Matthias Borngrebe Die Nacht, als Robert starb

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Inhaltsangabe zu „Die Nacht, als Robert starb“ von Matthias Borngrebe

Wussen Sie, dass James Dean einen Beifahrer hatte? Dass er nicht allein in seinem Porsche 550 Spyder saß, als er am Nachmittag des 30. September 1955 auf einem Highway nördlich von Los Angeles nahezu frontal in den entgegenkommenden Wagen eines Studenten raste, der nach links hatte abbiegen wollen? Falls Sie davon wussten und sich jemals gefragt haben, warum nicht James Dean den Unfall schwer verletzt überlebte und stattdessen sein Beifahrer dabei starb, können Sie sich sicherlich gut vorstellen, mit welchen Fragen dieser Beifahrer, ein deutscher Automechaniker, von den Anhängern des wohl bekanntesten toten Schauspielers der Welt, von Journalisten und von anderen Neugierigen konfrontiert wurde, bis er mehr als fünfundzwanzig Jahre nach James Dean ebenfalls bei einem Autounfall ums Leben kam. Manch einer schrieb Rolf Wütherich eine Mitschuld am Tod des berühmten Fahrers zu, doch soweit ich all die Theorien überblicke, die sich um einen Tod wie den von James Dean natürlich ranken müssen, ist nie jemand auf die Ideen gekommen, ihn so wie mich, Roberts Beifahrer, mehr oder weniger direkt des Mordes zu beschuldigen.

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  • Rezension zu "Die Nacht, als Robert starb" von Matthias Borngrebe

    Die Nacht, als Robert starb
    Clari

    Clari

    05. September 2010 um 17:10

    Jugendsünden und anderes. Anknüpfend an den frühen Tod James Deans bei einem Autounfall erzählt Matthias Borngrebe vom Autounfall des Schülers Robert, den sein Beifahrer Richard schwer verletzt überlebt hat. Wer war Schuld am Tod James Deans und wer an dem von Robert? Er ist ein begabter Junge, der eines Tages in der 13. Klasse einer Schule im Umkreis Kassels auftaucht und schon bald die Szene beherrscht. In der Schule herrscht ein typisches Schulmilieu mit vielen Statisten, von denen nur einige wirklich Konturen bekommen. Einem Dokumentarbericht gleich schildert Roberts Mitschüler Richard und später auch eine Mitschülerin, wie die Schüler sich zu einer Theaterprobe am 1. Weihnachtstag des Jahres 2002 treffen. Nicht alle Schüler sind begeistert von dem Theaterunternehmen, doch zeigt sich Robert sehr angetan. Er ist der mysteriöse Rädelsführer der Probeaufführung, denn man trifft sich in einer Villa, die er als sein Elternhaus ausgibt. Es geht bei den Theaterproben um die gruppendynamischen Beziehungen unter den Schülern, um die Autorität von Lehrern und immer wieder um Robert und sein Laienspiel. Nach Proben, Personenbeschreibungen mit vielen Fußnoten und Hinweisen entpuppt sich Robert als ein verbogener Charakter. Er imponiert seinen Mitschülern und besonders Richard, der ihn bewundert und in ihm lange ein verkapptes Genie vermutet. Was immer Robert veranlasst hat, die Theateraufführung durch Manipulationen zu seinem eigenen Event zu machen: die Geschichte der Inbesitznahme der Villa fliegt auf, Robert verlässt im BMW der fremden Familie fluchtartig den Schauplatz und verunglückt tödlich. Sein Beifahrer Richard überlebt den Unfall schwer verletzt. Wie soll man Licht in das Dunkel bringen? Robert wird zu einem Helden stilisiert, der Großes wollte und als unvollendet in die Geschichte eingegangen ist. Richard als möglicher Schuldiger an Roberts Tod und Scheitern hat Aufzeichnungen hinterlassen, die Licht in das Dunkel bringen könnten. Matthias Borngrebe versucht mit seinem Debütroman eine neue Zeit mit ihrer Medienpräsenz zu persiflieren. Es geht ihm um den dokumentarischen Charakter seiner Schrift, die Realität vortäuscht. Mit seiner sehr konstruiert vorgetragenen Geschichte, bei der die vielen Fußnoten eher stören, gelingt es ihm nicht, den Leser zu bannen. Eher irritiert fühlt man sich von dieser Reportage, die doch ganz und gar erfunden ist. Ein verirrter Jugendlicher, noch dazu ein frühes Scheidungskind wie sich später herausstellt, will sich als großes Genie etablieren und hat am Ende doch nur ein einfaches Schülertheater mit inszeniert. Sein Genie wird an keiner Stelle erkennbar. Er kann bluffen, und das ist bemerkenswert. Im Banne seiner jugendlichen Verirrung bleibt ein anderes Leben gleich mit auf der Strecke. Wer Richard ist und woher er stammt, bleibt unbekannt. Was bleibt, ist ein etwas starres Zeitbild mit vielleicht gekonnter Darstellung eines Schulmilieus. Der Roman kann mit seinem Sujet nicht überzeugen.

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