Egon Schiele, Leben und Werk

von Matthias Arnold 
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Egon Schiele, Leben und Werk
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Ein informativer Einstieg in das kurze Leben von Egon Schiele

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Inhaltsangabe zu "Egon Schiele, Leben und Werk"

40 Abb., dav. 20 farb. 90 S. fPr

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783763019267
Sprache:
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:89 Seiten
Verlag:Belser
Erscheinungsdatum:01.09.1988

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein informativer Einstieg in das kurze Leben von Egon Schiele
    Zwischen Tradition und Moderne

    Matthias Arnold stellt uns in seinem nur knapp 90 Seiten dünnen Buch den österreichischen Maler Egon Schiele vor.

    Schiele ist ein typischer „Österreicher“: Der Vater ein Eisenbahnbeamter, dessen Familie Wurzeln in Deutschland hat und die Mutter stammt aus dem böhmischen Krumau (heute Cseky Krumlov).
    Schieles Kindheit ist schwierig. Der Vater an Syphilis erkrankt, die ihn unberechenbar und gewalttätig macht. Die Mutter scheint lieblos und unnahbar. Die Familie lebt bis zum Tod des Vaters in einer Dienstwohnung im Bahnhof Tulln (Niederösterreich). Schon früh zeigt sich Egons Zeichentalent. Er bricht das Gymnasium zugunsten der Kunstakademie in Wien ab und wird dort mit 16 Jahren als Student angenommen. Doch auch diese Ausbildung bricht er ab, weil sie ihm zu engstirnig erscheint. Er schließt sich den „Jungen Wilden“ unter Gustav Klimt an.
    Zu Beginn seines Schaffens malt und zeichnet Schiele Klimt ähnlich. Sein unverwechselbarer Stil, harte, knochige, meist nackte Menschenkörper zu malen, bildet sich bald heraus.
    Damit verstört er manchmal seine Förderer. Besonders seine, oft als Akte dargestellten, Selbstbildnisse, sind nicht jedermanns Sache. Apropos Selbstporträts! Hier spielt Egon Schiele in der selben Liga wie Rembrandt. Selten gibt es Künstler, die so viele Selbstbildnisse malen, wie die beiden (jeweils über 100).

    Schiele hat immer wieder ganz junge Modelle beiderlei Geschlechts, was ihn immer wieder in Konflikt mit dem Gesetz bringt. Allerdings muss schon gesagt werden, dass die Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg eine Zeit der Kinderpornografie und des Missbrauchs war. Tausende verarmte Menschen strömen in die Hauptstadt der Donaumonarchie mit Hoffnung auf ein besseres Leben und werden bitter enttäuscht. Den meisten bleibt seinen oder den Körper ihrer Kinder zu verkaufen. Das soll jetzt weder Schiele noch die anderen entschuldigen oder deren Verhalten gutheißen. Es ist einfach die nackte Tatsache.

    Schiele wird 1915 zum Militärdienst eingezogen. Wenige Tage zuvor heiratet er Edith Harms. Aufgrund von Beziehungen muss er nicht an die Front, sondern kann nach mehreren Stationen in Wien bleiben.

    Am 31. Oktober 1918 stirbt er mit nur 28 Jahren an der Spanischen Grippe, die in Europa mehr Todesopfer fordert als der Erste Weltkrieg.


    Meine Meinung:

    Obwohl diese Biografie so kurz ist, gibt sie einen guten Einblick sowohl in das Leben von Egon Schiele als auch auf die Zeit. Sie widmet sich den unterschiedlichen Stationen Schieles Lebens. So wird der Prof. Griepenkerl zitiert, der mit den Worten „Sagen Sie niemanden, dass Sie bei mir gelernt haben.“ Um seine eigen Reputation fürchtet. Ein anderer Ausspruch deutet schon auf das Revolutionäre Schieles hin: „Sie- Sie- Sie hat der Deubel in meine Schule gekackt!“ S. 14)

    Die Sprache der Biografie ist kurz, prägnant und schnörkellos.

    Viele Ausschnitte aus Briefen belegen den ernsten, melancholischen Charakter des Malers, von dem behauptet wird, dass er niemals gelacht haben soll.
    Der Schriftverkehr Schieles mit seiner Mutter beleuchtet das problematische Verhältnis zueinander.

    Die Biografie enthält eine Vielzahl von Abbildungen davon rund die Hälfte in Farbe. Interessant ist, dass Schiele nur ein einziges Ölbild gemalte hat. Sein Metier war Zeichnung mit Kohle oder Rötel bzw. die Gouache-Malerei. Dass er auch Landschaften gemalt hat, ist wohl den wenigsten bekannt.

    Ich persönlich habe ein leicht gestörtes Verhältnis zu Egon Schiele seit ich im Gymnasium einen der Akte Schieles nachzeichnen musste. Warum sich unsere ältliche Zeichenprofessorin ausgerechnet ein Selbstbildnis Schieles ausgesucht hat, ist bis heute schleierhaft. Vor den kantigen, grün und blau geschlagen wirkenden, ausgemergelten Körper hat mir immer gegraust.
    Mit dieser Biografie kann ich Egon Schiele nun ein wenig näherkommen.

    Anlässlich seines 100. Todestages widmet die Albertina Wien dem Maler eine umfassende Ausstellung.
    https://www.albertina.at/ausstellungen/egon-schiele/


    Fazit:

    Ein Einblick in das kurze Leben eines Künstlers, der zwischen Tradition und Moderne steht. 4 Sterne.

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