Matthias Ackeret Die ganze Welt ist Ballermann

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Inhaltsangabe zu „Die ganze Welt ist Ballermann“ von Matthias Ackeret

Was kann der moderne Mann in diesem globalen Dorf, dieser geschrumpften Welt, in der alles schon gesagt, geschrieben, fotografiert und abgefilmt wurde, eigentlich noch erleben? Wer den ausgetretenen Pfaden der Zivilisation folgt, trifft auf Altbekanntes: Paulaner Bierkeller und Benetton, der Kicker liegt auch in Bangkok auf, und "Ein Bett im Kornfeld" dröhnt aus jeder Jukebox. Doch der Weg ist das Ziel. Eine Reise um die Erde in 23 Tagen wird zum soziologischen Experiment, dessen Ergebnis und Endpunkt von vornherein feststehen: Die ganze Welt ist Ballermann. Der moderne Mensch und insbesondere der postmoderne Mensch knüpft an Traditionen, um mit ihnen zu spielen. "Große Reisen macht man immer zu zweit", so wie Jules Vernes Weltumfahrer Mr. Fogg mit seinem Diener Passepartout. Noch schöner ist es, wenn die Namen alliterieren: Matthias und Manfred, ein Schweizer Journalist und ein deutscher Schriftsteller, bereisen die Kontinente, Kapstadt und Kalifornien, Bangkok und Bora Bora. Sie wählen konsequent die mehrfache Form der Literarisierung. Der Journalist führt ein Reisetagebuch, der Schriftsteller treibt die Fiktionalisierung noch eine Stufe weiter: Matthias und Manfred werden zu den Figuren Gildo und Gerrit, jede Station der Reise wird erotisch angereichert. Die Realität der Fremde wird durch die Linse des Touristen doppelt gebrochen: Wo Matthias Ackeret abfotografiert, hält Manfred Klemann die Videokamera hin und dreht ein B-Movie mit willigen "Mädchen". Streckenweise -- gerade in der Kalifornienepisode -- erinnert das Buch an Handke. Aber dieser hat nicht den richtigen Vornamen, und so ist das Buch folgerichtig Martin Walser gewidmet. Matthias und Manfred sind Fans: Sie tragen Walserromane im Reisegepäck, zitieren daraus und schicken ihrem Idol Touristengrüße nach Nußdorf am Bodensee. Auch Walser ist ein Freund der Alliteration, man denke nur an Paare wie Anselm und Alissa. Ehepaare übrigens, aber diese Art der Verbindung hat man hinter sich gelassen. Der Mann von heute pflegt die Männerfreundschaft, Ehen waren schon in Walsers frühen Romanen recht brüchig. Ironischerweise sind die Karten an Martin Walser auffallend häufig mit "Grüßen an die liebe Frau" versehen. (Quelle:'Fester Einband/01.01.1998')
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