen wir zu dem Teil, mit dem ich nichts anfangen konnte. Sprechende Kühe. Ja, ich weiß, dieser Fortgang des Plots ist bereits dem Klappentext zu entnehmen, aber ich habe ehrlich gesagt bis zum Schluß gehofft, dass sich das Ganze als wirre Einbildung der geistig leicht derangierten Hauptfigur des Romans entpuppt. Leider nicht.
    Ich habe im Grunde genommen nichts gegen sprechende Tiere oder ähnliche Einfälle in dazu passenden Geschichten; Chuck Palahniuks Romane wimmeln geradezu von skurrilen und durchgeknallten Gegebenheiten, doch Palahniuk baut von Anfang an seine Plots auf dieser Prämisse auf, während ich in Stokoes Werk dieses Abgleiten in die Phantastik eher kontraproduktiv finde. Da die Dialoge zwischen Mensch und Kuh für mich oft unfreiwillig komisch wirkten, versauten mir diese Passagen komplett die sorgfältig aufgebaute und stimmige Atmosphäre der ersten hundert Seiten. Mir wäre lieber gewesen, Stokoe zieht diese pessimistische Weltsicht konsequent durch, als dass er im zweiten Teil des Buches in eine extreme Version von Orwells "Farm der Tiere" driftet.

    Aber wie gesagt, diese phantastischen Einflüsse kann man mögen oder nicht, das wirkt bei jedem Leser anders. Was jedoch definitiv jeglicher Kritik entbehrt, ist der nicht anders als absolut grandios zu nennende Schreibstil Matthew Stokoes. Ich bin gespannt auf weitere Werke seinerseits.

    Fazit: Geniale und unsagbar düster-realistische erste Hälfte mit späterem Abgleiten in Phantastikgefilde, die (in meinen Augen) das Buch in seiner extremen Wucht deutlich ausbremsen. Vom atemberaubenden Schreibstil her jedoch definitiv ein Muß.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Toby_Bes avatar
    Toby_Bevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Faszinierend und Abstoßend zugleich, ein absolute lesenswertes Buch für alle jene Menschen die über einen starken Magen verfügen, oder dies
    Ein Meisterwerk der Perversionen vom Genius der Abartigkeiten "Matthew Stokoe"


    Inhalt:

    Steven ist 25 Jahre alt. Im Fernsehen beobachtet er all die perfekten, fröhlichen Menschen und träumt davon, selbst das normale Glück zu finden. Vielleicht mit Lucy, die eine Etage über ihm wohnt – auch wenn ihre Besessenheit für Vivisektionen echt krank ist. Aber Stevens Mutter würde das niemals zulassen. Sie hasst ihn und will ihn zerstören:

    Als Steven Arbeit in einem Schlachthaus findet, offenbart ihm der unvorstellbar perverse Vorarbeiter Cripps, wie man durch das Töten von Kühen ›echte Erfüllung‹ findet. Doch die Tiere beginnen mit Steven zu reden und sie bitten um Hilfe ...

    Rezension:
    "Oh mein Gott wie abartig" war so ziemlich meine erste Reaktion auf die gesammelten Perversitäten die Matthew Stokoe seinem Leser in einer brachialen Offenheit präsentiert. Die deftigen, verbalen Kraftausdrücke sind in diesem Werk noch das kleinste Übel welches der Autor in einem schwall aus Blut, Kotze, Eingeweiden und Exkrementen über dem Leser ausschüttet.

    Das völlig abstruse Verhältnis zwischen Mutter und Sohn als "schlecht" zu beschreiben wäre eine maßlose Untertreibung. Und so ist es aber genau diese Mutter-Sohn-Beziehung welche mich in ihren Bann gesogen hat. Die Liste der absoluten Abartigkeiten die, die Beiden sich gegenseitig antun ist sowohl erschreckend als auch faszinierend. Und so fragte ich mich "Wer wird diesen Machtkampf gewinnen?"

    Die Gewaltexzesse im Schlachthaus gepaart mit schonungslos dargestellten sexuellen Handlungen an Mensch und Tier während der, schon fast rituellen, Schlachtung der Kühe, mag den Einen oder Anderen leicht verstören.

    Das detailreich beschriebene verspeisen von Exkrementen stellt den Magen des Lesers vor eine wahrliche Kraftprobe.

    Dieser Roman ist definitiv das Ekelhafteste was ich jemals gelesen habe. Und trotzdem zog diese Story mich in ihren Bann.

    Faszinierend und Abstoßend zugleich, ein absolute lesenswertes Buch für alle jene Menschen die über einen starken Magen verfügen, oder dies zumindest glauben.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Jeco01s avatar
    Jeco01vor 4 Monaten
    Steefies avatar
    Steefievor einem Jahr
    R
    Rammsteinvor 2 Jahren

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks