Matthew Thomas

 4,6 Sterne bei 62 Bewertungen
Autor von Wir sind nicht wir, We Are Not Ourselves und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Matthew Thomas wurde in der New Yorker Bronx geboren und wuchs in Queens auf. Er studierte an der Universität von Chicago und Kalifornien und arbeitete als Highschool-Lehrer. An seinem Debütroman „Wir sind nicht wir“ schrieb er zehn Jahre, bevor er dann 2015 veröffentlicht wurde.

Alle Bücher von Matthew Thomas

Cover des Buches Wir sind nicht wir (ISBN: 9783833310553)

Wir sind nicht wir

 (56)
Erschienen am 01.08.2016
Cover des Buches We Are Not Ourselves (ISBN: 9781410475480)

We Are Not Ourselves

 (4)
Erschienen am 28.01.2015
Cover des Buches Terror Firma (ISBN: 0007100221)

Terror Firma

 (0)
Erschienen am 01.03.2001
Cover des Buches The Strategic Bombing of Germany, 1940-1945 (ISBN: 9780275943196)

The Strategic Bombing of Germany, 1940-1945

 (0)
Erschienen am 13.08.2014
Cover des Buches We Are Not Ourselves (ISBN: B00NTQWGW2)

We Are Not Ourselves

 (0)
Erschienen am 19.08.2014

Neue Rezensionen zu Matthew Thomas

Cover des Buches Wir sind nicht wir (ISBN: 9783833310553)
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Rezension zu "Wir sind nicht wir" von Matthew Thomas

Wir sind nicht wir von Matthew Thomas
Buckshawvor 6 Monaten

- übersetzt aus dem Englischen von Astrid Becker und Karin Betz -

Wir sind nicht wir, ein dicker Roman, der mich positiv überrascht hat. Die Geschichte folgt Eileen Tumulty über sechs Jahrzehnte hinweg von den 1950ern in die Gegenwart. Als Kind irischer Einwanderer wächst sie in einfachen Verhältnissen in New York auf. Eileen träumt stets von gesellschaftlichem Aufstieg und sie tut alles dafür, verfolgt einen genauen Plan, sich diesen Traum auch zu erfüllen. Sie lernt den Neurowissenschaftler Ed Leary kennen, heiratet, bekommt ihren Sohn Connell, erreicht vieles von dem, was ihr vorschwebte. Nur das erhoffte Glück will sich nicht so richtig einstellen, das Leben kommt ihr immer wieder dazwischen. Anfangs wirkt alles wie eine klassische Erzählung über den American Dream, doch mit der Zeit kristallisiert sich zunehmend das eigentliche Thema des Romans heraus, das was den Roman letztlich so lesenswert macht. Denn Ed fängst an sich zunehmend merkwürdiger zu benehmen, es wird immer klarer, dass irgendwas mit ihm nicht stimmt. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, es hat schon einen Grund, warum dieses Thema auf dem Klappentext nicht erwähnt wird, denn das langsame Heranführen an den Sachverhalt ist dem Autor ausgesprochen gut gelungen. 

Das Buch fokussiert sich ausschließlich auf die Entwicklung der drei Hauptcharaktere, dadurch wird eine große Charaktertiefe erreicht, ihre Gedanken werden mit starker Empathie geschildert und ihr Handeln ist absolut authentisch. Der Erzählton ist sehr ruhig und unaufgeregt, tatsächlich passiert, gemessen an der Länge des Buches auch gar nicht so viel, dennoch vergehen die Seiten wie im Flug. Der Autor hat sich sehr von seiner eigenen Familiengeschichte beeinflussen lassen (der Roman ist zu einem gewissen Grad autofiktional), was sich positiv auf die Nähe zu den Figuren auswirkt, vor allem aber auch durch die ungeschönten Darstellungen im zweiten Handlungsteil bemerkbar macht. Über 10 Jahre hinweg hat  Matthew Thomas an dem Buch geschrieben und dabei zwangsläufig auch viel über seine Vergangenheit reflektieren müssen und so beschreibt er bestimmte Situationen und Verhaltensweisen mit einer großen Klarheit, die einen bedrückt aber trotzdem auch viel Freude beim Lesen bereitet hat.

  

Cover des Buches Wir sind nicht wir (ISBN: 9783833310553)
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Rezension zu "Wir sind nicht wir" von Matthew Thomas

„Ein Tag nach dem anderen“, sagte ihre Mutter, und Eileen dachte: Und alles auf einmal.“
StefanieFreigerichtvor 7 Jahren

Selten habe ich ein Buch gelesen, dass sich gleichzeitig anfühlt wie so „typisch New York“ wie diese Familiengeschichte– und das, während das Buch doch gleichzeitig so universell ist in seiner Beschreibung von Familie, von Träumen und Sehnsüchten, von Ängsten und Bewältigungsstrategien. „Ein Tag nach dem anderen“, sagte ihre Mutter, und Eileen dachte: Und alles auf einmal.“ S. 126


Selten habe ich so fasziniert an den Seiten geklebt, um dann plötzlich herauskapituliert zu werden durch solche Sätze wie in diesem Buch. Da wird Eileens Vater „Big“ Mike Tumulty beschrieben als „mit einer Bitterkeit im Herzen, die er mit Schweigen nähren würde“ S. 55 Da begreift Eileen nach der Eheschließung und einer gewissen Ernüchterung über ihren Mann Ed „…, dass die Unvollkommenheit ihres Mannes etwas Vollkommenes hatte…“ S. 120.


Selten habe ich über Seiten, viele Seiten, hinweg etwas gelesen, das zusammengefasst gar nicht viel Handlung wäre – zum Beispiel wäre über lange Strecken von Teil III zu sagen „Eds Verhalten ändert sich“ – und das war völlig ohne das Gefühl von Länge, es passte, es war stimmig.


Selten habe ich erlebt, wie ein Autor es schafft, eine Geschichte aus der Sicht von zwei Protagonisten zu erzählen, noch dazu ein Mann UND eine Frau, verschiedener Generationen, Eileen und Connell, ohne sie als Ich-Erzähler auftreten zu lassen und das in einer derartigen Komplexität. Beide haben ihre Stärken und ihre Schwächen – und selbst die Schwächen, mit denen man sonst als Leser gerne ungnädig wird, wirken so stimmig, dass man sich immer noch mit den Personen identifiziert, wie Eileens Aufstiegsträume, ihre Probleme mit Nähe.


Selten habe ich ein Buch gelesen, dass sich so locker-flockig-leicht lesen ließ – und das bei einer Stärke von fast 900 Seiten und einer Einordnung zur eher anspruchsvollen Literatur. Da sind keine sperrigen Sätze, keine Fülle gleichzeitig auftauchender Personen – das Buch liest sich wie ein guter Schmöker, ohne Kitsch oder falsche Romantik. Das hier kann lesen, wer vorher von der Clifton-Saga fasziniert war (als Beispiel für die Schmöker) oder von Benedict Wells‘ „Vom Ende der Einsamkeit“ (für die eher literarischen Bücher). Herrlich, wie Eileens Vater auf das jugendliche Alkoholexperiment seiner Tochter reagiert: er besorgt eine ganze Batterie an Hochprozentigem und zwingt sie zum Trinken. Das Fazit? „Trink Whiskey…Guten Whiskey. Nicht zu viel. Das ist der langen Rede kurzer Sinn.“ S. 62


Selten habe ich ein Buch gelesen, dass so sehr „Familie“ auf den Punkt brachte. Liebe, Fürsorge, Peinlichkeit, Sorge…Gleichzeitig  waren da aber so viele individuelle Themen – Aufstiegspläne, die Verzweiflung, wenn man sich am anderen aufreibt.


Selten...ach, einfach: Bitte lesen!

Cover des Buches Wir sind nicht wir (ISBN: 9783827012067)
Sarafinchens avatar

Rezension zu "Wir sind nicht wir" von Matthew Thomas

Authentische Familiengeschichte, die zu begesitern weiß
Sarafinchenvor 9 Jahren


Die Geschichte dreht sich um Eileen Tumulty, Tochter einer irischen Einwanderer Familie.
In dem knapp 900 Seiten starken Buch wird sehr ausführlich und authentisch die Geschichte von
Eileen und ihrer Familie ab Eileens Kindheit erzählt. Sehr lebensnah und realistisch geschrieben, weiß der Autor Metthew Thomas
den Leser mitzureißen.

Inhaltlich haben hier viele schon einiges erzählt, da möchte ich gar nicht weiter ausschweifen.

Ich habe lange an dem Buch gelesen, um diese vielen Informationen zu verarbeiten. Da war schon etwas Ausdauer erforderlich, aber es hat sich gelohnt, dran zu bleiben.

Der Leser erhält einen sehr intimen und umfangreichen Einblick in das Leben dieser amerikanischen Familie.
Vor allem die zweite Hälfte des Buches weiß zu überzeugen.
Der Schreibstil ist einfach, aber sehr ausdrucksstark und ausschmückend.

Fazit: Ein besonderes Buch für Liebhaber von Familiengeschichten mit realistischem Hintergrund, in die man sich sehr gut
hineinversetzten und mitfiebern kann.


Gespräche aus der Community

»Herzzerreißend und vollkommen glaubwürdig, wunderbar konstruiert, ein reiches und mächtiges Buch. Und einer der ehrlichsten Romane, die je über die Liebe geschrieben wurden.«
The New York Times

Ein besonderes Buch erfordert besondere Maßnahmen. Deshalb verdoppeln wir für das 900 Seiten lange Epos WIR SIND NICHT WIR unsere übliche Anzahl an Freiexemplaren und gehen mit 40 LeserInnen an den Start.


Ob in dem kleinen Apartment in Queens, in dem Eileen in den 1940er- und 50er-Jahren aufwächst, gelacht oder geweint wird, kommt ganz darauf an, wer gerade zu Besuch ist oder wieviel getrunken wird. Nicht ihre Eltern möchten, dass sie es einmal besser hat – sie selbst will dieser Enge unbedingt entfliehen.

Als sie Ed Leary begegnet, einem jungen Wissenschaftler voller Sanftmut, scheint das Ersehnte so nah: ein schönes Haus, eine kleine Karriere, eine glückliche Familie. Doch was, wenn Träume in Erfüllung gehen, das Glück sich aber nicht hinzugesellt?

Thomas erzählt nicht von Tellerwäschern und Millionären, sondern von ganz gewöhnlichen Menschen. Denn sie – die Mittelschicht – sind es, die Amerika zu einem mythischen Ort der Freiheit und Selbstverwirklichung gemacht haben.

Aber so, wie wir längst wissen, dass dieser Mythos nur eine Chimäre war, erfahren auch Eileen, Ed und ihr Sohn Connell, wie schnell Sichergeglaubtes ins Wanken gerät. Dann stellen sich die drängenden Fragen: Was ist wirklich wichtig im Leben? Hat man ein Recht auf Glück? Und wer sind wir, wenn wir nicht mehr wir selbst sind?

Hier im Berlin Verlag fiebern wir schon alle dem Erscheinungstermin entgegen und wir sind natürlich sehr gespannt, wie Matthew Thomas' Debütroman beim Publikum ankommen wird. Deshalb bitten wir alle, die sich für diese Leserunde bewerben wollen, um eine erste Einschätzung – auf Grundlage der Leseprobe (Anfang – S. 49).

Wir freuen uns auf viele Bewerbungen! Einsendschluss ist der 11. Februar. Wenn die Post mitspielt, sollten die 40 Glücklichen also noch kurz vor dem offiziellen Verkaufsstart je ein Exemplar in Händen halten.

Euer Berlin Verlag

»Durch das Schreiben lernte ich, was es bedeutet, überhaupt ein Mensch zu sein.«
Matthew Thomas
743 BeiträgeVerlosung beendet
Sarafinchens avatar
Letzter Beitrag von  Sarafinchenvor 9 Jahren
Leider wegen Krankheit etwas verspätete meine Rezi: http://www.lovelybooks.de/autor/Matthew-Thomas/Wir-sind-nicht-wir-1126302788-w/rezension/1156505906/ vielen Dank, dass ich dieses außergewöhnliche Buch mitlesen durfte.

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