Alles über Heather

von Matthew Weiner 
3,6 Sterne bei53 Bewertungen
Alles über Heather
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (27):
Suse33s avatar

Spannend, dramatisch und wirkungsvoll. Hätte länger sein können. 😊 Tolles Cover.

Kritisch (7):
wunderliteraturs avatar

Mehr als Ratlosigkeit und Unverständnis hat es bei mir leider nicht ausgelöst. Schade. Es war wohl nicht meins.

Alle 53 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Alles über Heather"

Mark und Karen Breakstone haben spät geheiratet und ein einziges Kind: Heather. Die kleine Familie lebt ihr von materiellen Sorgen freies Leben in Manhattan, doch das Dreieck ist labil. Heather, das von allen vergötterte Mamakind, wendet sich mit der Pubertät von der Mutter ab. Und die erträgt das nicht.
Parallel erzählt Weiner das Schicksal von Bobby Klasky, Kind einer drogensüchtigen Prostituierten, geboren in die Hölle hinein. Früh landet er im Gefängnis, wo ihm der letzte Rest von Menschlichkeit abhandenkommt. Als sich die beiden Geschichten kreuzen, ist die Katastrophe unvermeidlich. Im Mittelpunkt steht, ohne es zu wissen, Heather.

Das erste Buch des Schöpfers von Mad Men: Ein kleiner Band. Ein großer Roman.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499291463
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:144 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:22.01.2019
Das aktuelle Hörbuch ist am 13.11.2017 bei Random House Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Monaten
    Matthew Weiner | ALLES ÜBER HEATHER

    *** Die folgende Rezension erschien erstmals auf meinem Blog www.booksterhro.wordpress.com. Schaut mal vorbei, ich freu mich auf Euren Besuch! ***

    Den Breakstones geht’s gut. Sie sind finanziell abgesichert, haben eine Traumwohnung in Manhattan und mit Heather eine wunderschöne Tochter, die mit ihren blauen Augen alle verzaubert. Doch mit der Pubertät kommen die Probleme: Heather und ihre Mutter leben sich auseinander und Vater Mark entwickelt eine krankhafte Angst um seine Tochter. In seinen Tagträumen sieht er sie ständig in die schlimmsten Sexualverbrechen verwickelt. Einer der Bauarbeiter, die gerade das Wohnhaus sanieren, hat anscheinend ein Auge auf Heather geworfen, was Marks Sorgen nur noch verschlimmert.

    Dieser Bauarbeiter – Bobby – hatte es bisher nicht so gut im Leben wie die Breakstones. Als Sohn einer drogensüchtigen Provinz-Hure, der als Kind schon die Spritzen für Mama und ihre Freier aufziehen musste, kam Bobby naturgemäß früh mit dem Gesetz in Konflikt und landete nach einem Sexualdelikt schließlich im Gefängnis. Jetzt, wieder auf freiem Fuß und mit deftigen Straftaten auf dem Kerbholz, verschlägt es ihn als Tagelöhner auf eine Baustelle in Manhattan. Und da taucht dieses wunderschöne Mädchen auf.

    Zuerst das Positive: Matthew Weiner (*1965) kann schreiben. Seine Sätze sind kontrolliert schnörkellos, die Story realistisch, geradeaus und ohne jeden Schnick-Schnack. Irgendwo fiel der Vergleich mit Richard Yates, den ich – zumindest was die Qualität der Sätze angeht – unterschreiben kann. Dieser Blick auf die amerikanische Upper-Class mit ihren Erste-Welt-Problemen ist Weiner zweifellos gelungen. Und auch das Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Gesellschaftsschichten ist immer ein gut gewähltes Thema. Alle haben Existenzängste, aber die der Mächtigen sehen anders aus, als die der Machtlosen.

    Dass Weiners Erstling mit 140 Seiten so kurz ausgefallen ist, mag wohl daran liegen, dass er seit Jahren als Drehbuchschreiber für Serien wie Die Sopranos oder Mad Men erfolgreich tätig war und dafür mit Preisen überhäuft wurde. Leider geht dieses Konzept in Prosa nicht auf. Für eine Kurzgeschichte – was ALLES ÜBER HEATHER definitiv nicht ist – holt Weiner viel zu sehr aus; für einen Roman aber fehlt es an allen Enden. Nach dem überraschenden, aber doch recht plumpen Ende, hatte ich das Gefühl, dass das ganze Buch nur die Vorbereitung für die Schlusspointe war – irgendwie fühlte ich mich betrogen.

    ALLES ÜBER HEATHER ist eine zu einem Roman aufgeblasene Kurzgeschichte, die sicher lesbar ist und für ein paar Stunden Unterhaltung bietet, sonst aber keine großen Mehrwert bringt.

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    howaboutlifes avatar
    howaboutlifevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Spannender Kurzroman, dem es jedoch an Tiefe & sympathischen Charakteren fehlt.
    Ganz ok für Zwischendurch

    https://howaboutlife.blog/

    Nachdem ich so viele begeisterte Rezensionen gelesen hatte, wollte ich mir selbst ein Bild von Alles über Heather machen.

    Auf den Inhalt möchte ich bei dieser Rezension nicht näher eingehen, da dies die meisten vor mir bereits getan haben. Daher komme ich direkt zum Punkt:

    Matthew Weiner verfasst mit Alles über Heather auf gerade mal 144 Seiten eine Geschichte, die bei anderen Autoren sicherlich 300-400 Seiten hätte umfassen können. Dadurch bleibt er zum einen wunderbar auf dem Punkt und schonungslos direkt, was der Tristesse dieser Geschichte zuspielt, zum anderen geht hier aber auch die Tiefe der Charaktere verloren.

    Es gibt mehrere Erzählstränge, die zunächst den Werdegang der Eheleute Mark und Karen beleuchten und parallel dazu das Leben von Bobby Klasky betrachten. Dabei hat Weiner auf eine sehr interessante Weise den unbeteiligten Zuschauer gespielt und die Gedanken der Hauptfiguren für sich sprechen lassen, doch gleichzeitig hat er es geschafft, ihr Verhalten direkt im Anschluss zu analysieren - wobei nicht klar wird, ob die Personen selbst diese Erkenntnisse über ihr eigenes Verhalten gewinnen oder ob der Autor eine Hypothese aufstellt. Nur ein paar Seiten des Buches befassen sich dann tatsächlich mit Heather selbst und ihrer Sichtweise des Lebens und ihrer Umgebung.

    Vom Schreibstil her gefiel mir das Buch ganz gut. Es liest sich wirklich in einem schnellen Rutsch, was auch irgendwie schade ist, denn aufgrund der Kürze bleiben einige Teile der Geschichte auf der Strecke. Auch die "Beziehung" zwischen Bobby und Heather hätte weiter ausgebaut werden können. Meiner Meinung nach bedient Weiner mit seinen Protagonisten einige Klischees, trotzdem gefiel mir, dass Karen & Mark (und auch Heather) Ecken und Kanten haben - das machte zwar die Eheleute sehr authentisch, jedoch tatsächlich auch ziemlich unsympathisch.

    Während der gesamten Geschichte bekommt man als Leser die direkten Gedankengänge der Personen mit und weiß, was alles passieren könnte, wodurch Weiner eine stetige Spannung aufrechterhält. Trotzdem man hierdurch dazu verleitet wird das Ende vorauszusagen, schafft der Autor es Zweifel an dem potenziellen Ausgang der Geschichte zu säen.

    Fazit

    Mein Fazit zu Alles über Heather fällt durchwachsen aus. Zwar haben mir der Schreibstil und der Spannungsbogen gefallen, doch fehlte es mir u.a. aufgrund der Kürze und der Gestaltung der Charaktere an Tiefe in der Geschichte. Für mich handelt es sich hierbei um eine gut erzählte Kurzgeschichte, die ich allerdings nach dem Lesen auch schnell zur Seite legen konnte, ohne noch groß darüber nachzudenken. Das Buch hat sich für mich also nicht ganz gelohnt.

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    MadamePenumbras avatar
    MadamePenumbravor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Drama in seiner Vollendung ... perfekt!
    Drama in seiner Vollendung

    Ein Drama wie man es sich vorstellt … Eine Familie, die sehr schnell an den Folgen des Familienzuwachses zerbricht.

    Weiner hat einen wundervollen Roman geschrieben von dem aufregenden Kennenlernen, bis hin zum Untergang der einst so großen Liebe. Der scheinbare Grund ist hierfür ihre Tochter Heather. Heather ist wunderschön, verdreht nicht nur ihren Eltern, sondern auch den Männern um sie herum die Köpfe. Ein Grund mehr sie in ihrem goldenen Käfig zu belassen und auf Schritt und Tritt zu kontrollieren. Doch Heather soll sich schon bald ihrem Schicksal stellen. Denn einer der Männer hat nichts Gutes mit ihr vor.

    136 Seiten Spannung – deshalb habe ich dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen. Weiner hat eine sehr besondere Art zu schreiben. Es ist wie eine Mischung aus Lehrbuch und emotionsgeladenen Erzähler. Man kann es nicht wirklich beschreiben – was es wahrscheinlich gerade ausmacht. Der Wechsel der verschiedenen Perspektiven hat es nur noch besser gemacht. Die Geschichte von Karen und Mark. Heather’s Sicht auf die Dinge oder Bobby’s kranke Gedanken. Es hat einfach perfekt gepasst und miteinander harmoniert.

    Das Cover ist ebenfalls sehr schön gestaltet und  durch den kartonartigen Einband macht es das Buch zu etwas Besonderem.



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    LaLectures avatar
    LaLecturevor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Thriller? Ein Familiendrama? Hält auf jeden Fall bei der Stange, verwirrt aber auch enorm
    Faszinierend, verstörend, verwirrend


    Inhalt

    Mark und Karen Breakstones Tochter Heather ist einfach perfekt: intelligent, einfühlsam, hübsch. Doch hinter der Fassade der Familie verbergen sich so einige Risse.
    Bobby Klasky ist von einer schweren Kindheit gezeichnet, gewalttätig, und wahnhaft.
    Was passiert, wenn sich die Schicksale dieser Menschen kreuzen?



    Meinung

    „Alles über Heather“ ist eines der seltsamsten und gleichzeitig faszinierendsten Bücher, die ich seit langem gelesen habe, und ich bin mir auch Wochen nach dem Lesen noch immer nicht sicher, was der Autor uns mit diesem Buch sagen wollte.


    Der mit knapp 130 Seiten recht kurze Roman ist zum Teil aufgebaut wie ein normaler Familienroman und erzählt, wie Heathers Eltern sich kennenlernten, wir Heather geboren wurde und aufwuchs. Dabei spielen die Beziehung zwischen den Eltern und ihre Beziehungen zu Heather, die sich im Laufe ihres Lebens ändern, eine große Rolle.
    Gleitzeitig enthält das Buch Thriller-Elemente, in denen Bobby vorgestellt wird, der glatt einer „Bauanleitung“ für Serienmörder entstammen könnte: Kind einer drogensüchtigen Prostituierten, vernachlässigt, schon früh gewalttätig geworden, scheinbar soziopathisch veranlagt.
    Der Kontrast zwischen der perfekten Familie und der gescheiterten Existenz wird durch die sich abwechselnden Perspektiven stark betont und ist faszinierend. Von Anfang an ist klar, dass die beiden Geschichten aufeinandertreffen werden und man ahnt schon, wie es ausgehen wird. Auch wenn der Autor einen in dieser Hinsicht wirklich geschickt in die Irre führt.

    Während Bobbys Geschichte das Trauerspiel eines Lebenslaufes ist und man sich ständig davor fürchtet, was er als nächstes tun könnte, entwickelt sich auch die Geschichte um Heather und ihre Familie nicht so bilderbuchartig, wie sie zunächst klingt. Innerhalb der Familie kommt es zu Spannungen und Vater Mark fühlt sich zunehmend unzufrieden mit seinem Leben.
    Dadurch entwickelt sich der Roman gegen Ende hin ganz anders, als man denkt, wenn auch nicht weniger verstörend.

    Das Ende ließ mich auch etwas ratlos zurück, da ich mir nicht sicher war, ob und was der Autor einem damit sagen wollte und ob und wie er das Verhalten seiner Figuren moralisch bewertet. Während die Parallelität der Geschichten von Heather und Bobby größtenteils zur Spannung des Buches beiträgt, hatte ich das Gefühl, das Ende wäre wirkungsvoller gewesen, hätten wir Bobby nicht durch eine eigene Storyline kennengelernt. Nichtsdestotrotz überrascht es und regt sehr zum Nachdenken über die Figuren, ihre Handlungen und Motive an.
    Auch endet das Buch extrem abrupt und lässt die Schicksale aller Beteiligten völlig offen, was aber nicht unbedingt schlecht ist.


    Ebenfalls erwähnenswert ist der sehr unpersönliche, distanzierte, aber auch trocken-humorvolle Stil, in dem Weiner über seine Figuren schreibt. Teilweise zieht er in wenigen, pointierten Sätzen ehrlich zynisch über die Figuren her, andere Stellen beschreibt er sehr unbeteiligt und wertfrei, was sie umso gruseliger macht und Fragen bezüglich seiner Einstellung zu seinen Figuren aufweist.


    Fazit

    „Alles über Heather“ ist psychologisch faszinierend, hält durch den spannenden Aufbau bei Stange und das Ende überrascht durchaus und regt zum Nachdenken an. Das Ende lies mich jedoch sehr ratlos in Bezug darauf zurück, was der Autor damit bezwecken wollte und wieso er sein Buch so aufgebaut hat, wie er es getan hat.




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    Judikos avatar
    Judikovor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Weiß nicht genau...
    Weiß nicht genau...

    „Alles über Heather“ - Eine Geschichte, die polarisiert  und mich etwas sprachlos zurück lässt.

    Hier fällt es mir besonders schwer meine Meinung zum Ausdruck zu bringen, da ich nicht genau weiß, was ich davon halten soll.

    Viele fanden diese Geschichte so toll und waren so begeistert, dass ich unbedingt wissen wollte, warum das so ist. Allerdings kann ich den Hype darum nicht ganz nachvollziehen. Doch kommen wir erstmal zum Inhalt.

    Es geht um Mark und Karen Breakstone, wie sie sich kennenlernen, lieben lernen, wie sie leben und das tun sie nicht schlecht. Im Gegenteil, sie gehören zu den Oberen, in Manhattan. Aus ihrer Liebe entsteht die kleine Heather. Für sie allein leben sie,  vor allem Karen, auch wenn sie sich dadurch ein wenig selbst vergisst.

    Und es geht um Bobby, schlicht und einfach BOBBY! Sohn einer drogensüchtigen Prostituierten. Geboren in der Hölle und aufgewachsen zwischen Drogen, Gewalt und Armut.

    Zwei junge Menschen, zwei Gesellschaftsschichten, zwei Arten zu rebellieren.

    Ich wusste am Anfang nicht, in welch Katastrophe ich mich begebe, aber im weiteren Verlauf ahnte ich, es ist eine Lawine und am Ende hat sie mich überrollt.  Schnell und Heftig!

    Was auch klar ist, bei 137 Seiten muss es zügig kommen und geballt. Der Schreibstil ist provokant einfach, was mir gut gefiel und absolut schonungslos. Allerdings war ich von der Geschichte überrascht, hatte ich doch etwas anderes erwartet. Ebenso das Ende…

    …warum so schnell? Warum so? Da bahnt sich auf 130 Seiten etwas Schlimmes an und dann…?

    Wenn ich jetzt die Geschichte Revue passieren lasse, kann ich sagen, dass ich unheimlich neugierig war, ich aber von der Geschichte und deren Ausgang enttäuscht war. Positiv war allerdings, dass der Autor neugierig macht. Er baut den Spannungsbogen langsam auf, hält ihn… Negativ war, er hält ihn zu lang und beendet es auch zu schnell.

    Irgendwie hatte ich auch das Gefühl, ich würde eine Schullektüre lesen und gleich die Charaktere auseinander nehmen müssen, denn darum ging es irgendwie, die ganze Zeit.

    Hinzu kommt, dass dieses Buch, mit seiner knappen Seitenzahl natürlich einen stolzen Preis hat. 16 Euro finde ich dafür ganz schön viel.

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    BeaSwissgirls avatar
    BeaSwissgirlvor 9 Monaten
    Alles über Heather


    Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;) 


    Durch die ein oder andere positive Meinung neugierig geworden durfte dieses dünne Büchlein bei mir einziehen.....


    Die Schreibweise ist simpel, schnörkellos, sehr sachlich und meiner Meinung nach absolut nichts Besonderes.
    Erzählt wird im auktorialem Stil mit wenig direkter Rede ( 1- 2 x), einigen Zeitsprüngen und Perspektivenwechsel innerhalb des Kapitels, was bei mir zeitweise zu Verwirrungen führte....


    Die Charaktere sind eher oberflächlich ausgearbeitet und Gedankengänge oder Gefühle werden nur flüchtig angedeutet oder gestreift.
    Ich konnte mit keiner der vier Personen irgend eine Bindung aufbauen und sie waren mir insgesamt auch alle nicht sympathisch.


    Die Idee an sich ist sicher nicht schlecht und am Anfang verspürte ich auch eine gewisse unterschwellige Spannung.
    Allerdings ist es dem Autor nicht gelungen mich bis zum Schluss an die Seiten zu fesseln. Irgendwo dazwischen flaute mein Interesse immer wie mehr ab. Ob es an der nüchternen, emotionslosen Erzählweise lag, den flachen Charakteren oder der fehlenden Tiefe...???


    " Atemberaubend", " Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen", " Sensation" " es hat mich umgehauen"....
    alles Beschreibungen, denen ich leider nicht zustimmen kann, im Gegenteil ich war ehrlich gesagt enttäuscht!


    3 Sterne    

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    Kleine8310s avatar
    Kleine8310vor 9 Monaten
    Alles über Heather

    "Alles über Heather" ist ein Roman des Autors Matthew Weiner. Auf dieses recht kurze Buch war ich aufgrund seines vielversprechenden Klappentextes direkt neugierig und habe mich auf eine spannende Geschichte gefreut!

     

    In dieser Geschichte geht es um die Protagonisten Heather und Bobby. Heather war das absolute Wunschkind von Mark und Karen Breakstone und die Familie lebt ein ruhiges Leben, mit materiellen Wohlstand. Doch die kleine Familie ist nicht so intakt, wie man auf den ersten Blick denken würde und das zeigt sich besonders, als Heather in die Pubertät kommt und sich von ihrer Mutter abwendet. 

     

    Eines Tages kommt es dann zu Bauarbeiten an dem Gebäude neben dem, in dem die Breakstone's wohnen. Einer der Arbeiter ist Bobby Klasky. Bobby ist das Kind einer Prostituierten und nach einer versuchten Vergewaltigung kommt er aufgrund der angewandten Gewalt, ins Gefängnis. Als er nun seiner Arbeit nachgeht weckt Heather sein Interesse und es kündigt sich eine Katastrophe an ...

    Der Einstieg in diesen Roman ist mir gut gelungen. Der Schreibstil von Matthew Weiner hat mir ein bisschen mehr Konzentration abverlangt, aber nach einer Weile liess sich die Geschichte immer flüssiger für mich lesen. Die anfänglichen Holperer hatte ich, da der Autor oftmals sehr lange Sätze benutzt und diese verschachtelt sind. Später hatte ich mich aber gut daran gewöhnt. 

     

    Die Ausarbeitung der Charaktere habe ich als gelungen empfunden. Es gab für mich zwar keine Sympathieträger, aber jede/r der Charaktere hatte wirklich gute Facetten. Die Figuren sind tiefgründig und auch die Themen haben mich ein ums andere Mal zum nachdenken gebracht. Die familiäre Konstellation in der Familie Breakstone ist interessant und abwechslungsreich geschildert, weil die Charaktere jede/r seine/ihre eigenen Probleme und Sorgen haben. 

     

    Den Spannungsbogen hat Matthew Weiner gut gehalten, auch wenn mir der einleitende Teil, um die Breakstone's ein bisschen zu lange ging. Nach und nach stieg die Spannung in der Handlung immer mehr an, was ich super fand. Ich habe das Buch nach dem ersten Drittel nicht mehr aus der Hand gelegt. Der Handlungsstrang um Bobby hatte eine echte Gänsehautgarantie und ein super Spannungspotenzial. Das Finale war, mir persönlich, ein bisschen zu knapp abgehandelt und war teilweise offen. Dennoch blieben zur Handlung keine Fragen offen, was mir wichtig war. 

     

    Positiv: 

    * interessante Buchidee

    * spannende Handlung

    * schöne Ausarbeitung der facettenreichen Charaktere

     

    Negativ: 

    * der Anfang war mir etwas zu ausschweifend und das Ende etwas zu knapp, was

       aber erträglich war

     

    "Alles über Heather" ist eine spannende Geschichte, die mir mehr als einen Schauer über den Rücken gejagt hat. Ich würde gerne mehr von Matthew Weiner lesen.

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    BettinaR87s avatar
    BettinaR87vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Matthew Weiner gibt in "Alles über Heather" eine geballte Zusammenfassung über die Brutalität der Gesellschaft.
    Hals über Kopf in eine Katastrophe

    Mark und Karen lernen sich bei einem arrangierten Date kennen und glauben, ineinander verliebt zu sein. Sie folgen dem Pfad, den die Gesellschaft vorgibt, ziehen zusammen, heiraten und bekommen ein Kind: Heather. Um sie dreht sich bald der gesamte Kosmos von Karen, wogegen Mark versucht, die Familie insgesamt nicht aus den Augen zu verlieren. Bobby hingegen wächst unter einer drogensüchtigen Mutter heran und landet schnell für einige Jahre im Knast. Als er rauskommt, trifft er auf Heather – und nimmt sie in sein gewaltinfestiertes Visier. Steuern die Charaktere auf eine Katastrophe zu oder würde sie sich eventuell sogar selbst verhindern?

    Die Kritik

    Es ist ein recht kurzes Buch, das sich an einem entspannten Nachmittag lesen lässt und in dem trotzdem jede Menge Inhalt steckt. Bobbys Lebenslauf ist der eines klassischen Straftäters, der durch das Aufwachsen bei seiner veranwortungslosen Mutter geprägt ist. Aber heißt das, dass er unbedingt als Sträfling enden muss? Den krassen Gegensatz dazu bildet die Familie mit Heather als emotionalen Höhepunkt. Sowohl Karen als auch Mark folgen geradezu verbissen den gesellschaftlichen Vorgaben für ein anerkennens- und genauso vergessenswertes Leben. Beide sind ebenso wie Bobby stark von ihren Eltern beeinflusst, wie man als Leser schnell merkt. Insifern liegen Bilderbucheltern und Drogenkind sehr nahe beieinander ... Heather hingegen ist davon frei, beobachtet sich und die Gesellschaft vergleichsweise objektiv und sehnt sich nach dem "Mehr" im Leben. Wenn sie und Bobby aufeinandertreffen, wird die Entwicklung der Geschichte erst richtig spannend: Wie werden die beiden sich gegenseitig beeinflussen?

    Das Ende ist sehr bezeichnend und sowohl frustrierend als auch aussagekräftig. Überhaupt sitzt jeder Satz in dieser Geschichte und erzählt völlig ohne Schnörkel die Geschichte der vier Menschen, die mit jedem Wort auf eine scheinbare Katastrophe zusteuern. Der Schreibstil ist relativ eigenwillig, aber eingängig. Da gibt es keine Seitenhandlung, sondern nur eine sehr zielführend verfasste Geschichte, was den Druck auf das Ende immer stärker erhöht, denn wenn es nebenher keine Geschichte gibt, gewinnt das Finale an Bedeutung. Das ist in diesem Fall auch absolut richtig so, denn auch ohne zu spoilern: Sozialer und menschlicher Verfall unterscheidet bei seinen Opfern nicht zwischen reich und arm.

    Die einzige Kritik gilt der Bindung des Buchs: Geht man nicht äußerst (!) sorgsam damit um, knackt es recht schnell und die einzelnen Seiten lösen sich leicht aus der Bindung. Wird es mehrfach gelesen, wie es bei guten Büchern so ist, dürfte sich das deutlicher auswirken.

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    buchstabensammlerins avatar
    buchstabensammlerinvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Für ein paar sehr gute Lesestunden
    Für ein paar sehr gute Lesestunden, volle Empfehlung!

    Rund ums Buch:
    Titel: Alles über Heather
    Autor: Matthew Weiner
    Verlag: Rrowohlt Verlag GmbH
    ISBN: 978-3-498-09463-8
    Preis: 16,00 €

    Cover:
    Das Buch ist durch das angeschnittene Pappcover und die schmale Form haptisch etwas anders als ein „normales“ Buch. Hinter dem auf weiß geprägtem Titel und Namen des Autors versteckt sich ein Frauengesicht. Gut gemacht! 

    Inhalt:
    Mark und Karen leben glücklich und von Wohlstand umgeben in New York und werden Eltern. Ihre hübsche und überall beliebte Tochter Heather wächst unter ihrer Obhut heran. Sie leben beide nur noch für das Kind, leben sich irgendwann auseinander. Parallel dazu lernen wir Bobby kennen, der aus einem sozialkritischen (nennen wir es mal so) Umfeld kommt, sich versucht aus diesem zu befreien, scheitert, neu anfängt und dann auf Heather stößt. 

    Darstellungsweise/Schreibstil:
    Matthew Weiner schreibt in einer leichten, fast einfachen Sprache, die den Leser die Seiten nur so durchfliegen lassen. Da es sich auch nur um 130 Seiten handelt, ist das Buch schnell wieder zugeklappt.


    Meine Meinung:
    Der Lesen wird auf den ersten Seiten schon von der Geschichte gefangen genommen. Hier lernen wir Karen und Mark kennen, wie sie leben, wie sie zusammenkommen. Daraus hätte man ein eigenes Buch machen können. Ich hätte sehr gerne noch mehr von den beiden und ihren Welten gelesen.
    Auf der anderen Seite beschreibt Weiner das fast asoziale Umfeld von Bobby sehr genau, man hat ein wenig Mitleid mit ihm, möchte aber eigentlich nur wieder auf die „schöne Seite“ der amerikanischen Gesellschaft, zu Familie von Karen, Mark und Heather... die dann aber Schatten bekommt.
    Ein brilliantes Buch... man will einfach nur wissen, wie die Geschichte endet!
    Ein Gesellschaftsbild mit Liebe, Hass und mit ganz dunklem Hintergrund...

    Fazit:
    Für ein paar sehr gute Lesestunden, volle Empfehlung! 

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    SophiesLittleBookCorners avatar
    SophiesLittleBookCornervor einem Jahr
    Alles über Heather - Matthew Weiner

    Eigene Meinung:Eins vorne weg: das Buch ist anders, sehr anders. Das kann man mögen oder eben auch nicht. Das Buch wird polarisieren. Es gibt keine wirkliche Charakterentwicklung und wirkt mehr wie analytische Blick in zwei dysfunktionale Familien.Ich kann den Reiz hinter der Geschichte nachvollziehen, aber am Ende des Tages hat es halt leider doch nicht meinen Geschmack getroffen.
    Im Roman erzählt ein allwissender Erzähler die Lebensgeschichte von zwei Menschen. Er beschreibt wie Heather und Bobby geboren wurden und geht dann dazu über ihren Lebensweg mit Zeitsprüngen zu beschreiben bis sie irgendwann aufeinandertreffen.
    Der Schreibstil ist sehr sachlich und ohne viele Emotionen. Das und dass es im gesamten Buch nur ein- oder zweimal direkte Rede gibt, machten mir eine emotionale Bindung an die Handlung und die Personen unmöglich.Das bedeutet jedoch nicht, dass der Autor kein Talent hat. Die gesamte Geschichte analysiert die Figuren und ihre Handlungen so psychologisch, dass ich hin und wieder schlucken musste. Der Autor nimmt einfach kein Blatt vor den Mund.
    Das Buch umfasst viele verschiedene Themen wie Gewalt, Helikoptereltern und das Integrieren in die Gesellschaft und Matthew Weiners Analysierung der beiden Familien reicht bis auf die Knochen und was dabei rauskommt ist alles andere als rosig.

    Fazit:Wer kein Problem damit hat, dass das Buch eher einer einem langem Bericht mit psychologischen Analysierungen ähnelt, der könnte hier ein neues Lieblingsbuch gefunden haben. Weiners neutrale und ungeschönte Sicht auf die Dinge geht unter die Haut.Wer jedoch wie ich eher auf Romane mit wörtlicher Rede und Emotionen steht, der wird an diesem Buch wohl keine Freude finden. 

    Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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    Pressestimmen

    Matthew Weiner hat mit seinem Kurzroman die Gesellschaft im Visier - und in seiner entschlackten, pointierten Prosa erweist sich nahezu jeder Satz als Volltreffer. Großartig!

    Eines der interessantesten Bücher des Jahres. Weiner erweist sich als irre guter Dramaturg, der mit knappem Personal arbeitet, dieses aber zielsicher ins Desaster führt.

    Wie Weiner auf knappstem Raum und mit grimmiger Ironie die langsame Erosion einer Ehe oder auch die verstörende Gedankenwelt eines pubertierenden Einzelkinds beschreibt: Das hätten selbst Altmeister wie Updike, James Salter oder Richard Yates kaum besser und jedenfalls nicht kürzer hingekriegt.

    Weiner hat einen großen Tragödienstoff so intensiv eingedampft, dass er sich zu einer explosiven Mischung konzentriert.Man glaubt zu wissen, was passiert. Aber es ist anders. Matthew Weiner kann auch mit sparsamen Mitteln groß erzählen.

    In Alles über Heather verdichtet Weiner die krankhafte Liebe von Eltern zu ihrer Tochter und das Auftauchen eines Stalkers zu einem grandiosen Porträt trostloser Menschen. Empfehlung.

    Alles über Heather ist ein großartiger Psychothriller in der Tradition von Richard Yates und F. Scott Fitzgerald, eine Psychopathologie der amerikanischen Elternschaft, ihrer innersten Wünsche und Hoffnungen, Träume und Obsessionen.

    Ein aufregendes Romandebüt mit rasantem Plot und haufenweise Spannung.

    Matthew Weiner hat einen großen Tragödienstoff so intensiv eingedampft, dass er sich zu einer explosiven Mischung konzentriert, in fünf starken Kapiteln. Matthew Weiner kann auch mit sparsamen Mitteln groß erzählen.

    Pointiert und schnörkellos skelettiert Weiner die US-amerikanische Gesellschaft, arbeitet dabei gelegentlich mit Hitchcock-Suspense, ohne sein Buch zum Thriller werden zu lassen. Der mit nur 120 Seiten einer der kürzesten Romane des Jahres ist auch einer der besten.

    Kurz, aber sehr schlagkräftig.

    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    TheCoons avatar
    TheCoonvor 4 Monaten
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